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title: "Interkantonale Vereinbarung über Beiträge an die Bildungsgänge der höheren Fachschulen"
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provisions: 20
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# Interkantonale Vereinbarung über Beiträge an die Bildungsgänge der höheren Fachschulen

## Art. 1 I. Allgemeine Bestimmungen (1.) {#art_1}

Zweck
1 Die Vereinbarung regelt den freien Zugang zu den gemäss Bundesgesetz über die
Berufsbildung vom 13. Dezember 2002 (Berufsbildungsgesetz, BBG) anerkannten
Bildungsgängen an höheren Fachschulen und die Abgeltung, welche die Wohnsitzkantone der Studierenden den Trägerschaften der Bildungsgänge höherer
Fachschulen leisten.
2 Sie fördert damit den interkantonalen Lastenausgleich, die Koordination der
Angebote sowie die Freizügigkeit für Studierende und dient deren finanzieller Entlastung.

## Art. 2 {#art_2}

Geltungsbereich
1 Die Vereinbarung gilt für die Bildungsgänge an höheren Fachschulen nach
Art. 29 des Berufsbildungsgesetzes2.
2 Nachdiplomstudien fallen nicht in den Regelungsbereich der Vereinbarung.
3 Zwei oder mehrere Kantone können untereinander von dieser Vereinbarung abweichende finanzielle Regelungen treffen.

## Art. 3 II. Beitragsberechtigung (2.) {#art_3}

Beitragsberechtigte Bildungsgänge
1 Voraussetzungen für die Beitragsberechtigung eines Bildungsgangs sind:
a) die Anerkennung des Bildungsgangs durch das zuständige Bundesamt,
1 Beitritt des Kantons St.Gallen mit Regierungsbeschluss vom 18. Dezember 2012 und
Kantonsratsbeschluss vom 6. August 2013; in Vollzug ab 1. Januar 2014.
2 Bundesgesetz über die Berufsbildung vom 13. Dezember 2002 (SR 412.10; abgekürzt BBG).
nGS 2014-009
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b) der Abschluss einer Leistungsvereinbarung zwischen Standortkanton und Bildungsanbieter, aus welcher namentlich die Gewährleistung der Kostentransparenz ersichtlich ist, und

## Art. 4 c) die Meldung des Standortkantons nach {#art_4}

2 Bildungsgänge nach Art. 7 bedürfen zusätzlich eines begründeten Antrags der
zuständigen Fachdirektorenkonferenz.
3 Allfällige Gewinne, die der Bildungsanbieter bei der Durchführung eines
Angebots erzielt, sind entweder zur Reduktion der Studiengebühren oder zur Weiterentwicklung des Bildungsgangs einzusetzen.
Art. 4 Liste der beitragsberechtigten Bildungsgänge
1 Die Standortkantone melden der Geschäftsstelle unter Nachweis der Voraussetzungen nach Art. 3 und mit dem Hinweis auf den Deckungsgrad nach Art. 6 oder
7 diejenigen Bildungsgänge, welche sie der Vereinbarung unterstellen.
2 Die Geschäftsstelle führt eine Liste der beitragsberechtigten Bildungsgänge. Diese
wird jeweils auf Beginn eines neuen Studienjahres angepasst.

## Art. 5 III. Beiträge (3.) {#art_5}

Zahlungspflichtiger Kanton
1 Zahlungspflichtig für Beitragsleistungen nach Art. 3, 6 und 7 der Vereinbarung
ist der Wohnsitzkanton zum Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns.
2 Als Wohnsitzkanton von Studierenden gilt der letzte Kanton, in dem mündige
Studierende vor Ausbildungsbeginn mindestens zwei Jahre ununterbrochen
gewohnt haben und, ohne gleichzeitig in Bildung zu sein, finanziell unabhängig
gewesen sind; als Erwerbstätigkeit gelten auch die Führung eines Familienhaushalts und das Leisten von Militär- und Zivildienst.
3 Bei Studierenden, welche die Voraussetzungen von Abs. 2 nicht erfüllen, gilt als
Wohnsitzkanton:
a) der Heimatkanton für Schweizerinnen und Schweizer, deren Eltern im Ausland wohnen oder die elternlos im Ausland wohnen; bei mehreren Heimatkantonen gilt das zuletzt erworbene Bürgerrecht,
b) der zugewiesene Kanton für mündige Flüchtlinge und Staatenlose, die elternlos sind oder deren Eltern im Ausland wohnen,
c) der Kanton des zivilrechtlichen Wohnsitzes für mündige Ausländerinnen und
Ausländer, die elternlos sind oder deren Eltern im Ausland wohnen, und
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d) in allen übrigen Fällen der Kanton, in dem sich bei Ausbildungsbeginn der zivilrechtliche Wohnsitz der Eltern beziehungsweise der Sitz der zuletzt zuständigen Vormundschaftsbehörde befindet.

