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title: "Alp- und Weidregulativ der Gemeinde Maladers"
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# Alp- und Weidregulativ der Gemeinde Maladers

## Art. 1 Alp- und Weidregulativ {#art_1}

Alpen und Heimweiden bilden einen Bestandteil des poli- Eigentumstischen Gemeindebesitzes. Nutzniesser sind die Viehbesitzer (Alp- verhältnis
genossen) der Gemeinde Maladers. Jährlich wiederkehrende Anschaffungen für den Alpbetrieb ist Sache der Alpgenossen.

## Art. 2 {#art_2}

Die Oberaufsicht über die Alpen und Weiden fällt in den Oberaufsicht
Tätigkeitsbereich des Gemeindevorstandes. Die erste Aufsicht steht und Betrieb
dem Alp- und Weidfachchef zu, der Mitglied des Gemeinderates ist.
Die Alpgenossen wählen aus ihrer Mitte oder bestimmen auf der Alpgenossen-
«Rood» den Alpmeister, der für die Bestellung des Personals und die me
Überwachung des Alpbetriebes zuständig ist. Es bleibt den Alpgenossen freigestellt, ob sie für die Alp Urden und First je einen Alpmeister oder zum Alpmeister einen «Kavigen» wählen wollen.
Die Gemeinde bezahlt an den (die) Alpmeisterlohn (löhne)
Fr. 150.-.
Für die Abnahme der Alprechnung sind zwei Rechnungsrevi- Wahl

## Art. 3 soren von der Alpgenossenschaft zu wählen. Rechnungs- {#art_3}

Über die Ladung und Entladung der Alpen entscheidet Aipbetrieb
der Alpmeister. Weiter besorgt er den Einzug der Hirtenlöhne und
entlöhnt das Personal auf Ende Alpzeit. Die Rechnungsablage hat
auf Ende Jahr durch den (die) Alpmeister zu erfolgen.

## Art. 4 {#art_4}

Der Alpmeister ist gehalten, rechtzeitig für das Alpper- Alppersonal
sonal zu sorgen. Es steht dem Alpmeister frei, eine Interessenversammlung einzuberufen zur Besprechung der Personalbestellung
und dessen Entlöhnung. Das Personal steht unter Aufsicht und Kontrolle des Alpmeisters und hat sich seinen Weisungen zu fügen.

## Art. 5 Alpen {#art_5}

Die Viehanmeldungen für die Alpen Urden und First Anmeldungen
haben aufgrund der Amtsblattpublikationen definitiv bis zum 15. Februar schriftlich an die Gemeindekanzlei zu erfolgen, wobei dann ein
Einschreibgeld von Fr. 30.— inkl. Sömmerungstaxe pro Stück Vieh in
Rechnung gestellt wird. Wird diese Gebühr nicht einbezahlt, ist die
Anmeldung als nicht erfolgt zu betrachten.
Bei Abmeldungen, die erst nach dem 1. Mai erfolgen, wird der Abmeldungen
Betreffende mit der halben Sömmerungstaxe sowie Einschreibgeld
belastet.
Abmeldungen vor dem 1. Mai müssen schriftlich gemacht werden, wonach das Einschreibgeld bei solchen Fällen nicht mehr zurückerstattet wird.
Ausnahmen: Notschlachtung; Ausmerzaktion bei begründetem Fall;
für Tiere, die an den Nutzviehhandel gehen, gelten die
Bestimmungen Ziffer 2 und 3; Todesfall des Betriebsinhabers.

## Art. 6 Alp Urden {#art_6}

Die auf 80 Kuhweiden festgesetzte Kuhalp Urden sollte
vorwiegend mit Kühen bestossen werden. Es sind zur Sömmerung
berechtigt:
1. Kühe der Bürger
2. Kühe der Niedergelassenen
3. Kälber der Bürger
4. Kälber der Niedergelassenen
Bei grösserer Anmeldung haben diejenigen mit der grössten
Stückzahl zu weichen und haben dafür Gelegenheit, die entsprechende Zahl Kälber auf der Alp First zu plazieren. Über die festgesetzte Zahl hat der Genossenschaftsstier Sömmerungsrecht, ohne
Bezahlung der Weid- und Sömmerungstaxen.

