Altersstrategie Steinhausen Grundlagenbericht vom 14. September 2026 CMI-Nr. 2026-385 Altersstrategie Steinhausen 2026-2036 Grundlagenbericht Vorwort Mit der vorliegenden Altersstrategie verfügt Steinhausen über eine klare, gemeinsame Grundlage für den Umgang mit den Herausforderungen und Chancen einer älter werdenden Bevölkerung. Sie ist das Ergebnis eines sorgfältigen Prozesses, in den Fachstellen, Institutionen und nicht zuletzt die Bevölkerung selbst eingebunden waren. Das Älterwerden betrifft uns alle, sei es heute oder in Zukunft. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen: für ein selbstbestimmtes Leben im Alter, für soziale Teilhabe und für eine verlässliche Unterstützung, wenn sie benötigt wird. Die Altersstrategie zeigt auf, wie Steinhausen diesen Weg konkret gestalten will. Dabei steht nicht nur die Versorgung im Fokus, sondern vor allem auch die Lebensqualität. Es geht darum, Strukturen zu stärken, die ein möglichst langes Wohnen im gewohnten Umfeld ermöglichen, Begegnungen fördern und Isolation vorbeugen. Gleichzeitig werden die bestehenden Angebote weiterentwickelt und besser aufeinander abgestimmt. Die Umsetzung dieser Strategie ist eine gemeinsame Aufgabe. Sie verlangt Engagement, Koordination und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, von Seiten der Gemeinde ebenso wie von Institutionen, Organisationen und der Bevölkerung. Die Altersstrategie bildet dafür den Orientierungsrahmen. Ein besonderer Dank gilt allen, die an der Erarbeitung mitgewirkt haben. Ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihr Einsatz haben wesentlich dazu beigetragen, diese Strategie breit abzustützen und praxisnah zu gestalten. Mit diesem Vorwort laden wir Sie ein, sich mit den Inhalten der Altersstrategie auseinanderzusetzen und den eingeschlagenen Weg mitzutragen. Denn eine lebenswerte Gemeinde für ältere Menschen ist letztlich eine lebenswerte Gemeinde für alle. Esther Rüttimann Sozialvorsteherin Inhalt Altersstrategie Steinhausen ........................................................................................ 1 Einleitung .................................................................................................................... 4 1. Vorgehen und Methoden ................................................................................. 5 2. Altern: ein individueller Prozess ....................................................................... 6 3. Grundlagen ...................................................................................................... 7 3.1 Die Gemeinde Steinhausen ......................................................................... 7 3.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen ............................................................... 8 4. Entwicklungen .................................................................................................. 9 4.1 Bevölkerungszahlen und -entwicklung ......................................................... 9 4.2 Kostenentwicklung im stationären und ambulanten Bereich ...................... 12 4.3 Demenz ...................................................................................................... 14 4.4. Trends ........................................................................................................ 15 5. Angebote ....................................................................................................... 16 5.1 Angebote von Kanton und Gemeinde ........................................................ 16 5.2 Angebotsplanung und -steuerung .............................................................. 18 6. Bedürfnisse .................................................................................................... 19 6.1 Resultate der kantonalen Bevölkerungsbefragung «55plus» ..................... 19 6.2 Resultate des Mitwirkungsanlasses in Steinhausen ................................... 22 7. Vision und Werte............................................................................................ 24 8. Handlungsfelder und Massnahmen ............................................................... 25 9. Evaluation und Weiterbearbeitung ................................................................. 39 10. Anhang .......................................................................................................... 40 10.1 Literaturverzeichnis .................................................................................... 40 10.2 Weiterführende Informationen .................................................................... 41 10.3 Glossar ....................................................................................................... 42 10.4 Projektorganisation..................................................................................... 43 10.5 Gesetzliche Grundlagen ............................................................................. 43 10.6 Fachstellen und Angebote Gemeinde Steinhausen ................................... 45 10.7 Umsetzungsplanung................................................................................... 50 10.8 Operative Hinweise und Umsetzungsprinzipien zu den Massnahmen ....... 57 Einleitung Die Alterspolitik gewinnt in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. Gründe dafür sind die steigende Lebenserwartung, der demografische Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen für Gesellschaft, Politik und Gemeinden. Auch Steinhausen sieht sich mit der Frage konfrontiert, wie die Lebensqualität älterer Menschen langfristig gesichert und gefördert werden kann. Deshalb hat sich der Gemeinderat von Steinhausen zum Ziel gesetzt, eine neue Altersstrategie für die kommenden zehn Jahre zu erarbeiten. Die bisherige Strategie stammt aus dem Jahr 2013 und wird mit der vorliegenden Aktualisierung umfassend weiterentwickelt. Die Altersstrategie schafft den strategischen Rahmen für eine altersfreundliche Gemeinde und dient als Grundlage für die künftige Planung, Koordination und Weiterentwicklung von Angeboten und Strukturen für die ältere Bevölkerung. Die Strategie versteht sich ausdrücklich als Umsetzung der im kommunalen Leitbild (Manifest) formulierten Grundsätze. Sie nimmt insbesondere Bezug auf die dort verankerten Leitideen einer hohen Lebensqualität, der sozialen Teilhabe aller Generationen, der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie einer nachhaltigen und zukunftsgerichteten Gemeindeentwicklung. Im Zentrum steht ein Altersverständnis, dass ältere Menschen als aktive Mitgestaltende der Gesellschaft anerkennt und ihre Selbstbestimmung, Teilhabe und Lebensqualität stärkt. Die Strategie überträgt diese Grundhaltungen auf konkrete Handlungsfelder wie Wohnen, Mobilität, Gesundheit, soziale Teilhabe und Versorgungssicherheit. Damit wird die Altersstrategie zu einem integralen Bestandteil der kommunalen Entwicklung und operationalisiert die im Leitbild formulierten Werte für die Lebensphase Alter. Im weiteren Verlauf werden zunächst Auftrag und Vorgehen dargestellt. Anschliessend werden zentrale Begriffe erläutert, die Ausgangslage der Gemeinde beschrieben sowie rechtliche Rahmenbedingungen aufgezeigt. Darauf aufbauend folgen die strategischen Schwerpunkte und die geplanten Massnahmen. Quelle: eigene Darstellung (Projektschritte) 1. Vorgehen und Methoden Beteiligt an der vorliegenden Altersstrategie waren nebst dem Gemeinderat auch die relevanten Akteure und die Bevölkerung. Auftraggeber des Projekts ist der Gemeinderat Steinhausen, der für die politische Steuerung und die strategischen Entscheide zuständig ist. Mit der externen Projektleitung und fachlichen Begleitung wurde Brenk Beratung, Christiana Brenk, Thalwil, beauftragt. Die interne Projektleitung wurde durch Sophie Kilian (Altersbeauftragte) und Martin Amacher (Abteilungsleiter) ausgeführt. Eine Projektgruppe hat die wesentlichen Inhalte erarbeitet. Eine Echogruppe unter der Leitung der Gemeinderätin Soziales und Gesundheit wurde regelmässig informiert und konnte Rückmeldungen und ihre Sichtweisen einbringen (s. Anhang, 11.4 Projektorganisation). Das Projekt wurde in vier Teilschritten entwickelt. Als Erstes waren die Modalitäten der Zusammenarbeit zu klären, um den Rahmen für die Arbeiten zu definieren, eine wichtige Voraussetzung für den Start des Projekts. Danach ging es darum, die künftigen Herausforderungen zu identifizieren und den effektiven Bedarf zu ermitteln. Hierzu wurden im zweiten Teilschritt die Ausgangslage in der Gemeinde sowie die Ergebnisse der kantonalen Erhebung «55plus» analysiert, um die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung zu ermitteln. Auf dieser Basis konnte im dritten Teilschritt die konkrete Strategie mit Schwerpunkten und strategischen Massnahmen erarbeitet werden. Das Projekt konnte sodann im vierten Teilschritt mit der Verabschiedung der Altersstrategie inklusive einer Umsetzungsplanung abgeschlossen werden. Quelle: eigene Darstellung (basierend auf Brenk Beratung) 2. Altern: ein individueller Prozess Ab wann ist jemand alt? Diese Frage führte immer wieder zu neuen Definitionsversuchen. Dabei standen zumeist zwei unterschiedliche Gesichtspunkte im Zentrum. Zum einen wurde und wird das Alter anhand sichtbarer körperlicher Symptome bestimmt. Namentlich eine gebückte Haltung oder die Benützung eines Gehstockes (oder neu eines Rollators) galten und gelten als wichtige äusserliche Signale des Alters.1 Bis heute werden diese Merkmale in Zeichnungen oder Verkehrssignalen als Sinnbilder des Alters verwendet. Der Beginn des Alters wurde und wird jedoch auch anhand von chronologischen Altersgrenzen festgelegt. Mit der Einführung von Sozialversicherungssystemen, die von einem Normalrentenalter (Referenzalter) von 65 Jahren ausgehen, hat sich dieses als Beginn des Alters durchgesetzt, etwa in der statistischen Berechnung demografischer Indikatoren. Das Bundesamt für Statistik (BFS) arbeitet mit den Altersgruppen 65–79 Jahre und 80+ Jahre. Doch das Alter wird heute nicht mehr nur chronologisch verstanden, sondern funktional, wobei körperliche, psychische und soziale Aspekte berücksichtigt werden. Altern ist ein individueller Prozess, der sich in sehr unterschiedlichen Lebenslagen zeigt. Der Schweizer Altersforscher François Höpflinger2 beschreibt, dass insbesondere im Übergang vom dritten zum vierten Alter die Fragilität zunimmt – ein gradueller Prozess wachsender körperlicher, psychischer und sozialer Verwundbarkeit (Vulnerabilität). Fragilität ist dabei kein fixer Zustand, sondern entwickelt sich über Jahre hinweg und wird stark von Ressourcen, Lebensbedingungen und sozialer Einbettung beeinflusst. Trotz zunehmender Verletzlichkeit können hochaltrige Menschen handlungsfähig bleiben und ihren Alltag aktiv gestalten, wenn auch unter veränderten Bedingungen. Fragilität zeigt den Hilfsbedarf an. Sie ist nicht mit einem hohen Pflegebedarf und einer intensiven Betreuung gleichzusetzen. Im vorliegenden Grundlagenbericht wird für die Darstellung statistischer Daten die Klassifizierung nach Altersabschnitten als Referenz herangezogen. 