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Verordnung über die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung

Aargau · 422.214 · ordinance

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Contents: 9 provisions
  1. § 1
  2. § 2
  3. § 3
  4. § 4
  5. § 5
  6. § 6
  7. § 7
  8. § 8
  9. § 9

9 provisions

§ 1

Geltungsbereich 1 Diese Verordnung regelt den Vollzug der Verordnung des SBFI über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung vom 9. April 2025 2) betreffend Lernbereiche, Lehrpläne und Qualifikationsverfahren im Fach Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung an den gemäss § 15 GBW bezeichneten Berufsfachschulen.

§ 2

Lernbereiche 1 Die Lernbereiche Sprache und Kommunikation sowie Gesellschaft sind im Unterricht und im Rahmen der Gesamtheit der Leistungsnachweise gleichwertig zu behandeln.

§ 3

Kantonale Lehrpläne 1 Die kantonalen Lehrpläne im Fach Allgemeinbildung in den zwei-, drei- und vierjährigen beruflichen Grundbildungen sind in den Anhängen 1–3 geregelt. Sie gelten auch für die Nachholbildung. 1) SAR 422.200 2) SR 412.101.241 * Änderungstabellen am Schluss des Erlasses 422.214 2 Die kantonalen Lehrpläne decken rund 80 % der Unterrichtszeit im Fach Allgemeinbildung ab. Rund 20 % der Unterrichtszeit werden von den Berufsfachschulen für Vertiefungen und aktuelle Themen verwendet. 2. Qualifikationsverfahren

§ 4

Leistungsnachweise 1 In den Lernbereichen Sprache und Kommunikation sowie Gesellschaft werden mindestens je drei Leistungsnachweise pro Semester benotet. 2 Leistungsnachweise sind mehrheitlich lernbereichsübergreifend zu erbringen. Sie können mündlich oder schriftlich durchgeführt werden. 3 In den drei- und vierjährigen beruflichen Grundbildungen gelten zudem folgende Vorgaben für Leistungsnachweise: a) Zur Vorbereitung auf die Schlussprüfung wird mindestens einmal pro Schuljahr ein schulintern einheitlicher, lernbereichsübergreifender Leistungsnachweis benotet. b) Im zweitletzten Semester wird die Schlussarbeit geschrieben; weitere Leistungsnachweise sind nicht zu erbringen. Im Semesterzeugnis wird der Vermerk «Schlussarbeit» eingetragen. 4 In der zweijährigen beruflichen Grundbildung wird angestrebt, einmal pro Schuljahr einen schulintern einheitlichen, lernbereichsübergreifenden Leistungsnachweis zu benoten. 5 Die Abteilung Berufsbildung und Mittelschule erstellt zu den Leistungsnachweisen eine Wegleitung zuhanden der Berufsfachschulen.

§ 5

Schlussarbeit a) Rahmenbedingungen 1 Sowohl die mündliche Präsentation als auch das anschliessende Prüfungsgespräch dauern jeweils rund 10 Minuten pro lernende Person. 2 Die Berufsfachschulen legen fest: a) mögliche Sozialformen zur Erarbeitung der Schlussarbeit (Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit), b) Anzahl Lektionen des ordentlichen Unterrichts, die für die Erarbeitung der Schlussarbeit eingesetzt werden können, im Rahmen einer kantonalen Bandbreite von 24–30 Lektionen, c) strukturelle und formale Gestaltungsrichtlinien zur Erstellung der Schlussarbeit, d) Abgabetermin und Modalitäten. 3 Die Abteilung Berufsbildung und Mittelschule erstellt eine einheitliche Prüfungswegleitung zuhanden der Berufsfachschulen. 422.214

§ 6

b) Bewertung 1 Bei der Bewertung der Schlussarbeit werden die einzelnen Teile wie folgt gewichtet: a) Erarbeitung: 20 % b) Produkt: 40 % c) mündliche Präsentation (½) und vertiefendes Prüfungsgespräch (½): 40 % 2 Die Lernenden dokumentieren den Erarbeitungsprozess und das Produkt nach Vorgabe der Berufsfachschule schriftlich. Es ist ein Eigenanteil von mindestens 50 % nachvollziehbar auszuweisen.

§ 7

Schlussprüfung 1 Die Schlussprüfung wird schriftlich durchgeführt. 2 Aus wichtigen Gründen, insbesondere medizinischer Art oder als Nachteilsausgleich, kann die Prüfung auf begründetes Gesuch hin mündlich durchgeführt werden. 3 Die Berufsfachschulen legen jährlich in Absprache untereinander einheitlich fest: a) Prüfungsteile und -formen, b) Arten von Aufgabenstellungen und deren Anforderungsniveau (Taxonomiestufen), c) Einsatz erlaubter Hilfsmittel, d) Notenschlüssel. 4 Die Abteilung Berufsbildung und Mittelschule erstellt eine einheitliche Prüfungswegleitung zuhanden der Berufsfachschulen. 3. Übergangs- und Schlussbestimmungen

§ 8

Übergangsbestimmungen 1 Für Lernende, welche die berufliche Grundbildung vor dem Schuljahr 2026/27 begonnen haben, gelten die bisherigen Lehrpläne (Anhänge 4–6) und das bisherige Recht wie folgt weiter: a) bei zweijährigen Grundbildungen bis 31. Dezember 2029, b) bei dreijährigen Grundbildungen bis 31. Dezember 2030, c) bei vierjährigen Grundbildungen bis 31. Dezember 2031. 2 Für Lernende, die ab dem Schuljahr 2026/27 eine verkürzte berufliche Grundbildung beginnen, gelten die bisherigen Lehrpläne (Anhänge 4–6) und das bisherige Recht wie folgt weiter, sofern der Abschluss erfolgt a) bei zweijährigen Grundbildungen vor dem 31. Dezember 2027, b) bei dreijährigen Grundbildungen vor dem 31. Dezember 2028, c) bei vierjährigen Grundbildungen vor dem 31. Dezember 2029. 422.214

