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7 provisions
Art. 1
Zweck
1 Der Kanton und die Gemeinden sorgen für den Schutz der wildwachsenden Pflanzen und der frei lebenden Tiere und für die Erhaltung ihrer Lebensräume (Biotope).
2 Die Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz sorgt im Einvernehmen
mit den interessierten Organisationen für die Verbreitung der Idee des Arten-
und Biotopschutzes und für die Bekanntmachung der Vorschriften. *
3 Insbesondere ist bei der Schuljugend das Interesse an der Erhaltung der
Pflanzen- und Tierwelt zu wecken.
Art. 2
Geschützte Pflanzenarten
1 Auf dem Gebiet des Kantons Glarus sind folgende wild wachsende Pflanzen geschützt:
a. alle aufgrund von Vorschriften des Bundes oder aufgrund von in
der Schweiz geltenden internationalen Abkommen geschützten
Pflanzen, insbesondere:
1. Alpenakelei / Aquilegia alpina
2. Alpenmohn / Papaver alpinum
3. Drachenkopf / Dracocephalum ruyschiana
4. Edelraute (alle kleinen alpinen Arten) / Artemisia (alle
kleinen alpinen Arten)
5. Feuerlilie (beide Unterarten) / Lilium bulbiferum (beide
Unterarten)
6. Hirschzunge / Phyllitis scolopendrium
7. Hoher Rittersporn / Delphinium elatum
8. Lungenenzian / Gentiana pneumonanthe
9. Mannsschild (alle Arten) / Androsace (alle Arten)
1) GS I A/1/1
2) GS IV G/1/1
3) GS IV G/1/2
SBE VI/5 406 1
IV G/3/1
10. Orchideengewächse (alle Arten) inkl. Frauenschuh, alle
Knabenkräuter und Männertreu / Orchidaceae (alle Arten), inkl. Cypripedium calceolus, alle Arten der Gattungen Orchis und Dactylorhiza und Nigritella nigra
11. Paradieslilie / Paradisea liliastrum
12. Schwertlilie, blaue und gelbe / Iris sibirica und Iris pseudacorus
13. Seerose / Nymphaea alba
14. Türkenbund / Lilium martagon
b. zusätzlich:
1. Allermannsharnisch / Allium victorialis
2. Alpenscharte (beide Arten) / Saussurea alpina und S.
discolor
3. Aronstab (Arune) / Arum maculatum
4. Bergnelkenwurz, kriechende / Geum reptans
5. Blutauge / Potentilla palustris
6. Glockenblume, breitblättrige / Campanula latifolia
7. Graslilie (beide Unterarten) / Anthericum ramosum und
A. liliago
8. Moorenzian / Swertia perennis
9. Moosbeere / Vaccinium oxycoccos
10. Nieswurz / Helleborus viridis
11. Riesenflockenblume / Stemmacantha rhapontica
12. Rohrkolben («Kanonenputzer», alle Arten) / Typha (alle
Arten)
13. Rosmarinheide / Andromeda polifolia
14. Seidelbast (beide Arten) / Daphne mezereum und D.
striata
15. Steinnelke / Dianthus sylvestris
16. Zyklamen («Hasenohren») / Cyclamen europaeum
17. alle polsterbildenden Alpenpflanzen
c.
1. Akelei, gewöhnliche / Aquilegia vulgaris
2. Alpenaster / Aster alpinus
3. Anemone («Gemsbart», alle Arten) / Pulsatilla alpina, P.
apiifolia und P. vernalis
4. Buschwindröschen, gelbes / Anemone ranunculoides
5. Buschwindröschen, narzissenblütiges / Anemone narcissiflora
6. Edelweiss / Leontopodium alpinum
7. Enziane, alle Arten ausser Lungenenzian (Lungenenzian,
vgl. Bst. a) / Gentiana, alle Arten ausser G. pneumonanthe (Lungenenzian, vgl. Bst. a)
IV G/3/1
8. Felsenprimel, gelbe («Florblüemli», «Aurikel») / Primula
auricula
9. Felsenprimel, rote / Primula hirsuta
10. Hauswurz (alle Arten) / Sempervivum arachnoideum, S.
montanum und S. tectorum
11. Maiglöckchen («Maierisli») / Convallaria majalis
12. Märzenglöckchen / Leucojum vernum
d.