1 Neumann (2023) 2 François Höpflinger (2021) 3. Grundlagen 3.1 Die Gemeinde Steinhausen Die Gemeinde Steinhausen liegt im bevölkerungsstarken Raum zwischen Cham, Baar und der Stadt Zug. Gemeinsam leben in diesen vier Gemeinden rund 60 % der Wohnbevölkerung des Kantons Zug (Stand 2025). Steinhausen verbindet dabei die Nähe zu Natur- und Naherholungsräumen mit einer guten Erreichbarkeit der umliegenden urbanen Zentren. Die Rigi, der Steinhauser Wald, der Zugersee sowie diverse Naherholungsgebiete leisten einen wichtigen Beitrag zur hohen Lebensqualität, auch im Alter. Die Gemeinde zeichnet sich durch eine ausgewogene Verbindung von ländlichem Charakter und städtischer Anbindung aus. Die Städte Zug, Zürich und Luzern sind dank hervorragender Verkehrsanbindung rasch erreichbar. Die S-Bahn-Linie S5 verbindet Steinhausen direkt mit Zürich. Die Qualität des Siedlungsraums und der natürlichen Umgebung ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität. Biodiversität, ein angenehmes Siedlungsklima und vielfältige Grün- und Freiräume tragen zur Gesundheit, zum Wohlbefinden und zur Aufenthaltsqualität bei. Für Steinhausen gewinnt dies angesichts der zunehmenden Wärmebelastung im Siedlungsgebiet an Bedeutung. Begrünte und entsiegelte Flächen, schattenspendende Bereiche sowie die Erhaltung bestehender Grünstrukturen können dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität im Siedlungsraum zu verbessern. Gleichzeitig sind bei der Weiterentwicklung des Siedlungsgebiets die vorhandenen natürlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Dazu zählen insbesondere die Kaltluftströme, die nachts von den Berggebieten in die Siedlungsgebiete der Täler strömen und dort als natürliche Klimaanlage wirken. Damit wird ein Umfeld gefördert, das auch für ältere Menschen eine sichere, angenehme und möglichst lange selbstständige Nutzung des öffentlichen Raums ermöglicht.3 In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Steinhausen von einer landwirtschaftlich geprägten Ortschaft zu einer modernen Wohngemeinde mit knapp 11’000 Einwohnerinnen und Einwohnern entwickelt. Gleichzeitig ist der Wirtschaftsstandort mit 8’816 Arbeitsplätzen4 gewachsen. Eine Vielzahl von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen ist hier ansässig und trägt zur wirtschaftlichen Stabilität der Region bei. Begrünte und entsiegelte Flächen, schattenspendende Bereiche sowie die Erhaltung bestehender Grünstrukturen tragen zur Gesundheit, zum Wohlbefinden und zur Aufenthaltsqualität bei. Insbesondere für die ältere Bevölkerung von Steinhausen gewinnt dies angesichts der zunehmenden Wärmebelastung im Siedlungsgebiet an Bedeutung. Familien profitieren von einem attraktiven Bildungs- und Betreuungsangebot, modernen Schulinfrastrukturen und einem vielfältigen Vereinsleben Die ältere Bevölkerung kommt in den Genuss eines aktiven Seniorenvereins mit verschiedensten Angeboten, eines Alterszentrums sowie der Möglichkeit einer Rundumbetreuung beispielsweise durch die Spitex. Das kulturelle Angebot sowie freiwillige Engagements seitens der Bevölkerung fördern zudem den sozialen Zusammenhalt zwischen den Generationen. Feste und Veranstaltungen wie das Dorffest, der Weihnachtsmarkt und der 1. August-Brunch sind fester Bestandteil des lokalen Lebens und auch bei den älteren Menschen sehr beliebt. Sie ergänzen das vielfältige Angebot und stärken die Identifikation mit der Gemeinde. Steinhausen versteht sich als Gemeinde im Wandel, die Tradition und Zukunft aktiv miteinander verbindet. 3 Revision Nutzungsplanung Erläuterungen (2025) 4 Arbeitsstätten und Beschäftigte nach Jahr, Gemeinde, Wirtschaftssektor und Beobachtungseinheit, BFS (2026) Die Gemeinde investiert aktuell in die Weiterentwicklung des Ortskerns, um den veränderten Anforderungen der Bevölkerung aller Altersklassen gerecht zu werden. Die Planungen sind angelaufen und werden in den kommenden Jahren umgesetzt. 3.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen Im Kanton Zug bestehen derzeit keine spezifischen gesetzlichen Grundlagen, die die Alterspolitik umfassend regeln. Gemäss dem Gemeindegesetz (BGS 171.1) sind die Gemeinden für die Aufgaben des Sozialwesens verantwortlich. Dazu zählen auch die Entwicklung und die Umsetzung einer eigenständigen Alterspolitik. Entsprechend liegt die Gestaltung altersgerechter Angebote und Strukturen derzeit primär in der Zuständigkeit der einzelnen Gemeinden. Ergänzend dazu sind die Gemeinden im Bereich der Pflegeversorgung jedoch auch durch spezialgesetzliche Vorgaben verpflichtet. Gemäss dem Gesundheitsgesetz des Kantons Zug (BGS 821.1) haben sie für eine bedarfs- und fachgerechte ambulante und stationäre Pflegeversorgung ihrer Einwohnerinnen und Einwohner zu sorgen, einschliesslich der Sicherstellung ausreichender Pflegeheimplätze im Rahmen der kantonalen Pflegeplanung. Zudem tragen die Gemeinden gemäss den einschlägigen Bestimmungen des kantonalen Rechts, insbesondere im Spitalgesetz des Kantons Zug (BGS 826.11), die nicht gedeckten Pflegekosten sowie die Investitionskosten im Bereich der stationären Langzeitpflege mit. Damit übernehmen sie neben der Versorgungsverantwortung auch eine wesentliche finanzielle Verantwortung für die Bereitstellung der erforderlichen Pflegeinfrastruktur. Auf kantonaler Ebene wurde 2022 ein Postulat zur Erarbeitung einer Altersstrategie eingereicht und vom Kantonsrat für erheblich erklärt. Die Arbeiten daran sind im Jahr 2026 noch im Gang. Eine Bevölkerungsbefragung hat zentrale Erkenntnisse zu Bedürfnissen und Herausforderungen der älteren Bevölkerung geliefert und zeigt, dass Alterspolitik über den pflegerischen Bereich hinausgeht. Die kommunale Altersstrategie übernimmt diese Erkenntnisse und verankert sie lokal. Sie stärkt ein vielfältiges, lebendiges und unterstützendes Umfeld für ältere Menschen heute und in Zukunft. Auf Bundesebene ist die Alterspolitik in einer Strategie aus dem Jahr 2007 verankert.5 Diese zielt auf die Förderung der Autonomie, Teilhabe und gesellschaftlicher Integration älterer Menschen sowie auf deren Wohlergehen und Sicherheit. Sie weist eine breite, bereichsübergreifende Ausrichtung auf. 2024 wurde im Ständerat ein Postulat zur Aktualisierung dieser Strategie eingereicht.6 5 Bundesrat (2007) 6 Parlament.ch (2024) 4. Entwicklungen Eine Vielzahl von Trends und Einflussfaktoren prägt die Entwicklung einer Altersstrategie. Dazu zählen gesellschaftliche Entwicklungen wie veränderte Familienstrukturen, die Zunahme von Demenz und Multimorbidität, das gleichzeitige Vorliegen mehrerer chronischer Krankheiten, sowie die wachsende Bedeutung von Partizipation, ehrenamtlichem Engagement und Digitalisierung. Hinzu kommt die zunehmende thematische Vielfalt im Alter. Traditionelle Familienmodelle, in denen Menschen im Alter durch nahe Angehörige betreut werden, haben stark an Bedeutung verloren. Kleinere Haushalte, räumliche Distanzen zwischen Generationen und die zunehmende Erwerbstätigkeit der Angehörigen die informelle Pflege durch Familienangehörige schwieriger. Ergänzende Betreuungs- und Entlastungsangebote auf Gemeindeebene gewinnen daher an Bedeutung.7 Diese Entwicklung stellt hohe Anforderungen an die Versorgungssysteme.8 4.1 Bevölkerungszahlen und -entwicklung Die demografische Entwicklung in Steinhausen zeigt eine kontinuierlich wachsende und alternde Bevölkerung. Die folgenden Angaben basieren auf der Leistungsplanung und ergänzen die bisherige Datenlage.9 Im Jahr 2024 lebten in Steinhausen 10’399 Einwohnerinnen und Einwohner. Im Referenzszenario wächst die Bevölkerung im Kanton Zug zwischen 2025 und 2055 insgesamt um rund 17 %. 7 Schweizerischer Bundesrat (2019) 8 Bundesamt für Gesundheit (2024) 9 CuraData (2025) Quelle: eigene Darstellung (Statistik Zug, Bevölkerungswachstum Steinhausen 2025–2055) Besonders stark nimmt dabei die Bevölkerungsgruppe ab 65 Jahren zu: Sie wächst kantonsweit um rund 59 %, und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung steigt von 19 % im Jahr 2025 auf 26 % im Jahr 2055. Auch für Steinhausen ist deshalb in den kommenden Jahren von einem deutlichen Wachstum der älteren Bevölkerung auszugehen, insbesondere bei den Personen ab 65 Jahren, sowie bei den Hochaltrigen. Zwar fällt das prognostizierte Bevölkerungswachstum in Steinhausen mit rund 13,4 % zwischen 2025 und 2055 etwas tiefer aus als im kantonalen Durchschnitt, die demografische Entwicklung dürfte jedoch ähnlich verlaufen. Die kantonalen Szenarien bieten deshalb auch für die Gemeinde eine wichtige Orientierung, insbesondere hinsichtlich der Alterung der Bevölkerung und des künftig steigenden Bedarfs an altersgerechten Angeboten, Infrastruktur und Unterstützungsleistungen.10 Der Anteil der älteren Bevölkerung betrug im Jahr 2024: 65+ jährige: 19,8 % der Gesamtbevölkerung (2’060 Personen) 80+ jährige: 5,4 % der Gesamtbevölkerung (556 Personen)11 Diese Entwicklungen wirken sich direkt auf den Bedarf in den Bereichen Wohnen, Betreuung, Pflege sowie ambulante Versorgung aus und bilden eine zentrale Grundlage für die strategische Ausrichtung der Altersarbeit in Steinhausen. Sie unterstreichen die wachsende Bedeutung von seniorengerechten Strukturen in der Gemeinde und den Bedarf an entsprechenden Unterstützungsangeboten. 10 Bundesamt für Statistik (2025) 11 Bundesamt für Statistik (2025) Quelle: eigene Darstellung (Statistik Zug, Bevölkerungswachstum Steinhausen 2025–2045) Quelle: Zukünftige Bevölkerungsentwicklung, zg.ch (2026) Quelle: Zukünftige Bevölkerungsentwicklung, zg.ch (2026) 4.2 Kostenentwicklung im stationären und ambulanten Bereich Die Ausgaben für Pflegeleistungen steigen kontinuierlich und stellen auch für Gemeinden wie Steinhausen eine wachsende Herausforderung dar. Die demografische Entwicklung bleibt der wichtigste Treiber der steigenden Pflegeausgaben, doch sie wirkt zusammen mit weiteren strukturellen Faktoren. Neben der demografischen Entwicklung tragen weitere strukturelle Faktoren zu steigenden Pflegekosten bei, wie beispielsweise der medizinisch-technische Fortschritt mit neuen, teureren Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, die allgemein wachsenden Gesundheitsausgaben (siehe Tabelle S.13) durch höhere Medikamenten- und Infrastrukturkosten, die personalintensive Pflege mit entsprechend steigenden Löhnen, der zunehmende Fachkräftemangel sowie höhere Qualitäts- und Versorgungsansprüche der Bevölkerung.12 Mit dem Eintritt der Babyboomer-Generation ins Pensionsalter wird die Zahl der Personen ab 65 Jahren in Steinhausen ansteigen. Besonders stark wächst die Gruppe der über 80-Jährigen, diejenige Altersgruppe, die am häufigsten auf Pflege angewiesen ist.13 Diese Entwicklung führt zu einer deutlich steigenden Nachfrage nach Pflegeleistungen, sowohl im stationären Bereich als auch in der ambulanten Versorgung zu Hause. Gleichzeitig zeigt sich ein struktureller Wandel hin zur sogenannten Ambulantisierung. Pflegeleistungen werden vermehrt im häuslichen Umfeld erbracht. Schweizweit sind die Kosten für die Pflege zu Hause seit 2011 um 124 Prozent auf rund 2 Milliarden Franken gestiegen, während die Kosten in Pflegeheimen um 42 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Franken zunahmen. Seit der Einführung der neuen Pflegefinanzierung im Jahr 2011, welche die Beiträge der Krankenversicherungen und die Patientenbeteiligung begrenzt und die Restkosten den Kantonen und Gemeinden überträgt, tragen die öffentlichen Haushalte einen wesentlichen Teil dieser Kostenentwicklung.14 12 BAG (2026) 13 CuraData (2025) 14 santésuisse (2024) Quelle: eigene Darstellung (Rechnungen 2016–2025) Insgesamt zeigen die Prognosen, dass der Bedarf an Alters- und Langzeitpflege im Kanton Zug bis ins Jahr 2045 erheblich zunehmen wird. Die Kapazitäten müssen sowohl bei der Infrastruktur als auch bei den Personalressourcen deutlich ausgebaut werden.15 Für Steinhausen bedeutet dies konkret: Ohne gezielte Steuerung und den Ausbau der sogenannten vorgelagerten Angebote (Alltagsunterstützung, ambulante und intermediäre Angebote) wird der Bedarf an stationären Pflegeplätzen bis 2045 deutlich ansteigen. Gleichzeitig zeigt die Planung, dass durch eine gezielte Entlastung der Heime, insbesondere durch Angebote wie betreutes Wohnen, Spitex-Leistungen und Unterstützung im Alltag, der stationäre Bedarf beeinflusst werden kann.16 Vor diesem Hintergrund gewinnt eine koordinierte Altersstrategie an Bedeutung, welche die Bereiche Wohnen, Betreuung, Pflege sowie Information und Beratung gezielt aufeinander abstimmt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit älterer Menschen möglichst lange zu erhalten, den Bedarf an kostenintensiver stationärer Pflege zu reduzieren und gleichzeitig eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. 