---
title: "Standeskommissionsbeschluss über die Verhütung und Vergütung von Wildschaden"
id: b21e7c8c-9b6b-4502-a72c-d3ba2e790c96
authority: ai
place: "Appenzell Innerrhoden"
applies_also_from: [ch]
kind: other
in_force: true
number: "922.301"
publisher_url: https://ai.clex.ch/data/922.301/de
solon_url: https://solon.orangecat.ch/law/b21e7c8c-9b6b-4502-a72c-d3ba2e790c96
language: de
in_force_from: 2026-10-23
date_basis: retrieved
status: consolidated
source_url: https://www.lexfind.ch/tol/1313/de
read_on: 2026-10-23
sha256: 7928985daf607a46c98c034b9ae730da41cd06d78df71c31af3e4a8281f6cdcf
provisions: 8
---

# Standeskommissionsbeschluss über die Verhütung und Vergütung von Wildschaden

## Art. 1 I. Wildschadenverhütung {#art_1}

Grundsatz
1 Zur Verhütung von Wildschäden sind von den Grundeigentümern1) die zumutbaren Abwehrmassnahmen zu treffen.
2 … *
Art. 2 * Beiträge
1 Wildschadenverhütungsbeiträge werden insbesondere an Massnahmen
der Waldwirtschaft geleistet.
2 Beitragswürdig sind:
a) Vorkehren zum Schutze der natürlichen und künstlichen Verjüngung
im Waldbau;
b) Massnahmen zum Schutze der landwirtschaftlichen Kulturen;
c) Massnahmen zur Förderung der standortgerechten Pflanzenvielfalt;
d) lebensraumverbessernde Massnahmen, sofern diese zur Reduzierung von Wildschäden beitragen;
1) Die Verwendung der männlichen Bezeichnungen gilt sinngemäss für beide Geschlechter.
* vgl. Änderungstabelle am Schluss des Erlasses
922.301 Kanton Appenzell Innerrhoden
e) Konzepte zur Verhütung von Wildschäden gemäss Art. 31 der Verordnung über den Wald vom 30. November 1992 (Waldverordnung,
WaV).
3 Vorkehren zum Schutze oder zur Förderung von künstlichen Monokulturen
werden nicht unterstützt.
4 Gesuche um Beiträge sind bei der kantonalen Jagdverwaltung einzureichen.
Art. 2a * Massnahmen der Wildschadenkommission
1 Die Wildschadenkommission kann Massnahmen zur Reduzierung, Verhütung und Behebung von Wildschäden, zur Festlegung einer angemessenen
Schadenvergütung und zur Verbesserung der Lebensräume ergreifen und
Konzepte nach Art. 2 Abs. 2 lit. e dieses Reglements bei der zuständigen
Stelle beantragen und Beiträge daran leisten.
II. Wildschadenvergütung
Art. 3 * Grundsatz
1 Der Kanton vergütet insbesondere den durch jagdbares Wild verursachten
Schaden an Wald und Nutztieren angemessen. Ausgenommen sind Schäden durch Tiere, gegen welche gemäss Art. 33 der JaV Selbsthilfemassnahmen ergriffen werden dürfen.
2 Der durch geschützte Wildarten verursachte Schaden wird durch den Bund
und den Kanton gemäss Art. 10 des Bundesgesetzes über die Jagd und den
Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel vom 20. Juni 1986 (JSG) vergütet.

## Art. 4 {#art_4}

Beiträge
1 Beiträge werden insbesondere an Verbiss-, Fege-, Schäl-, Klein- und Federviehschäden sowie an die Instandstellung von Schwarzwildschäden und
an durch Schwarzwild verursachte Ertragsausfälle auf Wiesland ausgerichtet. *
2 Im Falle von Waldschäden wird in der Schadensbemessung die Funktion
des Waldes berücksichtigt. *

## Art. 5 Kanton Appenzell Innerrhoden 922.301 {#art_5}

Ausnahmen
1 Keine Schadensbeiträge werden geleistet:
a) * wenn der Schaden an Nutztieren Fr. 100.-- nicht übersteigt;
b) wenn der land- oder forstwirtschaftliche Schaden unter Fr. 200.--
liegt;
c) wenn der Schaden zu spät gemeldet wurde;
d) bei Äsungsschäden auf Wiesen und Weiden;
e) wenn das Gesuch irreführende und falsche Angaben enthält;
f) * wenn die jährlichen Instandstellungen der Schwarzwildschäden unter
Fr. 100 .-- liegen;
g) * wenn die jährlichen Ertragsausfälle (nur Wiesland) bei Schwarzwildschäden unter Fr. 100 .-- liegen;
h) * wenn der Schaden an künstlichen Monokulturen auftritt.
III. Verfahren
Art. 6 * Wildschadenkommission
1 Die Wildschadenkommission steht unter dem Vorsitz des Jagdverwalters.
Ihr gehören je ein Vertreter der Waldeigentümer, des Forstdienstes, der
Landwirtschaft und der Jägerschaft sowie der Wildhüter an.

## Art. 7 {#art_7}

Eingabe
1 Schadenverhütungsmassnahmen können jederzeit beantragt werden.
2 Schäden an Nutztieren hat der Geschädigte sofort, solche der Land- und
Forstwirtschaft spätestens zehn Tage nachdem er vom Schaden Kenntnis
erhalten hat, der Jagdverwaltung schriftlich zu melden. *
3 Wer Beiträge beansprucht, hat der Kommission alle Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die zur Abklärung des Schadens von Bedeutung sind.

