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Übereinkommen vom 25. Oktober 2007 des Europarats zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch

Liechtenstein · 0.311.40 · treaty

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Contents: 50 provisions
  1. Art. 1 Zweck
  2. Art. 2 Nichtdiskriminierungsgrundsatz
  3. Art. 3 Begriffsbestimmungen
  4. Art. 4 Grundsätze
  5. Art. 5 Beschäftigung, Ausbildung und Sensibilisierung von Personen, die bei ihrer Arbeit Kontakt zu Kindern haben
  6. Art. 6 Erziehung der Kinder
  7. Art. 7 Präventive Interventionsprogramme oder -massnahmen
  8. Art. 8 Massnahmen für die Öffentlichkeit
  9. Art. 9 Beteiligung von Kindern, des privaten Sektors, der Medien und der Zivilgesellschaft
  10. Art. 10 Nationale Massnahmen zur Koordinierung und Zusammenarbeit
  11. Art. 11 Grundsätze
  12. Art. 12 Anzeige eines Verdachts auf sexuelle Ausbeutung oder sexuellen Missbrauch
  13. Art. 13 Beratungsangebote
  14. Art. 14 Unterstützung der Opfer
  15. Art. 15 Allgemeine Grundsätze
  16. Art. 16 Adressaten der Interventionsprogramme und -massnahmen
  17. Art. 17 Aufklärung und Zustimmung
  18. Art. 18 Sexueller Missbrauch
  19. Art. 19 Straftaten im Zusammenhang mit Kinderprostitution
  20. Art. 20 Straftaten im Zusammenhang mit Kinderpornographie
  21. Art. 21 Straftaten betreffend die Mitwirkung eines Kindes an pornographischen Darbietungen
  22. Art. 22 Unsittliches Einwirken auf Kinder
  23. Art. 23 Kontaktanbahnung zu Kindern zu sexuellen Zwecken
  24. Art. 24 Beihilfe oder Anstiftung und Versuch
  25. Art. 25 Gerichtsbarkeit
  26. Art. 26 Verantwortlichkeit juristischer Personen
  27. Art. 27 Sanktionen und Massnahmen
  28. Art. 28 Erschwerungsgründe
  29. Art. 29 Vorstrafen
  30. Art. 30 Grundsätze
  31. Art. 31 Allgemeine Schutzmassnahmen
  32. Art. 32 Einleitung des Verfahrens
  33. Art. 33 Verjährung
  34. Art. 34 Ermittlungen
  35. Art. 35 Vernehmung des Kindes
  36. Art. 36 Gerichtsverfahren
  37. Art. 37 Aufzeichnung und Speicherung nationaler Daten über verurteilte Sexualstraftäter
  38. Art. 38 Allgemeine Grundsätze und Massnahmen der internationalen Zusammenarbeit
  39. Art. 39 Ausschuss der Vertragsparteien
  40. Art. 40 Andere Vertreter
  41. Art. 41 Aufgaben des Ausschusses der Vertragsparteien
  42. Art. 42 Verhältnis zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes und dem Fakultativprotokoll zu jenem Übereinkommen betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornographie
  43. Art. 43 Verhältnis zu anderen völkerrechtlichen Übereinkünften
  44. Art. 44 Änderungen
  45. Art. 45 Unterzeichnung und Inkrafttreten
  46. Art. 46 Beitritt zum Übereinkommen
  47. Art. 47 Räumlicher Geltungsbereich
  48. Art. 48 Vorbehalte
  49. Art. 49 Kündigung
  50. Art. 50 Notifikation