§ 9

Inkrafttreten 1 Diese Verordnung tritt am 1. August 2026 in Kraft. Aarau, 27. Mai 2027 Regierungsrat Aargau Landammann ATTIGER Staatsschreiberin FILIPPI 422.214 Änderungstabelle - Nach Beschluss Beschluss Inkrafttreten Element Änderung AGS Fundstelle 27.05.2026 01.08.2026 Erlass Erstfassung 2026/05-16 422.214 Änderungstabelle - Nach Paragraph Element Beschluss Inkrafttreten Änderung AGS Fundstelle Erlass 27.05.2026 01.08.2026 Erstfassung 2026/05-16 ANHANG 1 ZUR VERORDNUNG ÜBER DIE ALLGEMEINBILDUNG IN DER BERUFLICHEN GRUNDBILDUNG (V ABU) VOM 27. Mai 2026 [SAR 422.214] Aargauer Schullehrplan Allgemeinbildung Zweijährige Grundbildung Gültig ab Schuljahr 2026/27 2 von 21 Erläuterungen zum Lehrplan ABU Die Themen orientieren sich an der Lebenswelt der Lernenden und werden in der Leitidee kurz umrissen. Sie decken 80 % der Unterrichtszeit ab. Die restliche Zeit steht Aktualitäten und Vertiefungen zur Verfügung. Die Kompetenzbereiche Gesellschaft und Sprache & Kommunikation sind zu je 50 % zu gewichten. Die Kompetenzen im Bereich Gesellschaft sind im Lehrplan verbindlich ausgewiesen, die Kompetenzen im Bereich Sprache & Kommunikation, die Schlüsselkompetenzen und die digitalen Kompetenzen können unter Berücksichtigung der im Lehrplan ausgewiesenen Förderfokusse von der Lehrperson frei gewählt werden. Welche Kompetenzbereiche in den einzelnen Themen zu berücksichtigen sind ist dem Lehrplan zu entnehmen. Die einzelnen Kompetenzbereiche beziehen sich auf den eidgenössischen Rahmenlehrplan. Bei Unklarheiten zu Begrifflichkeiten ist dieser zu konsultieren. Der Kompetenzerwerb entsteht durch Wiederholung und Übung im Sinne eines spiralförmigen Aufbaus über alle Lehrjahre. Die normative Sprachkompetenz wird handlungsorientiert und bedarfsgerecht in allen Bildungsjahren gefördert und kann folgender Matrix entnommen werden: . 3 von 21 Die aufgeführten Lektionenzahlen verstehen sich als Empfehlung. Die Zusammenarbeit Allgemeinbildung und Berufskunde wird nach Möglichkeit bei der Semesterplanung berücksichtigt. Aufteilung Lehrplanthemen auf Lehrjahre 1. Lehrjahr T1 / Ich übernehme neue Rollen T2 / Ich treffe Entscheidungen 2. Lehrjahr T3 / Ich lebe selbständig T4 / Ich gestalte meine Zukunft Der Lehrplan wurde erarbeitet durch die Strategiegruppe Allgemeinbildung des Kantons Aargau und ABU-Lehrpersonen der Aargauer Berufsfachschulen. 4 von 21 1. Ich übernehme neue Rollen Leitidee Ich stehe am Anfang meiner beruflichen Grundbildung. Ich erlebe viele neue Situationen im Betrieb und in der Schule und muss mich in einer neuen Umgebung zurechtfinden. Ich begegne unterschiedlichen Erwartungen und ich realisiere, dass sich meine Rolle verändert – im Team, in meiner Familie und in meinem Freundeskreis. Dabei entdecke ich immer mehr, wer ich bin und was mir wichtig ist. Ich nehme wahr, dass ich Teil meiner Gemeinde und der Gesellschaft bin. Zeitbudget 48 Lektionen Lebensbezüge 1.1 Ich komme im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule zurecht und kenne die wichtigsten Rechte, Pflichten und Abläufe. 1.2 Ich erkenne Konflikte in der Schule, im Betrieb und in meinem Umfeld und reagiere konstruktiv. 1.3 Ich reflektiere meine Rolle in meinem Umfeld und befasse mich mit verschiedenen Wertvorstellungen. 1.4 Ich erkenne, dass ich Teil meiner Wohnortgemeinde bin, und wie ich mich in der Gemeinde orientieren kann. 5 von 21 1.1 Ich komme im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule zurecht und kenne die wichtigsten Rechte, Pflichten und Abläufe. • Ich analysiere die Inhalte meines Lehrvertrags und meiner Lohnabrechnung, damit ich meine Rechte und Pflichten im Berufsalltag bewusst wahrnehme und korrekt anwende. Lehrvertrag (Vertragsparteien, Dauer, Lohn, Arbeitszeit, Ferien, Abzüge, Brutto- /Nettolohn, Rechte und Pflichten), Schulordnung Schulordnung und Lehrvertrag lesen, Organigramm verstehen Formelle E-Mail, Reflexionen zum Lehrstart Relevante Informationen aus Lehrvertrag und Organigramm herausfiltern Pflichten und Termine in Schule und Betrieb einhalten Digitale Ordnungssysteme Betriebliche Dokumente (Lehrvertrag, Lohnabrechnung) korrekt ablegen Lernplattformen und E-Mail für schulische Kommunikation einsetzen • Ich nutze das Organigramm meines Betriebes und die Organisationsstrukturen meiner Berufsfachschule, um die richtigen Ansprechpersonen für meine Anliegen zu finden und mit diesen adressatengerecht zu kommunizieren. Strukturen und Abläufe im Lehrbetrieb (z. B. Organigramm, Zuständigkeiten) Interaktion schriftlich Anliegen im Betrieb formulieren Arbeitsgerät einrichten Nutzung der ICT-Struktur der Berufsfachschule 6 von 21 1.2 Ich erkenne Konflikte in der Schule, im Betrieb und in meinem Umfeld und reagiere konstruktiv. • Ich setze Konfliktlösungsstrategien ein und halte mich an vereinbarte Teamregeln, um Meinungsverschiedenheiten mit Teamkollegen fair zu lösen und ein konstruktives Miteinander zu fördern. Rolle im Team, konstruktives Verhalten bei Konflikten, Umgang mit Erwartungen Rezeption mündlich Feedback annehmen Konfliktgespräch strukturieren, Ich-Botschaften formulieren Teamfähigkeit Im Konflikt kooperativ Lösungen suchen, aktives Zuhören, Ich-Botschaften, Kompromissbereitschaft, Dienstweg einhalten Kollaborative Tools (Chat, Cloud) für die Teamarbeit nutzen, Digitale Kommunikationsregeln beachten (z. B. E-Mail-Etikette) • Ich erkenne Konfliktsituationen und nutze Kommunikationsregeln, um in Gesprächen ruhig zu bleiben und respektvoll auf unangemessenes Verhalten zu reagieren. Kenntnis von Anlaufstellen, rechtliche Grundlagen bei Konflikten Teamdiskussion Auf Sichtweisen anderer eingehen, respektvoll reagieren 7 von 21 1.3 Ich reflektiere meine Rolle in meinem Umfeld und mache mir Gedanken zu Wertvorstellungen. • Ich vergleiche meine eigene Sicht auf meine Rollen mit Rückmeldungen von anderen, um meine Stärken zu nutzen und mich gezielt weiterzuentwickeln. Rückmeldungen reflektieren, Rollenverständnis im Betrieb und im Umfeld Zusammenarbeit im Betrieb als Teil der betrieblichen Organisation Rückmeldung erfassen Eigene Wertvorstellungen im Betrieb und Umfeld reflektieren Digitale Reflexions-Instrumente (z. B. Lernjournal, Feedback-Apps) anwenden, Online-Recherche zu Wertediskussionen / Regeln für Gruppenarbeiten nutzen • Ich setze mich mit den unterschiedlichen Wertvorstellungen in meiner Klasse auseinander und vergleiche sie mit den Grundrechten in der Schweiz, um zu verstehen, wie gemeinsame Grundrechte ein respektvolles Zusammenleben ermöglichen. Interkultureller Austausch, Leben in einer heterogenen Schweiz Grundrechte, BV, Demokratie, Rechtsstaat Interaktion schriftlich Anliegen im Betrieb formulieren Diskussion über Werte, Gruppenregeln entwickeln Den eigenen Vorurteilen bewusst werden 8 von 21 1.4 Ich erkenne, dass ich Teil meiner Wohnortgemeinde bin, und wie ich mich in der Gemeinde orientieren kann. • Ich recherchiere Informationen auf den digitalen Plattformen meiner Gemeinde und prüfe, wie ich diese für die zuverlässige Organisation meiner Alltagsabläufe nutzen kann. Strukturen und Angebote der Gemeinde, Mitwirkungsmöglichkeiten im lokalen Umfeld Beitrag über Interessensgruppe verfassen, kurze Präsentation Website/Online-Portal der Gemeinde nutzen (Abfallkalender, Termine etc.) • Ich setze mich mit den Zielen und Angeboten einer Interessensgruppe in meiner Gemeinde auseinander, erkläre, welche Aufgaben die Gemeinde im föderalistischen System übernimmt, und beurteile, wie und wo ich mich sinnvoll engagieren kann. Einbindung in Vereine oder Gruppen, aktives gesellschaftliches Leben Gespräch mit Person aus einer Interessensgruppe (Sportverein, Musikverein, Feuerwehr, Ortspartei etc.) Aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen Office Programme nutzen Digitale Beiträge (z.B. Fotos, Kurzbericht) zu einer Interessensgruppe verfassen und teilen 9 von 21 2. Ich treffe Entscheidungen Leitidee Mit zunehmendem Alter gewinne ich neue Entscheidungsfreiheiten, sei es im Umgang mit Geld, beim Abschluss von Verträgen oder bei Konsumentscheidungen. Gleichzeitig wirken soziale Gruppen, persönliche Gewohnheiten und digitale Medien auf meine Entscheidungen ein. Ich lerne, Entscheidungen zu treffen, die zu meinen Werten passen, meine Gesundheit berücksichtigen und langfristige Folgen einbeziehen. Freiheit bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen. Zeitbudget 48 Lektionen Lebensbezüge 2.1 Ich erhalte meinen ersten Lohn und setze diesen verantwortungsbewusst ein. 2.2 Ich treffe bewusste Kaufentscheidungen. 2.3 Ich entwickle ein Bewusstsein für die Folgen riskanten Handelns. 2.4 Ich bewege mich verantwortungsvoll in der digitalen Welt. 10 von 21 2.1 Ich erhalte meinen ersten Lohn und setze diesen verantwortungsbewusst ein. • Ich organisiere den Überblick über meine finanziellen Verpflichtungen und definiere meine persönlichen Sparziele, um ein realistisches Budget zu erstellen. Budget, fixe / variable Kosten, Lohnabrechnung Lehrlingslohn und Abgaben Fachliteratur verstehen Budget erstellen Finanzübersicht gewinnen, langfristige finanzielle Ziele setzen Office-Programme / Schulspezifische Programme Budgettabelle Digitales Ordnungssystem Dokumente organisieren (Inbox, Cloud) • Ich wähle für meine unterschiedlichen Zahlungsbedürfnisse passende Zahlungsmittel aus, damit ich finanzielle Risiken vermeiden kann. Zahlungsmittel Fachliteratur verstehen Argumentieren • Ich nutze rechtliche Grundlagen, so dass ich einfache Rechtsfälle zum Thema Kaufvertrag lösen kann. Kaufrecht (Vertragsschluss, Mängelrechte, Rücktrittsrechte) Fachliteratur verstehen Reklamations-E-Mail Informationen organisieren (Mindmap) 11 von 21 2.2 Ich treffe bewusste Kaufentscheidungen. • Ich erkenne meine zugrundeliegenden Bedürfnisse hinter konkreten Kaufwünschen, damit ich selbstbestimmte Entscheidungen treffen kann. Selbstreflexion eigener Konsummuster Meinungsorientiert kommunizieren (reflektieren, kommentieren) Eigene Bedürfnisse erkennen Umfragetools • Ich wähle für einen konkreten Kaufwunsch eine für mich passende Finanzierungsart, damit ich die langfristigen Kosten der gewählten Finanzierungsart realistisch einschätzen und Verschuldung verhindern kann. Finanzierungsmodelle (Barkauf, Ratenkauf, Leasing, Kredit), Zinsen, Verschuldung Konsumkreditgesetz, Folgen einer Betreibung Fachliteratur verstehen Faktenorientiert kommunizieren (beschreiben, zusammenfassen) Informationen bewerten (Vertragsbestimmungen prüfen) Langfristige Folgen von Finanzierungsentscheidungen verstehen Vergleichsportale 12 von 21 2.3 Ich entwickle ein Bewusstsein für die Folgen riskanten Handelns. • Ich überprüfe meinen Lebensstil und leite daraus konkrete Massnahmen für mein psychisches und körperliches Wohlbefinden ab, damit ich eigenverantwortlich dafür sorgen kann. Eigenverantwortung für Gesundheit Suchtverhalten Fernsehsendung / Podcast verstehen Meinungsorientiert kommunizieren (reflektieren, kommentieren) Reflexionen zur physischen und psychischen Gesundheit Online-Umfragen • Ich ermittle mein Risikoverhalten und erkenne die rechtlichen Konsequenzen von Fahrlässigkeit, so dass ich die Folgen meines Handelns abschätzen und verantwortungsvoll mit Risiken umgehen kann. Folgen von (Grob)Fahrlässigkeit (Strafrecht, Regress), Motorfahrzeughaftpflichtversicherung, Kaskoversicherungen Verantwortung gegenüber anderen bei Risikohandlungen (Rasen, Alkoholkonsum am Steuer) Persönliches Risikoverhalten erkennen 13 von 21 2.4 Ich bewege mich verantwortungsvoll in der digitalen Welt. • Ich gestalte meine Online-Präsenz bewusst und beachte dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen und Sicherheitsaspekte, damit ich meine digitale Identität verantwortungsvoll aufbaue. Bewusstsein über die eigene Wirkung nach aussen, Cybermobbing Sicherheitseinstellungen von Sozialen Medien Fernsehsendung / Podcast verstehen Datensicherheit und Urheberrecht gewährleisten Recht am eigenen Bild • Ich unterscheide zwischen vertrauenswürdigen und unzuverlässigen Informationen, um mich vor Manipulation zu schützen. Meinungsorientiert kommunizieren (argumentieren) Informationen bewerten (Fake News erkennen), Fakten von Meinungen unterscheiden • Ich beurteile Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von KI- Tools für verschiedene Aufgaben, so dass ich diese gezielt, aber verantwortungsvoll einsetze. Chancen und Grenzen von KI Interaktion digital Mit KI interagieren Datensicherheit und Urheberrecht gewährleisten Transparenz bei KI-Nutzung (Quellenangabe) Gezieltes und verantwortungsbewusstes Prompten 14 von 21 3. Ich lebe selbständig Leitidee Ich beschäftige mich mit verschiedenen Möglichkeiten, das eigene Leben und Wohnen zu gestalten, und setze mich mit den damit verbundenen Verantwortlichkeiten auseinander. Dabei erkenne ich die Bedeutung von Sicherheit in unterschiedlichen Lebenssituationen. So entwickle ich ein grundlegendes Verständnis dafür, wie individuelle Lebensformen, Wohnformen und Absicherungen zusammenwirken und meinen Lebensalltag beeinflussen. Zeitbudget 48 Lektionen Lebensbezüge 3.1 Ich setze mich mit verschiedenen Lebensformen auseinander. 3.2 Ich beschäftige mich mit verschiedenen Wohnformen und den damit verbundenen Rechten und Pflichten. 3.3 Ich achte darauf, dass ich im Krankheitsfall oder bei Schäden gut versichert bin. 15 von 21 3.1 Ich setze mich mit verschiedenen Lebensformen auseinander. • Ich setze mich mit gesellschaftlich geprägten Rollenbilder und Verantwortlichkeiten im Privaten auseinander, damit ich einschätzen kann, welche Rolle für mich persönlich in Zukunft passend sein könnte. Rollenbilder Sicherheitseinstellungen von Sozialen Medien Podcast, Radiosendung, Filmbericht zu Rollenbilder Mitgestaltung des Zusammenlebens • Ich analysiere verschiedene Lebensformen in Bezug auf die rechtlichen, finanziellen, organisatorischen Aspekte, um zu erkennen, welche Möglichkeiten mir offenstehen. Gesetze zu Ehe, Konkubinat, Lebensformen Gesetzestexte in vereinfachter Form lesen und verstehen Lebensformen analysieren 16 von 21 3.2 Ich beschäftige mich mit verschiedenen Wohnformen und den damit verbundenen Rechten und Pflichten. • Ich überlege mir, welche Wohnform am besten zu meiner Lebenssituation passt und ich informiere mich über den Wohnungsmarkt, um eine passende Wohnung zu finden. Wohnformen (z.B. WG, Genossenschaftswohnungen) Wohnungsmarkt, Budget, Bewerbungsstrategien Doku Wohnform Budgetplan, Wohnungsbewerbung, Bewerbungsformular Mitgestaltung des Zusammenlebens Onlinesuche E-Mail schreiben • Ich nutze rechtliche Grundlagen, so dass ich künftige Herausforderungen im Mietalltag lösen kann. Solidarmiete und Untermiete, Mietvertrag, Rechte und Pflichten Mängelliste 17 von 21 3.3 Ich achte darauf, dass ich im Krankheitsfall oder bei Schäden gut versichert bin. • Ich prüfe, welches Krankenkassenmodell am besten zu meiner aktuellen Lebenssituation passt und vergleiche verschiedene Möglichkeiten, wie ich bei den Krankenkassenprämien sparen kann. Krankenkassenprämien spa- Gesetzliche Vorgaben Krankenkasse, Privathaftpflicht und Hausratsversicherung Entscheidungen begründen Angebote recherchieren Entscheidungen auf Lebenssituation abstimmen Krankenkassen und Modellwahl begründen beim Aufschreiben des Argumentes, Schadensfälle aus dem Alltag zuordnen • Ich fasse zusammen, was die Privathaftpflicht- und die Hausratsversicherung abdecken, um einschätzen zu können, wann diese Versicherungen für meine persönliche Lebenssituation sinnvoll sind. Finanzielle Absicherung gegen Risiken Schadensfälle aus dem Alltag zuordnen Eigene Absicherung planen Fallbeispiele lösen 18 von 21 4. Ich gestalte meine Zukunft Leitidee Mit dem Abschluss meiner Ausbildung beginne ich einen neuen Lebensabschnitt. Ich plane meine berufliche und persönliche Zukunft, informiere mich gezielt über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich bewältige den Umgang mit Behörden selbstständig. Zugleich denke ich über meine Rolle in der Gesellschaft nach und überlege, wie ich zu einer nachhaltigen und gerechten Welt beitragen kann. Zeitbudget 48 Lektionen Lebensbezüge 4.1 Ich stehe vor dem Ende meiner Ausbildung und plane meine nächsten beruflichen Schritte. 4.2 Ich komme mit Behörden in Kontakt und finde mich in der Vielfalt von Formularen und Zuständigkeiten zurecht. 4.3 Ich konsumiere Güter und Dienstleistungen und untersuche die Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. 