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title: "Interkantonale Vereinbarung zwischen den Kantonen Thurgau und St.Gallen über die Fischerei in den Grenzgewässern"
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provisions: 13
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# Interkantonale Vereinbarung zwischen den Kantonen Thurgau und St.Gallen über die Fischerei in den Grenzgewässern

## Art. 1 I. Allgemeine Bestimmungen (1.) {#art_1}

Geltungsbereich
1 Diese Vereinbarung regelt Fischereiausübung, Fischereiaufsicht und Bewirtschaftung in den Grenzgewässern.

## Art. 2 {#art_2}

Fischereiausübung
1 Die Fischereiausübung richtet sich nach den Vorschriften des Kantons, dem die

## Art. 3 Fischereihoheit im betreffenden Gewässerabschnitt zusteht.3 {#art_3}

Fischereiaufsicht
1 Die Fischereiaufsicht am Bodenseeufer wird von jedem Kanton auf dessen Gebiet
ausgeübt.
2 Die Fischereiaufsicht in den übrigen Gewässern wird von dem Kanton ausgeübt,
dem die Fischereihoheit im betreffenden Gewässerabschnitt zusteht.
1 SR 923.
2 nGS 19–47. Vorn Bundesrat genehmigt am 21. Mai 1984; in Vollzug ab 22. Mai 1984
3 Für den Kanton St.Gallen vgl. G über das Fischereiregal, sGS 854.1; FV, sGS 854.11; V über
die Fischerei im Bodensee-Obersee, sGS 854.312.
nGS 19–47
854.311

## Art. 4 {#art_4}

Bewirtschaftung
1 Die Fischereiverwaltungen verständigen sich über die Bewirtschaftung in den
Grenzgewässern.

## Art. 5 {#art_5}

Grenzmarkierungen
1 Die zuständigen Departemente4 nehmen Grenzmarkierungen gemeinsam vor.

## Art. 6 II. Besondere Bestimmungen (2.) {#art_6}

Bodensee-Obersee
1 Die Inhaber des thurgauischen Uferpatentes und die Inhaber des st.gallischen
Uferpatentes5 sind berechtigt, den Fischfang am gesamten schweizerischen Ufer
des Bodensee-Obersees6 auszuüben.*
2 Die Inhaber des thurgauischen Sportpatentes und die Inhaber des st.gallischen
Bootpatentes7 sind berechtigt, den Fischfang auf der gesamten schweizerischen
Halde und auf dem Hohen See des Bodensee-Obersees8 auszuüben.*
3 Personen mit Wohnsitz in den Vereinbarungskantonen haben das Patent im
Wohnsitzkanton zu lösen.

## Art. 7 {#art_7}

Sitter und Thur
1 Die Fischereihoheit steht zu:
a) dem Kanton Thurgau am st.gallischen Ufer der Sitter bei Oberegg;
b) dem Kanton St.Gallen am rechten thurgauischen Ufer der Sitter zwischen Kilometer 8,0 und der Kantonsgrenze bei Oberbuech (Kilometer 8,4).
2 Die Fischereiberechtigten beider Kantone sind berechtigt, den Fischfang im Rahmen der nach Art. 2 dieser Vereinbarung anwendbaren Vorschriften auch vom gegenüberliegenden Ufer der Grenzstrecken aus auszuüben.
3 Es gelten folgende Schonbestimmungen:*
Fischarten Schonzeiten Fangmindestmasse
Fluss- und Bachforellen 1. Oktober bis 15. März 25 cm
Äschen 1. Januar bis 30. April 30 cm
4 Im Kanton St.Gallen das Finanzdepartement; Art. 24 lit. m GeschR, sGS 141.3.
5 Vgl. Art. 15 der V über die Fischerei im Bodensee-Obersee, sGS 854.312.
6 Vgl. Art. 1 der eidgV über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 4. Dezember 1978,
SR 923.31.
7 Vgl. Art. 16 der V über die Fischerei im Bodensee-Obersee, sGS 854.312.
8 Vgl. Art. 1 der eidgV über die Fischerei im Bodensee-Obersee vom 4. Dezember 1978,
SR 923.31.
854.311

## Art. 8 {#art_8}

Murg
1 In der Murg und ihren Zuflüssen südlich von Fischingen steht die Fischereihoheit oberhalb der Brücke in der Gadenwies dem Kanton St.Gallen, unterhalb der
Brücke dem Kanton Thurgau zu.

## Art. 9 {#art_9}

Goldach
1 In der Goldach zwischen der Staatsstrasse Nr. 1, Teilstück St.Gallen-Goldach,
und der Einmündung in den Bodensee sind zwischen dem 1. September und dem
Beginn der Forellenschonzeit zusätzlich alle Forellen mit einer Länge von mehr als
40 cm geschützt.

## Art. 10 {#art_10}

Übrige Grenzgewässer
1 In den übrigen Grenzgewässern wird die Fischereihoheit durch Absprache zwischen den zuständigen Departementen9 festgelegt.

## Art. 11 III. Schlussbestimmungen (3.) {#art_11}

Kündigung
1 Diese Vereinbarung kann unter Einhaltung einer einjährigen Frist auf Ende jedes
Kalenderjahres gekündigt werden.

## Art. 12 {#art_12}

Aufhebung bisherigen Rechts
1 Die Übereinkunft der Kantone Thurgau und St.Gallen über die Fischerei in den
Grenzgewässern vom 8./14./28. Dezember 195310 wird aufgehoben.

## Art. 13 {#art_13}

Vollzugsbeginn
1 Diese Vereinbarung wird nach Unterzeichnung durch beide Kantone und nach
Genehmigung des Bundesrates11 angewendet.
9 Im Kanton St.Gallen das Finanzdepartement; Art. 24 lit. m GeschR, sGS 141.3.
10 bGS 4, 376 (sGS 854.311).
11 Art. 4 des BG über die Fischerei vom 21. Juni 1991, SR 923.0.
854.311
* Änderungstabelle - Nach Bestimmung
Bestimmung Änderungstyp nGS-Fundstelle Erlassdatum Vollzugsbeginn
Erlass Grunderlass 19–47 02.05.1984 22.05.1984
Art. 6, Abs. 1 geändert 30–103 29.08.1995 keine Angabe
Art. 6, Abs. 2 geändert 30–103 29.08.1995 keine Angabe
Art. 7, Abs. 3 geändert 30–103 29.08.1995 keine Angabe
Art. 9 geändert 30–103 29.08.1995 keine Angabe
* Änderungstabelle - Nach Erlassdatum
Erlassdatum Vollzugsbeginn Bestimmung Änderungstyp nGS-Fundstelle
02.05.1984 22.05.1984 Erlass Grunderlass 19–47
29.08.1995 keine Angabe Art. 6, Abs. 1 geändert 30–103
29.08.1995 keine Angabe Art. 6, Abs. 2 geändert 30–103
29.08.1995 keine Angabe Art. 7, Abs. 3 geändert 30–103
29.08.1995 keine Angabe Art. 9 geändert 30–103