50 provisions

Art. 41 Aufgaben des Ausschusses der Vertragsparteien

1) Der Ausschuss der Vertragsparteien überwacht die Durchführung dieses Übereinkommens. In der Geschäftsordnung des Ausschusses der Vertragsparteien ist das Verfahren zur Bewertung der Durchführung des Übereinkommens festgelegt. 2) Der Ausschuss der Vertragsparteien erleichtert die Sammlung, Analyse und den Austausch von Informationen, Erfahrungen und bewährten Verfahren zwischen den Staaten, um ihre Fähigkeit zu verbessern, sexuelle Ausbeutung und sexuellen Missbrauch von Kindern zu verhüten und zu bekämpfen. 3) Der Ausschuss der Vertragsparteien wird gegebenenfalls auch a) die wirksame Anwendung und Durchführung dieses Übereinkommens erleichtern oder verbessern, einschliesslich der Feststellung aller damit zusammenhängenden Probleme sowie der Auswirkungen aller Erklärungen oder Vorbehalte zu diesem Übereinkommen; b) eine Stellungnahme zu allen Fragen, welche die Anwendung dieses Übereinkommens betreffen, abgeben und den Informationsaustausch über wichtige rechtliche, politische oder technische Entwicklungen erleichtern. 4) Der Ausschuss der Vertragsparteien wird bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben nach diesem Artikel vom Sekretariat des Europarats unterstützt. 5) Der Europäische Ausschuss für Strafrechtsfragen (CDPC) wird in regelmässigen Zeitabständen über die Tätigkeiten nach den Abs. 1, 2 und 3 unterrichtet. Kapitel XI

Art. 42 Verhältnis zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes und dem Fakultativprotokoll zu jenem Übereinkommen betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornographie

Dieses Übereinkommen lässt die Rechte und Pflichten aus dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes und dem Fakultativprotokoll zu jenem Übereinkommen betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornographie unberührt; es soll den darin vorgesehenen Schutz verstärken und die darin enthaltenen Standards fortentwickeln und ergänzen.

Art. 43 Verhältnis zu anderen völkerrechtlichen Übereinkünften

1) Dieses Übereinkommen lässt die Rechte und Pflichten aus anderen völkerrechtlichen Übereinkünften unberührt, denen die Vertragsparteien dieses Übereinkommens jetzt oder künftig als Vertragsparteien angehören und die Bestimmungen zu durch dieses Übereinkommen geregelten Fragen enthalten und die in grösserem Umfang Schutz und Unterstützung für Kinder, die Opfer von sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch geworden sind, gewährleisten. 2) Die Vertragsparteien des Übereinkommens können untereinander zwei- oder mehrseitige Übereinkünfte über Fragen schliessen, die in diesem Übereinkommen geregelt sind, um seine Bestimmungen zu ergänzen oder zu verstärken oder die Anwendung der darin enthaltenen Grundsätze zu erleichtern. 3) Unbeschadet des Ziels und Zwecks dieses Übereinkommens und seiner uneingeschränkten Anwendung gegenüber anderen Vertragsparteien wenden Vertragsparteien, die Mitglieder der Europäischen Union sind, in ihren Beziehungen untereinander die Vorschriften der Gemeinschaft und der Europäischen Union an, soweit es für die betreffende Frage Vorschriften der Gemeinschaft oder der Europäischen Union gibt und diese auf den konkreten Fall anwendbar sind. Kapitel XII

Art. 44 Änderungen

1) Jeder Änderungsvorschlag einer Vertragspartei zu diesem Übereinkommen wird an den Generalsekretär des Europarats übermittelt, der ihn an die Mitgliedstaaten des Europarats, jeden Unterzeichner, jeden Vertragsstaat, die Europäische Gemeinschaft, jeden nach Art. 45 Abs. 1 zur Unterzeichnung des Übereinkommens und jeden nach Art. 46 Abs. 1 zum Beitritt zu dem Übereinkommen eingeladenen Staat weiterleitet. 2) Jede von einer Vertragspartei vorgeschlagene Änderung wird dem Europäischen Ausschuss für Strafrechtsfragen (CDPC) übermittelt; dieser unterbreitet dem Ministerkomitee seine Stellungnahme zu dem Änderungsvorschlag. 3) Das Ministerkomitee prüft den Änderungsvorschlag und die vom CDPC unterbreitete Stellungnahme und kann nach Konsultation der Nichtmitgliedstaaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens sind, die Änderung beschliessen. 4) Der Wortlaut jeder vom Ministerkomitee nach Abs. 3 beschlossenen Änderung wird den Vertragsparteien zur Annahme übermittelt. 5) Jede nach Abs. 3 beschlossene Änderung tritt am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von einem Monat nach dem Tag folgt, an dem alle Vertragsparteien dem Generalsekretär mitgeteilt haben, dass sie die Änderung angenommen haben. Kapitel XIII