## Art. 6 {#art_6}

Höhe der Beiträge
1 Die Beiträge werden je Bildungsgang differenziert nach Vollzeit- und Teilzeitausbildung in Form von Semesterpauschalen je Studierende beziehungsweise Studierenden festgelegt.
2 Für die Festlegung der Höhe der Pauschalbeiträge nach Abs. 1 gelten folgende
Grundsätze:
a) Ermittlung der durchschnittlichen gewichteten Ausbildungskosten (Bruttobildungskosten) je Bildungsgang und Studierende beziehungsweise Studierenden nach Massgabe der Ausbildungsdauer (Anzahl Semester), der Anzahl anrechenbarer Lektionen und der durchschnittlichen Klassengrösse, wobei die
Konferenz der Vereinbarungskantone die maximale Anzahl anrechenbarer
Lektionen und die minimale Referenzklassengrösse festlegt;
b) die Beiträge decken 50 Prozent der nach Bst. a ermittelten durchschnittlichen
Kosten.

## Art. 7 {#art_7}

Höhe der Beiträge bei erhöhtem öffentlichen Interesse
1 In den Fachbereichen Gesundheit, Soziales sowie Land-und Waldwirtschaft kann
die zuständige Fachdirektorenkonferenz bei der Konferenz der Vereinbarungskantone für einzelne Bildungsgänge Beiträge in der Höhe von maximal 90 Prozent
der ermittelten durchschnittlichen Standardkosten je Studierenden und Semester
beantragen. Sie hat hierfür ein erhöhtes öffentliches Interesse am entsprechenden
Bildungsgang nachzuweisen, namentlich im Zusammenhang mit einem gesetzlichen Versorgungsauftrag.
2 Das erhöhte öffentliche Interesse für Beiträge im Sinn von Abs. 1 ist von der zuständigen Fachdirektorenkonferenz zuhanden der Konferenz der Vereinbarungskantone periodisch, mindestens aber alle fünf Jahre, zu überprüfen. Fehlt das erhöhte öffentliche Interesse für einen Bildungsgang, gelten für diesen die Beiträge
nach Art. 6.

## Art. 8 {#art_8}

Auszahlung der Beiträge
1 Die Beiträge werden semesterweise je Bildungsgang und Studierende beziehungsweise Studierenden an den Bildungsanbieter ausbezahlt.
2 Der Standortkanton beziehungsweise der Trägerkanton und allfällige mitfinanzierende Mitträgerkantone müssen für ihre Studierenden mindestens dieselben
Leistungen erbringen, wie sie die vorliegende Vereinbarung vorsieht.
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## Art. 9 {#art_9}

Studiengebühren
1 Die Anbieter können angemessene Studiengebühren erheben.
2 Die Konferenz der Vereinbarungskantone kann für Studiengebühren je Bildungsgang anrechenbare Mindest- und Höchstbeträge festlegen. Übersteigen die
Studiengebühren die festgelegte Höchstgrenze, werden die Beiträge für den
betreffenden Bildungsgang entsprechend gekürzt.

## Art. 10 IV. Studierende (4.) {#art_10}

Behandlung von Studierenden aus Vereinbarungskantonen
1 Die Kantone und die auf ihrem Gebiet befindlichen Schulen gewähren den Studierenden, deren Bildungsgang dieser Vereinbarung untersteht, mit Bezug auf den
Ausbildungszugang die gleiche Rechtsstellung wie den eigenen Studierenden.

## Art. 11 {#art_11}

Behandlung von Studierenden aus Nichtvereinbarungskantonen
1 Studierende sowie Studienanwärterinnen und -anwärter aus Kantonen, welche
dieser Vereinbarung nicht beigetreten sind, haben keinen Anspruch auf Gleichbehandlung. Sie können zu einem Bildungsgang zugelassen werden, wenn die Studierenden aus den Vereinbarungskantonen Aufnahme gefunden haben.
2 Studierenden aus Kantonen, welche dieser Vereinbarung nicht beigetreten sind,
werden zusätzlich zu den Studiengebühren Ausbildungsgebühren überbunden, die
mindestens der Abgeltung nach Art. 6 oder 7 entsprechen.

## Art. 12 V. Vollzug (5.) {#art_12}

Die Konferenz der Vereinbarungskantone
1 Die Konferenz der Vereinbarungskantone setzt sich aus den Bildungsdirektorinnen und Bildungsdirektoren der Kantone zusammen, die der Vereinbarung beigetreten sind.
2 Sie entscheidet abschliessend über alle Fragen im Zusammenhang mit der Vereinbarung, insbesondere
a) legt sie die Höhe der Beiträge im Sinn von Art. 6 und 7 fest,
b) legt sie die maximale Anzahl anrechenbarer Lektionen und die minimale Referenzklassengrösse nach Art. 6 Abs. 2 Bst. a fest,
c) legt sie die Mindest- und Höchstbeiträge für Studiengebühren je Bildungsgang nach Art. 9 fest, und
d) genehmigt sie die Berichterstattung der Geschäftsstelle.
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3 Die Beschlüsse nach Abs. 2 Bst. a bis c bedürfen der Mehrheit von zwei Dritteln
der Konferenzmitglieder.