1. Pfaffenhütchen, breitblättriges / Euonymus latifolius
2. Pimpernuss / Staphylea pinnata
3. Stechpalme / Ilex aquifolium
2 Vorbehältlich einer Bewilligung gemäss Artikel 10 ist es verboten, diese
Pflanzen zu pflücken, auszugraben, auszureissen, feilzubieten, zu verkaufen,
zu kaufen und zu versenden. *
3 Von den unter Absatz 1 Buchstabe c erwähnten Pflanzen dürfen bis zu fünf
Stück zu eigener Verwendung gepflückt werden.
4 Von den unter Absatz 1 Buchstabe d erwähnten Holzgewächsen dürfen
höchstens drei Zweige zu eigener Verwendung gepflückt werden.
5 Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung bleibt gewährleistet.
Art. 3
Teilweise geschützte Pflanzen
1 Die in Artikel 2 nicht besonders erwähnten Alpenpflanzen, Knollen- und
Zwiebelgewächse dürfen weder in grossen Mengen gepflückt noch ausgegraben, ausgerissen, verkauft oder gekauft werden. Davon ausgenommen
sind die Alpenrosen (Rhododendron hirsutum und Rh. ferrugineum).
2 Alpenpflanzen im Sinne dieser Bestimmungen sind Pflanzen, die ihre
Hauptverbreitung auf ungedüngten Bergwiesen und in der Alpenregion haben.
Art. 4
Pflanzenschutzgebiete
1 Der Regierungsrat behält sich vor, im Einvernehmen mit den Gemeinden
bestimmte Gebiete als Pflanzenschutzgebiete zu erklären und darin das
Pflücken und Ausgraben aller oder bestimmter Arten zu verbieten. Er erlässt
für die Pflanzenschutzgebiete besondere Vorschriften.
Art. 5
Geschützte Tiere
1 Auf dem Gebiete des Kantons sind folgende frei lebende Tiere geschützt:
a. alle aufgrund von Vorschriften des Bundes oder aufgrund von in
der Schweiz geltenden internationalen Abkommen geschützten
Tiere, insbesondere:
1. Libellen, alle / Odonata
2. Tagfalter / Lepidoptera
3. Waldameisen, rote (Gruppe) / Formica rufa Gruppe
IV G/3/1
4. Wirbeltiere: Auerhahn und -henne; Bartgeier; Birkhenne;
Fledermäuse, alle / Tetrao urogallus; Gypaetus barbatus;
Lyrurus tetrix; Chiroptera
5. Igel / Erinaceus europaeus
6. Iltis / Mustela putorius
7. Kriechtiere, alle (Schlangen, Eidechsen, Blindschleichen)
/ Reptilia
8. Luchs / Lynx Iynx
9. Lurche, alle (Frösche, Kröten, Unken, Salamander, Molche) / Amphibia
10. Steinadler / Aquila chrysaetos
b. zusätzlich sind geschützt:
1. Schläfer, alle, und die Haselmaus / Gliridae (alle Arten)
2. Spitzmäuse, alle / Soricidae (alle Arten)
3. Weinbergschnecke / Helix pomatia
2 Vorbehältlich einer Bewilligung gemäss Artikel 10 ist es untersagt, Tiere
dieser Arten
a. zu töten, zu fangen sowie ihre Eier, Larven, Puppen, Nester oder
Brutstätten zu beschädigen, zu zerstören oder wegzunehmen;
b. lebend oder tot, einschliesslich Eier, Larven, Puppen und Nester,
mitzuführen, zu versenden, feilzuhalten, auszuführen, andern zu
überlassen, zu erwerben, in Gewahrsam zu nehmen oder bei solchen Handlungen mitzuwirken.