15 Dorn, M. et al. (2023) 16 CuraData (2025) Quelle: BAG (2026), Schätzungen Restkostenfinanzierung der Kantone und Gemeinden an die Pflege im Pflegeheim 4.3 Demenz Die Zunahme von Demenzerkrankungen stellt eine der zentralen demografischen und versorgungsrelevanten Entwicklungen im Alter dar. Sie ist eng mit der steigenden Lebenserwartung und der wachsenden Anzahl hochaltriger Menschen verbunden und wirkt sich direkt auf alle Bereiche der Altersversorgung aus. Für die Schweiz wird aktuell von rund 161’100 Menschen mit Demenz ausgegangen. Davon leben im Kanton Zug 2’185 Personen. Jährlich kommen im Kanton 475 Neuerkrankungen hinzu. Da das Alter der wichtigste Risikofaktor ist, ist in den kommenden Jahren mit einer weiteren Zunahme der Fälle zu rechnen. Diese Entwicklung ist besonders relevant vor dem Hintergrund der stark wachsenden hochaltrigen Bevölkerung in Steinhausen. Die Zahl, der über 80-Jährigen wird, sich bis 2045 deutlich erhöhen, wodurch auch die Anzahl demenzieller Erkrankungen proportional zunehmen wird. Damit steigt nicht nur der medizinische, sondern insbesondere auch der betreuerische und pflegerische Unterstützungsbedarf. Demenz ist zudem häufig mit komplexen Versorgungssituationen verbunden. In der Praxis zeigt sich, dass ein erheblicher Teil der Betroffenen keine gesicherte fachärztliche Diagnose hat und gleichzeitig mehrere Angehörige in die Betreuung involviert sind. Dies verdeutlicht die hohe Bedeutung von niederschwelligen Zugängen zu Information, Beratung und Koordination im Versorgungssystem. Spezifisch ergeben sich daraus mehrere strukturelle Entwicklungen: • Zunahme ambulanter und häuslicher Betreuung: Menschen mit Demenz leben möglichst lange zu Hause, was den Bedarf an Spitex-Leistungen, Entlastungsangeboten und Angehörigenunterstützung erhöht. • Steigende Bedeutung stationärer Versorgung: Mit zunehmender Krankheitsprogression steigt der Bedarf an spezialisierten Pflegeplätzen, insbesondere im Langzeitbereich. • Wachsende Rolle von Angehörigen: Ein wesentlicher Teil der Betreuung wird durch informelle Pflege geleistet, was die Belastung von Familien erhöht und gezielte Unterstützungsangebote notwendig macht. Damit wird deutlich, dass die Entwicklung im Bereich Demenz unmittelbar mit der generellen Alterung der Bevölkerung, der Zunahme von Multimorbidität sowie dem Wandel familiärer Unterstützungs-strukturen zusammenhängt. Sie verstärkt bestehende Herausforderungen der Versorgung und macht eine koordinierte, gemeindenahe und vernetzte Strategie erforderlich.17 17 Alzheimer Zug (2025) 4.4. Trends Ab den 1970er und frühen 1980er Jahren wurden defizitorientierte Theorien des Alters in Frage gestellt und durch kompetenzorientierte Theorien eines aktiven, erfolgreichen und gesunden Alterns ergänzt.18 Die Neudefinition des Alters wurde dadurch verstärkt, dass ein wachsender Teil der älteren Menschen Tätigkeiten wie Reisen, Sport und sich modisch kleiden aufnahm, die früher ausschliesslich als Privileg jüngerer Erwachsener galten. Insgesamt betrachtet liegt die Bedeutung der neuen kompetenzorientierten Altersvorstellungen allerdings weniger darin, dass sie neue Realitäten beschreiben oder defizitorientierte Altersbilder verdrängten, sondern primär darin, dass sie zentrale Leitdimensionen einer modernen Leistungsgesellschaft auf spätere Lebensphasen ausdehnten. Dazu gehört die Betonung der Chancen zur Ausdehnung einer gesunden Lebenserwartung durch Körper- und Geistestraining ebenso wie Kompetenzerweiterungen durch lebenslanges Lernen, persönliche Weiterentwicklung und aktive Gestaltung sozialer Beziehungen. Man spricht von einem sogenannten «dritten», autonomen Alter und einem «vierten», fragilen Alter, in dem die eigenen Ressourcen abnehmen und die Menschen vermehrt auf Hilfe von aussen, das heisst vor allem auf Betreuung und Pflege, angewiesen sind. Diese beiden Lebensphasen werden anhand der körperlichen und psychischen Fähigkeiten und Möglichkeiten eines Menschen definiert und nicht anhand chronologischer Altersgrenzen. Die Gesundheit, die finanziellen Möglichkeiten, die Bildung und das soziale Netzwerk beeinflussen die individuelle Entwicklung im Alter. Gleichzeitig sind erstmals in der Geschichte zwei Generationen im Pensionsalter: die über 80-jährige «Kriegsgeneration» und ihre Kinder, die sogenannten Babyboomer, die nun ebenfalls pensioniert werden. Diese beiden pensionierten Gruppen weisen grosse Unterschiede auf. Die jüngeren Seniorinnen und Senioren, also die circa 65- bis 79-Jährigen, pflegen nach der Pensionierung oft einen aktiveren Lebensstil als frühere Generationen. Sie sind häufiger schulisch-beruflich gut ausgebildet, mussten weniger häufig harte körperliche Arbeit leisten und konnten stärker vom Wohlstandsaufschwung der Nachkriegszeit profitieren. Sie sind im Vergleich zu früheren Generationen deutlich länger fit. Die Möglichkeiten eines langen gesunden bzw. behinderungsfreien Lebens nach 65 haben sich ausgeweitet. Altersprozesse werden immer weniger passiv akzeptiert, sondern vermehrt als beeinflussbar und gestaltbar wahrgenommen. Lebenslanges Lernen, möglichst lange Aktivität, aber auch ein möglichst langer Erhalt der körperlichen Gesundheit und Fitness werden zu neuen Normvorstellungen eines «erfolgreichen» Alterns. Die Anti-Aging-Bewegung, die danach strebt, das körperliche Altern aufzuhalten, verstärkt den Druck, sich möglichst lange «jung» und fit zu halten. Die Angebote für ältere Menschen wurden dementsprechend ausgebaut.19 18 Klott, S. (2014) 19 Höpflinger, F. (2026) 5. Angebote Dieses Kapitel beschreibt die bestehenden Leistungen und Angebotsstrukturen für ältere Menschen in der Gemeinde Steinhausen. Es zeigt auf, welche Versorgungs-, Unterstützungs- und Teilhabeangebote aktuell im ambulanten, stationären und intermediären Bereich zur Verfügung stehen und wie diese organisatorisch verankert sind. Damit schafft das Kapitel eine wesentliche Grundlage für die Beurteilung der Versorgungssituation sowie für die Ableitung künftiger Entwicklungsschwerpunkte im Rahmen der Altersstrategie. 5.1 Angebote von Kanton und Gemeinde Eine Übersicht über die bestehenden öffentlichen Angebote im Bereich Alter in der Gemeinde Steinhausen befindet sich im Anhang. Quelle: eigene Darstellung (gemeinsam mit der Arbeitsgruppe erarbeitet) Die Darstellung dient als Grundlage für die Einschätzung des bestehenden Versorgungssystems und wird bei Bedarf aktualisiert. Einordnung der Angebotslandschaft Die Übersicht der bestehenden Angebote zeigt, dass in der Gemeinde Steinhausen bereits ein breites Spektrum an Dienstleistungen und Aktivitäten für ältere Menschen vorhanden ist. In den Bereichen Pflege, Beratung, Begegnung und Freizeit bestehen vielfältige Angebote, die von unterschiedlichen Organisationen und Akteuren getragen werden. Die Gegenüberstellung der Angebote macht jedoch auch deutlich, dass in einzelnen Bereichen Lücken bestehen: • Die Angebote sind auf verschiedene Träger verteilt und für die Bevölkerung nicht immer einfach zugänglich. Eine zentrale Übersicht oder Anlaufstelle fehlt. • Zwischen den bestehenden Angeboten sind nur teilweise Verbindungen erkennbar, wodurch Übergänge und Koordination erschwert werden. • Insbesondere im Bereich der Alltagsunterstützung und der Mobilität innerhalb der Gemeinde bestehen Angebotslücken. • Im Bereich Wohnen fehlen ergänzende Unterstützungsangebote, insbesondere für den Verbleib in der eigenen Wohnung. • Angebote zur Prävention und Sensibilisierung sind vorhanden, wobei jedoch kein zusammenhängendes System erkennbar ist. Insgesamt zeigt sich, dass die bestehende Angebotslandschaft eine gute Grundlage bildet, jedoch in Bezug auf Zugänglichkeit, Koordination und Ergänzung im Alltag weiterentwickelt werden muss. 5.2 Angebotsplanung und -steuerung Die Gemeinde Steinhausen unterstützt die Versorgung, Betreuung und Unterstützung älterer Menschen über ein Netzwerk von Leistungsvereinbarungen mit zentralen regionalen Institutionen. Die Leistungsvereinbarungen erfüllen mehrere zentrale Funktionen. Sie definieren Leistungen, Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen verbindlich und schaffen damit die Grundlage für eine planbare und steuerbare Versorgung. Insbesondere ambulante Dienste sowie Beratungs- und Entlastungsangebote tragen dazu bei, dass ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können. Durch die Einbindung ambulanter, intermediärer und stationärer Leistungserbringer wird eine abgestufte Versorgungsstruktur ermöglicht. Damit wird sichergestellt, dass ältere Menschen in Steinhausen Zugang zu bedarfsgerechten Angeboten in den Bereichen Pflege, Betreuung, Wohnen und Beratung haben. Mit folgenden Institutionen hat die Gemeinde Steinhausen Leistungsvereinbarungen (Stand 2026) abgeschlossen: Beratung, Prävention und soziale Unterstützung • Pro Senectute Kanton Zug (Gesund Altern in Zug) Ambulante Pflege und Unterstützung zu Hause • Spitex Kanton Zug • SRK Kanton Zug (inkl. Entlastungsdienste) • Pro Senectute Kanton Zug (Alltagsassistenz) Stationäre und intermediäre Versorgung • Seniorenzentrum Weiherpark, Steinhausen • Pflegezentrum Baar (Akut- und Übergangspflege, Slow Stream) • Zentrum Frauensteinmatt, Zug • Hospiz Zentralschweiz Wohnen im Alter / betreutes Wohnen • Seniorenzentrum Weiherpark, Steinhausen 6. Bedürfnisse Die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung bilden zusammen mit den in den vorangehenden Kapiteln beschriebenen Ergebnissen eine zentrale Grundlage für die Ausrichtung der Altersstrategie der Gemeinde Steinhausen. Sie zeigen auf, welche Rahmenbedingungen, Unterstützungsangebote und Lebensräume erforderlich sind, damit Menschen im Alter möglichst lange selbstbestimmt, sicher und sozial eingebunden leben können. Die Erhebung der Bedürfnisse stützt sich auf verschiedene Grundlagen, insbesondere auf die Ergebnisse der kantonalen Bevölkerungsbefragung sowie auf die Erkenntnisse aus dem Mitwirkungsanlass in der Gemeinde. Dadurch entsteht ein umfassendes Bild der aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse der älteren Bevölkerung in Steinhausen. Dieses Kapitel bündelt diese Erkenntnisse und bildet damit die Basis für die anschliessende Definition der Handlungsfelder und Massnahmen der Strategie. 6.1 Resultate der kantonalen Bevölkerungsbefragung «55plus» Im Jahr 2024 wurde im gesamten Kanton Zug eine Bevölkerungsumfrage unter Personen über 55 Jahren durchgeführt. Die folgenden Ergebnisse geben einen Einblick in die Lebensrealität der Befragten in der Gemeinde Steinhausen. Wohnsituation Die Mehrheit der Befragten (76 %) lebt in einer Wohnung, während 19 % in einem Einfamilien-, Reihen- oder Terrassenhaus wohnen. Lediglich 5 % haben ihren Wohnsitz in betreuten Wohnungen, Alters- oder Pflegeheimen oder anderen Wohnformen. Ein grosser Teil (73 %) möchte in der aktuellen Wohnform verbleiben. Dennoch könnten sich 58 % einen Umzug in eine altersgerechte Wohnung vorstellen oder müssten bei einem Verbleib in der Wohnung bauliche Anpassungen vornehmen. Jeweils 14 % wären bereit, in ein Alters- oder Pflegeheim oder ein Mehrgenerationenhaus zu ziehen. Ein Umzug ins Ausland oder die Rückkehr in die Heimat ist für 8 % denkbar. 