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Bundesgesetz über das Bundesgericht

Confederation · 173.110 · statute

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Contents: 139 provisions
  1. Art. 1 Oberste Recht sprechende Behörde
  2. Art. 2 Unabhängigkeit
  3. Art. 3 Verhältnis zur Bundesversammlung
  4. Art. 4 Sitz
  5. Art. 5 Wahl
  6. Art. 6 Unvereinbarkeit
  7. Art. 7 Nebenbeschäftigung
  8. Art. 8 Unvereinbarkeit in der Person
  9. Art. 9 Amtsdauer
  10. Art. 10 Amtseid
  11. Art. 11
  12. Art. 12 Wohnort
  13. Art. 13 Grundsatz
  14. Art. 14 Präsidium
  15. Art. 15 Gesamtgericht
  16. Art. 16 Präsidentenkonferenz
  17. Art. 17 Verwaltungskommission
  18. Art. 18 Abteilungen
  19. Art. 19 Abteilungsvorsitz
  20. Art. 20 Besetzung
  21. Art. 21 Abstimmung
  22. Art. 22 Geschäftsverteilung
  23. Art. 23 Praxisänderung und Präjudiz
  24. Art. 24 Gerichtsschreiber und Gerichtsschreiberinnen
  25. Art. 25 Verwaltung
  26. Art. 25a Infrastruktur
  27. Art. 25b Datenschutz bei der Benutzung der elektronischen Infrastruktur
  28. Art. 26 Generalsekretariat
  29. Art. 27 Information
  30. Art. 28 Öffentlichkeitsprinzip
  31. Art. 29 Prüfung
  32. Art. 30 Unzuständigkeit
  33. Art. 31 Vorfragen
  34. Art. 32 Instruktionsrichter oder Instruktionsrichterin
  35. Art. 33 Disziplin
  36. Art. 34 Ausstandsgründe
  37. Art. 35 Mitteilungspflicht
  38. Art. 36 Ausstandsbegehren
  39. Art. 37 Entscheid
  40. Art. 38 Verletzung der Ausstandsvorschriften
  41. Art. 39 Zustellungsdomizil
  42. Art. 40 Parteivertreter und -vertreterinnen
  43. Art. 41 Unfähigkeit zur Prozessführung
  44. Art. 42 Rechtsschriften
  45. Art. 43 Ergänzende Beschwerdeschrift
  46. Art. 44 Beginn
  47. Art. 45 Ende
  48. Art. 46 Stillstand
  49. Art. 47 Erstreckung
  50. Art. 48 Einhaltung
  51. Art. 49 Mangelhafte Eröffnung
  52. Art. 50 Wiederherstellung
  53. Art. 51 Berechnung
  54. Art. 52 Zusammenrechnung
  55. Art. 53 Widerklage
  56. Art. 54
  57. Art. 55 Grundsatz
  58. Art. 56 Anwesenheit der Parteien und Urkundeneinsicht
  59. Art. 57 Parteiverhandlung
  60. Art. 58 Beratung
  61. Art. 59 Öffentlichkeit
  62. Art. 60 Eröffnung des Entscheids
  63. Art. 61 Rechtskraft
  64. Art. 62 Sicherstellung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung
  65. Art. 63 Vorschuss für Barauslagen
  66. Art. 64 Unentgeltliche Rechtspflege
  67. Art. 65 Gerichtskosten
  68. Art. 66 Erhebung und Verteilung der Gerichtskosten
  69. Art. 67 Kosten der Vorinstanz
  70. Art. 68 Parteientschädigung
  71. Art. 69 Entscheide auf Geldleistung
  72. Art. 70 Andere Entscheide