## Art. 8 {#art_8}

Schadenaufnahme
1 Der Schaden wird von zwei Vertretern der Wildschadenkommission aufgenommen. Bei grösseren Schäden können diese einen Sachverständigen
beiziehen oder die Schätzung durch die Wildschadenkommission veranlassen.
922.301 Kanton Appenzell Innerrhoden
2 Der Geschädigte hat seine Entschädigungsforderung kurz zu begründen
und am Schätzungstermin persönlich teilzunehmen. Er kann sich durch eine
bevollmächtigte und handlungsfähige Person vertreten lassen.

## Art. 9 {#art_9}

Entscheid
1 Über Wildschadenverhütungs- und Vergütungsmassnahmen bis Fr. 500.--
entscheiden zwei Vertreter der Wildschadenkommission selbständig.
2 In allen übrigen Fällen entscheidet die Wildschadenkommission.
Art. 10 * …
Art. 11 * Verfahrenskosten
1 Muss eine Schadenforderung als offensichtlich unbegründet abgewiesen
werden, können die angefallenen Kosten dem Gesuchsteller überbunden
werden.
2 Im übrigen gehen die Schätzungskosten zu Lasten des Kantons.

## Art. 12 IV. Finanzielles {#art_12}

Wildschadenkasse
1 Beiträge gestützt auf diesen Erlass, ausgenommen Art. 3 Abs. 2 dieses
Beschlusses werden aus der Wildschadenkasse beglichen. *
2 Der anerkannte Schaden wird zu 80% vergütet.
3 Die Wildschadenkasse wird je hälftig durch den Kanton und die Jägerschaft geäufnet.
V. Schlussbestimmungen *
Art. 12a * Übergangsbestimmungen
1 Beitragsforderungen für Wildschäden, welche vor dem 18. Oktober 2011
gemeldet wurden, werden nach bisherigem Recht erledigt.
Kanton Appenzell Innerrhoden 922.301
2 Schäden an künstlichen Monokulturen, deren Pflanzung vor dem 18. Oktober 2011 erfolgte, werden nach bisherigem Recht vergütet.

## Art. 13 {#art_13}

Inkrafttreten
1 Dieser Beschluss tritt nach Annahme durch die Standeskommission in
Kraft.
922.301 Kanton Appenzell Innerrhoden
Änderungstabelle – Nach Beschluss
Beschluss Inkrafttreten Element Änderung cGS Publikation
19.06.1990 19.06.1990 Erlass Erstfassung -
04.03.1997 04.03.1997 Art. 6 geändert -
15.05.2001 01.04.2001 Art. 3 geändert -
17.02.2004 17.02.2004 Art. 4 Abs. 1 geändert -
17.02.2004 17.02.2004 Art. 5 Abs. 1, f) eingefügt -
17.02.2004 17.02.2004 Art. 5 Abs. 1, g) eingefügt -
16.08.2004 16.08.2004 Erlasstitel geändert -
16.08.2004 16.08.2004 Ingress geändert -
16.08.2004 16.08.2004 Art. 3 geändert -
16.08.2004 16.08.2004 Art. 5 Abs. 1, a) geändert -
16.08.2004 16.08.2004 Art. 7 Abs. 2 geändert -
16.08.2004 16.08.2004 Art. 10 aufgehoben -
16.08.2004 16.08.2004 Art. 11 geändert -
16.08.2004 16.08.2004 Art. 12 Abs. 1 geändert -
18.10.2011 18.10.2011 Art. 1 Abs. 2 aufgehoben -
18.10.2011 18.10.2011 Art. 2 geändert -
18.10.2011 18.10.2011 Art. 2a eingefügt -
18.10.2011 18.10.2011 Art. 4 Abs. 2 eingefügt -
18.10.2011 18.10.2011 Art. 5 Abs. 1, h) eingefügt -
18.10.2011 18.10.2011 Titel V. geändert -
18.10.2011 18.10.2011 Art. 12a eingefügt -
Kanton Appenzell Innerrhoden 922.301
Änderungstabelle – Nach Artikel
Element Beschluss Inkrafttreten Änderung cGS Publikation
Erlass 19.06.1990 19.06.1990 Erstfassung -
Erlasstitel 16.08.2004 16.08.2004 geändert -
Ingress 16.08.2004 16.08.2004 geändert -
Art. 1 Abs. 2 18.10.2011 18.10.2011 aufgehoben -
Art. 2 18.10.2011 18.10.2011 geändert -
Art. 2a 18.10.2011 18.10.2011 eingefügt -
Art. 3 15.05.2001 01.04.2001 geändert -
Art. 3 16.08.2004 16.08.2004 geändert -
Art. 4 Abs. 1 17.02.2004 17.02.2004 geändert -
Art. 4 Abs. 2 18.10.2011 18.10.2011 eingefügt -
Art. 5 Abs. 1, a) 16.08.2004 16.08.2004 geändert -
Art. 5 Abs. 1, f) 17.02.2004 17.02.2004 eingefügt -
Art. 5 Abs. 1, g) 17.02.2004 17.02.2004 eingefügt -
Art. 5 Abs. 1, h) 18.10.2011 18.10.2011 eingefügt -
Art. 6 04.03.1997 04.03.1997 geändert -
Art. 7 Abs. 2 16.08.2004 16.08.2004 geändert -
Art. 10 16.08.2004 16.08.2004 aufgehoben -
Art. 11 16.08.2004 16.08.2004 geändert -
Art. 12 Abs. 1 16.08.2004 16.08.2004 geändert -
Titel V. 18.10.2011 18.10.2011 geändert -
Art. 12a 18.10.2011 18.10.2011 eingefügt -