19 von 21 4.1 Ich stehe vor dem Ende meiner Ausbildung und plane meine nächsten beruflichen Schritte. • Ich analysiere meine Interessen, Stärken, Schwächen und vergleiche diese mit meinen beruflichen Zielen, um meine berufliche Entwicklung effektiv zu planen. Stärke-Schwächen-Profil Vergleich Voraussetzungen und eigene Ressourcen • Ich plane die nächsten Schritte meiner beruflichen Laufbahn und erstelle die dazu nötigen Bewerbungsunterlagen und bereite mich auf ein Bewerbungsgespräch vor. Arbeitsmarkt, Stellensuche, Weiterbildungsmöglichkeiten Rollenspiel Bewerbungsgespräch Bewerbungsdossier zusammenstellen Überzeugender Auftritt im Bewerbungsgespräch Bewerbungsunterlagen online einreichen Bewerbungsgespräch simulieren, Motivationsschreiben überarbeiten • Ich nutze rechtliche Grundlagen, so dass ich künftige rechtliche Herausforderungen im Arbeitsalltag und bei Arbeitslosigkeit lösen kann. Arbeitsrecht, EAV, Rechte & Pflichten, RAV, Sozialversicherungsrecht Rezeption schriftlich / bildlich Infos RAV, Muster Arbeitsvertrag Bspw. digitales Plakat erstellen 20 von 21 4.2 Ich komme mit Behörden in Kontakt und finde mich in der Vielfalt von Formularen und Zuständigkeiten zurecht. • Ich erkenne die Notwendigkeit der Steuererhebung als zentrale Grundlage staatlicher Finanzierung und untersuche, wie Steuergelder eingesetzt werden. Staatsaufgaben, Steuerarten, politische Mitbestimmung, Links-Rechts- Schema Fachliteratur Gezieltes und verantwortungsbewusstes Prompten • Ich organisiere meine benötigten Unterlagen für das Einreichen einer Steuererklärung und fülle das Formular vollständig und korrekt aus. Persönliche Dokumente für die Steuererklärung zusammenstellen Rezeption schriftlich und Informationen der Behörden verstehen Effizienter Einsatz von KI, präzise Prompts Office Programme nutzen Formulare herunterladen, korrekt und vollständig ausfüllen, fristgerecht bei Steuerabteilung einreichen 21 von 21 4.3 Ich konsumiere Güter und Dienstleistungen und untersuche die Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. • Ich treffe Konsumentscheidungen, indem ich Produkte und Dienstleistungen nach Preis, Qualität, Herkunft und ökologischen sowie sozialen Auswirkungen vergleiche und eine begründete Wahl treffe. Nachhaltigkeit, Ressourcenverbrauch, soziale Standards, Tieflohnarbeitskräfte Gesetzliche Vorgaben Krankenkasse, Privathaftpflicht und Hausratsversicherung Dilemma Diskussion Erklärvideo erstellen Nachhaltigkeitsbewusst- Eigene Handlungsmöglichkeiten erkennen, vernetzt und systematisch denken Verschiedene Perspektiven beim Konsum berücksichtigen, Widersprüchlichkeit aushalten Persönlichen Fussabdruck berechnen • Ich beurteile Auswirkungen meines Konsums auf die Umwelt und wende in meinem Umfeld konkrete, nachhaltige Alternativen an. Nachhaltigkeit, Wegwerfkultur, Kreislaufwirtschaft, Regionalität, Klimawandel, ökologischer Fussabdruck, Konsumlabels Rezeption audio-visuell Dokumentationen über den Zusammenhang von Konsum und Umweltbelastung Anpassungsfähigkeit Routinen erkennen und überdenken Multimedia Programme Erklärvideo, Audioaufnahme, Video-Blog, digitale Collage ANHANG 2 ZUR VERORDNUNG ÜBER DIE ALLGEMEINBILDUNG IN DER BERUFLICHEN GRUNDBILDUNG (V ABU) VOM 27. Mai 2026 [SAR 422.214] Aargauer Schullehrplan Allgemeinbildung Dreijährige Grundbildung Gültig ab Schuljahr 2026/27 2 von 25 Erläuterungen zum Lehrplan ABU Die Themen orientieren sich an der Lebenswelt der Lernenden und werden in der Leitidee kurz umrissen. Sie decken 80 % der Unterrichtszeit ab. Die restliche Zeit steht Aktualitäten und Vertiefungen zur Verfügung. Die Kompetenzbereiche Gesellschaft und Sprache & Kommunikation sind zu je 50 % zu gewichten. Die Kompetenzen im Bereich Gesellschaft sind im Lehrplan verbindlich ausgewiesen, die Kompetenzen im Bereich Sprache & Kommunikation, die Schlüsselkompetenzen und die digitalen Kompetenzen können unter Berücksichtigung der im Lehrplan ausgewiesenen Förderfokusse von der Lehrperson frei gewählt werden. Welche Kompetenzbereiche in den einzelnen Themen zu berücksichtigen sind ist dem Lehrplan zu entnehmen. Die einzelnen Kompetenzbereiche beziehen sich auf den eidgenössischen Rahmenlehrplan. Bei Unklarheiten zu Begrifflichkeiten ist dieser zu konsultieren. Der Kompetenzerwerb entsteht durch Wiederholung und Übung im Sinne eines spiralförmigen Aufbaus über alle Lehrjahre. Die normative Sprachkompetenz wird handlungsorientiert und bedarfsgerecht in allen Bildungsjahren gefördert und kann folgender Matrix entnommen werden: 3 von 25 Die aufgeführten Lektionenzahlen verstehen sich als Empfehlung. Im dritten Bildungsjahr sollen die Lernenden in der Lage sein, die Schlussarbeit inhaltlich und formal selbständig zu erstellen und zu präsentieren. Die Zusammenarbeit Allgemeinbildung und Berufskunde wird nach Möglichkeit bei der Semesterplanung berücksichtigt. Aufteilung Lehrplanthemen auf Lehrjahre 1. Lehrjahr T1 / Ich beginne einen neuen Lebensabschnitt T2 / Ich übernehme finanzielle Verantwortung T 3 / Ich bewege mich online und offline 2. Lehrjahr T4 / Ich wähle Mobilitätsformen bewusst T5 / Ich finde meine Werte und gestalte die Gesellschaft mit T6 / Ich wohne selbständig und lebe respektvoll 3. Lehrjahr Schlussarbeit T 7 / Ich plane meine Zukunft Der Lehrplan wurde erarbeitet durch die Strategiegruppe Allgemeinbildung des Kantons Aargau und ABU-Lehrpersonen der Aargauer Berufsfachschulen. 4 von 25 1. Ich beginne einen neuen Lebensabschnitt Leitidee Der Beginn meiner beruflichen Grundbildung ist ein wichtiger Schritt in ein neues Lebenskapitel. Ich übernehme neue Aufgaben und trage Verantwortung im Lehrbetrieb und in der Schule. Dabei kenne ich die Bedeutung des Lehrvertrags und weiss, welche Rechte und Pflichten sich daraus ergeben. Im Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen lerne ich, ihren Erwartungen gerecht zu werden und Konflikte fair zu lösen. Ich vereinbare Arbeit, Schule und Freizeit sinnvoll und achte dabei bewusst auf Erholung und eine gute Balance. Zeitbudget 30 Lektionen Lebensbezüge 1.1 Ich komme im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule zurecht und kenne die wichtigsten Regeln und Abläufe. 1.2 Ich übe, mich im Team einzubringen und gemeinsam Lösungen zu finden sowie bei Konflikten konstruktiv zu reagieren. 1.3 Ich wende Lernstrategien zielführend an. 1.4 Ich lerne Arbeit, Schule und Freizeit in eine gute Balance zu bringen und achte dabei auf meine physische, psychische und soziale Gesundheit. 1.5 Ich habe einen Lehrvertrag abgeschlossen und leite daraus meine Rechte und Pflichten ab. 5 von 25 1.1 Ich komme im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule zurecht und kenne die wichtigsten Regeln und Abläufe. • Ich bin Teil einer heterogenen Klasse und gehe mit dieser Vielfalt konstruktiv um. • Ich erkenne meine neue Rolle als Lernende / als Lernender und verstehe die damit verbundenen Erwartungen. Rolle im Betrieb / Schule Schulordnung, Arbeitsrecht Fragen und antworten Linearer Bericht Präsentation Vielfalt in der Klasse anerkennen und tolerieren Arbeitsgerät einrichten Nutzung der ICT-Struktur der Berufsschule Digitales Ordnungssystem Ordnerstruktur Struktur anlegen Tools für Kommunikation und Zusammenarbeit im Betrieb und in der Schule (z. B. Chat, Cloud) 1.2 Ich übe, mich im Team einzubringen und gemeinsam Lösungen zu finden sowie bei Konflikten konstruktiv zu reagieren. • Ich reflektiere, weshalb Zusammenarbeit im Team wichtig ist und bringe mich konstruktiv ein. • Ich kommuniziere adressatengerecht – mündlich wie schriftlich – und formuliere dabei die Inhalte auch aus der Perspektive anderer. • Ich beurteile Konfliktsituationen in Schule, Betrieb oder Umfeld und wende passende Strategien an. Sich in ein Team integrieren, Perspektivenwechsel vollziehen Fehlverhalten hat Konsequenzen Konfliktgespräch, Ich-Botschaften Adressatengerecht schriftlich kommunizieren In einem Team einen Auftrag lösen Teamfähigkeit Eine spezifische Rolle in einem Team einnehmen Anpassungsfähigkeit Sich bewusst im Team integrieren Sich in eine andere Rolle versetzen und deren Sichtweise nachvollziehen können Textverarbeitungsprogramm, E-Mail 6 von 25 1.3 Ich wende Lernstrategien zielführend an. • Ich organisiere mein Lernen effizient und wende passende Lernstrategien an. • Ich setze KI gezielt als Lernunterstützung ein und gehe dabei bewusst mit möglichen Risiken um. Persönliche Lernstrategien entwickeln Anwenden von technischen Hilfsmitteln Visualisieren, Konzeptkarte, Mindmap etc. tion digital Prompten Arbeiten mit KI als Lernhilfe Teams, Moodle etc. KI als Lernhilfe 1.4 Ich lerne Arbeit, Schule und Freizeit in eine gute Balance zu bringen und achte dabei auf meine physische, psychische und soziale Gesundheit. • Ich analysiere meine Lebensgestaltung in Bezug auf Freizeit, Beruf und Schule. • Ich unterscheide physische, psychische und soziale Gesundheit sowie deren Wechselwirkung. • Ich setze mich mit meiner Gemeinde auseinander und erkenne die Bedeutung von Freizeitangeboten für die Bevölkerung. Den eigenen Tagesablauf in Bezug auf gesundheitliche Aspekte analysieren Freizeitangebote in der Gemeinde Erstellen von Tabellen und Grafiken Einfacher Fachartikel lesen Interview z. B. mit Vorstandsmitglied eines Vereins Freizeitangebote präsentie- Eine sinnvolle Freizeitgestaltung unter Berücksichtigung der eigenen Gesundheit planen Organisation der eigenen Zeit Excel (Tabelle und Grafik), Powerpoint (z. B. Pecha Kucha Methode) 7 von 25 1.5 Ich habe einen Lehrvertrag abgeschlossen und leite daraus meine Rechte und Pflichten ab. • Ich analysiere meinen Lehrvertrag und leite daraus Rechte und Pflichten ab. • Ich nehme Herausforderungen im Lehrverhältnis früh wahr und kann konstruktiv damit umgehen. Rechte und Pflichten im Lehrvertrag (OR) Lehrvertrag verstehen, bei Fehlentwicklungen agieren Regelung Berufsbildung Filmmaterial analysieren Einfache Fälle lösen Vertrag lesen und verstehen, Zeitungsartikel lesen Ich informiere mich über Rechte und Pflichten im OR Dokumentieren im Textverarbeitungsprogramm 8 von 25 2. Ich übernehme finanzielle Verantwortung Leitidee Mit dem ersten Lohn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Ich verdiene mein eigenes Geld und übernehme finanzielle Verantwortung. Dabei hilft mir ein durchdachtes Budget. Gleichzeitig stehe ich täglich vor Konsumentscheidungen. Ich wäge ab, wie ich bezahle und welche wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Konsequenzen jede Wahl hat. Über meinen Betrieb informiere ich mich, um zu realisieren, wie ich als Produzentin zum wirtschaftlichen Nutzen beitrage. Zeitbudget 30 Lektionen Lebensbezüge 2.1 Ich erhalte meinen ersten Lohn und gehe verantwortungsbewusst mit diesem um. 2.2 Ich treffe bewusste Konsumentscheidungen. 2.3 Ich informiere mich über meinen Betrieb und verschiedene Formen von Arbeit. 9 von 25 2.1 Ich erhalte meinen ersten Lohn und gehe verantwortungsbewusst mit diesem um. • Ich werte meine Lohnabrechnung aus und vollziehe die Bedeutung der Lohnabzüge sowohl für mich persönlich als auch für die Gesellschaft nach. • Ich erstelle auf der Basis meiner fixen und variablen Kosten sowie meiner Einnahmen ein realistisches Budget, das mir persönliche Sparziele ermöglicht. • Ich reflektiere meinen aktuellen Umgang mit Geld in Bezug auf mein Budget und verschiedene Zahlungsmittel. Lohn, Budget, Sparen, Investieren Ziele und Festsetzung der Lohnabzüge Umgang mit Geld ZGB 323, Pflichten der Eltern Rezeption schriftlich / bildlich Nicht-linearer Text (Vertrag) Nicht-linearer Text (Budgettabelle), Linearer Text (Erläuterung, Reflexion) An informalen Gesprächen teilnehmen (Austausch zum Budget) Informationen auswählen, bewerten Finanzielle Ziele setzen Budgettabelle erstellen/bearbeiten, Textverarbeitungsprogramm 2.2 Ich treffe bewusste Konsumentscheidungen. • Ich reflektiere, welche Faktoren mich bei einem Kaufentscheid beeinflussen. • Ich beurteile die wirtschaftlichen, ökologischen, ethischen und rechtlichen Auswirkungen von Konsumentscheidungen und argumentiere für oder gegen einen Entscheid. Bedürfnisse, Werbung, Preis, Zahlungsmöglichkeiten, Schulden Auswirkungen von Konsum, externe Kosten Bedürfnisse, Gruppendruck, finanzielle Mittel als Voraussetzung zu gesellschaftlicher Teilhabe Rezeption schriftlich / bildlich / audiovisuell Dokumentationen, nicht-lineare Texte (Diagramm) verstehen Faktenorientiert kommunizieren (Zielkonflikte beschreiben) Informationen bewerten, auswählen Ethische Grundlage für eigenes Handeln entwickeln (Kaufentscheidungen kritisch hinterfragen) Umgang mit materiellen Ressourcen Funktionsweise, Möglichkeiten und Grenzen, einfaches Prompting, Ressourcenbe- Datensicherheit gewährleisten Sicher digital bezahlen Digitales, kollaboratives Dokumente teilen, gemeinsam bearbeiten 10 von 25 Kaufverträge, Zahlungsverpflichtungen, Betreibung mündlich Meinungsorientiert kommunizieren (Argumentieren) 2.3 Ich informiere mich über meinen Betrieb und verschiedene Formen von Arbeit. • Ich untersuche welche Aufgaben und Leistungen meiner Abteilung zur Wertschöpfung beitragen. • Ich sammle Ideen, wie Arbeitsabläufe verändert werden könnten, und präsentiere mögliche Verbesserungen. • Ich analysiere, welche Formen von Arbeit es innerhalb und ausserhalb meines Betriebes gibt (z. B. Erwerbsarbeit, Haus-, Betreuungs- und Familienarbeit, Freiwilligenarbeit) und reflektiere deren wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung. Wirtschaftskreislauf, Formen von Arbeit, Wertschöpfung, Unternehmensprozesse, Produktivität Rolle im Betrieb Nicht-linearer Text (Organigramm) Dokumentation (Prozessanalyse), Reflexion Faktenorientiert kommunizieren (erklären, zusammenfassen, präsentieren) Informale Gespräche (Austausch mit Vorgesetzten und Kolleginnen) Betriebliche Informationen sammeln Eigene Arbeitsleistung reflektieren Prompting, Überarbeitung von Texten Digitales Ordnungssystem Dokumente sinnvoll benennen und speichern Einfache Prozesse visualisieren 11 von 25 3. Ich bewege mich online und offline Leitidee Ich bewege mich in einer digitalen und analogen Welt. Dabei lerne ich, Informationen bewusst und kritisch zu hinterfragen. Durch soziale Netzwerke und digitale Medien bin ich mit anderen Menschen vernetzt und erlebe neue Formen der Kommunikation und des Austauschs. In sozialen Kontexten übernehme ich Verantwortung für mich und andere, indem ich Risiken erkenne und sicher sowie respektvoll handle. Kunst und Kultur zeigen mir, wie wichtig Offenheit und Wertschätzung für gesellschaftliche Güter und Traditionen sind. Zeitbudget 30 Lektionen Lebensbezüge 3.1 Ich begegne unterschiedlichen Medieninhalten und eigne mir Methoden zur Inhaltsüberprüfung an. 3.2 Ich bin über soziale Netzwerke und digitale Medien mit anderen vernetzt. 3.3 Ich übernehme Verantwortung für mich und andere und weiss, wie ich in sozialen Kontexten richtig reagiere. 3.4 Ich setze mich mit Kunst und Kultur auseinander und finde heraus, welchen Stellenwert Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft einnehmen. 