  73. Art. 71
  74. Art. 72 Grundsatz
  75. Art. 73 Ausnahme
  76. Art. 74 Streitwertgrenze
  77. Art. 75 Vorinstanzen
  78. Art. 76 Beschwerderecht
  79. Art. 77 Schiedsgerichtsbarkeit
  80. Art. 78 Grundsatz
  81. Art. 79 Ausnahme
  82. Art. 80 Vorinstanzen
  83. Art. 81 Beschwerderecht
  84. Art. 82 Grundsatz
  85. Art. 83 Ausnahmen
  86. Art. 84 Internationale Rechtshilfe in Strafsachen
  87. Art. 84a Internationale Amtshilfe in Steuersachen
  88. Art. 85 Streitwertgrenzen
  89. Art. 86 Vorinstanzen im Allgemeinen
  90. Art. 87 Vorinstanzen bei Beschwerden gegen Erlasse
  91. Art. 88 Vorinstanzen in Stimmrechtssachen
  92. Art. 89 Beschwerderecht
  93. Art. 90 Endentscheide
  94. Art. 91 Teilentscheide
  95. Art. 92 Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und den Ausstand
  96. Art. 93 Andere Vor- und Zwischenentscheide
  97. Art. 94 Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung
  98. Art. 95 Schweizerisches Recht
  99. Art. 96 Ausländisches Recht
  100. Art. 97 Unrichtige Feststellung des Sachverhalts
  101. Art. 98 Beschränkte Beschwerdegründe
  102. Art. 99
  103. Art. 100 Beschwerde gegen Entscheide
  104. Art. 101 Beschwerde gegen Erlasse
  105. Art. 102 Schriftenwechsel
  106. Art. 103 Aufschiebende Wirkung
  107. Art. 104 Andere vorsorgliche Massnahmen
  108. Art. 105 Massgebender Sachverhalt
  109. Art. 106 Rechtsanwendung
  110. Art. 107 Entscheid
  111. Art. 108 Einzelrichter oder Einzelrichterin
  112. Art. 109 Dreierbesetzung
  113. Art. 110 Beurteilung durch richterliche Behörde
  114. Art. 111 Einheit des Verfahrens
  115. Art. 112 Eröffnung der Entscheide
  116. Art. 113 Grundsatz
  117. Art. 114 Vorinstanzen
  118. Art. 115 Beschwerderecht
  119. Art. 116 Beschwerdegründe
  120. Art. 117 Beschwerdeverfahren
  121. Art. 118 Massgebender Sachverhalt
  122. Art. 119 Gleichzeitige ordentliche Beschwerde
  123. Art. 119a
  124. Art. 120
  125. Art. 121 Verletzung von Verfahrensvorschriften
  126. Art. 122 Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention
  127. Art. 123 Andere Gründe
  128. Art. 124 Frist
  129. Art. 125 Verwirkung
  130. Art. 126 Vorsorgliche Massnahmen
  131. Art. 127 Schriftenwechsel
  132. Art. 128 Entscheid
  133. Art. 129
  134. Art. 130 Kantonale Ausführungsbestimmungen
  135. Art. 131 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts
  136. Art. 132 Übergangsbestimmungen
  137. Art. 132a Übergangsbestimmung zur Änderung vom 20. Juni 2014
  138. Art. 132b Übergangsbestimmung zur Änderung vom 26. September 2025
  139. Art. 133 Referendum und Inkrafttreten

