Kommunaler Richtplan Zielkatalog der räumlichen Entwicklung und Leitbild Gemeinde Glarus Verabschiedet durch den Gemeinderat am 19.1.2012 Bearbeitung Planungskommission Ortsplanung Glarus Christian Büttiker Gemeinderat Glarus, Ressort Planung und Bau Christian Marti Gemeindepräsident Judith Gessler Mitglied Planungskommission Monika Kälin-Bühler Mitglied Planungskommission Walter Schnyder Mitglied Planungskommission Hans Peter Spälti Mitglied Planungskommission Leo Stabile Mitglied Planungskommission Jürg Walcher Mitglied Planungskommission Andreas Zweifel Mitglied Planungskommission Bruno Bossi Leiter Bau und Umwelt, Gemeinde Glarus Urs Noser Stv. Leiter Bau und Umwelt, Gemeinde Glarus Peter Stocker Leiter Fachstelle für Raumentwicklung, Kt. Glarus Team Metron Beat Suter dipl. Ing. FH in Raumplanung FSU/SIA Marc Schneiter dipl. Ing. FH in Raumplanung FSU/SVI/SIA Andrea Schuppli BSc in Raumplanung FH, dipl. Ing. Landschaftsarchitektin FH Martin Kaeslin Landschaftsarchitekt HTL, Raumplaner NDS/HTL Denise Belloli dipl. Geografin Kontakt Metron AG T 056 460 91 11 Postfach 480 F 056 460 91 00 Stahlrain 2 info@metron.ch CH 5201 Brugg www.metron.ch F:\DATEN\M4\10-101-00\04_BER\RICHTPLAN_GENEHMIGT20131120_DEF\02_ZIELKATALOG_131120_DEF.DOCX Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 3 Inhaltsverzeichnis 1 Hauptziele der räumlichen Entwicklung 4 2 Ziele Siedlungsentwicklung 5 3 Ziele Verkehr 7 4 Ziele Freiraum und Landschaft 9 5 Ziele Öffentliche Infrastruktur 11 6 Leitbild 12 Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 4 1 Hauptziele der räumlichen Entwicklung Die Gemeinde Glarus verfolgt eine nachhaltige Gesamtentwicklung mit einem qualitativ orientierten Wachstum. Die Entwicklungsziele für die Gemeinde Glarus orientieren sich an deren charakteristischen Stärken. • Attraktiver urbaner Kantonshauptort mit ländlich-industriell geprägten Ortsteilen mit eigener Baukultur und vielfältigen Wohnquartieren • Siedlungsraum eingebettet in grandiose alpine Landschaft, in Natur-, Landwirtschafts- und Naherholungsräume direkt vor der Haustüre • Traditioneller Wirtschaftsstandort mit regional und z.T. national bedeutenden Dienstleistungen und einem hohen Anteil an Gewerbe und Produktion • Verkehrssystem der kurzen Wege, Entlastung und Aufwertung der Zentren sowie gezielte Weiterentwicklung des Siedlungsraums Die Ortsplanung wird auf ein Bevölkerungswachstum von 12'400 (30.6.2011) auf 13'900 (Zeithorizont 2027) ausgelegt. Die Arbeitsplatz- und Zentrumsgebiete werden auf ein Wachstum der Anzahl Beschäftigter von 7'000 (2008) auf 7'500 (Zeithorizont 2027) ausgelegt. Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 5 2 Ziele Siedlungsentwicklung Glarus verfolgt eine qualitätvolle Siedlungsentwicklung weitgehend im bestehenden Siedlungsgebiet mit ausgesuchten Entwicklungsschwerpunkten • Siedlungsentwicklung nach Innen fördern und nach Aussen begrenzen • Bestehende Qualitäten erhalten und stärken und eine räumlich differenzierte Entwicklung anstreben sowie Schwerpunkte bilden Glarus ist ein attraktiver Wohnstandort • Siedlungsentwicklung an attraktiven Wohnstandorten fördern • Verdichtungen und Umnutzungen im Zentrum und im Einzugsgebiet der ÖV-Haltestellen fördern • Wohnqualität in den Quartieren erhalten und massvolle bauliche Verdichtung ermöglichen • Wohnangebote für verschiedene Altersgruppen und Wohnformen schaffen • Gewachsene, hochwertige, historische Ortsteile bzw. Bausubstanz an ausgewählten Standorten erhalten und pflegen • Zeitgemässe Baukultur durch Wettbewerbe, Studienaufträge und qualifizierte Bauherrenberatung sowie Einsetzung einer Gestaltungskommission fördern Glarus ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort und das Versorgungs-, Dienstleistungs-, Verwaltungs- und Kulturzentrum für den ganzen Kanton • Attraktive und differenzierte Entwicklungsschwerpunkte für Firmenansiedlungen und -erweiterungen im Korridor Ennenda−Glarus−Netstal