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title: "Verordnung über die Bewilligung und Beaufsichtigung von Heimen"
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provisions: 14
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# Verordnung über die Bewilligung und Beaufsichtigung von Heimen

## § 1 {#par_1}

Regelungsbereich
1 Diese Verordnung vollzieht:
a. die eidgenössische Verordnung vom 19. Oktober 19772) über die Aufnahme von Pflegekindern (kurz: Pflegekinderverordnung) im Bereich der
Heimpflege;
b. das Sozialhilfegesetz (SHG) vom 21. Juni 20013) im Bereich der Bewilligung und Aufsicht über Heime.
2 Sie gilt nicht für Einrichtungen, die einer spezialgesetzlichen Heimaufsicht unterstehen.

## § 2 {#par_2}

Bewilligungsberechtige Personen
1 Die Bewilligung kann an 1 oder 2 natürliche Personen oder an eine juristische
Person erteilt werden.
2 Die Bewilligung an 1 natürliche Person verpflichtet zur persönlichen Leitung
des Heimes, die Bewilligung an 2 natürliche Personen zur gemeinsamen, persönlichen Leitung des Heimes.
3 Die Bewilligung an eine juristische Person setzt voraus, dass:
a. die Leitung des Heimes vertraglich 1 Person oder gemeinsam 2 Personen übertragen wird und dass
b. diese Personen die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für die
Bewilligung erfüllen.
1) GS 29.376, SGS 100
2) SR 211.222.338
3) GS 34.143, SGS 850
2 850.14

## § 3 {#par_3}

Bewilligungsentscheid
1 Die Bewilligungsbehörde klärt alle Bewilligungsvoraussetzungen ab und kann
dazu Berichte von öffentlichen und privaten Fachstellen einholen.
2 Sie hört vor dem Entscheid die Standortgemeinde an.
3 Sie kann die Bewilligung befristet oder unbefristet erteilen und mit Auflagen
verbinden.
§ 4 * Beratung
1 Die Bewilligungsbehörden beraten auf Verlangen private und kommunale
Träger von Heimen bei der Planung neuer Institutionen und bei konzeptionellen Fragen.

## § 5 {#par_5}

Rechte der aufgenommen Personen
1 Alle mit der Heimführung betrauten Personen achten die Würde, die körperliche und geistige Integrität sowie das Selbstbestimmungsrecht der aufgenommenen Personen.
2 Jede aufgenommene Person oder deren gesetzliche Vertretung ist beim Heimeintritt über die persönlichen Rechte sowie über das Heimkonzept, die Heimorganisation und die zuständige Aufsichtsbehörde schriftlich zu orientieren.
3 Ist die aufgenommene Person minderjährig oder steht sie unter umfassender
Beistandschaft, ist sie beim Heimeintritt verständlich und angemessen über die
persönlichen Rechte sowie über die zuständige Aufsichtsbehörde zu orientieren. *
2 Heime für Kinder und Jugendliche
§ 6 * Bewilligungspflicht (§ 26 Abs. 1 und 3 SHG)
1 Einer Bewilligung bedürfen: *
a. * privatrechtliche und öffentlich-rechtliche Institutionen oder Abteilungen
davon, die regelmässig minderjährigen Personen entgeltliche oder unentgeltliche Erziehung, Pflege oder Betreuung tags- oder nachtsüber gewähren;
b. * Familien oder familienähnliche Wohngemeinschaften, die mehr als 3 minderjährigen Personen entgeltliche oder unentgeltliche Erziehung, Pflege
oder Betreuung tags- und nachtsüber gewähren;
c. Familien oder familienähnliche Wohngemeinschaften, die regelmässig
mehr als 5 Kindern unter 12 Jahren entgeltliche oder unentgeltliche
Betreuung tagsüber gewähren.
3 850.14