## Art. 7 Alp First {#art_7}

Auf der Alp First, die auf 70 Weiden festgesetzt ist, sind
zur Sömmerung berechtigt:
1. Rinder und Mesen der Bürger
2. Rinder und Mesen der Niedergelassenen
3. Kälber, welche in Urden nicht gesömmert werden
können (Art. 6). Nicht kastrierte Kalb- und Mesestiere dürfen nicht gesömmert werden
4. Schafe der Bürger und Niedergelassenen

## Art. 8 Alpentladung {#art_8}

Für die Alp Urden gilt bei normalen Witterungsverhältnissen der 20. September, für die Alp First der 26. Serptember als
Alpentladungstag.

## Art. 9 Sommer- {#art_9}

Bürger Nieder- Auswärtige
grasmiettaxen gelassene
1 Kuh oder Rind 21.50 26.— 31.50
1 Mese 15.— 18.— 21.50
1 Kalb 7.50 8.50 13.50
1 Schaf 2.— 3.— —.—
1 Schwein 2.— 3.— 4.—
Ein Stück Grossvieh, das am 31. Mai über ein Jahr alt wird, ist als
Mese, ein solches, das über 2 Jahre zählt, ist als Rind zu betrachten
und zu berechnen.

## Art. 10 {#art_10}

Jeder Alpgenosse, der eigene, milchgebende Kühe in die Schweine-
Alp Urden stellt, ist berechtigt, dort auch Schweine zu sömmern und SOmmerung
zwar gemäss nachstehenden Bestimmungen.
1-3 Kühe berechtigen zur Sömmerung von 1 Stück, 4 und mehr
Kühe von 2 Stück. Im Maximum darf auf je 3 Kühe 1 Schwein plaziert werden. Bei höherer Anmeldung entscheidet die Zahl der Kühe
der betreffenden Alpgenossen, in einschlägigen Fällen das Los. Es
ist den Alpgenossen nicht gestattet, fremde Schweine anzunehmen.
Sollte sich im Laufe des Sommers Schottenmangel einstellen, so
haben diejenigen mit dem kleinsten Milchertrag zu weichen. Ungeringelte und ungezeichnete Schweine dürfen nicht aufgetrieben werden. Wer die Schweine vor dem 10. August heimholt, hat Anrecht
auf Taxreduktion auf zwei Drittel des Ansatzes.
Es ist ein angemessenes Wartgeld zu Gunsten der Alprechnung
einzuziehen. Anmeldungen bis 10. Mai an den Alpmeister.

## Art. 11 {#art_11}

Über die Heimnahme von erkrankten Tieren entscheidet Heimnahme
vorerst der Senn bzw. der Hirt, auf jeden Fall aber die Organe der Von Tieren
Viehversicherungsanstalt. Auswerfende oder verworfene Tiere sind
unter allen Umständen heimzunehmen.

## Art. 12 {#art_12}

Jeder Alpgenosse ist verpflichtet Gemeindewerk in den Gemeindewerk
Alpen auf Einteilung hin zu leisten (z.B. Schneerood). Es steht der
Alpgenossenschaft frei, die Höhe des Taglohnes festzusetzen. Für
Stellvertretung muss jeder Alpgenosse selbst sorgen.
Weidräumung, Düngung, Zaunerstellung etc. ist Sache der Alpgenossenschaft.