139 provisions

Art. 118 Massgebender Sachverhalt

1 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat. 2 Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder ergänzen, wenn sie auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 116 beruht.

Art. 119 Gleichzeitige ordentliche Beschwerde

1 Führt eine Partei gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch Verfassungsbeschwerde, so hat sie beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen. 2 Das Bundesgericht behandelt beide Beschwerden im gleichen Verfahren. 3 Es prüft die vorgebrachten Rügen nach den Vorschriften über die entsprechende Beschwerdeart.

Art. 119a

1 Das Bundesgericht beurteilt Revisionsgesuche gegen Entscheide von Schiedsgerichten in der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit unter den Voraussetzungen von Artikel 190a des Bundesgesetzes vom 18. Dezember 1987 über das Internationale Privatrecht. 2 Für das Revisionsverfahren gelten die Artikel 77 Absatz 2bis und 126. Soweit das Bundesgericht das Revisionsgesuch nicht als offensichtlich unzulässig oder unbegründet befindet, stellt es dieses der Gegenpartei und dem Schiedsgericht zur Stellungnahme zu. 3 Heisst das Bundesgericht das Revisionsgesuch gut, so hebt es den Schiedsentscheid auf und weist die Sache zur Neubeurteilung an das Schiedsgericht zurück oder trifft die notwendigen Feststellungen. 4 Ist das Schiedsgericht nicht mehr vollständig, so ist Artikel 179 des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht anwendbar. SR 291

Art. 120

1 Das Bundesgericht beurteilt auf Klage als einzige Instanz: a. Kompetenzkonflikte zwischen Bundesbehörden und kantonalen Behörden; b. zivilrechtliche und öffentlich-rechtliche Streitigkeiten zwischen Bund und Kantonen oder zwischen Kantonen; c. Ansprüche auf Schadenersatz und Genugtuung aus der Amtstätigkeit von Personen im Sinne von Artikel 1 Absatz 1 Buchstaben a–cbis des Verantwortlichkeitsgesetzes vom 14. März 1958. 2 Die Klage ist unzulässig, wenn ein anderes Bundesgesetz eine Behörde zum Erlass einer Verfügung über solche Streitigkeiten ermächtigt. Gegen die Verfügung ist letztinstanzlich die Beschwerde an das Bundesgericht zulässig. 3 Das Klageverfahren richtet sich nach dem BZP. Fassung gemäss Anhang Ziff. II 5 des Strafbehördenorganisationsgesetzes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125). SR 170.32 SR 273

Art. 121 Verletzung von Verfahrensvorschriften

Die Revision eines Entscheids des Bundesgerichts kann verlangt werden, wenn: a. die Vorschriften über die Besetzung des Gerichts oder über den Ausstand verletzt worden sind; b. das Gericht einer Partei mehr oder, ohne dass das Gesetz es erlaubt, anderes zugesprochen hat, als sie selbst verlangt hat, oder weniger als die Gegenpartei anerkannt hat; c. einzelne Anträge unbeurteilt geblieben sind; d. das Gericht in den Akten liegende erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht berücksichtigt hat.

Art. 122 Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention

Die Revision wegen Verletzung der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK) kann verlangt werden, wenn: a. der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem endgültigen Urteil (Art. 44 EMRK) festgestellt hat, dass die EMRK oder die Protokolle dazu verletzt worden sind, oder den Fall durch eine gütliche Einigung (Art. 39 EMRK) abgeschlossen hat; b. eine Entschädigung nicht geeignet ist, die Folgen der Verletzung auszugleichen; und c. die Revision notwendig ist, um die Verletzung zu beseitigen. SR 0.101 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 1. Okt. 2021, in Kraft seit 1. Juli 2022 (AS 2022 289; BBl 2021 300, 889).

Art. 123 Andere Gründe

1 Die Revision kann verlangt werden, wenn ein Strafverfahren ergeben hat, dass durch ein Verbrechen oder Vergehen zum Nachteil der Partei auf den Entscheid eingewirkt wurde; die Verurteilung durch das Strafgericht ist nicht erforderlich. Ist das Strafverfahren nicht durchführbar, so kann der Beweis auf andere Weise erbracht werden. 2 Die Revision kann zudem verlangt werden: a. in Zivilsachen und öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren trotz gehöriger Aufmerksamkeit nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind; b. in Strafsachen, wenn die Voraussetzungen von Artikel 410 Absätze 1 Buchstaben a und b sowie 2 StPO erfüllt sind; c. in Sachen, die Ansprüche auf Ersatz von nuklearem Schaden betreffen, aus den in Artikel 5 Absatz 5 Kernenergiehaftpflichtgesetz vom 13. Juni 2008 genannten Gründen. Fassung gemäss Ziff. II 1 des BG vom 17. März 2023 (Verbesserung der Praxistauglichkeit und der Rechtsdurchsetzung), in Kraft seit 1. Jan. 2025 (AS 2023 491; BBl 2020 2697). Fassung gemäss Anhang 1 Ziff. II 3 der Strafprozessordnung vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085). SR 312.0 Eingefügt durch Anhang Ziff. II 1 des Kernenergiehaftpflichtgesetzes vom 13. Juni 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2022, veröffentlicht am 27. Jan. 2022 (AS 2022 43; BBl 2007 5397). SR 732.44