## § 7 {#par_7}

Bewilligungs- und Aufsichtsbehörde (§ 26 Abs. 1 SHG)
1 Zuständige Behörde im Sinne von Art. 2 Abs. 2 Bst. a der eigenössischen
Pflegekinderverordnung4) ist für die Bewilligung und die Aufsicht eines Heims
für Kinder und Jugendliche das Amt für Kind, Jugend und Behindertenangebote (kurz: Amt). *
1bis Das Amt legt die Voraussetzungen in Ausführung der Art. 14 und 15 der
eidgenössischen Pflegekinderverordnung fest. *
2 ... *
3 Das Amt kann bei Heimen für Kinder und Jugendliche mit ausserkantonalem
Trägerschaftssitz seine Aufsichtsaufgaben an die zuständige Behörde des
Sitzkantons übertragen. *
3 Heime für Erwachsene
§ 8 * Bewilligungspflicht (§ 26 Abs. 1 und 4 SHG)
1 Einer Bewilligung bedürfen:
a. privatrechtliche Institutionen oder Abteilungen davon, die regelmässig
mehr als 3 Erwachsenen entgeltliche oder unentgeltliche Betreuung oder
Pflege tags- oder nachtsüber gewähren;
b. Einzelpersonen, Familien oder familienähnliche Wohngemeinschaften,
die mehr als 3 nicht-verwandten Erwachsenen entgeltliche oder unentgeltliche Betreuung oder Pflegetags- oder nachtsüber gewähren.
§ 8a * Bewilligungspflicht bei minderjährigen Personen und Erwachsenen
1 Einzelpersonen, Familien oder familienähnliche Wohngemeinschaften, die
mehr als 4 nichtverwandten minderjährigen Personen und Erwachsenen zusammen entgeltliche oder unentgeltliche Pflege und Betreuung tags- oder
nachtsüber gewähren, bedürfen einer Bewilligung, sofern sie nicht aufgrund
der §§ 6 oder 8 im Besitze einer Bewilligung sind.
3.1 Bewilligungsvoraussetzungen

## § 9 {#par_9}

Fachliche Anforderungen (§ 26 Abs. 2 SHG)
1 Die fachlichen Anforderungen zur Führung eines Heimes für Erwachsene umfassen ein Heimkonzept sowie die fachliche und persönliche Eignung der
heimleitenden Person oder Personen.
2 Das Heimkonzept bezeichnet:
a. Art und Umfang der aufzunehmenden Personengruppen;
4) SR 211.222.338
4 850.14
b. das Pflege- und Betreuungsangebot;
c. die Organisations- und Führungsstruktur;
d. eine namentlich genannte, von der Heimleitung unabhängige Person als
Anlaufstelle für Beanstandungen.
3 Die fachliche und persönliche Eignung der heimleitenden Person oder Personen:
a. bestimmt sich nach Art und Umfang der aufzunehmenden Personengruppen sowie nach dem Pflege- und Betreuungsangebot;
b. setzt in fachlicher Hinsicht in der Regel eine Ausbildung im Sozial- oder
im Erziehungsbereich voraus;
c. setzt in persönlicher Hinsicht Gesundheit und einen guten Leumund voraus.
4 Die Bewilligung kann mit der Auflage zur spezifischen Weiterbildung verbunden werden.

## § 10 {#par_10}

Betriebliche Anforderungen (§ 26 Abs. 2 SHG)
1 Die betrieblichen Anforderungen zur Führung eines Heimes für Erwachsene
umfassen den Bestand und die Qualifikation des Personals sowie die Räumlichkeiten.
2 Der Bestand und die Qualifikation des Personals richten sich nach den
Betreuungs- und Pflegebedürfnissen der aufzunehmenden Personen. Gehören
diese beiden Geschlechtern an, müssen beim Personal ebenfalls beide Geschlechter vertreten sein.
3 Die Räumlichkeiten umfassen das Raumangebot, die Raumanordnung, die
Raumeinrichtung, die Sicherheitseinrichtungen sowie die Umgebung. Diese
müssen den Bedürfnissen der aufzunehmenden Personen entsprechen und
dem Heimzweck dienen.
4 In Heimen für behinderte Erwachsene sind die Rahmenrichtlinien zu den
Qualitätsanforderungen der Interkantonalen Vereinbarung vom 13. Dezember 20025) für soziale Einrichtungen (IVSE) in Bezug auf die Räumlichkeiten
einzuhalten. In Altbauten darf bei besonderen Gründen davon abgewichen