Art. 45 Unterzeichnung und Inkrafttreten

1) Dieses Übereinkommen liegt für die Mitgliedstaaten des Europarats, die Nichtmitgliedstaaten, die sich an seiner Ausarbeitung beteiligt haben, und für die Europäische Gemeinschaft zur Unterzeichnung auf. 2) Dieses Übereinkommen bedarf der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung. Die Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunden werden beim Generalsekretär des Europarats hinterlegt. 3) Dieses Übereinkommen tritt am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach dem Tag folgt, an dem fünf Unterzeichner, darunter mindestens drei Mitgliedstaaten des Europarats, nach Abs. 2 ihre Zustimmung ausgedrückt haben, durch das Übereinkommen gebunden zu sein. 4) Drückt ein in Abs. 1 genannter Staat oder die Europäische Gemeinschaft seine oder ihre Zustimmung, durch dieses Übereinkommen gebunden zu sein, später aus, so tritt es für ihn oder sie am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach Hinterlegung der Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde folgt.

Art. 46 Beitritt zum Übereinkommen

1) Nach Inkrafttreten dieses Übereinkommens kann das Ministerkomitee des Europarats nach Konsultation der Vertragsparteien des Übereinkommens und mit deren einhelliger Zustimmung jeden Nichtmitgliedstaat des Europarats, der sich nicht an der Ausarbeitung des Übereinkommens beteiligt hat, einladen, dem Übereinkommen beizutreten; der Beschluss dazu wird mit der in Art. 20 Bst. d der Satzung des Europarats vorgesehenen Mehrheit und mit einhelliger Zustimmung der Vertreter der Vertragsstaaten, die Anspruch auf einen Sitz im Ministerkomitee haben, gefasst. 2) Für jeden beitretenden Staat tritt das Übereinkommen am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach Hinterlegung der Beitrittsurkunde beim Generalsekretär des Europarats folgt.

Art. 47 Räumlicher Geltungsbereich

1) Jeder Staat oder die Europäische Gemeinschaft kann bei der Unterzeichnung oder bei der Hinterlegung der Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde einzelne oder mehrere Hoheitsgebiete bezeichnen, auf die dieses Übereinkommen Anwendung findet. 2) Jede Vertragspartei kann jederzeit danach durch eine an den Generalsekretär des Europarats gerichtete Erklärung die Anwendung dieses Übereinkommens auf jedes weitere in der Erklärung bezeichnete Hoheitsgebiet erstrecken, für dessen internationale Beziehungen sie verantwortlich ist oder in dessen Namen Verpflichtungen einzugehen sie ermächtigt ist. Das Übereinkommen tritt für dieses Hoheitsgebiet am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach Eingang der Erklärung beim Generalsekretär folgt. 3) Jede nach den Abs. 1 und 2 abgegebene Erklärung kann in Bezug auf jedes darin bezeichnete Hoheitsgebiet durch eine an den Generalsekretär des Europarats gerichtete Notifikation zurückgenommen werden. Die Rücknahme wird am ersten Tag des Monats wirksam, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach Eingang der Notifikation beim Generalsekretär folgt.

Art. 48 Vorbehalte

Mit Ausnahme der ausdrücklich vorgesehenen Vorbehalte sind Vorbehalte zu diesem Übereinkommen nicht zulässig. Sie können jederzeit zurückgenommen werden.