12 von 25 3.1 Ich begegne unterschiedlichen Medieninhalten und eigne mir Methoden zur Inhaltsüberprüfung an. • Ich wende Methoden zur Informationsüberprüfung an und schätze den Wahrheitsgehalt von Medieninhalten ein. • Ich begründe die Vertrauenswürdigkeit von Medien anhand festgelegter Kriterien. Massenmedien, Informations-Manipulation, Algorithmen Onlinevideo Kriterienliste, Argumentation Kritische Prüfung von Quellen, Faktenchecks, Vergleich von Informationsquellen Begründung eigener Einschätzungen Videoanalyse Datensicherheit und Urheberrecht gewährleisten Schutz persönlicher Daten, Urheberrechte Bilderkennung, KI-Faktencheck-Tools 3.2 Ich bin über soziale Netzwerke und digitale Medien mit anderen vernetzt. • Ich untersuche problematische Situationen in sozialen Medien und schlage geeignete Lösungsansätze vor. • Ich überprüfe und passe die Sicherheitseinstellungen meiner sozialen Netzwerkkonten an, um meine Privatsphäre und persönlichen Daten vor Missbrauch zu schützen. Moralisches Urteilen und Handeln im Internet, Cybermobbing, Ausgrenzung, Datenschutz, Identitätsdiebstahl, Betrug Gruppenverhalten, Rollen im digitalen Raum, Medienidentität Funktionsweisen und Sicherheitsaspekte digitaler Plattformen (z. B. Sichtbar- Fallstudien Problemlösung, Empfehlung tion schriftlich Social-Media-Kommentar oder Dialog überarbeiten, gemeinsame Lösungsstrategie formulieren (z. B. ignorieren, sachlich antworten, melden) Persönliche Werte hinterfragen, Privatsphäre Perspektivenwechsel, Verständnis, Ausgrenzung erkennen und dagegenhalten Begründung eigener Empfehlung, respektvoll diskutie- Datensicherheit und Urheberrecht gewährleisten Schutz persönlicher Daten, Urheberrechte 13 von 25 keit und Kontrolle von Inhalten, Datenschutz, Schutzmassnahmen) 3.3 Ich übernehme Verantwortung für mich und andere und weiss, wie ich in sozialen Kontexten richtig reagiere. • Ich identifiziere Risiken in sozialen Kontexten und formuliere geeignete Strategien, um diesen zu begegnen. • Ich entwickle Handlungsempfehlungen für Kolleginnen und Kollegen anhand realer Fallbeispiele und ziehe daraus Schlüsse für mein eigenes Handeln. Risiken, Verantwortung für sich und andere, Moral Soziales Handeln, Identitätsentwicklung Webseiten, Zeitungsartikel Guide mit Empfehlungen tion digital Diskussion realer Fallbeispiele, Zusammenarbeit in einem digitalen Tool Persönliche Werte hinterfragen und Perspektiven erweitern Toleranz und Offenheit, Konsensfindung, soziale Verantwortung Informationssammlung, Textverarbeitung Ideensammlung, Zusammenarbeit, Abstimmung 3.4 Ich setze mich mit Kunst und Kultur auseinander und finde heraus, welchen Stellenwert Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft einnehmen. • Ich setze mich mit verschiedenen Formen von Kunst und Kultur auseinander und reflektiere deren Bedeutung im Alltag. • Ich plane und führe den Besuch eines Kulturguts durch, dokumentiere diesen und beurteile anschliessend die gesellschaftliche Bedeutung des Kulturguts. Auseinandersetzung mit Kulturgut (z. B. Kunstwerk, Statue, Kirche) Eigene Haltung gegenüber Kulturgütern reflektieren Erlebnisbericht, Dokumentation Planung und Organisation, zielgerichtetes Handeln Bedeutung von Kulturgütern, kulturelles Erbe, Traditionen Ambiguitätstoleranz, Umgang mit Widersprüchen, Kontroversen und Pluralität Textverarbeitung 14 von 25 4. Ich wähle Mobilitätsformen bewusst Leitidee Mobilität prägt meinen Alltag und ist wichtig für Arbeit, Freizeit und Reisen, doch sie belastet Umwelt und Budget. Ich prüfe, ob ein eigenes Auto sinnvoll ist oder ob Alternativen wie Carsharing und öffentliche Verkehrsmittel besser zu mir passen. In einer Gruppe plane ich einen Ausflug, bei dem Reiseweg, Budget und Umweltbelastung berücksichtigt werden. Um Mobilität sicher zu gestalten, setze ich mich mit Gefahren im Strassenverkehr auseinander und schärfe mein Bewusstsein für verantwortungsvolles Handeln. Ich suche kreative, nachhaltige Lösungen für umweltfreundliche Mobilität mithilfe unternehmerischen Denkens. Zeitbudget 20 Lektionen Lebensbezüge 4.1 Ich habe verschiedene Möglichkeiten, mich fortzubewegen und entscheide bewusst, welche ich nutze. 4.2 Ich erlebe, dass Unfälle Menschen unterschiedlich betreffen können. 4.3 Ich plane gemeinsam mit anderen Ausflüge und achte dabei auf umweltfreundliche Möglichkeiten. 15 von 25 4.1 Ich habe verschiedene Möglichkeiten, mich fortzubewegen, und entscheide bewusst, welche ich nutze. • Ich vergleiche verschiedene Mobilitätsmöglichkeiten und beziehe dabei sowohl Kosten als auch ökologische Auswirkungen in meine Entscheidung ein. • Ich beurteile, welche Mobilitätsmöglichkeit für meine aktuelle Situation am sinnvollsten ist, indem ich sowohl Kosten als auch die ökologischen Auswirkungen vergleiche und gebe darauf basierend eine fundierte Empfehlung ab. • Ich prüfe, wie ich durch mein Mobilitätsverhalten den ökologischen Fussabdruck verringern kann, und entwickle dafür konkrete Ansätze. Nachhaltigkeit, CO2-Ausstoss, ökologischer Fussabdruck Budget, fixe und variable Kosten, Kosten / Nutzen Versicherungen, Kaufvertrag, Leasing, Individualverkehr, öffentlicher Verkehr, Carsharing Rezeption mündlich / schriftlich Auftrag, Fachtext Kostenaufstellung (Tabelle, Grafik), Empfehlung Informationsbeschaffung und -bewertung im Internet (z. B. zu Autopreisen, Versicherungen) Pro- und Kontraargumente abwägen, überzeugend argumentieren Nachhaltigkeitsbewusst- Ökonomisch und ökologisch nachhaltig handeln z. B. Excel für Kostenaufstellung 4.2 Ich erlebe, dass Unfälle Menschen unterschiedlich betreffen können. • Ich analysiere Unfallereignisse im Strassenverkehr und schätze deren Folgen aus Sicht verschiedener Beteiligter ein. • Ich protokolliere einen Unfall übersichtlich, indem ich die wichtigsten Fakten und Unfallfolgen klar und nachvollziehbar festhalte. • Ich setze mich mit meinem eigenen Verhalten im Strassenverkehr auseinander, identifiziere mögliche Risiken und reflektiere, wie ich mein Unfallrisiko verringern kann. Risikoverhalten, soziale Verantwortung Zivilrechtliche, strafrechtliche, administrativrechtliche Folgen Unfallprotokoll, Reflexion Sich über finanzielle und strafrechtliche Folgen informieren Unfallprotokoll 16 von 25 4.3 Ich plane gemeinsam mit anderen Unternehmungen und achte dabei auf umweltfreundliche Möglichkeiten. • Ich plane in der Gruppe ein abwechslungsreiches Reiseprogramm, das die Interessen aller Teilnehmenden berücksichtigt und umweltfreundliche Alternativen einbezieht. • Ich erstelle in der Gruppe eine realistische, detaillierte, vollständige Kostenzusammenstellung für die Unternehmung und halte mit einer einfachen Buchhaltung die effektiven Kosten fest. Unterschiedliche Interessen berücksichtigen Eine Unternehmung nachhaltig planen Buchungsplattformen / Vergleichsportale Budget, (Reise-)Versicherungen Budget erstellen, Reiseplanung zusammenstellen Interessen anderer miteinbeziehen, Gruppenarbeit Informationen zusammentragen Verschiedene Perspektiven berücksichtigen Buchungsplattformen / Vergleichsportale Reiseplanung, Kostenaufstellung 17 von 25 5. Ich finde meine Werte und gestalte die Gesellschaft mit Leitidee Ich stehe an der Schwelle zum Erwachsensein und übernehme Schritt für Schritt mehr Verantwortung für mein Leben. Ich will meine neuen Rechte und Pflichten verstehen – von der Steuererklärung bis zur politischen Mitbestimmung. In einer Welt der Informationsflut lerne ich, mich zu orientieren, Quellen kritisch zu prüfen und mir eine fundierte eigene Meinung zu bilden. Ich möchte verstehen, wie Demokratie funktioniert, meine eigene Haltung weiterentwickeln und meinen Platz in der Gesellschaft aktiv mitgestalten. Zeitbudget 40 Lektionen Lebensbezüge 5.1 Ich werde volljährig und ermittle meine neuen Rechte und Pflichten. 5.2 Ich orientiere mich in der Informationsflut und bilde mir eine eigene Meinung. 5.3 Ich verstehe, wie Demokratie funktioniert und entwickle meine eigene politische Haltung. 5.4 Ich gestalte die Gesellschaft aktiv mit und nutze meine Mitbestimmungsrechte. 18 von 25 5.1 Ich werde volljährig und ermittle meine neuen Rechte und Pflichten. • Ich erkläre meine wichtigsten Rechte und Pflichten ab 18 Jahren und beurteile deren Auswirkungen. • Ich vergleiche die Erwartungen meiner Erziehungsberechtigten, der Gesellschaft und mir selbst und formuliere daraus einen begründeten Standpunkt zu meiner Rolle als erwachsene Person. • Ich fülle die Steuererklärung korrekt aus und informiere mich über die rechtlichen Rahmenbedingungen des Steuersystems. Rechte und Pflichten ab 18 Jahren, Steuerpflicht, Steuererklärung Volljährigkeit, Umgang mit Fremd- und Selbstansprüchen Interaktion / Kollaboration mündlich Diskussion, Befragung Storyboard, Checkliste Podcast Rechte und Pflichten recherchieren Anpassungsfähigkeit Mit veränderten Lebenskontexten umgehen Vollständige Unterlagen, Fristen einhalten Audioproduktion, Schnittprogramme, digitale Formulare ausfüllen Digitales Ordnungssystem Dokumente digital und analog organisieren 5.2 Ich orientiere mich in der Informationsflut und bilde mir eine eigene Meinung. • Ich finde verschiedene Informationsquellen zu einem aktuellen Thema und beurteile ihre Glaubwürdigkeit. • Ich fasse unterschiedliche Meinungen zusammen und vergleiche ihre Argumente. • Ich begründe meine eigene Meinung mit nachvollziehbaren Argumenten und vertrete sie respektvoll im Gespräch. • Ich reflektiere, wie Medien, Freunde oder Familie meine Meinung beeinflussen. Informationsquellen kritisch beurteilen Medienkompetenz, sich eine Meinung bilden Informationsquellen vergleichen Rezeption audio-visuell Medien vergleichen Argumente entwickeln und vertreten Recherche Sich mit Werten auseinandersetzen und eine eigene Haltung entwickeln Argumente klar und überzeugend präsentieren Quellen finden, Argumente beurteilen 19 von 25 5.3 Ich verstehe, wie Politik funktioniert und entwickle meine eigene politische Haltung. • Ich erkläre, wie die schweizerischen politischen Institutionen (Gewaltentrennung), Prozesse (Demokratie) und das Organisationsprinzip (Föderalismus) miteinander vernetzt sind und zeige auf, welche Handlungsspielräume für mich als Bürgerin oder Bürger bestehen, um aktiv an gesellschaftlichen Prozessen zu partizipieren. • Ich vergleiche die Werte und Positionen verschiedener Parteien mit meinen eigenen und leite daraus meine politische Haltung ab. Demokratie, Gewaltentrennung, Föderalismus, Parteien Eine politische Orientierung ableiten Wertevergleich eigene Position vs. Parteien, Reflexion Erkennen von politischen Handlungsspielräumen Eigene politische Haltung weiterentwickeln 5.4 Ich gestalte die Gesellschaft aktiv mit und nutze meine Mitbestimmungsrechte. • Ich entwickle Ideen, was ich in unserer Gesellschaft verändern würde, und zeige einen möglichen demokratischen Weg auf. • Ich untersuche Meinungen und Verhaltensweisen von Mitmenschen Politische Mitgestaltung und Mitbestimmung Ein eigenes Engagement entwickeln Recherche Fragen formulieren, Beschreibung der Ergebnisse Interaktion digital Umfrage Politische Teilhabe Gesellschaftliche Mitgestaltung Umfrage erstellen und auswerten 20 von 25 6. Ich wohne selbständig und lebe respektvoll Leitidee Ich bereite mich darauf vor, auf eigenen Beinen zu stehen: eine Wohnung finden, Versicherungen abschliessen und mit anderen Menschen zusammenleben oder eine Partnerschaft eingehen. Ich möchte verstehen, welche Rechte und Pflichten ich als Mieterin oder Mieter habe, wie ich mich richtig versichere und wie ich Beziehungen respektvoll und gleichberechtigt gestalte. Dabei setze ich mich mit meinen eigenen Vorstellungen von Zusammenleben auseinander und überlege, wie ich meine Werte im Alltag leben kann. Zeitbudget 30 Lektionen Lebensbezüge 6.1 Ich finde eine Wohnung und gestalte mein Zuhause selbstständig. 6.2 Ich sichere mich ab und übernehme Verantwortung für meine Gesundheit und mein Eigentum. 6.3 Ich gestalte Beziehungen respektvoll und gleichberechtigt. 6.4 Ich gehe respektvoll mit Vielfalt um und stehe gegen Diskriminierung ein. 21 von 25 6.1 Ich finde eine Wohnung und gestalte mein Zuhause selbstständig. • Ich recherchiere Wohnungsangebote und beurteile, ob sie zu meinem Budget passen. • Ich erkläre die wichtigsten Punkte aus einem Mietvertrag (Kündigungsfrist, Nebenkosten, Kaution) und erkenne meine Rechte und Pflichten als Mieterin oder Mieter. Wohnung suchen, Budget erstellen Mietrecht Eigene finanzielle Möglichkeiten (begrenzte Mittel) kennen und nachhaltig einsetzen Informationen recherchieren, gewichten und selektionie- Kriterien festhalten Bedürfnisse beschreiben Ratschläge geben Wohnung suchen, Mietrecht Budget erstellen / einhalten, Verantwortung übernehmen 6.2 Ich sichere mich ab und übernehme Verantwortung für meine Gesundheit und mein Eigentum. • Ich vergleiche verschiedene Krankenkassenmodelle und Zusatzversicherungen und begründe, welche Lösung für meine Lebenssituation am besten passt. • Ich prüfe, wann welche Versicherung sinnvoll ist. • Ich bereite mich auf herausfordernde Lebensereignisse wie Krankheit, Unfall, Trennung oder Tod vor, um in schwierigen Zeiten handlungsfähig und abgesichert zu bleiben. Versicherungen wählen Kranken-, Haftpflicht-, Hausratversicherung Finanzielle Konsequenzen Informationen recherchieren, gewichten und selektionie- Informationen dokumentieren, Kriterien festhalten Argumentieren und begründen Versicherungen recherchieren und abschliessen Schwierige Zeiten meistern Wissen aneignen 22 von 25 6.3 Ich gestalte Beziehungen respektvoll und gleichberechtigt. • Ich beschreibe, welche Werte und Erwartungen für mich in Freundschaft, Partnerschaft und Familie wichtig sind, und begründe meine Haltung. • Ich erkläre den Unterschied zwischen Ehe und Konkubinat und beurteile, welche rechtlichen und persönlichen Konsequenzen beide Lebensformen haben. • Ich benenne Situationen, in denen Ungleichheit, Druck oder Abhängigkeit entstehen, und formuliere Strategien für einen respektvollen und fairen Umgang. Freundschaft, Partnerschaft, Familie, Gleichberechtigung Beziehung leben und Individuum sein, Kommunikationsmodelle Ehe und Konkubinat Informationen recherchieren und festhalten Diskussion Werte und Erwartungen festhalten, Strategien formulie- Rechte und Pflichten in einer Beziehung Verschiedene Bedürfnisse kennen und respektieren Diversität aushalten und respektieren Sich zu gleichen Teilen einbringen Wissen aneignen und überprüfen 6.4 Ich gehe respektvoll mit Vielfalt um und stehe gegen Diskriminierung ein. • Ich analysiere Situationen, in denen Menschen wegen ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung oder Identität benachteiligt oder beleidigt werden, und beurteile, wie ich in solchen Momenten reagieren kann. • Ich benenne Formen von Gewalt oder Diskriminierung – zum Beispiel in der Familie, in Beziehungen, in der Schule oder online – und formuliere konkrete Handlungsmöglichkeiten, um Grenzen zu setzen oder Hilfe zu holen. Benachteiligung und Diskriminierung Zivilcourage und Haltung zeigen Rechtliche Konsequenzen kennen Rezeption audio-visuell Informationsquelle (Film, etc.) auswerten Kriterien festhalten Ideen entwickeln Rechtliche Konsequenzen kennen Verschiedene Lebensentwürfe kennen und respektieren, eigene Haltung entwickeln Diversität aushalten und respektieren 23 von 25 7. Ich plane meine Zukunft Leitidee Ich stehe am Übergang vom Abschluss meiner beruflichen Grundbildung zum Einstieg in die Arbeitswelt und übernehme neue, verantwortungsvolle Rollen, sowohl privat wie auch beruflich in der Gesellschaft. Dabei setze ich mich mit veränderten Erwartungen und Verpflichtungen auseinander, entwickle meine Identität weiter und plane meine nächsten Schritte. Ich informiere mich über arbeitsrechtliche und finanzielle Veränderungen, prüfe Entwicklungsmöglichkeiten und denke darüber nach, wie ich in meinem Umfeld Probleme oder Bedürfnisse erkennen und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen entwickeln kann. Zeitbudget 30 Lektionen Lebensbezüge 7.1 Ich plane meine nächsten Schritte in der Berufswelt nach Abschluss des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses. 7.2 Ich lerne mit meinen neuen finanziellen Möglichkeiten umzugehen. 7.3 Ich informiere mich über die Zukunft meines Berufes und bereite mich darauf vor, auch in veränderten Lebenssituationen – etwa bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit – abgesichert zu sein. 24 von 25 7.1 Ich plane meine nächsten Schritte in der Berufswelt nach Abschluss des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses. • Ich analysiere meine Interessen sowie Stärken und vergleiche diese mit meinen beruflichen Zielen. • Ich plane die nächsten Schritte meiner beruflichen Laufbahn und erstelle die dazu nötigen Unterlagen, mithilfe derer ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereite. • Ich wende neue Medien zur Gestaltung und Durchführung des Bewerbungsprozesses an. • Ich nutze rechtliche Grundlagen, so dass ich künftige Herausforderungen im Arbeitsalltag und bei Arbeitslosigkeit lösen kann. Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbild Stellensuche, Bewerbungsstrategien, Lebenslauf, Motivationsschreiben, Arbeitsmarkt Obligationenrecht, Arbeitsgesetz, Einzelarbeitsvertrag, Gesamtarbeitsvertrag, Rechte und Pflichten Lesetext, Arbeitsvertrag, Gesamtarbeitsvertrag Interaktion mündlich / schriftlich / digital E-Mail, (Online-)Bewerbungsgespräch, Soziale Netzwerke Venn-Diagramm, Reflexion, Bewerbungsunterlagen, Tabelle Ressourcenmanagement, Selbstwirksamkeit, Zukunfts- und Laufbahnplanung Recherche von Neuerungen, Rechte und Pflichten Bewerbungsunterlagen, Grafik Rechtschreibkorrektur-programme 7.2 Ich lerne mit meinen neuen finanziellen Möglichkeiten umzugehen. • Ich erläutere meine Bedürfnisse anhand meiner neuen finanziellen Möglichkeiten. • Ich erarbeite ein detailliertes und realistisches Budget für meine neue Lebenssituation. Persönliche Werte, Lebensstil, Eigenständigkeit Konsumverhalten, Budgetierung, ökonomische Entscheidungen, nachhaltiger Umgang mit Geld Budget, Dokumentation, Reflexion Präsentation, Diskussion, Beratungsgespräch, Interview Planung, Prioritäten setzen Ressourcenmanagement, Umgang mit Unsicherheiten Tabellenkalkulation, Präsentationswerkzeug 25 von 25 7.3 Ich informiere mich über die Zukunft meines Berufes und bereite mich darauf vor, auch in veränderten Lebenssituationen – etwa bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit – abgesichert zu sein. • Ich ordne zukünftige Entwicklungen meines Berufes ein und reflektiere, welche Kompetenzen und Qualifikationen zukünftig gefragt sein könnten. • Ich vergleiche die verschiedenen Säulen der Vorsorge der Schweiz und beurteile, wie verschiedene Lebenssituationen meine Vorsorge beeinflussen. Rollenfindung, Persönlichkeitsentwicklung, Anpassungsfähigkeit Technischer Fortschritt, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Chancen und Risiken Arbeitslosigkeit, Sozialversicherungen, Dreisäulenprinzip Vergleich, Zeitstrahl, Prognose Umgang mit Unsicherheiten, Vorsorge Recherche relevanter Informationen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation Vermitteln von Inhalten, anschauliche Darstellung ANHANG 3 ZUR VERORDNUNG ÜBER DIE ALLGEMEINBILDUNG IN DER BERUFLICHEN GRUNDBILDUNG (V ABU) VOM 27. Mai 2026 [SAR 422.214] Aargauer Schullehrplan Allgemeinbildung Vierjährige Grundbildung Gültig ab Schuljahr 2026/27 2 von 28 Erläuterungen zum Lehrplan ABU Die Themen orientieren sich an der Lebenswelt der Lernenden und werden in der Leitidee kurz umrissen. Sie decken 80 % der Unterrichtszeit ab. Die restliche Zeit steht Aktualitäten und Vertiefungen zur Verfügung. Die Kompetenzbereiche Gesellschaft und Sprache & Kommunikation sind zu je 50 % zu gewichten. Die Kompetenzen im Bereich Gesellschaft sind im Lehrplan verbindlich ausgewiesen, die Kompetenzen im Bereich Sprache & Kommunikation, die Schlüsselkompetenzen und die digitalen Kompetenzen können unter Berücksichtigung der im Lehrplan ausgewiesenen Förderfokusse von der Lehrperson frei gewählt werden. Welche Kompetenzbereiche in den einzelnen Themen zu berücksichtigen sind ist dem Lehrplan zu entnehmen. Die einzelnen Kompetenzbereiche beziehen sich auf den eidgenössischen Rahmenlehrplan. Bei Unklarheiten zu Begrifflichkeiten ist dieser zu konsultieren. Der Kompetenzerwerb entsteht durch Wiederholung und Übung im Sinne eines spiralförmigen Aufbaus über alle Lehrjahre. Die normative Sprachkompetenz wird handlungsorientiert und bedarfsgerecht in allen Bildungsjahren gefördert und kann folgender Matrix entnommen werden: 3 von 28 Die aufgeführten Lektionenzahlen verstehen sich als Empfehlung. Im vierten Bildungsjahr sollen die Lernenden in der Lage sein, die Schlussarbeit inhaltlich und formal selbständig zu erstellen und zu präsentieren. Die Zusammenarbeit Allgemeinbildung und Berufskunde wird nach Möglichkeit bei der Semesterplanung berücksichtigt. Aufteilung Lehrplanthemen auf Lehrjahre 1. Lehrjahr T1 / Ich beginne einen neuen Lebensabschnitt T2 / Ich übernehme finanzielle Verantwortung 2. Lehrjahr T 3 / Ich bewege mich online und offline T4 / Ich wähle Mobilitätsformen bewusst 3. Lehrjahr T5 / Ich finde meine Werte und gestalte die Gesellschaft mit T6 / Ich wohne selbständig und lebe respektvoll 4. Lehrjahr Schlussarbeit T 7 / Ich plane meine Zukunft Der Lehrplan wurde erarbeitet durch die Strategiegruppe Allgemeinbildung des Kantons Aargau und ABU-Lehrpersonen der Aargauer Berufsfachschulen. 4 von 28 1. Ich beginne einen neuen Lebensabschnitt Leitidee Der Beginn meiner beruflichen Grundbildung ist ein wichtiger Schritt in ein neues Lebenskapitel. Ich übernehme neue Aufgaben und trage Verantwortung im Lehrbetrieb und in der Schule. Dabei kenne ich die Bedeutung des Lehrvertrags und weiss, welche Rechte und Pflichten sich daraus ergeben. Im Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen lerne ich, ihren Erwartungen gerecht zu werden und Konflikte fair zu lösen. Ich vereinbare Arbeit, Schule und Freizeit sinnvoll und achte dabei bewusst auf Erholung und eine gute Balance. Zeitbudget 43 Lektionen Lebensbezüge 1.1 Ich komme im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule zurecht und kenne die wichtigsten Regeln und Abläufe. 1.2 Ich übe, mich im Team einzubringen und gemeinsam Lösungen zu finden sowie bei Konflikten konstruktiv zu reagieren. 1.3 Ich wende Lernstrategien zielführend an. 1.4 Ich lerne Arbeit, Schule und Freizeit in eine gute Balance zu bringen und achte dabei auf meine physische, psychische und soziale Gesundheit. 1.5 Ich habe einen Lehrvertrag abgeschlossen und leite daraus meine Rechte und Pflichten ab. 5 von 28 1.1 Ich komme im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule zurecht und kenne die wichtigsten Regeln und Abläufe. • Ich bin Teil einer heterogenen Klasse und gehe mit dieser Vielfalt konstruktiv um. • Ich erkenne meine neue Rolle als Lernende / als Lernender und verstehe die damit verbundenen Erwartungen aufgrund des Arbeitsrechts. • Ich untersuche das Nachhaltigkeitskonzept an meiner Berufsschule und leite daraus Konsequenzen für mein eigenes Handeln ab. Rolle im Betrieb / Schule Schulordnung, Arbeitsrecht Nachhaltigkeitskonzept an der Berufsschule Fragen und antworten Linearer Bericht Präsentation Vielfalt in der Klasse anerkennen und tolerieren Nachhaltigkeitsbewusst- Nachhaltiger Umgang Arbeitsgerät einrichten Nutzung der ICT-Struktur der Berufsschule Digitales Ordnungssystem Ordnerstruktur Struktur anlegen Tools für Kommunikation und Zusammenarbeit im Betrieb und in der Schule (z. B. Chat, Cloud) 1.2 Ich übe, mich im Team einzubringen und gemeinsam Lösungen zu finden sowie bei Konflikten konstruktiv zu reagieren. • Ich reflektiere, weshalb Zusammenarbeit im Team wichtig ist, und bringe mich konstruktiv ein. • Ich kommuniziere adressatengerecht – mündlich wie schriftlich – und formuliere dabei die Inhalte auch aus der Perspektive anderer. • Ich beurteile Konfliktsituationen in Schule, Betrieb oder Umfeld und wende passende Strategien an. • Ich analysiere Kommunikationsmodelle und setze sie bewusst ein. Sich in ein Team integrieren, Perspektivenwechsel vollziehen Fehlverhalten hat Konsequenzen Konfliktgespräch, Ich-Botschaften Adressatengerecht schriftlich kommunizieren, Analyse Kommunikationsmodelle In einem Team einen Auftrag lösen Teamfähigkeit Eine spezifische Rolle in einem Team einnehmen Anpassungsfähigkeit Sich bewusst im Team integrieren Sich in eine andere Rolle versetzen und deren Sichtweise nachvollziehen können Textverarbeitungsprogramm, E-Mail 6 von 28 1.3 Ich wende Lernstrategien zielführend an. • Ich organisiere mein Lernen effizient und wende passende Lernstrategien an. • Ich setze KI gezielt als Lernunterstützung ein und gehe dabei bewusst mit möglichen Risiken um. • Ich verstehe, wie KI-Wissen generiert wird und leite daraus einen verantwortungsvollen Umgang mit ihr ab. Persönliche Lernstrategien entwickeln Anwenden von technischen Hilfsmitteln Umgang mit Fehlinformation von KI Inputartikel z. B. zum Thema Lernen / KI Visualisieren, Konzeptkarte, Mindmap etc. tion digital Prompten Arbeiten mit KI als Lernhilfe Effizientes Lernen Teams, Moodle etc. KI als Lernhilfe 1.4 Ich lerne Arbeit, Schule und Freizeit in eine gute Balance zu bringen und achte dabei auf meine physische, psychische und soziale Gesundheit. • Ich analysiere meine Lebensgestaltung in Bezug auf Freizeit, Beruf und Schule. • Ich unterscheide physische, psychische und soziale Gesundheit sowie deren Wechselwirkung. • Ich setze mich mit meiner Gemeinde auseinander und erkenne die Bedeutung von Freizeitangeboten für die Bevölkerung. Den eigenen Tagesablauf in Bezug auf gesundheitliche Aspekte analysieren Freizeitangebote in der Gemeinde Erstellen von Tabellen und Grafiken Einfacher Fachartikel lesen Interview z. B. mit Vorstandsmitglied eines Vereins Freizeitangebote präsentie- Eine sinnvolle Freizeitgestaltung unter Berücksichtigung der eigenen Gesundheit planen Organisation der eigenen Zeit Excel (Tabelle und Grafik), Powerpoint (z. B. Pecha Kucha Methode) 7 von 28 1.5 Ich habe einen Lehrvertrag abgeschlossen und leite daraus meine Rechte und Pflichten ab. • Ich analysiere meinen Lehrvertrag und leite daraus Rechte und Pflichten ab. • Ich nehme Herausforderungen im Lehrverhältnis früh wahr und kann konstruktiv damit umgehen. Rechte und Pflichten im Lehrvertrag (OR) Lehrvertrag verstehen, bei Fehlentwicklungen agieren Regelung Berufsbildung Filmmaterial analysieren Einfache Fälle lösen Vertrag lesen und verstehen, Zeitungsartikel lesen Ich informiere mich über Rechte und Pflichten im OR Dokumentieren im Textverarbeitungsprogramm 8 von 28 2. Ich übernehme finanzielle Verantwortung Leitidee Mit dem ersten Lohn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Ich verdiene mein eigenes Geld und übernehme finanzielle Verantwortung. Dabei hilft mir ein durchdachtes Budget. Gleichzeitig stehe ich täglich vor Konsumentscheidungen. Ich wäge ab, wie ich bezahle und welche wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Konsequenzen jede Wahl hat. Über meinen Betrieb informiere ich mich, um zu realisieren, wie ich als Produzentin zum wirtschaftlichen Nutzen beitrage. Zeitbudget 43 Lektionen Lebensbezüge 2.1 Ich erhalte meinen ersten Lohn und gehe verantwortungsbewusst mit diesem um. 2.2 Ich treffe bewusste Konsumentscheidungen. 2.3 Ich informiere mich über meinen Betrieb und verschiedene Formen von Arbeit. 9 von 28 2.1 Ich erhalte meinen ersten Lohn und gehe verantwortungsbewusst mit diesem um. • Ich werte meine Lohnabrechnung aus und vollziehe die Bedeutung der Lohnabzüge sowohl für mich persönlich als auch für die Gesellschaft nach. • Ich erstelle auf der Basis meiner fixen und variablen Kosten sowie meiner Einnahmen ein realistisches Budget, das mir persönliche Sparziele ermöglicht. • Ich reflektiere meinen aktuellen Umgang mit Geld in Bezug auf mein Budget und verschiedene Zahlungsmittel. Lohn, Budget, Sparen, Investieren Ziele und Festsetzung der Lohnabzüge Umgang mit Geld ZGB 323, Pflichten der Eltern Rezeption schriftlich / bildlich Nicht-linearer Text (Vertrag) Nicht-linearer Text (Budgettabelle), Linearer Text (Erläuterung, Reflexion) An informalen Gesprächen teilnehmen (Austausch zum Budget) Informationen auswählen, bewerten Finanzielle Ziele setzen Budgettabelle erstellen / bearbeiten, Textverarbeitungsprogramm 2.2 Ich treffe bewusste Konsumentscheidungen. • Ich reflektiere, welche Faktoren mich bei einem Kaufentscheid beeinflussen. • Ich beurteile die wirtschaftlichen, ökologischen, ethischen und rechtlichen Auswirkungen von Konsumentscheidungen und argumentiere für oder gegen einen Entscheid • Ich entwickle Ideen, wie Konsum nachhaltig gestaltet werden kann und erkenne, welche Regeln und Entscheidungen der Politik nachhaltigen Konsum fördern. Bedürfnisse, Werbung, Preis, Zahlungsmöglichkeiten, Schulden Auswirkungen von Konsum, externe Kosten, Fussabdruck, Nachhaltigkeit Bedürfnisse, Gruppendruck, finanzielle Mittel als Voraussetzung zu gesellschaftlicher Teilhabe Rezeption schriftlich / bildlich / audiovisuell Dokumentationen, nicht-lineare Texte (Diagramm) verstehen Faktenorientiert kommunizieren (Zielkonflikte beschreiben, Kreislaufwirtschaft darstellen) Informationen bewerten, auswählen Ethische Grundlage für eigenes Handeln entwickeln (Kaufentscheidungen kritisch hinterfragen) Funktionsweise, Möglichkeiten und Grenzen, einfaches Prompting, Ressourcenbe- Datensicherheit gewährleisten Sicher digital bezahlen Digitales, kollaboratives Dokumente teilen, gemeinsam bearbeiten 10 von 28 Kaufverträge, Zahlungsverpflichtungen, Betreibung Gesetzlicher Rahmen mündlich Meinungsorientiert kommunizieren (Argumentieren) Nachhaltigkeitsbewusst- Vernetzt denken, um Handlungsmöglichkeiten für nachhaltige Entwicklung abzuleiten 2.3 Ich informiere mich über meinen Betrieb und verschiedene Formen von Arbeit. • Ich untersuche welche Aufgaben und Leistungen meiner Abteilung zur Wertschöpfung beitragen. • Ich sammle Ideen, wie Arbeitsabläufe verändert werden könnten, und präsentiere mögliche Verbesserungen. • Ich analysiere, welche Formen von Arbeit es innerhalb und ausserhalb meines Betriebes gibt (z. B. Erwerbsarbeit, Haus-, Betreuungs- und Familienarbeit, Freiwilligenarbeit) und reflektiere deren wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung. Wirtschaftskreislauf, Formen von Arbeit, Wertschöpfung, Unternehmensprozesse, Produktivität Digitalisierung, KI Rolle im Betrieb Nachhaltigkeit im Betrieb Nicht-linearer Text (Organigramm) Dokumentation (Prozessanalyse), Reflexion Faktenorientiert kommunizieren (erklären, zusammenfassen, präsentieren) Informale Gespräche (Austausch mit Vorgesetzten und Kolleginnen) Betriebliche Informationen sammeln Eigene Arbeitsleistung reflektieren Verbesserungsideen sammeln Prompting, Überarbeitung von Texten Digitales Ordnungssystem Dokumente sinnvoll benennen und speichern Einfache Prozesse visualisieren 11 von 28 3. Ich bewege mich online und offline Leitidee Ich bewege mich in einer digitalen und analogen Welt. Dabei lerne ich, Informationen bewusst und kritisch zu hinterfragen. Durch soziale Netzwerke und digitale Medien bin ich mit anderen Menschen vernetzt und erlebe neue Formen der Kommunikation und des Austauschs. In sozialen Kontexten übernehme ich Verantwortung für mich und andere, indem ich Risiken erkenne und sicher sowie respektvoll handle. Kunst und Kultur zeigen mir, wie wichtig Offenheit und Wertschätzung für gesellschaftliche Güter und Traditionen sind. Zeitbudget 43 Lektionen Lebensbezüge 3.1 Ich begegne unterschiedlichen Medieninhalten und eigne mir Methoden zur Inhaltsüberprüfung an. 3.2 Ich bin über soziale Netzwerke und digitale Medien mit anderen vernetzt. 3.3 Ich übernehme Verantwortung für mich und andere und weiss, wie ich in sozialen Kontexten richtig reagiere. 3.4 Ich setze mich mit Kunst und Kultur auseinander und finde heraus, welchen Stellenwert Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft einnehmen. 12 von 28 3.1 Ich begegne unterschiedlichen Medieninhalten und eigne mir Methoden zur Inhaltsüberprüfung an. • Ich wende Methoden zur Informationsüberprüfung an und schätze den Wahrheitsgehalt von Medieninhalten ein. • Ich begründe die Vertrauenswürdigkeit von Medien anhand festgelegter Kriterien. Massenmedien, Informations-Manipulation, Algorithmen Onlinevideo bildlich oder multimedial Kriterienliste, Argumentation, Video Kritische Prüfung von Quellen, Faktenchecks, Vergleich von Informationsquellen Begründung eigener Einschätzungen Multimediaprogramme Videoanalyse, Videobearbeitung Datensicherheit und Urheberrecht gewährleisten Schutz persönlicher Daten, Urheberrechte Bilderkennung, KI-Faktencheck-Tools 3.2 Ich bin über soziale Netzwerke und digitale Medien mit anderen vernetzt. • Ich untersuche problematische Situationen in sozialen Medien und schlage geeignete Lösungsansätze vor. • Ich überprüfe und passe die Sicherheitseinstellungen meiner sozialen Netzwerkkonten an, um meine Privatsphäre und persönlichen Daten vor Missbrauch zu schützen. • Ich entwickle kreative Massnahmen, um für einen respektvollen Umgang in sozialen Medien zu sensibilisieren. Moralisches Urteilen und Handeln im Internet, Cybermobbing, Ausgrenzung, Datenschutz, Identitätsdiebstahl, Betrug Gruppenverhalten, Rollen im digitalen Raum, Medienidentität Funktionsweisen und Sicherheitsaspekte digitaler Plattformen (z. B. Sichtbar- Fallstudien Problemlösung, Empfehlung, Blogbeitrag, Plakat tion schriftlich Social-Media-Kommentar oder Dialog überarbeiten, gemeinsame Lösungsstrategie formulieren (z. B. ignorieren, sachlich antworten, melden) Persönliche Werte hinterfragen, Privatsphäre Perspektivenwechsel, Verständnis, Ausgrenzung erkennen und dagegenhalten Begründung eigener Empfehlung, respektvoll diskutie- Datensicherheit und Urheberrecht gewährleisten Schutz persönlicher Daten, Urheberrechte 13 von 28 keit und Kontrolle von Inhalten, Datenschutz, Schutzmassnahmen) 3.3 Ich übernehme Verantwortung für mich und andere und weiss, wie ich in sozialen Kontexten richtig reagiere. • Ich identifiziere Risiken in sozialen Kontexten und formuliere geeignete Strategien, um diesen zu begegnen. • Ich entwickle Handlungsempfehlungen für Kolleginnen und Kollegen anhand realer Fallbeispiele und ziehe daraus Schlüsse für mein eigenes Handeln. • Ich überprüfe meine Handlungsempfehlungen mithilfe einer geeigneten Methode und entwickle diese weiter. Risiken, Verantwortung für sich und andere, Moral Soziales Handeln, Identitätsentwicklung Webseiten, Zeitungsartikel Guide mit Empfehlungen, Umfrage tion digital Diskussion realer Fallbeispiele, Zusammenarbeit in einem digitalen Tool Persönliche Werte hinterfragen und Perspektiven erweitern Toleranz und Offenheit, Konsensfindung, soziale Verantwortung Informationssammlung, Textverarbeitung Ideensammlung, Zusammenarbeit, Abstimmung 3.4 Ich setze mich mit Kunst und Kultur auseinander und finde heraus, welchen Stellenwert Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft einnehmen. • Ich setze mich mit verschiedenen Formen von Kunst und Kultur auseinander und reflektiere deren Bedeutung im Alltag. • Ich plane und führe den Besuch eines Kulturguts durch, dokumentiere diesen und beurteile anschliessend die gesellschaftliche Bedeutung des Kulturguts. • Ich produziere ein eigenes Kulturgut. Kunstformen, Auseinandersetzung mit Kulturgut (z. B. Kunstwerk, Statue, Kirche) Eigene Haltung gegenüber Kulturgütern reflektieren Erlebnisbericht, Dokumentation Planung und Organisation, zielgerichtetes Handeln Bedeutung von Kulturgütern, kulturelles Erbe, Traditionen Ambiguitätstoleranz, Umgang mit Widersprüchen, Kontroversen und Pluralität Textverarbeitung Visualisierungen 14 von 28 4. Ich wähle Mobilitätsformen bewusst Leitidee Mobilität prägt meinen Alltag und ist wichtig für Arbeit, Freizeit und Reisen, doch sie belastet Umwelt und Budget. Ich prüfe, ob ein eigenes Auto sinnvoll ist oder ob Alternativen wie Carsharing und öffentliche Verkehrsmittel besser zu mir passen. In einer Gruppe plane ich einen Ausflug, bei dem Reiseweg, Budget und Umweltbelastung berücksichtigt werden. Um Mobilität sicher zu gestalten, setze ich mich mit Gefahren im Strassenverkehr auseinander und schärfe mein Bewusstsein für verantwortungsvolles Handeln. Ich suche kreative, nachhaltige Lösungen für umweltfreundliche Mobilität mithilfe unternehmerischen Denkens. Zeitbudget 43 Lektionen Lebensbezüge 4.1 Ich habe verschiedene Möglichkeiten, mich fortzubewegen und entscheide bewusst, welche ich nutze. 