## § 11 werden. * {#par_11}

Bauliche Anforderungen (§ 26 Abs. 2 SHG)
1 Die baulichen Anforderungen zur Führung eines Heimes für Erwachsene umfassen die Einhaltung der Vorschriften der Baugesetzgebung sowie der Feuerschutzgesetzgebung.
5) GS 35.726 SGS 855.2
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## § 12 {#par_12}

Meldung von Änderungen
1 Die heimleitende Person hat beabsichtige Änderungen, die eine Bewilligungsvoraussetzung betreffen können, unverzüglich der Bewilligungsbehörde zu
melden.
2 Meldepflichtig sind insbesondere:
a. Änderung des Heimkonzepts;
b. Änderung der Art oder des Umfangs der aufzunehmenden Personengruppen;
c. Wechsel des Bewilligungsinhabers oder der heimleitenden Person oder
Personen;
d. massgebliche Änderungen bei den Räumlichkeiten.
3.2 Betriebsführung

## § 13 {#par_13}

Verzeichnis der aufgenommenen Personen
1 Die aufgenommenen Personen sind laufend in einem Verzeichnis zu erfassen.

## § 14 {#par_14}

Beanstandungen
1 Jede aufgenommene Person hat das Recht, unangemessene Behandlung bei
der Anlaufstelle für Beanstandungen zu beanstanden. Kann eine aufgenommene Person dieses Recht nicht selber wahrnehmen, steht es ihrer gesetzlichen
Vertretung oder den ihr nahestehenden Personen zu.
2 Die Anlaufstelle für Beanstandungen hört die Person an, klärt den Sachverhalt ab und vermittelt.
3 Sie informiert die Bewilligungsbehörde, wenn sie behördliche Massnahmen
als angezeigt erachtet. *
3.3 Vollzug

## § 15 {#par_15}

Aufsicht
1 Die Bewilligungsbehörden überprüfen mindestens alle 3 Jahre die Heime hinsichtlich der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und der Bewilligungsauflagen. *
2 Sie können Berichte einholen und Kontrollen durch Fachleute anordnen.

## § 16 {#par_16}

Bewilligungsentzug
1 Die Bewilligungsbehörde entzieht die Bewilligung, wenn deren Voraussetzungen nicht mehr erfüllt oder nicht innert einer angesetzten Frist wiederhergestellt
worden sind.
6 850.14
2 Sie verfügt die sofortige Schliessung des Heimes, wenn für die aufgenommen
Personen eine ernste Gefahr besteht.
§ 17 * Bewilligungsbehörden
1 Bewilligungsbehörde ist:
a. * …
b. * der kantonsärztliche Dienst für diejenigen Heime, in denen eine stationäre Therapie oder Rehabilitation für alkohol- oder drogenkranke Personen angeboten wird;
c. das kantonale Sozialamt für die übrigen Heime.
2 Die Bewilligungsbehörden koordinieren ihre Tätigkeiten.
4 Schlussbestimmungen

