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11 provisions
§ 1 Gegenstand
Diese Verordnung regelt:
a. die Zuständigkeit für die Festlegung der kantonalen Anforderungen an die botanische Qualität und die Vernetzung gemäss Verordnung vom 23. Oktober 2013 über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft (Direktzahlungsverordnung, DZV)3,
b. die Ausrichtung von Beiträgen für die Bewirtschaftung von Naturschutzobjekten mit überkommunaler Bedeutung und von ökologischen Ausgleichsflächen.
§ 2 Zuständigkeit
Das Amt für Landschaft und Natur (ALN) legt die kantonalen Anforderungen an die Qualitätsstufe II (QII) und die Vernetzung
von Biodiversitätsförderflächen fest.
§ 3 Naturschutzgebiete
1 Das ALN richtet Beiträge für die Bewirtschaftung von Naturschutzgebieten von überkommunaler Bedeutung aus.
2 Die Beiträge für Naturschutz- und Regenerationszonen werden
ausgerichtet, wenn
a. der Einsatz von Maschinen nicht zu Land- oder Werkschäden
führt,
b. die Flächen gemäss Pflegeplan gepflegt werden und insbesondere
die vorgeschriebene Anzahl Nutzungen durchgeführt wird,
c. in der Regel 5–10% jeder Fläche pro Schnitt als Nutzungsbrache
stehen bleiben,
d. beim ersten Schnitt das Schnittgut auf der Fläche getrocknet wird,
wobei bei Streue- und Regenerationsflächen Ausnahmen zulässig
sind,
e. das Schnittgut in der Regel innert zweier Wochen sauber zusammengenommen und abgeführt wird,
f. die Flächen von Hand oder mit Messerbalken gemäht werden,
g. keine Laubbläser verwendet werden,
h. der übliche landwirtschaftliche Unterhalt vorgenommen wird.
3 Die Beiträge werden nur in dem Jahr ausbezahlt, in dem die geforderte Leistung erbracht wird.
a. Voraussetzungen
702.25 Bewirtschaftungsbeiträge für Naturschutzleistungen (VBN)
§ 4 b. Beitragshöhe
1 Die Höhe der Beiträge berechnet sich nach dem Anhang.
2 Die Entschädigung für den Ertragsausfall ist auf 20 Jahre befristet.
§ 5 c. Sonderfälle
Die Beiträge gemäss § 4 können erhöht werden, wenn
a. die Unterschutzstellung Umstellungen in der Betriebsstruktur zur
Folge hat, die zu wesentlichen Mehraufwendungen oder finanziellen
Einbussen führen,
b. die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter nachweist, dass die
Bewirtschaftung aller Naturschutzflächen des Betriebes nicht kostendeckend erfolgen kann.
§ 6 Obstgärten
1 Das ALN kann für Obstgärten von überkommunaler Bedeutung Beiträge ausrichten, wenn
a. die Voraussetzungen nach Art. 58, 59 und Anhang 4 Ziff. 12 DZV3
eingehalten werden,
b. die Bäume während der Vertragsdauer erhalten, ersetzt und gepflegt
werden,
c. eine jährliche Feuerbrandkontrolle durchgeführt wird,
d. die Pflegerichtlinien des ALN eingehalten werden.
2 Grössere Neupflanzungen sind nur mit Zustimmung des ALN
beitragsberechtigt.
§ 7 b. Beitragshöhe
1 Die Beiträge für Obstgärten richten sich nach der Direktzahlungsverordnung.
2 Zusätzlich zu diesem Beitrag kann Fr. 10 pro Baum ausgerichtet
werden, für Obstgärten
a. mit mehr als 150 Bäumen in der Ackerbauzone und der erweiterten Übergangszone,
b. mit mehr als 300 Bäumen in den übrigen landwirtschaftlichen Zonen.
Besondere
Biotoptypen
§ 8 und Arten
Das ALN kann für die Förderung von besonderen Biotoptypen und Arten mit hohem Naturschutzwert einen zusätzlichen Beitrag ausrichten. Dieser kann auch für Biotoptypen und Arten ausserhalb der landwirtschaftlichen Nutzfläche geleistet werden.
§ 9 Vereinbarung
1 Das ALN schliesst mit der Bewirtschafterin oder dem Bewirtschafter eine schriftliche Vereinbarung über die Beiträge nach §§ 6
und 8 ab.