Art. 49 Kündigung

1) Jede Vertragspartei kann dieses Übereinkommen jederzeit durch eine an den Generalsekretär des Europarats gerichtete Notifikation kündigen. 2) Die Kündigung wird am ersten Tag des Monats wirksam, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach Eingang der Notifikation beim Generalsekretär folgt.

Art. 50 Notifikation

Der Generalsekretär des Europarats notifiziert den Mitgliedstaaten des Europarats, jedem Unterzeichnerstaat, jedem Vertragsstaat, der Europäischen Gemeinschaft, jedem nach Art. 45 zur Unterzeichnung dieses Übereinkommens und jedem nach Art. 46 zum Beitritt zu diesem Übereinkommen eingeladenen Staat a) jede Unterzeichnung; b) jede Hinterlegung einer Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde; c) jeden Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Übereinkommens nach den Art. 45 und 46; d) jede nach Art. 44 beschlossene Änderung sowie den Zeitpunkt, zu dem sie in Kraft tritt; e) jede Kündigung nach Art. 49; f) jede andere Handlung, Notifikation oder Mitteilung im Zusammenhang mit dem Übereinkommen; g) jeden Vorbehalt nach Art. 48. Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommen unterschrieben. Geschehen zu Lanzarote am 25. Oktober 2007 in englischer und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv des Europarats hinterlegt wird. Der Generalsekretär des Europarats übermittelt allen Mitgliedstaaten des Europarats, den Nichtmitgliedstaaten, die sich an der Ausarbeitung dieses Übereinkommens beteiligt haben, der Europäischen Gemeinschaft und allen zum Beitritt zu dem Übereinkommen eingeladenen Staaten beglaubigte Abschriften. (Es folgen die Unterschriften) Geltungsbereich des Übereinkommens am 1. Januar 2016 Vertragsstaaten Hinterlegung der Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde Albanien 14/4/2009 Andorra* 30/4/2014 Belgien* 8/3/2013 Bosnien und Herzegowina* 14/11/2012 Bulgarien* 15/12/2011 Dänemark* 18/11/2009 Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien 11/6/2012 Finnland 9/6/2011 Frankreich* 27/9/2010 Georgien* 23/9/2014 Griechenland 10/3/2009 Island 20/9/2012 Italien 3/1/2013 Kroatien 21/9/2011 Lettland* 18/8/2014 Liechtenstein* 11/9/2015 Litauen 9/4/2013 Luxemburg 9/9/2011 Malta 6/9/2010 Moldau 12/3/2012 Monaco* 7/10/2014 Montenegro* 25/11/2010 Niederlande* 1/3/2010 Österreich* 25/2/2011 Polen* 20/2/2015 Portugal 23/8/2012 Rumänien 17/5/2011 Russland* 9/8/2013 San Marino 22/3/2010 Schweden* 28/6/2013 Schweiz* 18/3/2014 Serbien 29/7/2010 Slowenien* 26/9/2013 Spanien* 5/8/2010 Türkei 7/12/2011 Ukraine* 27/8/2012 Ungarn* 3/8/2015 Zypern 12/2/2015 * Die Vorbehalte und Erklärungen werden im Liechtensteinischen Landesgesetzblatt nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener des Fürstentums Liechtenstein. Die Originaltexte können auf der Internetseite des Europarats: http://conventions.coe.int eingesehen oder beim Amt für Auswärtige Angelegenheiten bezogen werden. Vorbehalt des Fürstentums Liechtenstein Zu Art. 20 Abs. 1 Bst. a und e: In Übereinstimmung mit Art. 20 Abs. 3 des Übereinkommens behält sich das Fürstentum Liechtenstein das Recht vor, nicht nach Art. 20 Abs. 1 Bst. a und e zu bestrafen, wer eine pornographische Darstellung einer Person, die das nach Art. 18 Abs. 2 festgesetzte Alter erreicht hat, mit deren Einwilligung und zu deren eigenem Gebrauch herstellt oder besitzt.

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