59 % leben mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin ohne Kinder zusammen, während 23 % allein wohnen. Nur 4 % teilen sich den Haushalt mit mehreren Generationen, leben in einer Wohngemeinschaft oder wohnen mit ihren Kindern. Die Mehrheit der Befragten bevorzugen ihre aktuelle Wohnsituation, während dennoch ein signifikanter Anteil über zukunftsgerichtete Anpassungen nachdenkt. Dies deutet darauf hin, dass eine altersgerechte Wohnraumgestaltung und alternative Wohnformen an Bedeutung gewinnen. Erwerbstätigkeit und Pensionierung 38 % der Befragten sind noch nicht pensioniert. Von diesen wollen 48 % bis zum regulären Pensionsalter arbeiten, 22 % planen eine vorzeitige Pensionierung und 18 % beabsichtigen, über das Pensionsalter hinaus berufstätig zu bleiben. Der häufigste Grund für eine längere Erwerbstätigkeit ist die Freude an der Arbeit, jedoch geben 25 % auch finanzielle Notwendigkeit als Motivation an. Ein Viertel der Befragten wünscht Unterstützung für eine verlängerte Erwerbstätigkeit. Gewünscht werden vor allem geeignete Arbeitsplätze, steuerliche Erleichterungen und rechtliche sowie finanzielle Informationen. Insgesamt sind 54 % bereits pensioniert, und 8 % sind weiterhin erwerbstätig trotz bereits erreichtem Pensionsalter. Die steigende Lebenserwartung und finanzielle Herausforderungen führen dazu, dass eine wachsende Anzahl von älteren Menschen länger arbeiten möchte oder muss. Die Nachfrage nach flexiblen und angepassten Arbeitsmöglichkeiten nimmt zu. Digitalisierung 87 % der Befragten nutzen das Internet, wobei sich 38 % als kompetent und 12 % als wenig kompetent einschätzen. Die grösste Unterstützung beim Umgang mit digitalen Technologien kommt von Partnern und Kindern, während nur 5 % auf Hilfe von Vereinen oder Organisationen zurückgreifen. Obwohl die Mehrheit das Internet nutzt, besteht eine erhebliche Unsicherheit bei einem Teil der Befragten. Dies unterstreicht den Bedarf an Schulungsangeboten und leicht zugänglicher Unterstützung. Gesundheit und soziale Einbindung 88 % der Befragten sind mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv. Der Gesundheitszustand von 80 % wird als gut bis sehr gut eingeschätzt, während nur 2 % von einem schlechten Gesundheitszustand berichten. Die Bevölkerung der Gemeinde Steinhausen hat hohe gesundheitliche Ressourcen. Die gesundheitlichen Einschränkungen betreffen mehrheitlich körperliche Leiden. Sie wirken sich vor allem bei schweren Haushaltsarbeiten wie Fenster putzen sowie bei administrativen Aufgaben aus. Aus der Studie der schweizerischen Gesundheitsbefragung geht hervor, dass im Kanton Zug über 40 % der Bevölkerung übergewichtig oder adipös sind.20 31 % haben in den letzten vier Wochen Kinder im nahen Verwandtenkreis betreut, 17 % übernahmen die Pflege von Seniorinnen und Senioren. 40 % der Befragten erhalten Unterstützung hauptsächlich von Familienangehörigen, während nur 27 % auf Hilfe von Organisationen oder anderen Personen zurückgreifen. Trotz eines hohen Engagements geben 23 % an, in Zukunft weniger Zeit für freiwillige Tätigkeiten zu haben. Anerkennung des selbständigen Engagements in Form von finanzieller Entlöhnung ist erwünscht, genauso viele Personen haben jedoch auch angegeben, dass ihnen eine Entlöhnung in Form eines Jahresessens oder eines sonstigen Anlasses ausreichen würde. Ein sehr grosser Anteil (68 %) hat angegeben, dass sie auf die Frage, welche Rahmenbedingungen sie sich zukünftig in der freiwilligen Tätigkeit wünschen, keine Antwort haben. Dies zeigt auf, dass sich eine grosse Personengruppe noch keine Gedanken dazu gemacht hat. Die Gesundheitswerte sind insgesamt positiv, doch bestehen Herausforderungen in der Bewältigung des Alltags. Zudem könnte das freiwillige Engagement in den kommenden Jahren rückläufig sein, wenn keine zusätzlichen Anreize geschaffen werden. Öffentlicher Raum und Mobilität Die Gemeinde schneidet in Bezug auf Mobilität gut ab. Der einzige Bereich mit negativer Bewertung (16 % empfinden ihn als mangelhaft) sind die Erholungs- und Begegnungsräume. Die allgemeine Zufriedenheit mit der Infrastruktur ist dennoch hoch. Nur 19 % glauben, dass sie im Kanton Zug eine passende Wohnung finden würden, wenn sie umziehen müssten. Die Gemeinde verfügt über eine funktionierende Infrastruktur, doch das Fehlen von Erholungsräumen sowie der erschwerte Zugang zu erschwinglichem Wohnraum im Alter stellen Herausforderungen dar. 20 Gesundheitsreport Kanton Zug Gesellschaftliche Teilhabe und Informationszugang Mehr als die Hälfte der Befragten bewerten ihre gesellschaftliche Teilhabe als gut. Allerdings fühlen sich 20 % nicht ausreichend in altersrelevante Themen einbezogen. 30 % wissen nicht, ob es eine zentrale Anlaufstelle für Altersfragen gibt, und 19 % haben keinen Zugang zu den Informationen, die sie benötigen. Fehlende Informationen betreffen vorrangig eine (zentrale) Anlaufstelle, (bezahlbaren) Wohnraum, Pensionierung und finanzielle Themen. Trotz einer allgemeinen Zufriedenheit gibt es Verbesserungspotenzial in der Informationsvermittlung und der Einbindung älterer Menschen in gesellschaftliche Prozesse. Eine zentrale Anlaufstelle könnte hier Abhilfe schaffen. Fazit Die Ergebnisse zeigen, dass sich die ältere Bevölkerung in Steinhausen insgesamt wohl fühlt, jedoch mit spezifischen Herausforderungen konfrontiert ist. Dazu gehören: • der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum • eine längere Erwerbstätigkeit aus finanziellen Gründen • der Wunsch nach digitaler Unterstützung • die Sicherstellung freiwilligen Engagements durch Wertschätzung und Anreize • eine bessere Kommunikation von Informations- und Beratungsstellen Die Gemeinde Steinhausen hat eine solide Basis, jedoch gibt es Handlungsbedarf, um die Lebensqualität der älteren Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. 6.2 Resultate des Mitwirkungsanlasses in Steinhausen Am 13. September 2025 fand im Rahmen der Erarbeitung der Altersstrategie ein Mitwirkungsanlass in Form einer Zukunftswerkstatt statt. 75 Teilnehmende brachten ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen zur Lebenssituation im Alter in der Gemeinde Steinhausen ein. Die Diskussionen fanden an zwölf Tischen statt und ermöglichten eine breite Sammlung von Perspektiven. Die Rückmeldungen aus dem Mitwirkungsanlass bestätigen zentrale Erkenntnisse aus der Analyse und der Bevölkerungsbefragung und zeigen gleichzeitig konkrete Bedürfnisse und Erwartungen der Bevölkerung auf. Zentrale Themen und Bedürfnisse Wohnen im Alter Ein zentrales Anliegen ist der Wunsch nach ausreichend bezahlbarem und altersgerechtem Wohnraum. Viele Teilnehmende betonten, dass es ihnen wichtig ist, auch im Alter in der Gemeinde wohnen bleiben zu können. Dabei wurden insbesondere zentrale Lagen mit guter Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten und Angeboten genannt. Gewünscht sind zudem flexible Wohnformen, bei denen Betreuungsleistungen je nach Bedarf genutzt werden können. Auch gemeinschaftliche Wohnformen wie Wohngemeinschaften oder Mehrgenerationenhäuser wurden mehrfach angesprochen. Mobilität und Erreichbarkeit Die Mobilität innerhalb der Gemeinde wurde als wichtiger Faktor für Selbstständigkeit und Teilhabe hervorgehoben. Genannt wurden der Ausbau des Busnetzes, neue flexible Mobilitätslösungen wie abrufbare Fahrzeuge sowie bessere Verbindungen in die Aussenquartiere. Ebenso wurde der Bedarf nach einfachen und zugänglichen Entsorgungsmöglichkeiten betont. Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum wurden als wichtige Unterstützung im Alltag genannt. Begegnung und Gemeinschaft Viele Beiträge betonten die Bedeutung von Begegnungsorten. Gewünscht sind niederschwellige Treffpunkte im Innen- und Aussenraum, die ohne Konsumzwang genutzt werden können. Besonders häufig wurde der Wunsch nach einem belebten Dorfzentrum mit Aufenthaltsqualität geäussert. Genannt wurden beispielsweise Grünflächen, Sitzmöglichkeiten oder ein Café als Ort für Austausch und soziale Kontakte. Auch dezentrale Treffpunkte in den Quartieren wurden als wichtig erachtet. Gestaltung des öffentlichen Raums Der öffentliche Raum soll stärker auf die Bedürfnisse aller Generationen ausgerichtet werden. Gewünscht sind mehr Grünflächen, Schattenplätze und sichere Wege. Der Dorfplatz wird als zentraler Ort mit grossem Potenzial für Begegnung und Aufenthaltsqualität gesehen. Gleichzeitig wurde der Wunsch nach Verkehrsberuhigung und besserer Nutzbarkeit des öffentlichen Raums geäussert. Betreuung und Pflege Die Sicherstellung eines vielfältigen und gut zugänglichen Pflegeangebots wurde als zentral erachtet. Dazu gehören sowohl ambulante Angebote wie die Spitex als auch stationäre Einrichtungen. Der Ausbau des Seniorenzentrums Weiherpark wurde mehrfach genannt. Ebenso wurde die Bedeutung von Palliative Care und der Möglichkeit, möglichst lange zu Hause leben zu können, hervorgehoben. Auch die Unterstützung von betreuenden Angehörigen ist ein wichtiges Thema. Information und Koordination Mehrere Teilnehmende wiesen darauf hin, dass Informationen zu bestehenden Angeboten oft schwer zugänglich sind. Gewünscht wird eine zentrale Stelle, die Informationen bündelt und verständlich aufbereitet. Dabei geht es sowohl um Angebote für ältere Menschen als auch um Informationen für Angehörige. Nachbarschaft und Einsamkeit Die Nachbarschaftshilfe wird als wichtiges Potenzial gesehen, das jedoch noch besser genutzt werden könnte. Gleichzeitig wurde das Thema Einsamkeit angesprochen. Es besteht ein Bedarf an niederschwelligen Unterstützungsangeboten sowie an gezielter Beratung für Menschen, die sich mehr soziale Kontakte wünschen. Gewichtung der Themen Die Häufigkeit der Nennungen zeigt, dass insbesondere folgende Themen für die Teilnehmenden von grosser Bedeutung sind: • bezahlbarer und altersgerechter Wohnraum • Mobilität und Erreichbarkeit • Aufwertung des Dorfkerns • Begegnungsorte und soziale Teilhabe • Ausbau von Betreuung und Pflegeangeboten Einordnung der Ergebnisse Die Ergebnisse des Mitwirkungsanlasses verdeutlichen, dass die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung stark auf Selbstständigkeit, soziale Einbindung und eine gute Alltagsbewältigung ausgerichtet sind. Besonders deutlich wird der Wunsch, möglichst lange in der vertrauten Umgebung leben und gleichzeitig auf ein unterstützendes Umfeld zurückgreifen zu können. Die Rückmeldungen zeigen zudem, dass neben strukturellen Angeboten insbesondere niederschwellige Begegnungsmöglichkeiten, eine gute Information sowie eine altersgerechte Gestaltung des öffentlichen Raums von grosser Bedeutung sind. Die Erkenntnisse aus dem Mitwirkungsanlass wurden bei der Definition der Handlungsfelder sowie bei der Entwicklung der Massnahmen berücksichtigt. 7. Vision und Werte Vision und Werte bilden das Fundament der Altersstrategie Steinhausen und geben die Richtung für die langfristige Entwicklung vor. Sie beschreiben das gemeinsame Verständnis einer altersfreundlichen Gemeinde und schaffen Orientierung für alle beteiligten Akteure. Grundlage dafür ist ein ganzheitliches Verständnis von Alter als vielfältige Lebensphase. Vision Die Altersstrategie von Steinhausen verfolgt das Ziel, die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig zu sichern. Sie fördert Selbstständigkeit, soziale Teilhabe und generationenübergreifenden Austausch. Durch gezielte Angebote und eine altersfreundliche Infrastruktur wird ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld unterstützt. Steinhausen schafft damit Rahmenbedingungen für ein würdiges Altern in der Gemeinde. Werte Würde und Wertschätzung: Jede ältere Person ist von unschätzbarem Wert, unabhängig von ihrer Fähigkeit, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zusammenhalt und Vielfalt: Wir stehen für eine Gemeinschaft, die auf gegenseitiger Unterstützung, Offenheit und Respekt basiert. Jede Person, unabhängig von Alter, Herkunft, Religion oder Weltanschauung, ist willkommen und trägt zur Stärke und Bereicherung unserer Gesellschaft bei. Offenheit und Innovation: Wir sind offen für neue Ideen und Ansätze, die dazu beitragen, die Selbständigkeit und die Lebensqualität unserer älteren Bevölkerung zu stärken. Verantwortung und Nachhaltigkeit: Unser Handeln ist von einer Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen und einer lebenswerten Umwelt geprägt. 8. Handlungsfelder und Massnahmen Die Analyse der Ausgangslage (Kapitel 6.1) und die Ergebnisse des Mitwirkungsprozesses (Kapitel 6.2) zeigen, in welchen Bereichen für die Gemeinde Steinhausen Handlungsbedarf besteht. Daraus wurden die zentralen Handlungsfelder abgeleitet und in konkrete Massnahmen überführt. Die nachfolgenden Handlungsfelder und Massnahmen definieren die strategische Stossrichtung der Gemeinde für die Jahre 2026–2036 und bilden den strategischen Handlungsrahmen für die Weiterentwicklung der Alterspolitik. Die Abteilung Soziales und Gesundheit übernimmt bei der Umsetzung der Altersstrategie eine zentrale koordinierende Funktion. Sie initiiert und beauftragt die erforderlichen Projekte und stellt deren Koordination innerhalb der Gemeindeverwaltung sowie mit externen Partnern sicher. Die Umsetzung erfolgt je nach Massnahme in Zusammenarbeit mit den zuständigen Verwaltungsabteilungen, Fachstellen, Institutionen, Organisationen und weiteren geeigneten Partnern. Die konkreten Zuständigkeiten, der Projektumfang, die Finanzierung sowie der Einbezug weiterer Partner werden im Rahmen der Umsetzung festgelegt. Die Zielgruppe wird analog den vom Bundesamt für Statistik (BFS) verwendeten Altersgruppen 65–79 Jahre und 80+ Jahre beschrieben. Teilweise wird zusätzlich die Gruppe 60+ verwendet: Damit sind Personen vor der Pensionierung gemeint. 