2 Die Vereinbarung kann weitere Auflagen über die Bewirtschaftung enthalten.
a. Voraussetzungen
Bewirtschaftungsbeiträge für Naturschutzleistungen (VBN) 702.25
§ 10 Beitragsempfänger
1 Die Beiträge werden der Bewirtschafterin oder dem Bewirtschafter ausgerichtet.
2 Die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter einigt sich vor Vertragsabschluss mit der Eigentümerin oder dem Eigentümer über die
beitragsauslösende Bewirtschaftung.
Vertragsauflösung,
§ 11 Beitragskürzung
Das ALN kann bei rechts- oder vereinbarungswidriger Bewirtschaftung den Vertrag vorzeitig auflösen und die Beiträge sinngemäss nach Art. 105 DZV3 kürzen oder verweigern.
Übergangsbestimmung zur Änderung vom 3. Juli 2024 (OS 79, 349)
Der Anspruch auf Ausrichtung der geänderten Beiträge für die Bewirtschaftung von Naturschutzflächen besteht für die ab dem 1. Januar
2024 erbrachten Leistungen.
1 OS 70, 152; Begründung siehe ABl 2014-05-23.
2 Inkrafttreten: 1. Januar 2014 (ABl 2015-05-29).
3 SR 910.13.
4 Fassung gemäss RRB vom 3. Juli 2024 (OS 79, 349; ABl 2024-07-19). In Kraft
seit 1. Oktober 2024.
5 Fassung gemäss Berichtigung vom 26. März 2025 (OS 80, 70). In Kraft seit
26. März 2025.
702.25 Bewirtschaftungsbeiträge für Naturschutzleistungen (VBN)
Anhang: Berechnung der Beitragshöhe gemäss § 4
Natur- Nutzung Nutzung Beitrag/Are
schutz- bisher neu
zone
I extensiv extensiv Wiese QI + QII + Z1 + VZ2
I extensiv Streu QI + QII + Z1 + VZ2
I extensiv extensiv Weide QI + QII + Z1 + VZ2
I extensiv extensiv Weide mit
Ausnahmebewilligung QI + Z1
IR intensiv extensiv Wiese/Streu QI + QII + Z1 + VZ2 + Fr. 203
IR mittel intensiv extensiv Wiese/Streu QI + QII + Z1 + VZ2 + Fr. 153
IR wenig intensiv extensiv Wiese/Streu QI + QII + Z1 + VZ2 + Fr. 53
IIA intensiv extensiv Wiese QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 203
IIA mittel intensiv extensiv Wiese QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 153
IIA wenig intensiv extensiv Wiese QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 53
IIB intensiv Dauerwiese Fr. 103
IIB mittel intensiv Dauerwiese Fr. 53
IIB wenig intensiv Dauerwiese Fr. 0
IIC intensiv Dauerwiese Fr. 103
IIC mittel intensiv Dauerwiese Fr. 0
IIC wenig intensiv Dauerwiese Fr. 0
IID intensiv extensiv Wiese QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 203
IID mittel intensiv extensiv Wiese QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 153
IID wenig intensiv extensiv Wiese QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 53
IID intensiv extensiv Weide QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 203
IID mittel intensiv extensiv Weide QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 153
IID wenig intensiv extensiv Weide QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 53
IID intensiv wenig intensiv Wiese QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 203
IID mittel intensiv wenig intensiv Wiese QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 153
IID wenig intensiv wenig intensiv Wiese QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 53
1 Der Zuschlag (Z) beträgt:4
– für extensiv genutzte Wiesen in der Tal- und Hügelzone Fr. 5/Are,
– für extensiv genutzte Wiesen in der Bergzone I und II Fr. 4/Are,
– für extensiv genutzte Weiden und wenig intensiv genutzte Wiesen und Uferwiesen Fr. 3.505/Are,
– in den übrigen Fällen Fr. 2/Are.
2 Der Vernetzungszuschlag (VZ) wird nur an Direktzahlungsberechtigte ausgerichtet. Er wird nur ausgerichtet, wenn der Schutz der überkommunalen Naturschutzgebiete, einschliesslich Pufferzonen,
auf der Betriebsfläche umgesetzt ist. In der Zone I und IR wird der VZ auch ausserhalb von Vernetzungsprojekten ausgerichtet.
3 Ertragsausfallanteil.
4 Wenn die Anforderungen gemäss DZV erfüllt sind.