Art. 124 Frist

1 Das Revisionsgesuch ist beim Bundesgericht einzureichen: a. wegen Verletzung der Ausstandsvorschriften: innert 30 Tagen nach der Entdeckung des Ausstandsgrundes; b. wegen Verletzung anderer Verfahrensvorschriften: innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheids; c. wegen Verletzung der EMRK: innert 90 Tagen, nachdem das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte nach Artikel 44 EMRK endgültig geworden ist; d. aus anderen Gründen: innert 90 Tagen nach deren Entdeckung, frühestens jedoch nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheids oder nach dem Abschluss des Strafverfahrens. 2 Nach Ablauf von zehn Jahren nach der Ausfällung des Entscheids kann die Revision nicht mehr verlangt werden, ausser: a. in Strafsachen aus den Gründen nach Artikel 123 Absatz 1 und 2 Buchstabe b; b. in den übrigen Fällen aus dem Grund nach Artikel 123 Absatz 1. 3 Die besonderen Fristen nach Artikel 5 Absatz 5 Kernenergiehaftpflichtgesetz vom 13. Juni 2008 bleiben vorbehalten. SR 0.101 SR 732.44 Eingefügt durch Anhang Ziff. II 1 des Kernenergiehaftpflichtgesetzes vom 13. Juni 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2022, veröffentlicht am 27. Jan. 2022 (AS 2022 43; BBl 2007 5397).

Art. 125 Verwirkung

Die Revision eines Entscheids, der den Entscheid der Vorinstanz bestätigt, kann nicht aus einem Grund verlangt werden, der schon vor der Ausfällung des bundesgerichtlichen Entscheids entdeckt worden ist und mit einem Revisionsgesuch bei der Vorinstanz hätte geltend gemacht werden können.

Art. 126 Vorsorgliche Massnahmen

Nach Eingang des Revisionsgesuchs kann der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei den Vollzug des angefochtenen Entscheids aufschieben oder andere vorsorgliche Massnahmen treffen.

Art. 127 Schriftenwechsel

Soweit das Bundesgericht das Revisionsgesuch nicht als unzulässig oder unbegründet befindet, stellt es dieses der Vorinstanz sowie den allfälligen anderen Parteien, Beteiligten oder zur Beschwerde berechtigten Behörden zu; gleichzeitig setzt es ihnen eine Frist zur Einreichung einer Vernehmlassung an.

Art. 128 Entscheid

1 Findet das Bundesgericht, dass der Revisionsgrund zutrifft, so hebt es den früheren Entscheid auf und entscheidet neu. 2 Wenn das Gericht einen Rückweisungsentscheid aufhebt, bestimmt es gleichzeitig die Wirkung dieser Aufhebung auf einen neuen Entscheid der Vorinstanz, falls in der Zwischenzeit ein solcher ergangen ist. 3 Entscheidet das Bundesgericht in einer Strafsache neu, so ist Artikel 415 StPO sinngemäss anwendbar. SR 312.0 Fassung gemäss Anhang 1 Ziff. II 3 der Strafprozessordnung vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).