65+ umfasst alle älteren Menschen als Zielgruppe. 80+ bezeichnet Personen in der Phase der Hochaltrigkeit mit zunehmenden Einschränkungen. Das Alter wird heute jedoch nicht mehr nur chronologisch verstanden, sondern funktional, wobei körperliche, psychische und soziale Aspekte berücksichtigt werden. Altern ist ein individueller Prozess, der sich in sehr unterschiedlichen Lebenslagen zeigt. Siehe hierzu auch Kapitel 2. Die Umsetzung der einzelnen Massnahmen erfolgt gestaffelt entsprechend den Prioritäten der Umsetzungsplanung und unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. Die Prioritäten 1–3 beziehen sich dabei auf den zeitlichen Initiierungs- und Umsetzungshorizont der Massnahmen: • Priorität 1: 2026/ 2027 • Priorität 2: 2028/2029 • Priorität 3: 2030 Die Priorisierung dient als Orientierung für die zeitliche Planung der Umsetzung. Sie bezeichnet den vorgesehenen Zeitraum, in dem eine Massnahme initiiert beziehungsweise der Umsetzungsschwerpunkt gesetzt wird. Mit dem genannten Zeitraum ist nicht der Abschluss einer Massnahme verbunden. Insbesondere bei längerfristig angelegten Projekten und Angeboten kann die Umsetzung über den angegebenen Zeitraum hinaus weitergeführt, verstetigt oder weiterentwickelt werden. Die für die Umsetzung erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen werden jeweils im Rahmen der ordentlichen Budget- und Finanzplanung oder über separate Kreditvorlagen beantragt. Aus der Altersstrategie selbst entstehen keine unmittelbaren Ausgabenbeschlüsse. Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die strategischen Schwerpunkte und die daraus abgeleiteten Massnahmen. Information und Beratung Das Handlungsfeld «Information und Beratung» zielt darauf ab, die Selbstständigkeit, Lebensqualität und Gesundheit älterer Menschen möglichst lange zu erhalten. Dazu dienen frühzeitige Information, Prävention, gezielte Unterstützung und Stärkung der Eigenverantwortung. Ältere Personen, die Rat und Unterstützung brauchen, sollen so in der Lage sein, die für sie bestmöglichen Entscheide zu fällen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass vermehrt Personen ohne nahe Bezugspersonen Ihr Leben meistern. Voraussetzung für eine gute Information und Beratung sind die Vernetzung und der regelmässige Austausch der verschiedenen Leistungserbringer. Massnahme 1.1 Aufbau einer Informationsstelle Wirkungsziel Älteren Menschen und ihre Angehörigen sind in der Lage, sich bedarfsgerecht zu informieren, zu orientieren und selbstständig fundierte Entscheidungen zu für sie relevanten Themen zu treffen. Aufbau und Betrieb einer zentralen, niederschwellig zugänglichen Informationsstelle 60+, Angehörige, Bevölkerung Steinhausen Fachstellen und Akteure (Alter und tute Kt. Zug, Sozialdienste, und weitere Abteilungen der Gemeinde Aufbau einer koordinierten Beratung durch Einbezug von externen Fachstellen 60+, Angehörige, Fachstellen und Akteure Fachstellen und Akteure (Alter und Massnahme 1.2 Information aufarbeiten Wirkungsziel Durch ein breit zugängliches Informationsangebot gelingt es älteren Menschen und ihren Angehörigen, sich einen Überblick zu verschaffen und relevante Angebote rechtzeitig zu finden und nutzen zu können. Information über Angebote und altersspezifische Themen bereitstellen 60+ Angehörige Fachstellen und Akteure (Alter und Information über mehrere Kanäle (Gemeindehomepage, gedruckte Informationsmittel, Veranstaltungen etc.) systematisch ausbauen und koordinieren 60+ Angehörige Fachstellen und Akteure (Alter und Massnahme 1.3 Netzwerk aufbauen Wirkungsziel Durch klare Strukturen und gemeinsame Zielsetzungen wird die Zusammenarbeit der Akteure im gesamten Alters- und Unterstützungsnetz erleichtert und koordiniert, um Doppelspurigkeit zu verhindern. Vernetzungsgefäss mit regelmässigem Austausch und klaren Strukturen schaffen Akteure Fachstellen und Akteure (Alter und Massnahme 1.4 Hilfe beim Digitalisierungsprozess Wirkungsziel Ältere Menschen haben die Möglichkeit ihre digitalen Kompetenzen auszubauen. Bestehende Angebote werden überprüft und bei Bedarf gezielt ergänzt und gefördert. 65+ Pro Senectute Kanton Zug, freiwillig mitenand und mögliche weitere Akteure Wohnen im Alter Die Wohnsituation gewinnt im Alter an Bedeutung: Sie soll Geborgenheit, Sicherheit und Selbstbestimmung ermöglichen. Über 90 % der über 65-jährigen Menschen leben in der Schweiz zu Hause und möchten dies möglichst beibehalten. Viele Menschen wollen in ihrem vertrauten Umfeld bleiben, auch wenn die Wohnsituation nicht altersgerecht ist. Je älter eine Person ist, desto niedriger ist ihre Wohnmobilität. Das Handlungsfeld «Wohnen im Alter» verfolgt das Ziel, Wohnformen zu fördern, die Selbständigkeit und Sicherheit ermöglichen. Es geht darum, ältere Menschen in ihrer vertrauten Umgebung zu unterstützen oder ihnen mit passenden Wohnmodellen interessante Alternativen anzubieten. Der Wohnraum soll geeignet sein für unterschiedliche Lebenssituationen. Dadurch können ältere Menschen soziale Kontakte pflegen und Wertschätzung sowie Geborgenheit erfahren. Massnahme 2.1 Ausbau Alterswohnungsangebot Wirkungsziel Ältere Personen können dank einem Alterswohnangebot ihre Wohnsituation bei Bedarf anpassen. Mit diesem sogenannten intermediären Angebot kann die Nachfrage nach Langzeitpflegeplätzen reduziert werden. Erweiterung des Alterswohnangebots im Rahmen der Weiterentwicklung eines örtlichen Seniorenzentrums prüfen. 80+ zuständige Trägerschaften 1 Realisierungsmöglichkeiten für neue Wohnformen (z. B. Wohnen mit Service oder Betreuung) gemeinsam mit privaten Investoren und weiteren möglichen Akteuren abklären. 65+ relevante Akteure 2 Massnahme 2.2 Wohnen in der vertrauten Umgebung unterstützen Wirkungsziel Durch einfache bauliche Anpassungen in der Wohnung kann die Sicherheit und die Selbständigkeit älterer Menschen in ihrem vertrauten Umfeld gewährleistet und gefördert werden. Informationsveranstaltung mit Präsentation von Hilfsmitteln und Fachstellen 65+ Fachstellen (Pro Senectute, Rheumaliga und weitere Akteure) Ausbau des Wohnberatungsangebots 65+ Sturzprävention Pro Senectute Spezialisierte Architekten und Büros (Anbieter) Massnahme 2.3 Förderung des Baus altersgerechter Wohnräume Wirkungsziel Gute Rahmenbedingungen schaffen Anreize, die es privaten, genossenschaftlichen und institutionellen Bauträgern erleichtern, altersgerechten Wohnraum zu planen und umzusetzen. Altersgerechtes Wohnen im Rahmen raumplanerischer Instrumente und Planungsverfahren berücksichtigen und fördern. Bauherren geeignete Partner 3 Anliegen des altersgerechten Wohnens in Planungs- und Entwicklungsprozesse (auch bei gemeindeeigenen Parzellen) miteinbinden und fördern. Bauherren privaten Investoren, Wohnbaugenossenschaften und geeignete Partner Betreuung und Pflege Viele ältere Menschen wünschen sich, möglichst lange selbstbestimmt leben zu können. Um dies sicherzustellen, gibt es viele flexible ambulante Betreuungs- und Pflegeangebote. Für Personen, die auf eine umfassende Betreuung und Pflege angewiesen sind, ist oft ein Umzug in eine stationäre Altersinstitution die passende Lösung. Das Handlungsfeld «Betreuung und Pflege» verfolgt das Ziel, ein würdiges Alter zu ermöglichen. Dafür braucht es ausreichend Pflegeplätze, qualitativ hochstehende und flexible ambulante Betreuungs- und Pflegeangebote sowie ein unterstützendes Umfeld. Zusätzlich werden dadurch betreuende und pflegende Angehörige entlastet, und durch abgestufte, bedarfsgerechte Angebote werden sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen effizient eingesetzt. Massnahme 3.1 Bedarfsgerechter Ausbau von Pflegebetten Wirkungsziel Durch einen bedarfsgerechten Ausbau der Pflegebetten werden Kapazitäten geschaffen und Engpässe reduziert, so dass eine verlässliche Versorgung älterer Menschen aus Steinhausen gesichert ist. Der bedarfsgerechte Ausbau der Pflegebetten wird geplant. 80+ geeignete Partner 1 Die Eignung des Standorts Seniorenzentrum Weiherpark für den bedarfsgerechten Ausbau von Pflegebetten ist geprüft und als Entscheidungsgrundlage beurteilt. 80+ Stiftung Alterssiedlung Steinhausen, weitere Akteure Alternativen zum Ausbau werden geprüft und bei Bedarf durch Leistungsvereinbarungen mit inner- und ausserkantonalen Pflegeheimen oder durch geeignete Übergangslösungen zur Sicherstellung der benötigten Pflegeplätze umgesetzt. 80+ geeignete Partner 2 Massnahme 3.2 Stärkung betreuender und pflegender Angehöriger Wirkungsziel Betreuende und pflegende Angehörige werden durch gezielte Entlastungs-, Informations- und Unterstützungsangebote gestärkt, so dass eine stabile, tragfähige Betreuungssituation im häuslichen Umfeld ermöglicht wird. Stärkung (Resilienz) durch Information und Beratung 80+, Angehörige Alle Akteure 3 Aufbau von kurzfristigen Entlastungsangeboten 80+, Angehörige Spitex Kt. Zug 3 Ausbildung und Bezahlung via Spitex und anderen Trägerschaften ausbauen 80+, Angehörige 1 Notfallbetreuung pflegender Angehöriger spezialisieren 80+ und deren Angehörige Massnahme 3.3 Alleinstehende Pflegebedürftige unterstützen Wirkungsziel Es wird versucht alleinstehende, pflegebedürftige ältere Menschen in Steinhausen aktiv zu erreichen. Diese erhalten bedarfsgerechte Unterstützungs- und Pflegeleistungen, sodass ihre Lebensqualität, Selbstbestimmung und Versorgungssicherheit im häuslichen Umfeld gewährleistet sind. Für alleinstehende vulnerable 21 Personen wird eine passende Unterstützung angeboten und vermittelt Vulnerable Personen (meist 80+) Spitex Gesundheitsdienste Sozialdienste, Angehörige (falls vorhanden), weitere Akteure (Frauengemeinschaft Steinhausen) 21 verletzlich, verwundbar Massnahme 3.4 Angebote zur Sensibilisierung für den Grundsatz «ambulant vor stationär» Wirkungsziele Die ältere Bevölkerung wird frühzeitig für den Grundsatz «ambulant vor stationär» sensibilisiert, damit die Inanspruchnahme ambulanter Unterstützungs- und Dienstleistungsangebote gestärkt wird und so die Selbstständigkeit möglichst lange erhalten bleibt. Die Leistungsvereinbarungen mit den ambulanten Leistungserbringern werden regelmässig überprüft und entsprechend dem zukünftigen Versorgungsbedarf weiterentwickelt. Bevölkerung Steinhausen Sensibilisierung (Aufklärungsarbeit) der Bevölkerung bezüglich «ambulant vor stationär». Bevölkerung Steinhausen Mobilität im Alter Mobilität gewinnt im Alter besondere Bedeutung: Sie ermöglicht Selbstbestimmung und soziale Teilhabe. Der öffentliche Verkehr bildet dafür eine wichtige Grundlage, erreicht jedoch nicht alle Siedlungsgebiete gleichermassen: Insbesondere in Randgebieten des Dorfes sind die Distanzen zu Haltestellen für Personen mit eingeschränkter Mobilität oft eine Hürde. Hinzu kommen für einzelne ältere Menschen digitale Hürden, unübersichtliche Bahnhöfe oder Unsicherheitsgefühle. Deshalb werden ergänzende Mobilitätsangebote, die das bestehende ÖV-Netz sinnvoll erweitern, immer wichtiger. Mobilität ist mehr als Fortbewegung: Sie schafft Zugang zu Begegnungen, Dienstleistungen und Kultur. Das Handlungsfeld «Mobilität im Alter» bezweckt, älteren Menschen eine sichere, selbstständige und sozial eingebundene Bewegung im öffentlichen Raum zu ermöglichen. Wichtige Dienstleistungs- und Begegnungsorte sollen auch bei eingeschränkten körperlichen Voraussetzungen erreicht werden können. Massnahme 4.1 Kleinräumige Mobilität ausbauen Wirkungsziel Durch flexible und seniorengerechte Mobilitätsformen im Nahbereich werden älteren Menschen kurze Wege im Alltag erleichtert, und ihre Selbständigkeit wird unterstützt. Mögliche Trägerschaften, gemeinsam mit geeigneten Organisationen werden geprüft. (Mietstationen für Seniorenmobile, Ruftaxis) 80+ Externe Trägerschaften 3 Der Mobilitätsbedarf der Bevölkerung ist erhoben und als Grundlage für die Weiterentwicklung entsprechender Angebote dokumentiert. 80+ Interne oder externe Erhebung 2 Die Machbarkeit und der Bedarf eines Ortsbusses sind geprüft und die Ergebnisse als Entscheidungsgrundlage festgehalten. 