4.2 Ich erlebe, dass Unfälle Menschen unterschiedlich betreffen können. 4.3 Ich plane gemeinsam mit anderen Ausflüge und achte dabei auf umweltfreundliche Möglichkeiten. 4.4 Ich hinterfrage aktuelle Mobilitätsmöglichkeiten und entwickle innovative Ideen für nachhaltige Mobilität. 15 von 28 4.1 Ich habe verschiedene Möglichkeiten, mich fortzubewegen, und entscheide bewusst, welche ich nutze. • Ich vergleiche verschiedene Mobilitätsmöglichkeiten und beziehe dabei sowohl Kosten als auch ökologische Auswirkungen in meine Entscheidung ein. • Ich beurteile, welche Mobilitätsmöglichkeit für meine aktuelle Situation am sinnvollsten ist, indem ich sowohl Kosten als auch die ökologischen Auswirkungen vergleiche und gebe darauf basierend eine fundierte Empfehlung ab. • Ich prüfe, wie ich durch mein Mobilitätsverhalten den ökologischen Fussabdruck verringern kann, und entwickle dafür konkrete Ansätze. • Ich bereite meine Analyse und Empfehlungen klar und verständlich auf und veranschauliche sie mit geeigneten Visualisierungen. Nachhaltigkeit, CO2-Ausstoss, ökologischer Fussabdruck Budget, fixe und variable Kosten, Kosten / Nutzen Versicherungen, Kaufvertrag, Leasing, Individualverkehr, öffentlicher Verkehr, Carsharing Rezeption mündlich / schriftlich Auftrag, Fachtext Kostenaufstellung (Tabelle, Grafik), Empfehlung Informationsbeschaffung und -bewertung im Internet (z. B. zu Autopreisen, Versicherungen) Pro- und Kontraargumente abwägen, überzeugend argumentieren Nachhaltigkeitsbewusst- Ökonomisch und ökologisch nachhaltig handeln z. B. Tabellenkalkulation für Kostenaufstellung, Grafik 4.2 Ich erlebe, dass Unfälle Menschen unterschiedlich betreffen können. • Ich analysiere Unfallereignisse im Strassenverkehr und schätze deren Folgen aus Sicht verschiedener Beteiligter ein. • Ich untersuche die internen und externen Kosten von Verkehrsunfällen und entwickle Präventionsmassnahmen. • Ich protokolliere einen Unfall übersichtlich, indem ich die wichtigsten Fakten und Unfallfolgen klar und nachvollziehbar festhalte. Risikoverhalten, soziale Verantwortung Zivilrechtliche, strafrechtliche, administrativrechtliche Folgen Gesundheitliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen Unfallprotokoll, Reflexion Sich über finanzielle und strafrechtliche Folgen informieren Unfallprotokoll 16 von 28 • Ich setze mich mit meinem eigenen Verhalten im Strassenverkehr auseinander, identifiziere mögliche Risiken und reflektiere, wie ich mein Unfallrisiko verringern kann. 4.3 Ich plane gemeinsam mit anderen Unternehmungen und achte dabei auf umweltfreundliche Möglichkeiten. • Ich plane in der Gruppe ein abwechslungsreiches Reiseprogramm, das die Interessen aller Teilnehmenden berücksichtigt und umweltfreundliche Alternativen einbezieht. • Ich erstelle in der Gruppe eine realistische, detaillierte, vollständige Kostenzusammenstellung für die Unternehmung und halte mit einer einfachen Buchhaltung die effektiven Kosten fest. • Ich präsentiere die Planung, die Kostenübersicht und das nachhaltige Reiseprogramm und gehe dabei auch auf die wichtigsten Herausforderungen und Lernerfahrungen des Gruppenprozesses ein. Unterschiedliche Interessen berücksichtigen Eine Unternehmung nachhaltig planen Buchungsplattformen / Vergleichsportale Budget, (Reise-)Versicherungen Budget erstellen, Reiseplanung zusammenstellen Produktion mündliche Präsentation Interessen anderer miteinbeziehen, Gruppenarbeit Informationen zusammentragen Verschiedene Perspektiven berücksichtigen Buchungsplattformen / Vergleichsportale Reiseplanung, Kostenaufstellung, Präsentation 4.4 Ich hinterfrage aktuelle Mobilitätsmöglichkeiten und entwickle innovative Ideen für nachhaltige Mobilität. • Ich erkenne Probleme und Herausforderungen in der Mobilität meines Umfelds und untersuche diese nach ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Kriterien. • Ich entwickle eine innovative Lösung (z. B. ein Produkt oder ein Konzept), die Bedürfnisse mit Nachhaltigkeit verbindet, und beurteile deren Machbarkeit und Wirkung. Nachhaltigkeit in der Mobilität Kosten-Nutzen-Analyse, Geschäftsmodell, Design-Thinking Rezeption mündlich Bedürfnisse erfassen Konzeptpapier, Produktbeschreibung, Skizze Pitch-Präsentation Innovative Lösungen entwickeln Nachhaltigkeitsbewusst- Umweltaspekte berücksichtigen Konzepte erstellen, Daten auswerten Prototyp, Visualisierungen gestalten Online-Tools für Teamarbeit 17 von 28 • Ich präsentiere meine Lösung überzeugend und adressatengerecht und reflektiere, wie unternehmerisches Denken zu nachhaltiger Mobilität beitragen kann Ideenentwicklung 18 von 28 5. Ich finde meine Werte und gestalte die Gesellschaft mit Leitidee Ich stehe an der Schwelle zum Erwachsensein und übernehme Schritt für Schritt mehr Verantwortung für mein Leben. Ich will meine neuen Rechte und Pflichten verstehen – von der Steuererklärung bis zur politischen Mitbestimmung. In einer Welt der Informationsflut lerne ich, mich zu orientieren, Quellen kritisch zu prüfen und mir eine fundierte eigene Meinung zu bilden. Ich möchte verstehen, wie Demokratie funktioniert, meine eigene Haltung weiterentwickeln und meinen Platz in der Gesellschaft aktiv mitgestalten. Zeitbudget 43 Lektionen Lebensbezüge 5.1 Ich werde volljährig und ermittle meine neuen Rechte und Pflichten. 5.2 Ich orientiere mich in der Informationsflut und bilde mir eine eigene Meinung. 5.3 Ich verstehe, wie Demokratie funktioniert und entwickle meine eigene politische Haltung. 5.4 Ich gestalte die Gesellschaft aktiv mit und nutze meine Mitbestimmungsrechte. 19 von 28 5.1 Ich werde volljährig und ermittle meine neuen Rechte und Pflichten. • Ich erkläre meine wichtigsten Rechte und Pflichten ab 18 Jahren und beurteile deren Auswirkungen. • Ich vergleiche die Erwartungen meiner Erziehungsberechtigten, der Gesellschaft und mir selbst und formuliere daraus einen begründeten Standpunkt zu meiner Rolle als erwachsene Person. • Ich fülle die Steuererklärung korrekt aus und informiere mich über die rechtlichen Rahmenbedingungen des Steuersystems. Rechte und Pflichten ab 18 Jahren, Steuerpflicht, direkte und indirekte Steuern, Steuererklärung Volljährigkeit, Umgang mit Fremd- und Selbstansprüchen Interaktion / Kollaboration mündlich Diskussion, Befragung Storyboard, Checkliste, Leitfaden Podcast Rechte und Pflichten recherchieren Anpassungsfähigkeit Mit veränderten Lebenskontexten umgehen Vollständige Unterlagen, Fristen einhalten Audioproduktion, Schnittprogramme, digitale Formulare ausfüllen Digitales Ordnungssystem Dokumente digital und analog organisieren 5.2 Ich orientiere mich in der Informationsflut und bilde mir eine eigene Meinung. • Ich finde verschiedene Informationsquellen zu einem gesellschaftlichen Thema und beurteile ihre Glaubwürdigkeit. • Ich vergleiche unterschiedliche Positionen zu einem gesellschaftlichen Thema und begründe meine eigene Haltung mit überprüfbaren Argumenten. • Ich reflektiere, wie Medien, Freunde oder Familie meine Meinung beeinflussen. • Ich präsentiere meine Sichtweise klar, strukturiert und adressatengerecht. Informationsquellen kritisch beurteilen Medienkompetenz, sich eine Meinung bilden Informationsquellen vergleichen Rezeption audio-visuell Medien vergleichen Argumente entwickeln und Sichtweise präsentieren Recherche Sich mit Werten auseinandersetzen und eine eigene Haltung entwickeln Argumente klar und überzeugend präsentieren Quellen finden, Argumente beurteilen 20 von 28 5.3 Ich verstehe, wie Politik funktioniert und entwickle meine eigene politische Haltung. • Ich erkläre, wie die schweizerischen politischen Institutionen (Gewaltentrennung), Prozesse (Demokratie) und das Organisationsprinzip (Föderalismus) miteinander vernetzt sind und zeige auf, welche Handlungsspielräume für mich als Bürgerin oder Bürger bestehen, um aktiv an gesellschaftlichen Prozessen zu partizipieren. • Ich setze mich mit den Menschenrechten und ihren Grundlagen auseinander und beurteile deren Bedeutung für mein eigenes Leben und meinen Alltag. • Ich vergleiche die Werte und Positionen verschiedener Parteien mit meinen eigenen und leite daraus meine politische Haltung ab. • Ich begründe meine politische Orientierung mit nachvollziehbaren Argumenten und überprüfbaren Quellen. Demokratie, Gewaltentrennung, Föderalismus, Menschenrechte, Parteien Eine politische Orientierung ableiten Wertevergleich (eigene Position vs. Parteien), Reflexion Erkennen von politischen Handlungsspielräumen Eigene politische Haltung weiterentwickeln Argumente klar und überzeugend präsentieren 5.4 Ich gestalte die Gesellschaft aktiv mit und nutze meine Mitbestimmungsrechte. • Ich entwickle Ideen, was ich in unserer Gesellschaft verändern würde und zeige einen möglichen demokratischen Weg auf. • Ich untersuche Meinungen und Verhaltensweisen von Mitmenschen • Ich reflektiere meine persönlichen Handlungsmöglichkeiten und formuliere konkrete Schritte, wie ich zur Mitgestaltung der Zukunft beitragen kann. Politische Mitgestaltung und Mitbestimmung Ein eigenes Engagement entwickeln Recherche Fragen formulieren, Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse Interaktion digital Umfrage Politische Teilhabe Gesellschaftliche Mitgestaltung Umfrage erstellen und auswerten 21 von 28 6. Ich wohne selbständig und lebe respektvoll Leitidee Ich bereite mich darauf vor, auf eigenen Beinen zu stehen: eine Wohnung finden, Versicherungen abschliessen und mit anderen Menschen zusammenleben oder eine Partnerschaft eingehen. Ich möchte verstehen, welche Rechte und Pflichten ich als Mieterin oder Mieter habe, wie ich mich richtig versichere und wie ich Beziehungen respektvoll und gleichberechtigt gestalte. Dabei setze ich mich mit meinen eigenen Vorstellungen von Zusammenleben auseinander und überlege, wie ich meine Werte im Alltag leben kann. Zeitbudget 43 Lektionen Lebensbezüge 6.1 Ich finde eine Wohnung und gestalte mein Zuhause selbstständig. 6.2 Ich sichere mich ab und übernehme Verantwortung für meine Gesundheit und mein Eigentum. 6.3 Ich gestalte Beziehungen respektvoll und gleichberechtigt. 6.4 Ich setze mich mit Sexualität, Intimität und Verantwortung auseinander. 6.5 Ich gehe respektvoll mit Vielfalt um und stehe gegen Diskriminierung ein. 22 von 28 6.1 Ich finde eine Wohnung und gestalte mein Zuhause selbstständig. • Ich recherchiere Wohnungsangebote und beurteile, ob sie zu meinem Budget passen. • Ich erkläre die wichtigsten Punkte aus einem Mietvertrag (Kündigungsfrist, Nebenkosten, Kaution) und erkenne meine Rechte und Pflichten als Mieterin oder Mieter. • Ich gestalte meinen Wohnraum so, dass er zu meinen Bedürfnissen passt, und übernehme Verantwortung für Ordnung, Nachhaltigkeit und Sauberkeit. Wohnung suchen und einrichten, Budget erstellen Mietrecht Eigene finanzielle Möglichkeiten (begrenzte Mittel) kennen und nachhaltig einsetzen Nachhaltiges Wohnen Informationen recherchieren, gewichten und selektionie- Kriterien festhalten Bedürfnisse beschreiben Ratschläge geben Wohnung suchen, Mietrecht Budget erstellen / einhalten, Verantwortung übernehmen Multimediaprodukt (Video, Podcast etc.) erstellen 6.2 Ich sichere mich ab und übernehme Verantwortung für meine Gesundheit und mein Eigentum. • Ich vergleiche verschiedene Krankenkassenmodelle und Zusatzversicherungen und begründe, welche Lösung für meine Lebenssituation am besten passt. • Ich prüfe, wann welche Versicherung sinnvoll ist. • Ich bereite mich auf herausfordernde Lebensereignisse wie Krankheit, Unfall, Trennung oder Tod vor, um in schwierigen Zeiten handlungsfähig und abgesichert zu bleiben. Risiko vs. Absicherung, Versicherungen wählen Kranken-, Haftpflicht-, Hausratversicherung Finanzielle Konsequenzen Informationen recherchieren, gewichten und selektionie- Informationen dokumentieren, Kriterien festhalten Argumentieren und begründen Versicherungen recherchieren und abschliessen Schwierige Zeiten meistern Wissen aneignen und überprüfen 23 von 28 6.3 Ich gestalte Beziehungen respektvoll und gleichberechtigt. • Ich beschreibe, welche Werte und Erwartungen für mich in Freundschaft, Partnerschaft und Familie wichtig sind, und begründe meine Haltung. Ich setze mich mit Geschlechterrollen im Kontext von Gleichberechtigung und Chancengleichheit auseinander. • Ich erkläre den Unterschied zwischen Ehe und Konkubinat und beurteile, welche rechtlichen und persönlichen Konsequenzen beide Lebensformen haben. • Ich benenne Situationen, in denen Ungleichheit, Druck oder Abhängigkeit entstehen, und formuliere Strategien für einen respektvollen und fairen Umgang. • Ich formuliere konkrete Beispiele, wie ich Gleichberechtigung, gegenseitige Unterstützung und Respekt in meinen Beziehungen lebe. Freundschaft, Partnerschaft, Familie, Gleichberechtigung Beziehung leben und Individuum sein Ehe und Konkubinat Informationen recherchieren und festhalten Werte und Erwartungen festhalten, Strategien formulietion digital Konkrete Beispiele formulieren und vergleichen Rechte und Pflichten in einer Beziehung Verschiedene Bedürfnisse kennen und respektieren, Diversität aushalten und respektieren Sich zu gleichen Teilen einbringen Wissen aneignen und überprüfen 6.4 Ich setze mich mit Sexualität, Intimität und Verantwortung auseinander. • Ich reflektiere den Zusammenhang zwischen Sexualität, Verantwortung und gegenseitigem Einverständnis. • Ich formuliere, wie ich meine eigenen Grenzen wahre und die Grenzen anderer respektiere. • Ich recherchiere, wo und wie ich Unterstützung finde, wenn ich Fragen, Unsicherheiten oder Probleme in diesem Bereich habe. Verantwortung übernehmen Gemeinsame und individuelle Bedürfnisse kennen und respektieren Rechtliche Konsequenzen kennen Rezeption mündlich Zuhören und reflektieren Eine Haltung vertreten Informationen festhalten Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit Sexualität / Intimität Verschiedene Bedürfnisse kennen und respektieren Wissen aneignen und überprüfen 24 von 28 Diversität aushalten und respektieren 6.5 Ich gehe respektvoll mit Vielfalt um und stehe gegen Diskriminierung ein. • Ich analysiere Situationen, in denen Menschen wegen ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung oder Identität benachteiligt oder beleidigt werden, und beurteile, wie ich in solchen Momenten reagieren kann. • Ich benenne Formen von Gewalt oder Diskriminierung – zum Beispiel in der Familie, in Beziehungen, in der Schule oder online – und formuliere konkrete Handlungsmöglichkeiten, um Grenzen zu setzen oder Hilfe zu holen. • Ich entwickle eigene Ideen, wie ich in meinem Umfeld zu einem sicheren, offenen und diskriminierungsfreien Zusammenleben beitrage – z. B. durch Projekte, Aktionen oder bewusstes Verhalten im Alltag. Benachteiligung und Diskriminierung Zivilcourage und Haltung zeigen Rechtliche Konsequenzen kennen Rezeption audio-visuell Informationsquelle (Film etc.) auswerten Kriterien festhalten Ideen entwickeln Ideen und Projekte präsentieren Rechtliche Konsequenzen kennen Verschiedene Lebensentwürfe kennen und respektieren, eigene Haltung entwickeln, Diversität aushalten und respektieren 25 von 28 7. Ich plane meine Zukunft Leitidee Ich stehe am Übergang vom Abschluss meiner beruflichen Grundbildung zum Einstieg in die Arbeitswelt und übernehme neue, verantwortungsvolle Rollen, sowohl privat wie auch beruflich in der Gesellschaft. Dabei setze ich mich mit veränderten Erwartungen und Verpflichtungen auseinander, entwickle meine Identität weiter und plane meine nächsten Schritte. Ich informiere mich über arbeitsrechtliche und finanzielle Veränderungen, prüfe Entwicklungsmöglichkeiten und denke darüber nach, wie ich in meinem Umfeld Probleme oder Bedürfnisse erkennen und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen entwickeln kann. Zeitbudget 43 Lektionen Lebensbezüge 7.1 Ich plane meine nächsten Schritte in der Berufswelt nach Abschluss des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses. 7.2 Ich lerne mit meinen neuen finanziellen Möglichkeiten umzugehen. 