## § 19 § 18 * … {#par_19}

Inkrafttreten
1 Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2002 in Kraft.
7 850.14
Änderungstabelle - Nach Beschlussdatum
Beschlussdatum Inkraft seit Element Wirkung Publiziert mit
25.09.2001 01.01.2002 Erlass Erstfassung GS 34.0278
19.08.2003 01.07.2003 § 4 totalrevidiert GS 34.1152
19.08.2003 01.07.2003 § 7 Abs. 2 aufgehoben GS 34.1152
19.08.2003 01.07.2003 § 14 Abs. 3 geändert GS 34.1152
19.08.2003 01.07.2003 § 15 Abs. 1 geändert GS 34.1152
19.08.2003 01.07.2003 § 17 totalrevidiert GS 34.1152
05.09.2006 01.01.2007 § 6 totalrevidiert GS 35.980
05.09.2006 01.01.2007 § 8 totalrevidiert GS 35.980
20.11.2007 01.01.2008 § 10 Abs. 4 geändert GS 36.383
20.11.2007 01.01.2008 § 17 Abs. 1, Bst. b. geändert GS 36.383
20.11.2007 01.01.2008 § 18 aufgehoben GS 36.383
18.10.2011 01.01.2012 § 7 Abs. 3 geändert GS 37.655
18.10.2011 01.01.2012 § 17 Abs. 1, Bst. a. geändert GS 37.655
04.12.2012 01.01.2013 § 5 Abs. 3 geändert wg. GS 37.1145
04.12.2012 01.01.2013 § 6 Abs. 1 geändert wg. GS 37.1145
04.12.2012 01.01.2013 § 6 Abs. 1 geändert wg. GS 37.1145
04.12.2012 01.01.2013 § 6 Abs. 1, Bst. a. geändert wg. GS 37.1145
04.12.2012 01.01.2013 § 6 Abs. 1, Bst. b. geändert wg. GS 37.1145
04.12.2012 01.01.2013 § 7 Abs. 1 geändert wg. GS 37.1145
04.12.2012 01.01.2013 § 8a totalrevidiert wg. GS 37.1145
06.12.2016 01.01.2017 § 17 Abs. 1, Bst. a. aufgehoben GS 2016.072
19.11.2019 01.12.2019 § 7 Abs. 1bis eingefügt GS 2019.065
8 850.14
Änderungstabelle - Nach Paragraf
Element Beschlussdatum Inkraft seit Wirkung Publiziert mit
Erlass 25.09.2001 01.01.2002 Erstfassung GS 34.0278
§ 4 19.08.2003 01.07.2003 totalrevidiert GS 34.1152
§ 5 Abs. 3 04.12.2012 01.01.2013 geändert wg. GS 37.1145
§ 6 05.09.2006 01.01.2007 totalrevidiert GS 35.980
§ 6 Abs. 1 04.12.2012 01.01.2013 geändert wg. GS 37.1145
§ 6 Abs. 1 04.12.2012 01.01.2013 geändert wg. GS 37.1145
§ 6 Abs. 1, Bst. a. 04.12.2012 01.01.2013 geändert wg. GS 37.1145
§ 6 Abs. 1, Bst. b. 04.12.2012 01.01.2013 geändert wg. GS 37.1145
§ 7 Abs. 1 04.12.2012 01.01.2013 geändert wg. GS 37.1145
§ 7 Abs. 1bis 19.11.2019 01.12.2019 eingefügt GS 2019.065
§ 7 Abs. 2 19.08.2003 01.07.2003 aufgehoben GS 34.1152
§ 7 Abs. 3 18.10.2011 01.01.2012 geändert GS 37.655
§ 8 05.09.2006 01.01.2007 totalrevidiert GS 35.980
§ 8a 04.12.2012 01.01.2013 totalrevidiert wg. GS 37.1145
§ 10 Abs. 4 20.11.2007 01.01.2008 geändert GS 36.383
§ 14 Abs. 3 19.08.2003 01.07.2003 geändert GS 34.1152
§ 15 Abs. 1 19.08.2003 01.07.2003 geändert GS 34.1152
§ 17 19.08.2003 01.07.2003 totalrevidiert GS 34.1152
§ 17 Abs. 1, Bst. a. 18.10.2011 01.01.2012 geändert GS 37.655
§ 17 Abs. 1, Bst. a. 06.12.2016 01.01.2017 aufgehoben GS 2016.072
§ 17 Abs. 1, Bst. b. 20.11.2007 01.01.2008 geändert GS 36.383
§ 18 20.11.2007 01.01.2008 aufgehoben GS 36.383