## Art. 13 Weiden {#art_13}

Damit auf den Heimweiden eine bessere Nutzung mög- Nutzungsart
lich ist, werden diese den interessierten Bauern durch die Alpgenossenschaft parzellenweise, nach Möglichkeit am Stallstandort nächstliegend, in Pacht abgetreten. Die Parzellengrösse ist auf die GVE jedes einzelnen Bauern, aber auch nach Mölichkeit auf natürliche
Grenzen (Wege, Wald) bezogen, abzutreten.
Die Zuteilung erfolgt an der Alpgenossenschaftsversammlung un- Zuteilung
ter Anwesenheit aller Heimweidepächter nach folgendem Schlüssel:
50% nach Rinder GVE
50 % nach der örtlichen bewirtschafteten Fläche
Die Weiden müssen in ganze und halbe ha eingeteilt werden.
Berechtigung Berechtigt sind vorweggenommen alle Gross- und dann erst
Kleinviehbesitzer von Maladers, die die Parzellen selbst bewirtschaften und mit den eigenen Tieren beweiden.
Zäunung Grundsätzlich müssen die Pächter ihr Vieh in genügend festen
Zäunen (1—2-fach gespannte, stärkere Drähte) halten. Der Elektrozaun kann, soweit er genügend ausbruchsicher ist, verwendet werden. Nach Schliessung des Weidganges im Herbst sind die Drahtzäunungen und dergleichen abzulegen oder zu entfernen. Maschenzäune sind in jedem Fall zu entfernen.
Bei öffentlichen Wanderwegen sind Zäune mit Legenen oder
Drehkreuzen zu errichten.

## Art. 14 Weidrodung {#art_14}

Die Weidrodung richtet sich nach der forstamtlichen genehmigten Wald-/Waldweideausscheidung und dessen Dienstbarkeitsvertrag.
Jeder Pächter ist nach der definitiven Übergabe der Parzelle verpflichtet, diese in Ordnung zu halten und sie mit Bewilligung des
Forstdienstes von Stauden und Jungbäumen zu säubern. Der Weidepflege und -düngung, gemäss Stoffverordnung ist nur das Ausbringen von Hofdünger, Kompost und nicht stickstoffhaltigem Mineraldünger gestattet, ist die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.
Beeinträchtigung Die Einfriedung von Allmende zu Wiesboden, die Ablagerung
Wen xtrages VON Stauden, Steinen, Geröll und Schutt auf Weiden, Aushub und
Abführen von Pflanzenerde sowie jede Handlung, die den Weidertrag schmälert, ist nur mit Bewilligung des Gemeindevorstandes gestattet.

## Art. 15 Pachtdauer {#art_15}

Die Parzellen werden auf 3 Jahre verpachtet. Eine
Weiterverpacht ist nicht erlaubt. Wird gepachtetes Land aus irgend
einem Grunde nicht mehr bewirtschaftet, fällt es unter schriftlicher
Mitteilung an die Gemeinde zurück, die es bzw. die Alpgenossenschaft dem pachtinteressierten Anlieger auf Zusehen hin verpachten
kann.
Neuzuteilungen Ist nach Ablauf der Pachtdauer keine Neuzuteilung infolge Neuinteressenten nötig, so verlängert sich die Pacht um weitere 3 Jahre.
Grundsätzlich hat jeder Pächter nach Ablauf der Pachtdauer wieder als erster Anrecht auf seine Parzelle. Wird die Nachfrage aber
allgemein grösser, oder wird ein Neuinteressent standortnah, muss
er sich Teilabtretungen von seiner Parzelle gefallen lassen. Vorbehalten bleiben auch Änderungen in Krisen- und Kriegszeiten.
Neu interessierte Pächter müssen eine schriftliche Anmeldung an
die Gemeinde bzw. Alpgenossenschaft richten. Einer solchen können Teile der Reservezone sofort zugeteilt werden, bis nach Ablauf
der Pacht eine Neuzuteilung standortnah möglich ist.

## Art. 16 {#art_16}

Die Reserveparzellen können auf Zusehen hin den An- Reserveliegern überlassen werden. parzellen

## Art. 17 {#art_17}

Der Pachtzins beträgt pro 50 Aren Weidezuteilung jähr- Pachtzinse
lich Franken 20.- und wird einmal jährlich im Frühjahr durch die Gemeinde in Rechnung gestellt.
Der Jahrespachtzins bleibt während einer dreijährigen Pachtdauer unverändert, vorbehalten bleiben Zuteilungsänderungen.
Der Gemeindevorstand ist berechtigt auf eine neue Pachtdauer den
Zins zu indexieren, ausgehend von der Erstfestsetzung.
Im Sommer während der Alpzeit dürfen pro Landwirt maximal 2
Heimkühe sowie Kälber, die nach dem 1. Februar geboren sind, auf
die Allmend getrieben werden.