Art. 129

1 Ist das Dispositiv eines bundesgerichtlichen Entscheids unklar, unvollständig oder zweideutig, stehen seine Bestimmungen untereinander oder mit der Begründung im Widerspruch oder enthält es Redaktions- oder Rechnungsfehler, so nimmt das Bundesgericht auf schriftliches Gesuch einer Partei oder von Amtes wegen die Erläuterung oder Berichtigung vor. 2 Die Erläuterung eines Rückweisungsentscheids ist nur zulässig, solange die Vorinstanz nicht den neuen Entscheid getroffen hat. 3 Die Artikel 126 und 127 sind sinngemäss anwendbar.

Art. 130 Kantonale Ausführungsbestimmungen

1 Die Kantone erlassen auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens einer schweizerischen Strafprozessordnung Ausführungsbestimmungen über die Zuständigkeit, die Organisation und das Verfahren der Vorinstanzen in Strafsachen im Sinne der Artikel 80 Absatz 2 und 111 Absatz 3, einschliesslich der Bestimmungen, die zur Gewährleistung der Rechtsweggarantie nach Artikel 29a der Bundesverfassung erforderlich sind. Ist sechs Jahre nach Inkrafttreten dieses Gesetzes noch keine schweizerische Strafprozessordnung in Kraft, so legt der Bundesrat die Frist zum Erlass der Ausführungsbestimmungen nach Anhörung der Kantone fest. 2 Die Kantone erlassen auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens einer schweizerischen Zivilprozessordnung Ausführungsbestimmungen über die Zuständigkeit, die Organisation und das Verfahren der Vorinstanzen in Zivilsachen im Sinne der Artikel 75 Absatz 2 und 111 Absatz 3, einschliesslich der Bestimmungen, die zur Gewährleistung der Rechtsweggarantie nach Artikel 29a der Bundesverfassung erforderlich sind. Ist sechs Jahre nach Inkrafttreten dieses Gesetzes noch keine schweizerische Zivilprozessordnung in Kraft, so legt der Bundesrat die Frist zum Erlass der Ausführungsbestimmungen nach Anhörung der Kantone fest. 3 Innert zwei Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes erlassen die Kantone Ausführungsbestimmungen über die Zuständigkeit, die Organisation und das Verfahren der Vorinstanzen im Sinne der Artikel 86 Absätze 2 und 3 und 88 Absatz 2, einschliesslich der Bestimmungen, die zur Gewährleistung der Rechtsweggarantie nach Artikel 29a der Bundesverfassung erforderlich sind. 4 Bis zum Erlass der Ausführungsgesetzgebung können die Kantone die Ausführungsbestimmungen in die Form nicht referendumspflichtiger Erlasse kleiden, soweit dies zur Einhaltung der Fristen nach den Absätzen 1–3 notwendig ist. Fassung gemäss Ziff. I 1 des BG vom 23. Juni 2006 über die Bereinigung und Aktualisierung der Totalrevision der Bundesrechtspflege, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4213; BBl 2006 3067).