schaffen • Erschliessung der Wirtschaftsstandorte verbessern und gleichzeitig Zentren und Wohnquartiere entlasten Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 6 Glarus hat eine klare Zentrenstruktur mit der Innenstadt, dem Nebenzentrum Netstal sowie den Ortsteilzentren Riedern und Ennenda • Den Verkehr in den Zentren erträglich abwickeln und den öffentliche Raum aufwerten • Die Innenstadt als Hauptzentrum von Glarus auf den Raum Hauptstrasse−Zaunstrasse - Bahnhof Glarus konzentrieren • Potenziale für grössere Erdgeschossflächen für Läden im Zentrum nutzen und für kulturelle Einrichtungen wie ein Kino oder die Ansiedlung des UNESCO-Besucherzentrums spezielle Anreize prüfen • Den Raum Bahnhof Netstal−Wiggispark übergreifend als Zentrumsbereich umgestalten und somit besser in die bestehende Siedlungsstruktur einbinden • Die Landstrasse Netstal vom Verkehr entlasten und gestalterisch aufwerten • Das Zentrum des Ortsteils Ennenda auf die lokale Versorgung und auf kleinstrukturierte Angebote und Läden ausrichten • Das Zentrum des Ortsteils Riedern mit geeigneten Rahmenbedingungen erhalten • Das Quartierzentrum Netstal rund um das Gemeindehaus, die Kirchen und die Schulhäuser aufwerten • Im Buchholz Glarus ein neues Quartierzentrum schaffen Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 7 3 Ziele Verkehr Glarus entwickelt ein attraktives Verkehrssystem für alle Verkehrsarten • Die Ortsplanung zeigt ein attraktives und in seiner Umsetzung etappierbares Gesamtverkehrssystem auf • Verkehrsanteile des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs durch entsprechende Förderung stetig erhöhen Glarus stimmt die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung konsequent aufeinander ab • Zukünftige Entwicklungspotenziale auf gut erschlossene Entwicklungsschwerpunkte im Einzugsbereich der Bahnhaltestellen lenken • Entlastung der Hauptachsen, bessere Erschliessung des Siedlungsraums und Schutz der Wohnquartiere anstreben • In Abstimmung mit der Siedlungsentwicklung und zur Abwicklung des Binnenverkehrs eine etappierbare Ergänzung des Strassennetzes mit zusätzlichen Sammelstrassenabschnitten entwickeln (Leiterkonzept) • Die Zentrumsstrassen in Netstal und Glarus funktional und gestalterisch aufwerten • Die kantonal geplanten Umfahrungen Netstal und Glarus als übergeordnete langfristige Verbindungsstrassen für den Durchgangsverkehr in der Ortsplanung berücksichtigen • Strassenräume im Siedlungsgebiet siedlungsorientiert gestalten Glarus verfügt über ein attraktives ÖV-Angebot • Bahnangebote im Sinne einer "Stadtbahn" mit erhöhtem leicht verständlichem Takt aufwerten und mit direkten Zugängen die Nähe zum Siedlungsraum schaffen • Neue ÖV- Haltestelle Buchholz prüfen und die Siedlungsentwicklung darauf abstimmen • Attraktive Haltestellen und Bahnhöfe schaffen sowie die Nutzungspotenziale der Bahnhofsareale prüfen • Aktive Mitwirkung und Interessenwahrnehmung bei der laufenden Überprüfung und Anpassung der kantonalen Busangebote Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 8 Glarus entwickelt ein einheitliches Parkierungskonzept • Parkierungskonzept erarbeiten und umsetzen, insbesondere Lösung der Parkierungsprobleme in den Kernzonen durch Schaffung von Parkierungsanlagen Glarus verfügt über ein attraktives, dichtes, lückenloses und sicheres Fuss- und Radwegnetz • Geeignete Verkehrsberuhigungsmassnahmen in den Quartieren und Zentren umsetzen • Lücken im Fuss- und Radwegnetz schliessen, Aufwertungen vornehmen und Sicherheitsdefizite beheben • Veloparkierung in Zentrumsgebieten ausbauen Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 9 4 Ziele Freiraum und Landschaft Glarus bewahrt seine hochwertige Kulturlandschaft • Die Kulturlandschaften schützen und durch die Festlegung von langfristigen Siedlungsbegrenzungen bewahren • Die Kulturlandschaften als Grundlage für die Landwirtschaft erhalten und landwirtschaftliche Bauten und Anlagen