## Art. 18 {#art_18}

Der Weidgang richtet sich nach der Vegetation. Weidgang
Vieh, das vorzeitig aus der Alp genommen wird, kann mit Zustim- Beschränkung
mung der Alpgenossenschaft auf die Allmend gelassen werden. er arechte
Verstelltiere, welche nicht in der Gemeinde gewintert werden,
dürfen nicht auf die Weide getrieben werden.
Im Frühjahr und Herbst darf selbstgewintertes Vieh in beliebiger
Zahl auf die Allmend getrieben werden.

## Art. 19 {#art_19}

Für das Einführen des Wassers in die Parzelle ist die Ge- Wasser in
meinde behilflich und stellt pro Parzelle einen Lärchenstamm für 4“ Parzellen
einen Brunnentrog zur Verfügung. Badewannen und dergleichen
sind untersagt.
Die. Tränkeanlagen und Unterhaltsarbeiten an Leitungen ist
Sache des Pächters. Im Herbst sind die Wasserleitungen und Brunnen zu entleeren. Manipulationen am Gemeindenetz sind untersagt.

## Art. 20 {#art_20}

Benötigt die Gemeinde für bauliche oder andere Bedürf- Gemeindebedarf
nisse Teile einer Parzelle, ist diese unentgeltlich abzutreten. An Barzellen-
Das öffentliche Interesse, so z.B. das begehbar bleiben von Spa- Öffentliches
zier- und anderen Wegen muss gewährleistet bleiben. Die gegen- !nteresse
seitige, voraussichtige Rücksichtnahme gilt als Grundsatz.

## Art. 21 Entzug einer {#art_21}

Die Pächter sind verpflichtet, ihre Parzellen in Ordnung
Fachtparzelle bzw. von Verwucherungen und Verunkrautung frei zu halten.
Vernachlässigt einer diese Sorgfaltspflicht, so kann ihm nach
zweimaliger Mahnung durch den Gemeindevorstand bzw. die Alpgenossenschaft die Pacht frühzeitig gekündigt werden.

## Art. 22 Alpverpflichtung {#art_22}

Jeder Viehbesitzer, welcher Heimweiden beansprucht,
ist verpflichtet sämtliches Vieh auf den gemeindeeigenen Alpen zu
sömmern, sofern er nicht auf eigenem Land (inkl. Privatpachtland)
alpt. Sind die Gemeindealpen mit einheimischem Vieh genügend bestossen, fällt diese Verpflichtung dahin. Über Ausnahmen und über
die Bestossung entscheidet der Alpvorstand.
Straf- Art. 23, Widerhandlungen gegen dieses Alp- und Weideregulativ
bestimmungen werden von der Alpgenossenschaft bzw. vom Gemeindevorstand
mit Busse bis zu Fr. 1000. geahndet, dessen Gelder in die Gemeindekasse fliessen. Gegen Entscheide der Alpgenossenschaft kann innert 20 Tagen schriftlich begründet an den Gemeindevorstand rekurriert werden. Entscheide des Gemeindevorstandes können innert 20
Tagen an das Verwaltungsgericht, bzw. Zivilgericht betreffend Weidezuteilung, weitergezogen werden. Die Entscheide jeder Behörde
sind mit der Rechtsmittelbelehrung zu versehen.
Alle in diesem Regulativ nicht erwähnten Fälle werden durch den
Gemeindevorstand in Berücksichtigung der Umstände entschieden.

## Art. 24 Inkrafttreten {#art_24}

Das vorliegende Alp- und Weidregulativ, Art. 1-12 ist
nach Annahme durch die Gemeindeversammlung vom 11. Mai 1979
in Kraft sowie Art.2 Abs. 1 und Art. 22 seit 13. April 1984, und
Art. 13-23 durch den Gemeindeversammlungsbeschluss vom 18. November 1994.
Das bisherige Alp- und Weidregulativ vom 26. Mai 1956 und spätere Beschlüsse werden damit aufgehoben.
Namens des Gemeindevorstandes Maladers
Gemeindepräsident: Thomas Jucker
Gemeindeschreiber: Jürg Sprecher