7.3 Ich informiere mich über die Zukunft meines Berufes und bereite mich darauf vor, auch in veränderten Lebenssituationen – etwa bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit – abgesichert zu sein. 7.4 Ich erkenne in meinem Umfeld Bedürfnisse oder Probleme und überlege, wie ich diese wirtschaftlich lösen und damit einen Mehrwert schaffen kann. 26 von 28 7.1 Ich plane meine nächsten Schritte in der Berufswelt nach Abschluss des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses. • Ich analysiere meine Interessen sowie Stärken und vergleiche diese mit meinen beruflichen Zielen. • Ich plane die nächsten Schritte meiner beruflichen Laufbahn und erstelle die dazu nötigen Unterlagen, mithilfe derer ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereite. • Ich wende neue Medien zur Gestaltung und Durchführung des Bewerbungsprozesses an. • Ich nutze rechtliche Grundlagen, so dass ich künftige Herausforderungen im Arbeitsalltag und bei Arbeitslosigkeit lösen kann. Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbild Stellensuche, Bewerbungsstrategien, Lebenslauf, Motivationsschreiben, Arbeitsmarkt Digitale Median, Online-Bewerbung, Datenschutz, Digitalisierung Obligationenrecht, Arbeitsgesetz, Einzelarbeitsvertrag, Gesamtarbeitsvertrag, Rechte und Pflichten Lesetext, Arbeitsvertrag, Gesamtarbeitsvertrag Bewerbungsgespräch Venn-Diagramm, Reflexion, Bewerbungsunterlagen, Tabelle Interaktion digital / schriftlich E-Mail, Online-Bewerbungsgespräch, soziale Netzwerke Ressourcenmanagement, Selbstwirksamkeit, Zukunfts- und Laufbahnplanung Recherche von Neuerungen, Rechte und Pflichten Digitales Bewerbung, Bewerbungsplattformen, Online-Präsenz Bewerbungsunterlagen, Grafik Datensicherheit und Urheberrecht gewährleisten Schutz persönlicher Daten, Urheberrechte Rechtschreibkorrekturprogramme 7.2 Ich lerne mit meinen neuen finanziellen Möglichkeiten umzugehen. • Ich erläutere meine Bedürfnisse anhand meiner neuen finanziellen Möglichkeiten. • Ich erarbeite ein detailliertes und realistisches Budget für meine neue Lebenssituation. • Ich entwickle eine fiktive Darstellung, um das Thema Budget im Kontext meines neuen Lebensabschnittes zu thematisieren. Persönliche Werte, Lebensstil, Eigenständigkeit Konsumverhalten, Budgetierung, ökonomische Entscheidungen, nachhaltiger Umgang mit Geld Budget, Dokumentation, Reflexion, Geschichte Podcast, Video Präsentation, Diskussion, Planung, Prioritäten setzen Ressourcenmanagement, Umgang mit Unsicherheiten Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationswerkzeug Vermitteln von Inhalten, anschauliche Darstellung 27 von 28 Beratungsgespräch, Interview 7.3 Ich informiere mich über die Zukunft meines Berufes und bereite mich darauf vor, auch in veränderten Lebenssituationen – etwa bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit – abgesichert zu sein. • Ich ordne zukünftige Entwicklungen meines Berufes ein und reflektiere, welche Kompetenzen und Qualifikationen zukünftig gefragt sein könnten. • Ich untersuche meine Bedürfnisse und Wünsche, vergleiche diese mit verschiedenen beruflichen Möglichkeiten und entwickle darauf basierend einen persönlichen Karriereplan für die nächsten fünf bis zehn Jahre. • Ich vergleiche die verschiedenen Säulen der Vorsorge der Schweiz und beurteile, wie verschiedene Lebenssituationen meine Vorsorge beeinflussen. • Ich erstelle einen Leitfaden für meine Vorsorge und passe ihn an mögliche Veränderungen in meinem Leben an. Rollenfindung, Persönlichkeitsentwicklung, Anpassungsfähigkeit, berufliche Möglichkeiten Technischer Fortschritt, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Chancen und Risiken Arbeitslosigkeit, Sozialversicherungen, Dreisäulenprinzip Vergleich, Zeitstrahl, Prognose Flyer, Podcast, Video, Blog Umgang mit Unsicherheiten, Vorsorge Recherche relevanter Informationen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation Vermitteln von Inhalten, anschauliche Darstellung 7.4 Ich erkenne in meinem Umfeld Bedürfnisse oder Probleme und überlege, wie ich diese wirtschaftlich lösen und damit einen Mehrwert schaffen kann. • Ich identifiziere ein Problem oder ein Bedürfnis in meinem Umfeld und entwickle daraus eine innovative Geschäftsidee mit Kundennutzen. • Ich analysiere den Markt, die Zielgruppe und die Konkurrenz und beurteile die Chancen und Risiken meiner Idee. Geschäftsmodelle, Marktanalyse, Finanzplanung Innovationen Digitalisierung Marktanalyse, Wettbewerbsrecherche Businessplan Pitch-Präsentation, Prototyp Innovative Geschäftsideen entwickeln Teamfähigkeit Gemeinsam Ideen entwickeln, Rollen verteilen Informationen recherchieren, Businessplan (Pitch)-Präsentation, Visualisierungen 28 von 28 • Ich erstelle ein Businessplan mit allen relevanten Elementen und berechne die finanzielle Machbarkeit. • Ich präsentiere meine Geschäftsidee überzeugend und reflektiere unternehmerische Kompetenzen. auswählen, bewerten und organisieren Geschäftsidee überzeugend begründen Aargauer Schullehrplan Allgemeinbildung Lehrplan 2-jährige berufliche Grundbildung EBA Erarbeitet von der Strategiegruppe Allgemeinbildung des Kantons Aargau und weiteren Lehrpersonen der Aargauer Berufsfachschulen, erlassen vom Regierungsrat des Kantons Aargau Gestaltung Schule für Gestaltung Aargau, Vera Reifler Stand 1. August 2022 Einleitung/Erläuterungen zum Lehrplan ABU Die Themen orientieren sich an der Lebenswelt der Lernenden und werden in der Leitidee kurz umrissen. Sie decken 70% der Unterrichtszeit ab. Die restliche Zeit steht Aktualitäten und Vertiefungen zur Verfügung. Die Kompetenzbereiche Sprache & Kommunikation, Selbst-, Sozial und Methodenkompetenzen, IKT- Kompetenzen werden beiden Lehrjahren zugeordnet. Ziel ist, der Lehrperson möglichst viele Freiheiten in Integration sowie Gestaltung der Kompetenzförderung zu gewähren. Der Kompetenzerwerb entsteht durch Wiederholung und Übung im Sinne eines spiralförmigen Aufbaus über beide Lehrjahre. Die normative Sprachkompetenz wird handlungsorientiert und bedarfsgerecht in beiden Bildungsjahren gefördert. Die aufgeführten Lektionenzahlen verstehen sich als Empfehlung. Im zweiten Bildungsjahr sollen die Lernenden in der Lage sein, die Vertiefungsarbeit inhaltlich und formal selbständig zu erstellen und zu präsentieren. IKT-Kompetenzen IKT-Kompetenzen können je nach Berufsfeld auch fächerübergreifend gefördert werden. Die Auswahl der IKT-Kompetenzen richtet sich nach den Anforderungen an die Vertiefungsarbeit. Die Schulung der einzelnen IKT-Kompetenzen ist nicht mit einem Lehrjahr abgeschlossen, sondern als spiralförmiger Prozess zu verstehen. Legende G = Lernbereich Gesellschaft SSM = Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen S&K = Lernbereich Sprache & Kommunikation IKT = Informations- und Kommunikationskompetenzen Aufteilung Lehrplanthemen auf Lehrjahre 1. Lehrjahr: T1 / Ins Berufsleben einsteigen T2 / Mit Geld umgehen T3 / Verantwortung übernehmen 2. Lehrjahr: T4 / In die Zukunft aufbrechen Vertiefungsarbeit Lernbereich Sprache & Kommunikation, Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen, Informations- und Kommunikationskompetenzen • Kann ein einfaches Interview planen, durchführen und auswerten. • Kann einfache formelle E-Mails gestalten und formulieren. • Kann in Texten die Hauptaussage verstehen und in eigenen Worten mündlich oder schriftlich zusammenfassen. • Kann den Arbeitsplatz oder einen Ablauf verständlich beschreiben. • Kann in verschiedenen Situationen angemessen kommunizieren. • Kann ein einfaches Thema verständlich präsentieren. • Kann gehörte Informationen verstehen und wiedergeben. • Kann einen Text kommentieren. • Kann einfache persönliche Ziele formulieren. • Kann einen Bericht verfassen. • Kann eine einfache Stellungnahme verfassen. • Kann sich aktiv an Sachdiskussionen beteiligen. • Kann ein Bewerbungsschreiben adressatengerecht formulieren und gestalten. • Kann verschiedene Kommunikationsregeln in Gesprächen und Diskussionen umsetzen. • Kann eine Konfliktlösestrategie anwenden. • Kann im Internet gezielt nach Informationen suchen. • Kann eine Lesetechnik zweckgerichtet anwenden. • Kann eine Lerntechnik anwenden. • Kann eigene Verhaltensweisen reflektieren. • Kann die Vertiefungsarbeit planen. • Kann ein Gespräch vorbereiten und sich überzeugend präsentieren. • Kann mit Hilfe einer Vorlage einen Geschäftsbrief verfassen. • Kann mit Rechtschreibhilfen Texte überprüfen. IKT-Kompetenzen • Kann die eigene Hardware und die Infrastruktur der Schule nutzen (z. B. auf Daten zugreifen, drucken und scannen). • Kann Office-Anwendungen oder Ähnliches installieren und bedarfsgerecht einsetzen. • Kann die grundlegenden Funktionen eines Textverarbeitungsprogramms bedarfsgerecht anwenden. • Kann eine der Situation angepasste Präsentation erstellen (z. B. PowerPoint). • Kann Dateien an geeigneten Orten speichern. • Kann eine übersichtliche Ordnerstruktur pflegen. • Kann Passwörter sicher aufbewahren. • Kann einen Text lesefreundlich gestalten (z. B. Schriftart, Schriftgrösse, Zeilenabstand). • Kann Inhalte (z. B. Bilder) in ein Text-Dokument einfügen. • Kann eine Kopfzeile und eine Fusszeile bearbeiten. • Kann die Vertiefungsarbeit den Vorgaben entsprechend verfassen und gestalten. 1. Lehrjahr Thema 1: Ins Berufsleben einsteigen Leitidee Ich bin neu in der beruflichen Grundbildung und werde mit vielen neuen Situationen im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule konfrontiert. Bei Konflikten lerne ich Strategien und Anlaufstellen kennen, die mir helfen, mit Schwierigkeiten konstruktiv umzugehen. Ich lerne die wichtigsten Rechte und Pflichten als Berufslernende/-r kennen. Ich setze mich mit meinem Lehrbetrieb auseinander. Zeitbudget 18 Lektionen (G, S&K, SSM) + 6 Lektionen (IKT) Rollenverständnis Berufsfachschule Kann seine verschiedenen Rollen im Lehrbetrieb, an der Berufsfachschule und im privaten Bereich definieren und daraus eigene Ziele ableiten. • Erwartungen, Rollen, Konflikte, persönliche Ziele • Verhalten (Selbstkompetenz, Sozialkompetenz) Kann den Stellenwert der Berufsfachschulen in der beruflichen Grundbildung erkennen. • Triales Berufsbildungssystem (Betrieb, überbetriebliche Kurse, Berufsfachschule) • Stützkurse, Förderkurse Kann Zweck und Inhalte des ABU-Unterrichts erklären. • Lehrplanthemen, Ziele und Kompetenzen, Qualifikationsverfahren (Erfahrungsnote, Vertiefungsarbeit) Lehrvertrag/ Personenrecht Kann Form, Inhalt und Auswirkungen des Lehrvertrags beschreiben. • Vertragsformen (formlos, mündlich, schriftlich) • Volljährigkeit, Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit Kann die wichtigsten Rechte und Pflichten der Vertragsparteien aufzählen. • Rechte und Pflichten Kann einfache Rechtsfälle mit geeigneten Hilfsmitteln nachvollziehen. • Zum Beispiel Zivilgesetzbuch, Obligationenrecht Lehrbetrieb Kann die eigene Tätigkeit in der betrieblichen Organisation einordnen. • Organigramm Betrieb, Aufgabenbeschrieb im Betrieb 6 Kann in Konfliktsituationen angemessen reagieren. • Konfliktlösestrategien • Schulische und ausserschulische Beratungsstellen 1. Lehrjahr Thema 2: Mit Geld umgehen Leitidee Ich verdiene mein eigenes Geld und setze mich mit meiner Lohnabrechnung und meinem Konsumverhalten auseinander. Ich erfahre die wichtigsten Merkmale des Kaufvertrags und überlege mir, wie ich meine Wünsche finanzieren kann. Zudem vergleiche ich verschiedene bargeldlose Zahlungsmittel miteinander. Schliesslich lerne ich, wie ich Schulden vermeiden kann, aber auch wie ich mit Schulden umgehen kann. Zeitbudget 22 Lektionen (G, S&K, SSM) + 6 Lektionen (IKT) Konsumangebot Kann das eigene Konsumverhalten reflektieren und an einem Beispiel beschreiben. • Persönliches Konsumverhalten • Vergleich verschiedener Konsumangebote • Nachhaltiger Konsum • Grundbedürfnisse und Wahlbedürfnisse Kaufvertrag Kann Entstehung und Wirkung des Kaufvertrags beschreiben. • Ablauf Kaufvertrag inklusive Störungen • Onlineshopping • Alltagsrelevante Fallbeispiele Kann die Chancen und Risiken des bargeldlosen Zahlungsverkehrs beurteilen. • Debitkarte, Kreditkarte und andere Zahlungsmittel • Online-Banking, Dauerauftrag, Lastschriftverfahren Finanzierung Kann die eigene Lohnabrechnung verstehen und überprüfen. • Bruttolohn, Nettolohn • Sozialversicherungen (AHV / IV / EO / ALV) Kann verschiedene Finanzierungsarten unterscheiden und beurteilen. • Leasing, Barkredit, Ratenzahlung Kann Ursachen und Folgen von Verschuldung erkennen und Massnahmen ableiten. • Schuldenfallen, Prävention, Budget, Schuldenberatung, Betreibung, Rechtsvorschlag, Schuldensanierung 1. Lehrjahr Thema 3: Verantwortung übernehmen Leitidee Ich bin Teil einer multikulturellen und mobilen Gesellschaft. Ich übernehme Verantwortung für mein eigenes Leben, aber auch für das Leben anderer Menschen und für die Umwelt. Ich setze mich mit meiner Gesundheit auseinander und lerne, welche Verhaltensweisen meine Gesundheit positiv oder negativ beeinflussen können. Ich befasse mich mit dem Thema Mobilität und deren Folgen für die Umwelt, die Gesellschaft und mich selber. Ich erfahre, wie ich Verantwortung für die Umwelt übernehmen kann. In unserer Kommunikationsgesellschaft bin ich verschiedenen Beeinflussungen ausgesetzt. Auch ich beeinflusse andere Menschen – bewusst oder unbewusst. Medien haben in unserem Leben eine enorme Bedeutung. Ich befasse mich mit der Vielfalt der Medien und schätze deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft wie auch auf mein eigenes Leben ein. Zeitbudget 24 Lektionen (G, S&K, SSM) + 6 Lektionen (IKT) Gesundheit Kann abschätzen, was für die eigene Gesundheit wichtig ist. • Work-Life-Balance, Stressoren • Bewegung und Ernährung • Umgang mit Sucht Mobilität Kann das eigene Mobilitätsverhalten beschreiben und reflektieren. • Öffentlicher/individueller Verkehr: Vorteile und Nachteile • Persönliches Mobilitätsverhalten Kann die finanziellen Folgen und die rechtlichen Konsequenzen der eigenen Mobilität einschätzen. • Konsequenzen bei Fehlverhalten im Strassenverkehr • Risikomanagement • Motorfahrzeughaftpflichtversicherung, Regress, Kaskoversicherung, Unfallversicherung Ökologie Kann die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns anhand eines konkreten Beispiels erklären. • Zum Beispiel Umgang mit Abfall, Energiesparen, Naturschutz 3 Massenmedien Kann verschiedene Arten von Medien aufzählen und unterscheiden. • Printmedien, digitale Medien, Radio, TV 9 Kann die Wirkung von Massenmedien und sozialen Medien • Vierte Gewalt • Chancen und Risiken Kann Manipulationsmittel der sozialen Medien erkennen. • Fake News • Überprüfung von Informationsquellen 2. Lehrjahr Thema 4: In die Zukunft aufbrechen Leitidee Ich stehe vor dem Abschluss meiner beruflichen Grundbildung. Ich