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title: "Staatsvertrag zwischen den Kantonen Zürich und Schaffhausen betreffend Festsetzung der Kantonsgrenze vom Urwerf (rechtsseitig) beziehungsweise der Ziegler’schen Tonwarenfabrik (linksseitig) bis Langwiesen"
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provisions: 6
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# Staatsvertrag zwischen den Kantonen Zürich und Schaffhausen betreffend Festsetzung der Kantonsgrenze vom Urwerf (rechtsseitig) beziehungsweise der Ziegler’schen Tonwarenfabrik (linksseitig) bis Langwiesen

## Art. 1 {#art_1}

1 Die untere Begrenzung derjenigen Rheinstrecke, über welche laut bundesgerichtlichem Urteil die Hoheit ganz dem Kanton Schaffhausen zusteht, bildet eine Senkrechte auf die Mittellinie des Rheines, ausgehend
vom rechten Rheinufer beim Urwerf, d.h. beim Eintritt des Klusbaches in
den Rhein, also beim Grenzpunkt des Klettgau und Höhgau und endigend
am linken Ufer bei der Ziegler’schen Tonwarenfabrik.
2 Diese Linie, im beiliegenden Plane mit A, B und C bezeichnet, deren
beide Endpunkte A und C bereits durch Steine versichert sind, bildet von
der Mittellinie B bis zum Markstein C, am linken Ufer, die neue Kantonsgrenze.

## Art. 2 {#art_2}

Von dem vorerwähnten Markstein C aus verläuft die neue Kantonsgrenze
rheinaufwärts nach der im Plan eingezeichneten Linie C D E F G. Von G
aus bis Langwiesen Punkt H (in der Verlängerung der schaffhauserischenbadischen Grenze bei Büsingen gelegen) bildet die vom Regierungsrat des
Rechtsbuch 1964, Nr. 2.
111.010 Kantonsgrenze Zürich/Schaffhausen
2 Schaffhauser Rechtsbuch 1997
Kantons Zürich mit Beschlüssen vom 14. November 1889, 2. Juli 1891
und 21. Mai 1897 und vom Regierungsrat des Kantons Schaffhausen mit
Beschlüssen vom 24. Dezember 1889, 7. Juli 1892 und 9. Dezember 1896
genehmigte linksseitige Rheinuferlinie, welche bis anhin nur den Charakter einer Baulinie hatte, die Kantonsgrenze.

## Art. 3 {#art_3}

Diejenigen Abschnitte des zur Zeit des Vertragsabschlusses noch zum
Flussgebiet zu rechnenden Geländes, welche durch diesen Vertrag an den
Kanton Zürich fallen, verlieren mit dem Vertragsabschluss den Charakter
des Flussgebietes. Der Besitz dieser jetzt noch vom Wasser bedeckten
Flächen bedeutet daher für den Kanton Zürich weder ein Hoheitsrecht über den Rhein, noch ein Wasserrecht am Rhein, noch ein Einspruchsrecht
bezüglich der Verwendung der Wasserkräfte des Rheins. Diese Abschnitte
des Flussgebietes sollen auch äusserlich den Charakter von Flussgebiet
dadurch verlieren, dass sie vom Kanton Zürich mit Zeit und Gelegenheit
aufzufüllen und in Landgebiet umzuwandeln sind.

## Art. 4 {#art_4}

Diese neue Grenze soll durch Delegierte beider Vertragskontrahenten auf
gemeinsame Kosten vermarkt, beziehungsweise durch Hintermarken versichert werden.

## Art. 5 {#art_5}

Der gewöhnliche Unterhalt und Schutz des linken Rheinufers liegt auf der
Stecke von C bis G dem Kanton Schaffhausen und auf der Strecke von G
bis H dem Kanton Zürich, d. h. in jedem Kanton den nach seinen Gesetzen hiezu Verpflichteten ob.

## Art. 6 {#art_6}

1 Derjenige Gebietsteil, welcher landeinwärts der Linie G H liegt und bisher der Hoheit des Kantons Schaffhausen unterstellt war, geht in das Hoheitsrecht des Kantons Zürich über.
2 Bau und Unterhalt der Rheinbrücke und deren linksseitigen Widerlagers
bei Feuerthalen fallen nach wie vor ganz zu Lasten des Kantons Schaffhausen.
3 Sofern der Kanton Schaffhausen das linksseitige Widerlager um- oder
neu bauen will, ist der Kanton Zürich jederzeit verpflichtet:
1. dem Kanton Schaffhausen den hiefür notwendigen öffentlichen Grund
und Boden unentgeltlich zur Verfügung zu stellen;
Kantonsgrenze Zürich/Schaffhausen 111.010
Schaffhauser Rechtsbuch 1997 3
2. dem Kanton Schaffhausen, soweit der Erwerb von Privatrechten notwendig wird, das Expropriationsrecht zu erteilen;
3. eine entsprechende Zufahrtsstrasse anzulegen. Der Unterhalt der Zufahrtsstrasse zur Brücke wird vom Kanton Zürich nach Massgabe seiner bezüglichen Gesetzgebung übernommen.
Fussnoten:
1) Kanton Zürich: RRB vom 14. Februar 1901, vom Kantonsrat genehmigt am
18. März 1901; Kanton Schaffhausen: RRB vom 20. Februar 1901, vom
Grossen Rat genehmigt am 21. Oktober 1901.