65+ Relevante Verwaltungsabteilungen 2 Massnahme 4.2 Altersgerechten öffentlichen Raum weiterentwickeln Wirkungsziel Durch die Weiterentwicklung eines altersgerecht gestalteten öffentlichen Raums werden Sicherheit, Orientierung und selbständige Nutzbarkeit im Alltag für ältere Menschen verbessert. Systematische Erhebung der Bedürfnisse und Anforderung an den öffentlichen Raum von Menschen mit eingeschränkter Mobilität, unabhängig von einzelnen Bauprojekten 65+ Relevante Verwaltungsabteilungen 1 Planung der Mitwirkungs- und Beteiligungsmöglichkeiten der Bevölkerung 65+ Relevante Verwaltungsabteilungen 1 Massnahme 4.3 Entsorgungsmöglichkeiten verbessern Wirkungsziel Durch zugängliche, alltagstaugliche und bei Bedarf organisierte Entsorgungslösungen können ältere Menschen Entsorgungsaufgaben selbstorganisiert bewältigen. Verschiedene Unterstützungsdienste werden geprüft 80+ Nachbarschaftshilfe/freiwillig mitenand, Kirchen und weitere Gesundheit und Prävention Prävention und Gesundheitsförderung im Alter sind essenziell, um chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme) zu vermeiden, altersbedingte Risiken zu minimieren, Muskelabbau entgegenzuwirken und geistige Fitness zu erhalten. Prävention und Gesundheitsförderung können dazu beitragen, dass ältere Menschen möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden leben und mobil bleiben können. Wichtig ist eine gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung, das Verhindern von Stürzen und die soziale Teilhabe. Die Gemeinden zählen zu den institutionellen Akteuren, die der Bevölkerung am nächsten sind und auf verschiedenen Ebenen aktiv werden können. So können Gesundheitsrisiken früher erkannt und besser bewältigt werden. Eine demenzfreundliche Gemeinde schafft zudem ein Umfeld, in dem Betroffene und Angehörige entlastet werden und sich besser orientieren können. Massnahme 5.1. Präventive Angebote ausbauen Wirkungsziel Durch die Weiterentwicklung einfacher, zugänglicher und präventiver Angebote werden gesundheitliche und soziale Belastungen frühzeitig erkannt und reduziert, und die Selbständigkeit älterer Menschen bleibt länger erhalten. Treffpunkte für Bewegungsangebote schaffen (z. B. Tanz) 65+ Fachstellen und Akteure (Alter und Information und Angebote zu präventiven Themen werden unterstützt 65+ Fachstellen und Akteure (Alter und Massnahme 5.2. Angebote im öffentlichen Raum Wirkungsziel Durch aktivierende und gut zugängliche Elemente im öffentlichen Raum wird die körperliche und geistige Fitness gefördert, und ältere Menschen werden dabei unterstützt, ihre Selbstständigkeit zu erhalten. Möglichkeiten für Elemente im öffentlichen Raum prüfen 60+ Akteure im Bereich Gesundheitsförderung Planung und Umsetzung gesundheitsfördernder Bewegungs- und Erlebnisorte 65+, Bevölkerung Steinhausen Akteure im Bereich Gesundheitsförderung Massnahme 5.3. Sensibilisieren Wirkungsziel Durch alltagsnahe Impulse präventiver und gesundheitsfördernder Aktivitäten wird das Bewusstsein gefördert, was dem eigenen Wohlbefinden förderlich ist. Aktivitäten / Veranstaltungen unter dem Titel «Was tut mir gut?» entwickeln 65+ Fachstellen und Akteure (Alter und Massnahme 5.4 Demenzfreundliche Gemeinde Wirkungsziel Ältere Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen leben in Steinhausen möglichst selbstbestimmt, sicher und sozial eingebunden in ihrem vertrauten Umfeld, weil unterstützende Strukturen, Orientierungshilfen und gesellschaftliche Sensibilisierung bedarfsgerecht gewährleistet sind. Entwicklung eines Leitfadens «Demenzfreundliche Gemeinde» Menschen mit Demenz, Angehörige, Bevölkerung, lokale Akteure Spitex, Hausärztinnen und -ärzte, Pro Senectute, lokale Organisationen Aufbau eines Sensibilisierungs- und Schulungsangebots für Dienstleistende Bevölkerung, Mitarbeitende lokale Firmen Alzheimer Zug, lokale Betriebe, Vereine, Akteure im Bereich Gesundheit und Alter Entwicklung und Umsetzung von niederschwelligen Unterstützungs- und Sensibilisierungsangeboten im Alltag für die allgemeine Bevölkerung Menschen mit Demenz, Angehörige Spitex, Sozialdienste, Alzheimer Zug, Freiwilligenorganisationen, Kirchen und weitere Begegnung und Gemeinschaft Mit zunehmendem Alter nehmen spontane Begegnungen und soziale Kontakte häufig ab. Mobilität, gesundheitliche Einschränkungen oder der Wegfall vertrauter Netzwerke können dazu führen, dass ältere Menschen weniger Möglichkeiten haben, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dies birgt die Gefahr von Vereinsamung und dem Verlust von Zugehörigkeit. Das Handlungsfeld «Begegnung und Gemeinschaft» schafft Räume und Gelegenheiten, in denen ältere Menschen aktiv Beziehungen pflegen und unkompliziert neue Kontakte knüpfen oder einfach teilhaben können. So entsteht ein soziales Netz, das Sicherheit, Freude und Sinn vermittelt – ältere Menschen können zudem ihre Erfahrungen weitergeben und Wertschätzung erleben. Massnahme 6.1 Treffpunkte im Innen- und Aussenraum gestalten Wirkungsziel Unkompliziert zugängliche, niederschwellige und generationenübergreifende Begegnungsorte im Innen- und Aussenraum fördern soziale Kontakte, stärken das Zugehörigkeitsgefühl und wirken Einsamkeit im Alltag entgegen. Partizipative Standortanalysen für altersfreundliche Innen- und Aussenraum- Treffpunkte (inkl. Nutzungskriterien und Betriebskonzept) 65+ Bei Bedarf Beizug weiterer Akteure 1 Temporäre, mobile, saisonale oder permanente Elemente als Begegnungsorte nutzen 65+ Fachstellen und Akteure (Alter und Massnahme 6.2 Dorfkern/Dorfplatz gestalten Wirkungsziel Durch einen einladenden Begegnungsort im Zentrum von Steinhausen werden soziale Kontakte gefördert und das Zugehörigkeitsgefühl wird gestärkt, was Einsamkeit bei Jung und Alt entgegenwirkt. Temporäre und stationäre Projekte entwickeln 65+ Externe Steakholder 2 Bauliche und gestalterische Aufwertung des Dorfkerns/Dorfplatzes unter Einbezug von Sicherheits-, Zugänglichkeits- und Aufenthaltsaspekten 60+ Bevölkerung 2 Massnahme 6.3 Freiwilligenarbeit ausbauen und unterstützen Wirkungsziel Durch eine bedarfsgerecht weiterentwickelte und gut abgestützte Freiwilligenarbeit werden ältere Menschen im Alltag unterstützt, soziale Teilhabe wird gefördert und es werden Möglichkeiten geschaffen, eigene Ressourcen einzubringen und sich im Rahmen der individuellen Möglichkeiten zu engagieren. Bestehende Freiwilligenorganisationen, Vereine, Nachbarschaftshilfen sowie informelle Gruppen werden gezielt und bedarfsorientiert unterstützt. 65+ Fachstellen und Akteure (Alter und tute Kt. Zug, Sozialdienste, Benevol 9. Evaluation und Weiterbearbeitung Für die Umsetzung der Massnahmen ist primär die Gemeinde verantwortlich, namentlich die Abteilungsleitung und die Altersbeauftragte der Abteilung Soziales und Gesundheit (SuG). Diese erstellen eine Jahres- und Ressourcenplanung und sichern die Aufnahme der geplanten Aufwände ins Budget. Bei Bedarf werden weitere Akteure aus dem Alters- und Gesundheitsbereich beigezogen. Wo sinnvoll, können Massnahmen in bestehende Gesamtprojekte der Gemeinde eingebettet werden. Erfolgskontrolle • Jährliche Erfolgskontrolle durch SuG und Alterskommission • Jährliche Anpassung der Umsetzungsplanung durch SuG und Alterskommission • Alle zwei Jahre: Erfolgskontrolle unter Einbezug relevanter Fachstellen und Institutionen und Information Gemeinderat • Nach zehn Jahren erfolgt eine vollständige Überarbeitung der Strategie unter Miteinbezug der Erfolgskontrolle/n. 10. Anhang 10.1 Literaturverzeichnis Alzheimer Zug (2025). Demenz in der Schweiz 2025. Kanton Zug. alzheimer-schweiz.ch. https://www.alzheimer-schweiz.ch/de/zug/publikationen-produkte. Abgerufen am 17.06.2026. Bundesamt für Gesundheit (BAG), Erhebung der Restfinanzierung von Kantonen und Gemeinden für Pflegeleistungen nach KVG 2020-2024. Erhebung der Restfinanzierung von Kantonen und Gemeinden für Pflegeleistungen nach KVG 2020-2024.pdf Abgerufen am 08.09.2026 Bundesamt für Gesundheit (BAG), Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) (2016). Nationale Demenzstrategie 2014–2019. Erreichte Resultate 2014−2016 und Prioritäten 2017−2019. Schweizerischer Bundesrat. (2019). Botschaft zum Bundesgesetz über die Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung (BBl 2019 4103). Bundesblatt. https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2019/1504/de Bundesamt für Statistik BFS (2025). Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz und der Kantone 2025–2055. Bundesrat (2007). Strategie für eine schweizerische Alterspolitik. Bundesamt für Sozialversicherung. https://www.bsv.admin.ch/dam/de/sd-web/Todwc-im4icp/br-bericht-strategie-schweizerische-alterspolitik.pdf. Abgerufen am 17.06.2026. CuraData (2025). Bevölkerungsdaten sämtlicher Schweizer Ortschaften. Dorn, M., Pahud, O. & Dutoit, L. (2023). Statistische Grundlagen für die Versorgungsplanung der Alters- und Langzeitpflege im Kanton Zug. Bedarfsprognosen von 2019 bis 2030. Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium. Höpflinger, F. (2026). Alter im Wandel. Zeitreihen für die Schweiz. hoepflinger.com. http://www.hoepflinger.com/fhtop/Wandel-des-Alters.pdf. Abgerufen am 17. Juni 2026. Klott, Stefan (2014). Theorien des Alters und des Alterns, in: Becker, S. & Brandenburg, H. (Hrsg.): Lehrbuch Gerontologie. Gerontologisches Fachwissen für Pflege- und Sozialberufe – eine interdisziplinäre Aufgabe. Bern: Huber, 37–74. Neumann, Christian Alexander (Hrsg.) (2023): Old Age before Modernity. Case Studies and Methodological Perspectives, 500 BC–1700 AD. Heidelberg: Heidelberg University Publishing. santésuisse (2024). Pflegereport 2024. santesuisse.ch. https://www.santesuisse.ch/fileadmin/sas_content/Studie_Pflegereport_2024.pdf. Abgerufen am 17.06.2026. Stocker, S. (2024): Überprüfung und Aktualisierung der nationalen Alterspolitik (Postulat Ständerat). parlament.ch. https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20243085. Abgerufen am 12.06.2026. 10.2 Weiterführende Informationen Gerontologie.ch, Netzwerk für Lebensqualität im Alter Pellegrini, S., Dutoit, L., Pahud, O. & Dorn, M. (2022). Bedarf an Alters- und Langzeitpflege in der Schweiz. Prognosen bis 2040 (Obsan-Bericht 03/2022). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium. Seifert, A. (2025). Digital Seniors 2025. Zürich: Pro Senectute Schweiz. 10.3 Glossar Nachfolgend eine kurze Erklärung der wichtigsten Begriffe rund um das Thema Alter: Alter Das Alter wird heute nicht mehr nur chronologisch (z. B. ab 65) definiert, sondern auch funktional, d. h. es werden körperliche, psychische und soziale Aspekte berücksichtigt. Altern ist ein individueller Prozess und zeigt sich bei Menschen, die chronologisch gleich alt sind, auf ganz unterschiedliche Weise Drittes Alter Das dritte Lebensalter beginnt in der Regel ab 65 Jahren und umfasst eine Phase von meist guter Gesundheit, Autonomie und aktiver Lebensgestaltung. Viertes Alter Das vierte Lebensalter beginnt zwischen 80 und 85 Jahren und bezeichnet die Phase der Hochaltrigkeit, in der gesundheitliche Einschränkungen und Unterstützungsbedarf deutlich zunehmen. Alterspolitik Gesamtheit der politischen und gesellschaftlichen Massnahmen, die auf die Verbesserung der Lebensqualität und der Teilhabe älterer Menschen abzielen. In der Schweiz dezentral organisiert, die Verantwortung auf Bund, Kantone und Gemeinden verteilt. Demenzfreundlichkeit Lebensräume, Kommunikation und Angebote werden so gestaltet, dass Menschen mit Demenz sich sicher, akzeptiert und integriert fühlen können. Babyboomer-Generation Menschen, die zwischen ca. 1946 und 1964 geboren wurden. Diese Generation tritt derzeit ins Pensionsalter ein und unterscheidet sich stark von früheren Alterskohorten. 