sorgfältig in die Landschaft einpassen • Die Landschaft und insbesondere die charakteristischen Landschaftselemente wie Hügel, Landschaftskanten, Trockenmauern, Obstbäume, Hecken etc. erhalten und aufwerten • Den Grünkorridor zwischen Riedern und Glarus bzw. Glarus und Netstal erhalten Glarus verfügt über ein vielfältiges Angebot an attraktiven Freiräumen innerhalb und ausserhalb der Siedlung • Attraktive öffentliche Räume − Strassen, Plätze, Pärke und Grünräume − erhalten und aufwerten • Die Schaffung neuer Pärke prüfen • Charakteristische Freiraumelemente (Vorgärten, Plätze mit Brunnen, Mauern) sicherstellen und fördern Glarus schützt und fördert die Naturwerte • Verschiedenartige naturnahe Flächen und die Ruheräume für Fauna und Flora (insbesondere Wild) schützen und erhalten • Neue Naturobjekte und Flächen insbesondere in Siedlungsnähe und in den Erholungsräumen schaffen und fördern Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 10 In Glarus bestehen vielfältige Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten sowie zugkräftige touristische Angebote • Das attraktive Freizeit- und Sportangebot erhalten und optimieren (Quartierzentren/Treffpunkte, grössere Spielplätze/Spielanlagen, Verbesserung Angebot in eher unterversorgten Quartier-/Dorfteilen) • Naherholungsräume sowohl unter dem Aspekt der Wohnqualität als auch des Tourismus sichern und fördern sowie ihre Zugänglichkeit gewährleisten • Für die touristischen Hotspots (Klöntal, Äugsten, Ennetberge, UNESCO-Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona und weitere) die verschiedenen Nutzungsansprüche wie Landschafts- und Naturschutz, Erholung, Verkehr und Landwirtschaft aufeinander abstimmen • Die touristische Bedeutung des Zentrums Glarus steigern. • Tourismusgebiete gemäss kantonalem Richtplan prüfen und im Gebiet Äugsten eine Abstimmung von Tourismus und Naturschutz vornehmen. Glarus gewährleistet den Hochwasserschutz und bezieht das Thema Wasser in die Planungen ein • Koordination der Hochwasserschutzprojekte mit der Ortsplanung, Abstimmung der Projekte auf die Anforderungen von Verkehr und Siedlung, Freizeit und Erholung • Die Wasseranlagen (Wasserkraftanlagen, Kanäle, Brunnen, Wasserversorgung) als kulturgeschichtlich wichtiges Merkmal von Glarus gezielter in die Siedlungs- und Freiraumplanung integrieren, mit Hochwasserschutzmassnahmen abstimmen und mit verschiedene Massnahmen inszenieren (Fusswege entlang Kanäle, Zugang Linth, Freiraumgestaltungen mit Wasser etc.) Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 11 5 Ziele Öffentliche Infrastruktur Glarus aktualisiert seine Schulraumplanung laufend, gestützt auf die demographische Entwicklung und pädagogische Anforderungen • Die Schulanlagen und -infrastruktur an bestehenden Standorten bedürfnisgerecht planen Glarus reagiert auf das wachsende Bedürfnis nach altersgerechtem Wohnraum • Ein attraktives, zeitgemässes und bedarfsgerechtes Angebot an den bestehenden Standorten sicherstellen und bei Bedarf das Angebot erweitern Glarus gewährleistet eine koordinierte Ver- und Entsorgung • Den Unterhalt und die Erneuerung über das Investitionsprogramm mit der Ortsplanung abstimmen Glarus sorgt für die abgestimmte und bedürfnisgerechte Nutzung der öffentlichen Liegenschaften • Die zusammengeführten Liegenschaften in einer Gesamtstrategie bezüglich Nutzung und Entwicklung überprüfen und in die langfristige Investitionsplanung einbinden • Werkhöfe in die Gesamtbetrachtung der Gemeindeinfrastruktur einbeziehen und im Rahmen einer Nutzungs- und Immobilienstrategie prüfen Glarus setzt sich für die nachhaltige Energienutzung ein • Erlangung des Labels Energiestadt anstreben • Energiesparmassnahmen und erneuerbare Energien fördern • Biogasanlage prüfen Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 12 6 Leitbild Metron Raumentwicklung AG / Stahlrain 2 / Postfach / CH-5201 Brugg 13
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