## Art. 13 {#art_13}

Geschäftsstelle
1 Die Geschäftsstelle wird vom Generalsekretariat der Schweizerischen Konferenz
der kantonalen Erziehungsdirektoren geführt.
2 Der Geschäftsstelle obliegen insbesondere die folgenden Aufgaben:
a) die Liste der beitragsberechtigten Bildungsgänge zu führen,
b) für die Erhebung der Kosten für die Bildungsgänge der Höheren Fachschulen
nach Art. 6 zu sorgen,
c) die Geschäfte, für deren Entscheid die Konferenz der Vereinbarungskantone
zuständig ist, vorzubereiten,
d) Vorschläge für die Anpassung der Beiträge auszuarbeiten und zu überprüfen,
e) Koordinationsaufgaben wahrzunehmen,
f) Verfahrensfragen zu regeln, darunter namentlich Regelungen betreffend die
Rechnungslegung, die Beitragszahlung, die Termine und Stichdaten festzulegen, und
g) der Konferenz der Vereinbarungskantone jährlich Bericht zu erstatten.
3 Die Kosten für den Vollzug dieser Vereinbarung werden durch die Vereinbarungskantone nach Massgabe der Bevölkerungszahl getragen. Sie werden ihnen
jährlich in Rechnung gestellt.

## Art. 14 {#art_14}

Streitbeilegung
1 Auf Streitigkeiten, die sich aus der vorliegenden Vereinbarung ergeben, wird das
Streitbeilegungsverfahren gemäss der Rahmenvereinbarung für die interkantonale
Zusammenarbeit mit Lastenausgleich (Rahmenvereinbarung, IRV) vom 24. Juni
2005 angewendet.
2 Kann die Streitigkeit nicht beigelegt werden, entscheidet auf Klage hin das
Bundesgericht nach Art. 120 Abs. 1 Bst. b des Bundesgerichtsgesetzes3.

## Art. 15 VI. Schlussbestimmungen (6.) {#art_15}

Beitritt
1 Der Beitritt zu dieser Vereinbarung wird dem Vorstand der Schweizerischen
Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren gegenüber erklärt.
3 Bundesgesetz über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (SR 173.110; abgekürzt BGG).
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## Art. 16 {#art_16}

Inkrafttreten
1 Der Vorstand der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren setzt die Vereinbarung in Kraft, wenn ihr zehn Kantone beigetreten sind, frühestens aber auf den Beginn des Studienjahres 2013 / 2014.
2 Falls ein Kanton Träger oder Mitträger einer Schule oder Institution ist, welche
den betreffenden Bildungsgang anbietet, kann er während einer Übergangsfrist
von fünf Jahren ab Inkrafttreten der Vereinbarung seine Beitragsleistung für einen
ausserkantonalen Schulbesuch von einer Bewilligung abhängig machen.
3 Das Inkrafttreten ist dem Bund zur Kenntnis zu bringen.

## Art. 17 {#art_17}

Kündigung
1 Die Vereinbarung kann unter Einhaltung einer Frist von zwei Jahren jeweils auf
den 30. September durch schriftliche Erklärung an die Geschäftsstelle gekündigt
werden, erstmals jedoch nach fünf Beitrittsjahren.

## Art. 18 {#art_18}

Weiterdauer der Verpflichtungen
1 Kündigt ein Kanton die Vereinbarung, bleiben seine Verpflichtungen aus dieser
Vereinbarung für die zum Zeitpunkt des Austritts in Ausbildung befindlichen Studierenden bestehen.

## Art. 19 {#art_19}

Interkantonale Fachschulvereinbarung vom 27. August 1998
1 Mit dem Beitritt eines Kantons zur HFSV werden die Höheren Fachschulen dieses Kantons automatisch aus dem Anhang der FSV 1998 gestrichen.
2 Die Leistungsabgeltungen derjenigen Kantone, die der HFSV nicht oder noch
nicht beigetreten sind, erfolgen gestützt auf die FSV.

## Art. 20 {#art_20}

Fürstentum Liechtenstein
1 Dieser Vereinbarung kann das Fürstentum Liechtenstein auf der Grundlage seiner eigenen Gesetzgebung beitreten. Ihm stehen alle Rechte und Pflichten eines
Vereinbarungskantons zu.
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* Änderungstabelle - Nach Bestimmung
Bestimmung Änderungstyp nGS-Fundstelle Erlassdatum Vollzugsbeginn
Erlass Grunderlass 2014-009 22.03.2012 01.01.2014
* Änderungstabelle - Nach Erlassdatum
Erlassdatum Vollzugsbeginn Bestimmung Änderungstyp nGS-Fundstelle
22.03.2012 01.01.2014 Erlass Grunderlass 2014-009