10.4 Projektorganisation 10.5 Gesetzliche Grundlagen Die Gesetze enthalten folgende Regelungen: • Aufgabenteilung: Der Kanton übernimmt die Kosten für Akutmedizin und Rehabilitation, während die Gemeinden für die stationäre Langzeitpflege und die spitalexterne Pflege verantwortlich sind. • Kostenübernahme: Die Gemeinden tragen die ungedeckten Pflegekosten nach Abzug der Krankenversicherungsbeiträge, der Patientenbeteiligung und allfälliger Vergütungen Dritter. • Finanzielle Tragbarkeit: Die Gemeinden sorgen durch eigene Beiträge dafür, dass die Kosten für betroffene Personen tragbar bleiben. • Vergütungssysteme: Das Gesetz regelt die Finanzierung und die Tarife für Pflegeleistungen, um eine faire Kostenverteilung zu gewährleisten. Diese Regelungen stützen sich auf folgende gesetzliche Grundlagen: • Gesundheitsgesetz des Kantons Zug (BGS 821.1) Gemäss dem Gesundheitsgesetz des Kantons Zug tragen die Gemeinden die Verantwortung für die Sicherstellung einer bedarfs- und fachgerechten Pflegeversorgung ihrer Einwohnerinnen und Einwohner. Diese Versorgungsverantwortung umfasst sowohl die ambulante als auch die stationäre Pflege, einschliesslich der Sicherstellung ausreichender Pflegeheimplätze im Rahmen der kantonalen Pflegeplanung. Die Gemeinden können diese Aufgabe durch eigene Einrichtungen wahrnehmen oder an Dritte übertragen. • Gesetz über die öffentliche Sozialhilfe (BGS 851.1) Regelt die Zuständigkeiten und Leistungen der Sozialhilfe, einschliesslich Unterstützungsleistungen für ältere Personen. • Verordnung über die stationäre und ambulante Langzeitpflege (BGS 826.113) Definiert die Finanzierung und Organisation der Langzeitpflege, einschliesslich der Betreuungstaxen für Pflegebedürftige. • Gesetz über Leistungen für Menschen mit Behinderung (BGS 861.5) Regelt Leistungen für Menschen mit Behinderungen, die auch für ältere Personen mit entsprechenden Bedürfnissen relevant sein können. • Gesundheitsgesetz Zug (BGS 821.1) Regelt das öffentliche Gesundheitswesen im Kanton Zug. Es bezweckt, die Gesundheit der Menschen unter Beachtung von Eigenverantwortung und Wirtschaftlichkeit zu schützen, zu erhalten, zu fördern und wiederherzustellen. • Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur AHV/IV (EG ELG) (BGS 841.7) Dieses Gesetz konkretisiert die Umsetzung des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen (ELG) im Kanton Zug und legt kantonale Zuständigkeiten und Verfahren fest. • Verordnung zum Gesetz über soziale Einrichtungen (SEV) (BGS 861.512) Diese Verordnung konkretisiert die Bestimmungen des Gesetzes über soziale Einrichtungen und regelt die Voraussetzungen und Verfahren für die Anerkennung und Finanzierung von sozialen Einrichtungen im Kanton Zug. 10.6 Fachstellen und Angebote Gemeinde Steinhausen Der Erhalt der Selbständigkeit im Alter und die gegenseitige Hilfeleistung sind die Hauptziele der Altersarbeit der Gemeinde Steinhausen. Information In Steinhausen erscheint jeden Monat das Magazin Aspekte der Gemeinde, der Vereine, der Kirchgemeinde und des Gewerbes, mit vielen Informationen auch für die ältere Bevölkerung. Zudem steht die Altersbeauftragte der Gemeinde jederzeit für eine Beratung zur Verfügung. Sozialberatung In der Sozialberatung werden Menschen in persönlichen Gesprächen zu Themen wie Gesundheit, Pflege, Alter, Arbeit, Finanzen, Sozialversicherungen oder Familie beraten. Je nach Thema werden weitere spezialisierte Fachstellen vermittelt. Dieses Angebot kann jederzeit ohne Voranmeldung auf der Gemeinde genutzt werden. Wirtschaftliche Sozialhilfe • Für Menschen, die sich in einer schwierigen finanziellen Lage befinden, deren Einkommen nicht reicht oder die von Obdachlosigkeit betroffen sind, finden in der wirtschaftlichen Sozialhilfe Unterstützung. Die wirtschaftliche Unterstützung erfolgt gestützt auf die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe. • Ein Anspruch auf Sozialhilfe besteht, wenn eine Person sich nicht selbst helfen kann und auch von Dritten keine oder nicht rechtzeitig Hilfe erhält. Für Personen mit einer AHV-Rente ist eine Anmeldung bei den Ergänzungsleistungen zwingend notwendig. Die Gemeinde Steinhausen bietet Unterstützung bei der Anmeldung. Demenzfreundliche Gemeinde Die Einwohnergemeinde Steinhausen hat sich das Ziel gesetzt, eine demenzfreundliche Gemeinde zu werden. Das bedeutet ein Ort zu sein, an dem Menschen mit Demenz respektiert, unterstützt und aktiv in das gesellschaftliche Leben eingebunden sind. In einem World Café wurde der Bedarf bei verschiedenen Stakeholdern ermittelt und in einer öffentlichen Veranstaltung präsentierten sich verschieden Akteure und tauschten sich aus. Weitere Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Seniorenzentrum Weiherpark sind geplant, mit dem Ziel, bestehende Beratungsangebote niederschwelliger zugänglich zu machen und den Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen zu stärken. Seniorenzentrum Weiherpark Das Seniorenzentrum Weiherpark wird von der Stiftung Alterssiedlung Steinhausen betrieben und bietet rund 50 älteren Menschen ein Zuhause mit Pflege und Betreuung. Die Wohnanlage ist barrierefrei und eingebettet in eine gepflegte Parkumgebung nahe dem Dorfzentrum. Neben der professionellen Pflege und Betreuung von pflegebedürftigen Menschen legt das Seniorenzentrum Weiherpark grossen Wert auf Alltagsnähe, Selbstbestimmung und soziale Teilhabe. Ein vielfältiges Therapie- und Aktivierungsprogramm, gemeinschaftliche Räume sowie ein öffentliches Café fördern Ressourcen, Begegnung, Austausch und soziale Integration. Ergänzt wird das Angebot durch einen geschützten Bereich für Menschen mit Demenz sowie verschiedene Dienstleistungen wie Physiotherapie, mobile Dentalhygiene, Coiffeur oder Seelsorge. Geplant ist eine Erweiterung mit rund 50 zusätzlichen Pflegeplätzen. Pro Senectute Kanton Zug in Steinhausen Pro Senectute Kanton Zug ist eine gemeinnützige, unabhängige Stiftung, die sich für das Wohl, die Würde und die Rechte von älteren Menschen im Kanton Zug einsetzt. Sie unterstützt und fördert die Selbständigkeit und die Lebensqualität bis ins hohe Alter und ist die zentrale Informations- und Anlaufstelle für alle Altersfragen. • Gesund altern im Kanton Zug (GAZ): 2× jährlich Gesundheitsveranstaltungen in Steinhausen und persönliche Beratung zu Gesundheitsthemen • GAZ wird von Pro Senectute Kanton Zug in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gemeinden angeboten und vom Kanton Zug unterstützt. Das Präventionsangebot richtet sich an die Zuger Bevölkerung 65+. • Fachberatung für Altersfragen: Wir beraten Personen im AHV-Alter sowie deren Angehörige bei allen Fragen rund ums Älterwerden kostenlos und kompetent zu folgenden Themen: o Sozialversicherungsfragen o Alltagsgestaltung und Erweiterung der sozialen Kontakte o Vermittlung von Dienstleistungen und Hilfsmitteln o Wohnberatung und Heimeintritte o Vorsorgeberatung und Docupass (Vorsorgeauftrag, Testament, Patientenverfügung) o Unterstützung bei Budget und Finanzfragen o Bewältigungshilfe bei persönlichen Lebensschwierigkeiten Zudem bestehen folgende kostenpflichtige Services wie Treuhanddienst/Einkommensverwaltung, Steuererklärungsdienst, Arbeiten bei Wohnungswechsel und Umzug ins Heim, Arbeiten nach dem Todesfall und Nachlassverwaltung. (Für das Angebot Sozialberatung, Beratung im Heim und Arbeiten beim Umzug/Heimübertritt besteht eine Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde.) • Kostenlose Treffs (Smartphone- und Tablet-Treff sowie Strick- und Häkeltreff in Steinhausen): Gemeinsam etwas unternehmen, Neues kennenlernen und sich in der Gruppe austauschen. Der Einstieg ist jederzeit möglich und die Treffen sind kostenlos. • Niederschwellige Bewegungsangebote (Aquafitness, Gedächtnis und Bewegung, FitGym): Pro Senectute Kanton Zug organisiert Kurse und Sportgruppen. All diese Angebote werden von speziell dafür ausgebildeten Personen geleitet. • Tavolata 1× pro Monat in Steinhausen: Füreinander kochen, miteinander essen und diskutieren ist eine spannende Bereicherung des Alltags. Tavolata bietet mit lokalen selbstorganisierten Tischrunden ein Netzwerk, um Menschen zusammenzubringen. • Hilfe zu Hause: Die Alltagsassistenz von Pro Senectute Kanton Zug bietet eine Kombination aus Pflege, Betreuung, Haushaltsarbeiten und gemeinsamen Aktivitäten, damit Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Die Alltagsassistenz ist 365 Tage im Jahr möglich: je nach Wahl stunden- oder tageweise, längerdauernde Einsätze oder Tag- und Nachtschichten. (Für das Angebot der Alltagsassistenz besteht eine Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde.) Spitex Kanton Zug • Die Pflege bietet ein breites Angebot von Leistungen gemäss Krankenpflege-Leistungsverordnung (7 Tage / 24 Stunden) an. Diese umfassen die gesamte Breite von der täglichen Grundpflege bis hin zur komplexen Behandlungspflege. Die Pflege ist 365 Tage im Jahr unterwegs. • Nachtdienst, der 365 Tage im Jahr die Kundinnen und Kunden in der Nacht unterstützt und betreut. • Der Fachbereich Palliative Care unterstützt Menschen mit einer schwer fortschreitenden und nicht heilbaren Krankheit bis zu ihrem Lebensende. Der Schwerpunkt richtet sich auf die Prävention und die Linderung von Beschwerden. • Der Fachbereich Psychiatrische Pflege stützt betroffene Menschen in Krisen, stärkt ihre Selbstständigkeit in der Tagesstruktur und hilft ihnen, die Herausforderungen des täglichen Lebens in ihrer gewohnten Umgebung zu meistern. • Der Fachbereich Hauswirtschaft und Betreuung unterstützt Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder in belastenden Situationen auch bei hauswirtschaftlichen und alltäglichen Aufgaben. Die Hauswirtschaft und Betreuung ist von Montag bis Freitag von 7.30 bis 18.00 Uhr unterwegs und kann über die Zusatzversicherung oder, wenn vorhanden, über die Ergänzungsleistungen abgerechnet werden. Der Tarif pro Stunde beträgt CHF 36. • Kundenwünsche, die über den Leistungsrahmen der Hauswirtschaft und Betreuung hinausgehen, können via Komfort-Leistungen abgedeckt werden. Diese werden zum Selbstkostenpreis von CHF 85 angeboten. • Der Frischmahlzeitendienst liefert während 365 Tagen im Jahr frisch zubereitete und saisonale Speisen direkt zu den Kunden nach Hause. Der Tarif für eine Mahlzeit beträgt CHF 18. Kundenspezifische Bedürfnisse wie Allergien werden berücksichtigt. Kirchliche Angebote der reformierten und der katholischen Kirche Steinhausen: *Angebote grundsätzlich offen für alle, nicht nur speziell für SeniorInnen • *Seelsorge: Einzelgespräche vor Ort oder per Telefon, geplant oder spontan. Im Besonderen bei Lebensübergängen wie Tod, Heirat, Geburt, Arbeitsverlust, Krankheit, Scheidung, Armut, Versöhnung, etc. • *Sterbe- und Trauerbegleitung: Rituale, Segnungen, Krankensalbung, Handauflegen, Abdankungen, Beerdigungen, Gespräche • Besuche: Hauskommunion, Geburtstage ab 70 / 80 Jahre, *Kranke zu Hause, Spital und Weiherpark • Begleiten: Ökumenische Wegbegleitungsgruppe, Seniorenanlässe mit Trix Gaier, *Frauengemeinschaft • *Regelmässige Begegnungsangebote: Mäntigskafi, Strick- und Häkeltreff, Meditationen, Qi Gong über Mittag, meditatives Tanzen, verschiedene Singangebote (Chöre) • Gottesdienste: kath. / ref. / ökum., manchmal mit Apero; verschiedene Tage und Orte • *Mittagstisch wöchentlich jeweils am Dienstag, ausser während der Schulferien • Ferien: Pastoralraum Lorze 1 Woche pro Jahr, Bezirke 1 Woche pro Jahr (ref. Kirche Hünenberg-Rotkreuz für Teilmobile) • *Zusammenarbeit mit Sozialdiensten: Leuchtturm Diakonie & Soziales, Zug; Sozialberatungsdienst St. Martin, Baar; Pfarreisozialdienst Cham-Hünenberg. Auftraggebende sind die Katholische Kirchgemeinde der Stadt Zug, die Pfarrei Baar sowie die Pfarreien Cham und Hünenberg. freiwillig mitenand Nachbarschaftshilfe kann vieles sein. Wie sie genau aussieht und was sie beinhaltet, bestimmen die Menschen, die sie leisten. freiwillig mitenand vermittelt und koordiniert die Nachbarschaftshilfe in Steinhausen. • Vermittlung: kleine Handreichungen, Besorgungen / Einkauf, kleine Näh- und Flickarbeiten, einfache Administration, leichte Gartenarbeit, einfache Reparaturen, Haustierbetreuung oder Hilfe bei Computerproblemen • Koordination: begleitete Spaziergänge, Besuche, Gesellschaft leisten, Betreuung von Kindern oder Erwachsenen, Spielkameraden Angebote: • Lesen mitenand: Freiwillige Helferinnen und Helfer von «freiwillig mitenand» stellen sich zur Verfügung, um regelmässig mit Kindern der 2. bis 4. Klasse gemeinsam zu lesen und die Freude an der Buchwelt zu wecken. «Lesen mitenand» wird zu individuellen