Art. 6 * …
Art. 7 * Erhaltung der Biotope
1 Alle Massnahmen, die den Lebensraum geschützter Tiere und Pflanzen beeinträchtigen, bedürfen einer Bewilligung der Abteilung Umweltschutz und
Energie (Abteilung). Als solche Biotope gelten insbesondere Tümpel, Sumpfgebiete, Teiche, Hecken und Feldgehölze.
Art. 8 * Ufervegetation
1 Die Ufervegetation der öffentlichen Gewässer ist nach Artikel 21 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz geschützt. In besonderen
Fällen kann die Abteilung Ausnahmebewilligungen erteilen.
Art. 9 * …
IV G/3/1
Art. 10 * Ausnahmebewilligungen
1 Für die Erteilung von Ausnahmebewilligungen zum Sammeln und Ausgraben geschützter Pflanzen und zum Fangen von Tieren zu wissenschaftlichen
und zu Lehr- und Heilzwecken sowie zum Sammeln aromatischer Pflanzen
und zum Fangen frei lebender Tiere zu gewerblichen Zwecken ist die Abteilung zuständig.
2 Bei Arten, die aufgrund der eidgenössischen Jagd- oder Fischereigesetzgebung geschützt sind, entscheidet die Jagd- und Fischereiverwaltung über
die Erteilung der Bewilligung.
Art. 11
Aufsicht
1 Die Gemeinderäte, Polizeiorgane, Fischereiaufseher, Förster und Wildhüter
sind verpflichtet, die Einhaltung der Bestimmungen zum Schutze der wild
wachsenden Pflanzen und frei lebenden Tiere zu überwachen und Übertretungen anzuzeigen.
2 Die Aufsichtsorgane werden auf ihre Arbeit vorbereitet.
Art. 12
Geltungsbereich
1 Diese Bestimmungen gelten ohne Rücksicht auf die Eigentumsverhältnisse
am Boden.
Art. 13 * Inkrafttreten
1 Diese Verordnung tritt auf den 1. Juli 1997 in Kraft.
2 Die Bestimmungen vom 1. Mai 1972 über den Pflanzen- und Tierschutz im
Kanton Glarus werden damit aufgehoben.
IV G/3/1
Änderungstabelle - Nach Beschluss
Beschluss Inkrafttreten Element Änderung SBE Fundstelle
21.03.2006 07.05.2006 Erlasstitel geändert SBE IX/7 353
21.03.2006 07.05.2006 Ingress geändert SBE IX/7 353
21.03.2006 07.05.2006 Art. 1 Abs. 2 geändert SBE IX/7 353
21.03.2006 07.05.2006 Art. 2 Abs. 2 geändert SBE IX/7 353
21.03.2006 07.05.2006 Art. 6 aufgehoben SBE IX/7 353
21.03.2006 07.05.2006 Art. 7 totalrevidiert SBE IX/7 353
21.03.2006 07.05.2006 Art. 8 totalrevidiert SBE IX/7 353
21.03.2006 07.05.2006 Art. 9 aufgehoben SBE IX/7 353
21.03.2006 07.05.2006 Art. 10 totalrevidiert SBE IX/7 353
21.03.2006 07.05.2006 Art. 13 totalrevidiert SBE IX/7 353
IV G/3/1
Änderungstabelle - Nach Artikel
Element Beschluss Inkrafttreten Änderung SBE Fundstelle
Erlasstitel 21.03.2006 07.05.2006 geändert SBE IX/7 353
Ingress 21.03.2006 07.05.2006 geändert SBE IX/7 353
Art. 1 Abs. 2 21.03.2006 07.05.2006 geändert SBE IX/7 353
Art. 2 Abs. 2 21.03.2006 07.05.2006 geändert SBE IX/7 353
Art. 6 21.03.2006 07.05.2006 aufgehoben SBE IX/7 353
Art. 7 21.03.2006 07.05.2006 totalrevidiert SBE IX/7 353
Art. 8 21.03.2006 07.05.2006 totalrevidiert SBE IX/7 353
Art. 9 21.03.2006 07.05.2006 aufgehoben SBE IX/7 353
Art. 10 21.03.2006 07.05.2006 totalrevidiert SBE IX/7 353
Art. 13 21.03.2006 07.05.2006 totalrevidiert SBE IX/7 353