Art. 131 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts

1 Das Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege wird aufgehoben. 2 Die Änderung bisherigen Rechts wird im Anhang geregelt. 3 Die Bundesversammlung kann diesem Gesetz widersprechende, aber formell nicht geänderte Bestimmungen in Bundesgesetzen durch eine Verordnung anpassen. [BS 3 531; AS 1948 485 Art. 86; 1955 871 Art. 118; 1959 902; 1969 737 Art. 80 Bst. b, 767; 1977 237 Ziff. II 3, 862 Art. 52 Ziff. 2, 1323 Ziff. III; 1978 688 Art. 88 Ziff. 3, 1450; 1979 42; 1980 31 Ziff. IV, 1718 Art. 52 Ziff. 2, 1819 Art. 12 Abs. 1; 1982 1676 Anhang Ziff. 13; 1983 1886 Art. 36 Ziff. 1; 1986 926 Art. 59 Ziff. 1; 1987 226 Ziff. II 1, 1665 Ziff. II; 1988 1776 Anhang Ziff. II 1; 1989 504 Art. 33 Bst. a; 1990 938 Ziff. III Abs. 5; 1992 288;1993 274 Art. 75 Ziff. 1, 1945 Anhang Ziff. 1; 1995 1227 Anhang Ziff. 3, 4093 Anhang Ziff. 4; 1996 508 Art. 36, 750 Art. 17, 1445 Anhang Ziff. 2, 1498 Anhang Ziff. 2; 1997 1155 Anhang Ziff. 6, 2465 Anhang Ziff. 5; 1998 2847 Anhang Ziff. 3, 3033 Anhang Ziff. 2; 1999 1118 Anhang Ziff. 1, 3071 Ziff. I 2; 2000 273 Anhang Ziff. 6, 416 Ziff. I 2, 505 Ziff. I 1, 2355 Anhang Ziff. 1, 2719; 2001 114 Ziff. I 4, 894 Art. 40 Ziff. 3, 1029 Art. 11 Abs. 2; 2002 863 Art. 35, 1904 Art. 36 Ziff. 1, 2767 Ziff. II, 3988 Anhang Ziff. 1; 2003 2133 Anhang Ziff. 7, 3543 Anhang Ziff. II 4 Bst. a, 4557 Anhang Ziff. II 1; 2004 1985 Anhang Ziff. II 1, 4719 Anhang Ziff. II 1; 2005 5685 Anhang Ziff. 7]

Art. 132 Übergangsbestimmungen

1 Dieses Gesetz ist auf die nach seinem Inkrafttreten eingeleiteten Verfahren des Bundesgerichts anwendbar, auf ein Beschwerdeverfahren jedoch nur dann, wenn auch der angefochtene Entscheid nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ergangen ist. 2 … 3 Die Amtsdauer der ordentlichen und nebenamtlichen Bundesrichter und Bundesrichterinnen, die gestützt auf das Bundesrechtspflegegesetz vom 16. Dezember 1943 oder den Bundesbeschluss vom 23. März 1984 über die Erhöhung der Zahl der nebenamtlichen Richter des Bundesgerichts gewählt worden sind oder die in den Jahren 2007 und 2008 gewählt werden, endet am 31. Dezember 2008. 4 Die zahlenmässige Begrenzung der nebenamtlichen Bundesrichter und Bundesrichterinnen gemäss Artikel 1 Absatz 4 gilt erst ab 2009. Aufgehoben durch Anhang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2014, mit Wirkung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 3205; BBl 2013 7185). [BS 3 531] [AS 1984 748, 1992 339, 1993 879 Anhang 3 Ziff. 3] Eingefügt durch Ziff. I 1 des BG vom 23. Juni 2006 über die Bereinigung und Aktualisierung der Totalrevision der Bundesrechtspflege, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4213; BBl 2006 3067). Eingefügt durch Ziff. I 1 des BG vom 23. Juni 2006 über die Bereinigung und Aktualisierung der Totalrevision der Bundesrechtspflege, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4213; BBl 2006 3067).

Art. 132a Übergangsbestimmung zur Änderung vom 20. Juni 2014

Das Beschwerdeverfahren gegen Entscheide, die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 20. Juni 2014 dieses Gesetzes ergangen sind, richtet sich nach dem bisherigen Recht. Eingefügt durch Ziff. I 1 des BG vom 20. Juni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435).

Art. 132b Übergangsbestimmung zur Änderung vom 26. September 2025

Die Artikel 83 Buchstabe zter und 117 Absatz 2 sind auf Beschwerden von beschwerdeberechtigten Organisationen, die bei Behörden oder Gerichten zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 26. September 2025 hängig sind, unmittelbar anwendbar. Beschwerden, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung vor Bundesgericht hängig sind, werden nach bisherigem Recht zu Ende geführt. Eingefügt durch Anhang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2025, in Kraft seit 1. April 2026 (AS 2026 99; BBl 2023 1602).

Art. 133 Referendum und Inkrafttreten

1 Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum. 2 Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten. Datum des Inkrafttretens: 1. Januar 2007 Art. 1 Bst. a der V vom 1. März 2006 (AS 2006 1069)

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