Zeiten auf Anfrage und Absprache kostenlos angeboten und findet in der Bibliothek Steinhausen statt. Das Angebot wird von Fachpersonen der Bibliothek begleitet. • Deutsch-Konversationsklub: für Unterhaltungen in lockerer Atmosphäre auf Deutsch. Es wird einmal im Monat über verschiedene Themen gesprochen. Geeignet für Personen, die über mittlere Deutschkenntnisse verfügen. Findet in der Bibliothek Steinhausen statt. • Computeria: Unterstützung bei der Benutzung des PCs, Laptops, Smartphones, Tablets oder der Heimelektronik. In der Bibliothek Steinhausen erhält man einmal im Monat unkompliziert praktische Unterstützung und Tipps von erfahrenen freiwilligen Beraterinnen und Beratern. • Café International: Im Café International lernt man andere Kulturen kennen, schliesst neue Freundschaften und erlebt spannende Vorträge, die Neugier und Kreativität anregen. Zudem wird Deutsch gesprochen, um den Teilnehmenden die Integration im Dorf zu erleichtern. Es werden Themen wie das Schulsystem im Kanton Zug, die Schule Steinhausen, Schweizer Kultur und Aktuelles aus der Gemeinde vermittelt. Dabei unterstützen sich Fremdsprachige und Schweizer gegenseitig im Austausch. Das Café öffnet einmal monatlich am Donnerstagmorgen im Jugendtreff, Zentrum Chilematt, Steinhausen. • Spaziergänge: Dieses Angebot richtet sich an Seniorinnen und Senioren, die Lust auf gemütliche Spaziergänge durch die nahe Umgebung haben. Gehhilfen (Stöcke, Rollator) sind kein Hindernis. Die Spaziergänge finden in Kleingruppen statt und werden begleitet. Die Länge / Dauer wird individuell den Gehfähigkeiten der Teilnehmenden angepasst. Nach dem Spaziergang geht es zum Kaffee in geselliger Runde. Verein Senioren Steinhausen Der Verein Senioren Steinhausen wurde im Jahr 1973 gegründet. Er engagiert sich für eine aktive Freizeitgestaltung unter dem Motto «gemeinsam statt einsam» und fördert so den Kontakt unter den Seniorinnen und Senioren. Das breite Angebot an vielfältigen Aktivitäten aus den Bereichen Sport, Kultur und Geselligkeit trägt zur Verbesserung und Erhaltung der körperlichen und geistigen Fitness bei. Für bewegungsfreudige Naturliebhaber bieten sich Wanderungen, Walking und Velofahrten an. Spannende Themen an Seniorennachmittagen sowie Ausflüge mit imposanten Besichtigungen sorgen für gemeinsame kulturelle Erlebnisse. Der Mittagsclub lädt zum genussvollen Essen im gediegenen Rahmen ein. Und wer gerne lauschend in die bunte Welt der Geschichten eintaucht, ist im Kreise der Erzählnachmittage gut aufgehoben. Die Angebote richten sich an Personen ab 60 Jahren. 10.7 Umsetzungsplanung Handlungsfelder und Massnahmen Leistungen und Tätigkeiten 2026 2027 2028 2029 2030 Information und Beratung 1.1. Aufbau einer Informationsstelle Aufbau und Betrieb einer zentralen, niederschwellig zugänglichen Informationsstelle Aufbau einer koordinierten Beratung durch Einbezug von externen Fachstellen 1.2 Informationen aufarbeiten Information über Angebote und altersspezifische Themen bereitstellen Information über mehrere Kanäle (Gemeinde-homepage, gedruckte Informationsmittel, Veranstaltungen etc.) systematisch ausbauen und koordinieren 1.3 Netzwerk aufbauen Vernetzungsgefäss mit regelmässigem Austausch und klaren Strukturen schaffen 1.4 Hilfe beim Digitalisierungsprozess Bestehende Angebote werden überprüft und bei Bedarf gezielt ergänzt und gefördert. Handlungsfelder und Massnahmen Leistungen und Tätigkeiten 2026 2027 2028 2029 2030 Wohnen im Alter 2.1 Ausbau Alterswohnungsangebot Erweiterung des Alterswohnangebots im Rahmen der Weiterentwicklung eines örtlichen Seniorenzentrums prüfen. Realisierungsmöglichkeiten für neue Wohnformen (z. B. Wohnen mit Service oder Betreuung) gemeinsam mit privaten Investoren und weiteren möglichen Akteuren abklären. 2.2 Wohnen in der vertrauten Umgebung unterstützen Informationsveranstaltung mit Präsentation von Hilfsmitteln Ausbau des Wohnberatungsangebots 2.3. Förderung des Baus altersgerechter Wohnräume Altersgerechtes Wohnen im Rahmen raumplanerischer Instrumente und Planungsverfahren berücksichtigen und fördern. Anliegen des altersgerechten Wohnens in Planungs- und Entwicklungsprozesse (auch bei gemeindeeigenen Parzellen) miteinbinden und fördern. Handlungsfelder und Massnahmen Leistungen und Tätigkeiten 2026 2027 2028 2029 2030 Betreuung und Pflege 3.1 Bedarfsgerechter Ausbau von Pflegebetten Der bedarfsgerechte Ausbau der Pflegebetten wird geplant. Die Eignung des Standorts Seniorenzentrum Weiherpark für den bedarfsgerechten Ausbau von Pflegebetten ist geprüft und als Entscheidungsgrundlage beurteilt. Alternativen zum Ausbau werden geprüft und bei Be-darf durch Leistungsvereinbarungen mit inner- und ausserkantonalen Pflegeheimen oder durch geeignete Übergangslösungen zur Sicherstellung der benötigten Pflegeplätze umgesetzt. 3.2 Stärkung betreuender und pflegender Angehöriger Stärkung (Resilienz) durch Information und Beratung Aufbau von kurzfristigen Entlastungsangeboten Ausbildung und Bezahlung via Spitex und anderen Trägerschaften ausbauen Handlungsfelder und Massnahmen Leistungen und Tätigkeiten 2026 2027 2028 2029 2030 Notfallbetreuung pflegender Angehöriger spezialisieren 3.3 Alleinstehende Pflegebedürftige unterstützen Für alleinstehende vulnerable Personen wird eine passende Unterstützung angeboten und vermittelt 3.4 Angebote zur Sensibilisierung für den Grundsatz «ambulant vor stationär» Die Leistungsvereinbarungen mit den ambulanten Leistungserbringern werden regelmässig überprüft und entsprechend dem zukünftigen Versorgungsbedarf weiterentwickelt. Sensibilisierung (Aufklärungsarbeit) der Bevölkerung bezüglich «ambulant vor stationär». Mobilität im Alter 4.1 Kleinräumige Mobilität ausbauen Mögliche Trägerschaften, gemeinsam mit geeigneten Organisationen werden geprüft. (Mietstationen für Seniorenmobile, Ruftaxis) Der Mobilitätsbedarf der Bevölkerung ist erhoben und als Grundlage für die Weiterentwicklung entsprechender Angebote dokumentiert. Handlungsfelder und Massnahmen Leistungen und Tätigkeiten 2026 2027 2028 2029 2030 Die Machbarkeit und der Bedarf eines Ortsbusses sind geprüft und die Ergebnisse als Entscheidungs-grundlage festgehalten. 4.2 Altersgerechten öffentlichen Raum weiterentwickeln Die Machbarkeit und der Bedarf eines Ortsbusses sind geprüft und die Ergebnisse als Entscheidungs-grundlage festgehalten. Planung der Mitwirkungs- und Beteiligungsmöglichkeiten der Bevölkerung 4.3 Entsorgungsmöglichkeiten verbessern Verschiedene Unterstützungsdienste werden geprüft Gesundheit und Prävention 5.1 Präventive Angebote ausbauen Treffpunkte für Bewegungsangebote schaffen (zB.Tanz) Information und Angebote zu präventiven Themen werden unterstützt 5.2 Angebote im öffentlichen Raum Möglichkeiten für Elemente im öffentlichen Raum prüfen Planung und Umsetzung gesundheitsfördernder Bewegungs- und Erlebnisorte Handlungsfelder und Massnahmen Leistungen und Tätigkeiten 2026 2027 2028 2029 2030 5.3 Sensibilisieren Aktivitäten / Veranstaltungen unter dem Titel «Was tut mir gut?» entwickeln 5.4 Demenzfreunliche Gemeinde Entwicklung eines Leifadens «Demenzfreundliche Gemeinde» Aufbau eines Sensibilisierungs- und Schulungsangebots für öffentliche Dienste Entwicklung und Umsetzung von niederschwelligen Unterstützungs- und Sensibilisierungsangeboten im Alltag für die allgemeine Bevölkerung Begegnung und Gemeinschaft 6.1 Treffpunkte im Innen- und Aussenraum gestalten Partizipative Standortanalysen für altersfreundliche Innen- und Aussenraum Treffpunkte (inkl. Nutzungskriterien und Betriebskonzept) Temporäre, mobile, saisonale oder permanente Elemente als Begegnungsorte nutzen 6.2 Dorfkern/Dorfplatz gestalten Temporäre und stationäre Projekte entwickeln Handlungsfelder und Massnahmen Leistungen und Tätigkeiten 2026 2027 2028 2029 2030 Bauliche und gestalterische Aufwertung des Dorf-kerns/Dorfplatzes unter Einbezug von Sicherheits-, Zugänglichkeits- und Aufenthaltsaspekten 6.3 Freiwilligenarbeit ausbauen und unterstützen Bestehende Freiwilligenorganisationen, Vereine, Nachbarschaftshilfen sowie informelle Gruppen werden gezielt und bedarfsorientiert unterstützt. 10.8 Operative Hinweise und Umsetzungsprinzipien zu den Massnahmen 1. Information und Beratung Informations- und Beratungsstelle • Niederschwellig, neutral, einfach erreichbar (zeitlich und örtlich); optional als Treffpunkt mit informellen Kontakten • Trägerschaft durch Netzwerkpartner; Lead Gemeinde • Triage, Information, Beratung, Vermittlung von Angeboten • Themen: Unterstützungsangebote, Übergang Pensionierung, Sterben/Tod, demenzfreundliche Gemeinde • Option: Kombination mit Treffpunktfunktion • Beratung vor Ort als auch virtuelle Beratung (Flyer, Infobroschüre etc.) Informationsaufbereitung und Kommunikation • Einfache Sprache, adressatengerecht, digital und analog, kontinuierlich aktuell, mehrsprachig bei Bedarf • Alle Akteure beteiligen sich; dezentrale Datenpflege durch Leistungserbringer • Koordiniertes Kommunikationskonzept; Aufbau eines einheitlichen Informationssystems Netzwerkkoordination • Regelmässig, verbindlich, mit gemeinsamen Zielen • Aktive Beteiligung aller Akteure (Hausärztinnen und Hausärzte, Spitex, Sozialdienste, Pro Senectute, Nachbarschaftshilfe etc.) • Aufbau und Pflege eines strukturierten Netzwerks zur Koordination der Altersarbeit Digitalisierung & Zugang • Bedürfnisorientierte Unterstützung je nach Fähigkeiten und Altersgruppen • Verschiedene Akteure tragen Umsetzung gemeinsam • Förderung digitaler Kompetenzen + Sicherstellung analoger Alternativen 2. Wohnen im Alter Ausbau Alterswohnangebot • Wohnformen mit Dienstleistungsangebot (Notruf, Mahlzeiten etc.) für selbständig lebende Personen • Gemeinde und Partner • Prüfung bestehender Anlagen (z. B. Aufstockung) und Entwicklung neuer Angebote • Option: Prioritärer Zugang für Personen aus Steinhausen Wohnen in vertrauter Umgebung unterstützen • Unterstützung einfacher baulicher Anpassungen und Sturzprävention • Gemeinde + Fachakteure • Beratung, Informationsangebote, Hilfsmittelvermittlung Förderung altersgerechter Wohnraum • Steuerung über Planungsinstrumente (Baurecht, Bebauungspläne, Landabgabe) • Gemeinde in Kooperation mit privaten und institutionellen Bauträgern • Möglichkeit: Einfluss auf Mieterschaft (z. B. Anteil 65+, Wohnungsgrössen) 3. Betreuung und Pflege Ausbau Seniorenzentrum Weiherpark • Ausbau stationärer Pflegekapazitäten • Gemeinde + Betreiber • Planung Ausbau und Sicherstellung von Übergangslösungen • Option: Kompetenzzentrum für hochkomplexe Fälle Angehörigenunterstützung • Information, Entlastung und Unterstützung • Gemeinde + Spitex + Partner • Aufbau kurzfristiger Entlastungsangebote und Stärkung der Angehörigen Fachkräfte & Versorgung • Ausbau Ausbildung und Finanzierung im ambulanten Bereich • Spitex und weitere Leistungserbringer • Sicherstellung langfristiger Pflegekapazitäten 4. Gesundheit, Bewegung und soziale Teilhabe Gesundheitsförderung • Einladend, nicht belehrend • Alle Akteure • Förderung von Bewegung, Ernährung und psychischer Gesundheit • Ziel: Erhalt körperlicher und geistiger Aktivität Öffentlicher Raum & Begegnung • Niederschwellig, zufällige Begegnungen möglich, Aufenthalt ohne Aktivitätszwang; schattig und begrünt • Partizipativ • Temporäre, mobile, saisonale Elemente möglich • Synergien mit Gesundheitsförderung im öffentlichen Raum • Sinnesparcour, Boccia, öffentliche Fitnessanlage Altersgerechter Öffentlicher Raum • Partizipative, quartierweise Umsetzung • Gemeinde + Verwaltungsabteilungen • Verbesserung der Infrastruktur und Sensibilisierung für Bedürfnisse älterer Menschen 5. Mobilität & neue Technologien Neue Mobilitätsformen • Flexible Angebote (Seniorenmobile, selbstfahrende Fahrzeuge, Ruftaxis) • Entwicklung im Kontext neuer Technologien 6. Koordination & Querschnitt Koordinierte Altersarbeit • Bedarfsgerecht, auf Bestehendem aufbauend • Koordination und Kooperation aller Akteure • Sicherstellung der Umsetzung über alle Handlungsfelder hinweg
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Altersstrategie 2026-2036 | Grundlagenbericht (Altersstrategie)
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