mache mich mit den Anforderungen an eine Stellenbewerbung vertraut und ich kenne die wichtigsten Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer/-in. Ich setze mich auch mit dem Thema Arbeitslosigkeit auseinander. Ich ziehe früher oder später von zu Hause aus. Ich beschäftige mich mit den Rechten und Pflichten, wenn ich eine Wohnung miete und befasse mich mit meinem Versicherungsschutz. Vielleicht ziehe ich mit meiner Partnerin/meinem Partner zusammen und setze mich mit einer allfälligen Heirat mit ihren wichtigsten rechtlichen Konsequenzen auseinander. Vielleicht wünsche ich mir auch eine andere Form des Zusammenlebens. Zudem setze ich mich mit der Steuererklärung auseinander. Schliesslich erfahre ich, wie die Schweiz politisch aufgebaut ist und ich lerne, wie ich in der Schweiz mitbestimmen kann. Zeitbudget 51 Lektionen (G, S&K, SSM) 06 Lektionen (IKT) Stellenbewerbung Kann sich auf dem Stellenmarkt selbständig bewerben. • Stellensuche, Bewerbungsarten, Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch Einzelarbeitsvertrag Kann wesentliche Rechte und Pflichten im Arbeitsverhältnis verstehen. • Wesentliche Rechte und Pflichten der Vertragsparteien • Beendigung des Arbeitsverhältnisses Arbeitslosigkeit Kann bei Arbeitslosigkeit angemessen reagieren und Leistungen der Arbeitslosenversicherung nennen. • Regionale Arbeitsvermittlung (RAV) • Beitragszeit, Bezugsdauer, Taggeld, Einstelltage • Kurzarbeit Wohnen Kann sich mit dem selbständigen Wohnen auseinandersetzen. • Wohnformen, Wohnungssuche, Umzug 15 Kann wesentliche Grundlagen des Mietrechts verstehen. • Mietvertrag • Wesentliche Rechte und Pflichten der Vertragsparteien • Mietantritt und Mietende Zusammenleben Kann wesentliche Versicherungsarten unterscheiden. Kann Vorteile und Nachteile der unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens nennen. • Solidaritätsprinzip • Hausratversicherung, Privathaftpflichtversicherung • Krankenversicherung • Konkubinat, Ehe, eingetragene Partnerschaft • Rechtliche und finanzielle Folgen • Verlobung, Wirkungen, Auflösung Steuern Kann die für die Steuererklärung relevanten Dokumente zusammenstellen. • Lohnausweis, Steuerbescheinigungen, Berufsauslagen 3 Politisches System Schweiz Kann die Grundzüge des politischen Systems der Schweiz erklären. • Demokratie, Menschenrechte, Föderalismus, Parteien 9 Kann Mitbestimmungsmöglichkeiten im schweizerischen Staatssystem unterscheiden. • Stimmrecht und Wahlrecht • Referendum und Initiative Aargauer Schullehrplan Allgemeinbildung Lehrplan 3-jährige berufliche Grundbildung EFZ Erarbeitet von der Strategiegruppe Allgemeinbildung des Kantons Aargau und weiteren Lehrpersonen der Aargauer Berufsfachschulen, erlassen vom Regierungsrat des Kantons Aargau Gestaltung Schule für Gestaltung Aargau, Vera Reifler Stand 1. August 2022 Einleitung/Erläuterungen zum Lehrplan ABU Die Themen orientieren sich an der Lebenswelt der Lernenden und werden in der Leitidee kurz umrissen. Sie decken 70% der Unterrichtszeit ab. Die restliche Zeit steht Aktualitäten und Vertiefungen zur Verfügung. Die Kompetenzbereiche Sprache & Kommunikation, Selbst-, Sozial und Methodenkompetenzen, IKT-Kompetenzen werden jeweils einem kompletten Lehrjahr zugeordnet. Ziel ist, der Lehrperson möglichst viele Freiheiten in Integration sowie Gestaltung der Kompetenzförderung zu gewähren. Der Kompetenzerwerb entsteht durch Wiederholung und Übung im Sinne eines spiralförmigen Aufbaus über alle Lehrjahre. Die normative Sprachkompetenz wird handlungsorientiert und bedarfsgerecht in allen Bildungsjahren gefördert. Die aufgeführten Lektionenzahlen verstehen sich als Empfehlung. Im dritten Bildungsjahr sollen die Lernenden in der Lage sein, die Vertiefungsarbeit inhaltlich und formal selbständig zu erstellen und zu präsentieren. IKT-Kompetenzen IKT-Kompetenzen können je nach Berufsfeld auch fächerübergreifend gefördert werden. Die Auswahl der IKT-Kompetenzen richtet sich nach den Anforderungen an die Vertiefungsarbeit. Die Schulung der einzelnen IKT-Kompetenzen ist nicht mit einem Lehrjahr abgeschlossen, sondern als spiralförmiger Prozess zu verstehen. Legende G = Lernbereich Gesellschaft SSM = Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen S&K = Lernbereich Sprache & Kommunikation IKT = Informations- und Kommunikationskompetenzen Aufteilung Lehrplanthemen auf Lehrjahre 1. Lehrjahr: T1 / Ins Berufsleben einsteigen T2 / Mit Geld umgehen T3 / In einer globalisierten Welt leben 2. Lehrjahr: T4 / Verantwortung übernehmen T5 / Beeinflussen und beeinflusst werden T6 / Im Staat mitbestimmen 3. Lehrjahr: T7 / Von zu Hause ausziehen T8 / Die Zukunft planen Vertiefungsarbeit 1. Lehrjahr • Kann ein einfaches Interview planen, durchführen und auswerten. • Kann einfache formelle E-Mails gestalten und formulieren. • Kann einfache Geschäftsbriefe gestalten und formulieren. • Kann in Texten die Hauptaussage verstehen und in eigenen Worten weitergeben. • Kann einfache Texte mündlich und schriftlich zusammenfassen. • Kann den Arbeitsplatz präzise beschreiben. • Kann einen Vorgang präzise beschreiben. • Kann in Gesprächen Gefühle ausdrücken und auf Gefühlsäusserungen anderer reagieren. • Kann ein einfaches Thema verständlich präsentieren. • Kann verschiedene Kommunikationsregeln in Gesprächen und Diskussionen umsetzen. • Kann eine Konfliktlösestrategie anwenden. • Kann das Selbstbild mit einem Fremdbild vergleichen. • Kann im Internet gezielt nach Informationen suchen. • Kann eine Lesetechnik zweckgerichtet anwenden. • Kann eine Lerntechnik anwenden. IKT-Kompetenzen • Kann die eigene Hardware und die Infrastruktur der Schule nutzen (z. B. auf Daten zugreifen, drucken und scannen). • Kann die eigene Hardware und die eigene Software schützen. • Kann Backups durchführen. • Kann Office-Anwendungen installieren und bedarfsgerecht einsetzen. • Kann die grundlegenden Funktionen von Word bedarfsgerecht anwenden. • Kann eine der Situation angepasste Präsentation erstellen (z. B. PowerPoint). • Kann Dateien an geeigneten Orten speichern. • Kann eine übersichtliche Ordnerstruktur pflegen. • Kann eine PDF-Datei erstellen und die Funktion Kommentar bedarfsgerecht nutzen. • Kann mit Hilfe einer Suchmaschine gezielt nach Informationen suchen. • Kann Passwörter sicher aufbewahren. 1. Lehrjahr Thema 1: Ins Berufsleben einsteigen Leitidee Ich bin neu in der beruflichen Grundbildung und werde mit vielen neuen Situationen im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule konfrontiert. Ich vergleiche meine eigenen Erwartungen mit den Erwartungen, die an mich gestellt werden. Bei Konflikten lerne ich Strategien kennen, wie ich reagieren kann. Ich erfahre die wichtigsten Merkmale des Rechtssystems in der Schweiz wie auch meine Rechte und Pflichten als Berufslernende/-r. Ich setze mich mit meinem Lehrbetrieb und seinem Umfeld auseinander. Zeitbudget 21 Lektionen (G, S&K, SSM) + 6 Lektionen (IKT) Berufsfachschule Kann den Stellenwert der BFS in der beruflichen Grundbildung erklären. • Triales Berufsbildungssystem (Betrieb, überbetriebliche Kurse, Berufsfachschule) Kann Zweck und Inhalte des ABU-Unterrichts erklären. • Lehrplanthemen, Ziele und Kompetenzen, Qualifikationsverfahren (Erfahrungsnote, Vertiefungsarbeit, Schlussprüfung) Rechtssystem Kann die Grundlagen des Schweizer Rechtssystems erläutern. • Hierarchie der Rechtsnormen (Bundesverfassung, Gesetze, Verordnungen) • Rechtsgrundlagen (Recht, Sitte, Moral) Kann die wesentlichen Begriffe des Personenrechts erklären. • Natürliche und juristische Personen • Rechtsfähigkeit, Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Volljährigkeit Lehrvertrag Kann Form, Inhalt und Auswirkungen des Lehrvertrags beschreiben. • Vertragsformen (formlos, mündlich, einfache und qualifizierte Schriftlichkeit, öffentliche Beurkundung) • Zwingendes und dispositives Recht Kann die wichtigsten Rechte und Pflichten der Vertragsparteien aufzählen. • Rechte und Pflichten Kann einfache Rechtsfälle mit Hilfe des ZGB/OR einschätzen. • Zivilgesetzbuch, Obligationenrecht Lehrbetrieb Kann den Lehrbetrieb als Teil der Volkswirtschaft einordnen. • Wirtschaftssektoren 6 Kann die eigene Tätigkeit in der betrieblichen Organisation einordnen. • Organigramm Betrieb, Aufgabenbeschrieb im Betrieb Kann in Konfliktsituationen angemessen reagieren. • Konfliktlösestrategien • Schulische und ausserschulische Beratungsstellen 1. Lehrjahr Thema 2: Mit Geld umgehen Leitidee Ich verdiene mein eigenes Geld und setze mich mit meiner Lohnabrechnung und meinem Konsumverhalten auseinander. Ich erfahre die wichtigsten Merkmale des Kaufvertrags und überlege mir, wie ich meine Wünsche finanzieren kann. Zudem vergleiche ich verschiedene bargeldlose Zahlungsmittel miteinander. Schliesslich lerne ich, wie ich Schulden vermeiden kann, aber auch wie ich mit Schulden umgehen kann. Zeitbudget 27 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Konsumangebot Kann aufgrund eines Modells eigene Bedürfnisse benennen und einordnen. • Grundbedürfnisse und Wahlbedürfnisse 6 Kann soziale, ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen des eigenen Konsumverhaltens an einem Beispiel beschreiben und beurteilen. • Vergleich verschiedener Konsumangebote • Nachhaltiger Konsum • Persönliches Konsumverhalten Kaufvertrag Kann Entstehung und Wirkung des Kaufvertrags beschreiben. • Ablauf Kaufvertrag inklusive Störungen • Onlineshopping • Alltagsrelevante Fälle Kann die Chancen und Risiken des bargeldlosen Zahlungsverkehrs beurteilen. • Debitkarte, Kreditkarte und andere Zahlungsmittel • E-Banking, Dauerauftrag, Lastschriftverfahren Finanzierung Kann die eigene Lohnabrechnung nachvollziehen. • Bruttolohn, Nettolohn, Sozialversicherungsabzüge 12 Kann verschiedene Finanzierungsarten unterscheiden und beurteilen. • Leasing, Barkredit, Ratenzahlung Kann ein Budget erstellen und eine Ausgabenkontrolle über einen Zeitraum führen. • Fixe Kosten, variable Kosten, Rückstellungen Kann Ursachen und Folgen von Verschuldung erkennen und Massnahmen ableiten. • Schuldenfallen, Prävention, Betreibung, Rechtsvorschlag, Schuldensanierung 1. Lehrjahr Thema 3: In einer globalisierten Welt leben Leitidee Die Welt, in der ich lebe, rückt kulturell, politisch und wirtschaftlich immer enger zusammen, und zwar in meiner Freizeit wie auch an meinem Arbeitsplatz. Ich lerne Grundbegriffe und Mechanismen der Wirtschaft kennen. Ich befasse mich mit den Ursachen und Auswirkungen der Globalisierung und ich erkenne die Bedeutung der UNO wie auch von Nichtregierungsorganisationen. Zeitbudget 27 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Einfacher und erweiterter Wirtschaftskreislauf Kann den einfachen und erweiterten Wirtschaftskreislauf erklären. • Einfacher Wirtschaftskreislauf (Konsumenten, Produzenten, Geldstrom und Güterstrom, Produktionsfaktoren) • Erweiterter Wirtschaftskreislauf (Banken, Staat, Ausland) Kann an Beispielen marktwirtschaftliche Mechanismen erkennen. • Preisbildung, Gesetze von Angebot und Nachfrage, Markt • Bruttoinlandprodukt Kann die verschiedenen Konjunkturphasen unterscheiden. • Konjunkturzyklus (Aufschwung, Hochkonjunktur, Rezession, Depression) Globalisierung Kann Hintergründe der Globalisierung erklären. • Definition Globalisierung • Kommunikation, Transportmöglichkeiten, Handelsschranken Kann ökonomische, ökologische und kulturelle Auswirkungen der Globalisierung anhand von Beispielen aufzeigen. • Kultur, Wirtschaft, Umwelt, Migration • Chancen und Risiken Kann die Auswirkungen der Globalisierung aus ethischer Sicht hinterfragen. • Zielkonflikte (zum Beispiel Wirtschaft versus Umwelt) • Soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit Internationale Organisationen Kann die Hauptziele der UNO nennen. • Weltfrieden, Wahrung Menschenrechte 5 Kann Ziele und Tätigkeitsbereiche einer Nichtregierungsorganisation beschreiben. • Beispiel einer NGO, Möglichkeiten und Grenzen 2. Lehrjahr • Kann eine grafische Darstellung beschreiben und interpretieren. • Kann einfache persönliche Ziele formulieren. • Kann ein Werk oder ein kulturelles Ereignis beschreiben und kommentieren. • Kann einen Bericht verfassen. • Kann ein Thema wirkungsvoll präsentieren. • Kann Texte mündlich und schriftlich zusammenfassen. • Kann eine einfache Stellungnahme verfassen. • Kann eigene Verhaltensweisen reflektieren. • Kann verschiedene Internetquellen vergleichen und beurteilen. • Kann eine Umfrage vorbereiten, durchführen und auswerten. • Kann eine weitere Lerntechnik anwenden. IKT-Kompetenzen • Kann Informationen in geeigneter Form grafisch darstellen. • Kann einen Text lesefreundlich gestalten (z. B. Schriftart, Schriftgrösse, Zeilenabstand). • Kann Inhalte (z. B. Bilder) in ein Word-Dokument einfügen. • Kann einfache Format-Vorlagen (Word) anwenden. • Kann ein automatisiertes Inhaltsverzeichnis erstellen. • Kann eine Kopfzeile und eine Fusszeile bearbeiten. • Kann die Funktion Tabulatoren nutzen. 2. Lehrjahr Thema 4: Verantwortung übernehmen Leitidee Ich bin Teil einer multikulturellen und mobilen Gesellschaft. Ich übernehme Verantwortung für mein eigenes Leben, aber auch für das Leben anderer Menschen und für die Umwelt. Ich setze mich mit meiner Gesundheit auseinander und lerne, welche Verhaltensweisen meine Gesundheit positiv oder negativ beeinflussen können. Ich befasse mich mit dem Thema Mobilität und deren Folgen für die Umwelt, die Gesellschaft und mich selber. Ich erfahre, wie ich Verantwortung für die Umwelt übernehmen kann und beschäftige mich mit dem Klimawandel. Ich erkenne, dass es für das friedliche Zusammenleben in einer heterogenen Gesellschaft verbindliche Regeln braucht und setze mich mit verschiedenen Wertvorstellungen auseinander. Zeitbudget 27 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Gesundheit Kann die Bedeutung von Ernährung, Bewegung und Hygiene für die eigene Gesundheit beurteilen. • Work-Life-Balance • Stressoren • Ernährungsformen Kann das Suchtpotential von Substanzen und Verhaltensweisen beurteilen und den eigenen Umgang mit Sucht reflektieren. • Legale und illegale Suchtmittel • Suchtverhalten • Beratungsstellen Mobilität Kann den Stellenwert von Mobilität beschreiben und das eigene Mobilitätsverhalten reflektieren. • Öffentlicher und individueller Verkehr • Mobilität in der Schweiz Kann die finanziellen und rechtlichen Folgen der eigenen Mobilität • Motorfahrzeughaftpflichtversicherung, Regress, Kaskoversicherung, Bonus, Malus • Unfallversicherung Ökologie Kann Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels beschreiben. • Treibhauseffekt und die Folgen im Alltag 9 Kann die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns anhand eines konkreten Beispiels erklären. • Zum Beispiel Umgang mit Abfall, Energiesparen, Naturschutz • Ökologischer Fussabdruck Zusammenleben mit anderen Menschen Kann die Notwendigkeit gesellschaftlichen Miteinanders begründen. • Wertvorstellungen, Milizsystem, Freiwilligenarbeit 3 2. Lehrjahr Thema 5: Beeinflussen und beeinflusst werden Leitidee In unserer Kommunikationsgesellschaft bin ich verschiedenen Beeinflussungen ausgesetzt. Auch ich beeinflusse andere Menschen – bewusst oder unbewusst. Medien haben in unserem Leben eine enorme Bedeutung. Ich befasse mich mit der Vielfalt der Medien und schätze deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft sowie auf mein Leben ein. Zeitbudget 18 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Massenmedien Kann verschiedene Massenmedien und soziale Medien aufzählen und unterscheiden. • Printmedien, auditive Medien, audio-visuelle Medien, digitale Medien, öffentlich-rechtliche und private Medien Kann die Wirkung von Massenmedien und sozialen Medien • Vierte Gewalt, Chancen und Risiken Kann Werthaltungen und Manipulationsmittel der Massenmedien und sozialen Medien erkennen. • Fake News, Überprüfung von Informationsquellen Kunst Kann sich anhand eines Werks mit Kunst auseinandersetzen. • Zum Beispiel Musik, Literatur, bildende und darstellende Kunst 6 2. Lehrjahr Thema 6: Im Staat mitbestimmen Leitidee Ich lebe in einem demokratischen Staat. Ich kann einerseits mitwirken und die Gegenwart und Zukunft der Schweiz beeinflussen, andererseits habe ich auch Pflichten. Ich befasse mich mit den wichtigsten staatspolitischen Merkmalen der Schweiz und vergleiche die grundlegenden politischen Haltungen. Ich bilde mir eine Meinung zu den grössten Parteien. Weiter erfahre ich, wie ich am politischen Prozess in der Schweiz teilnehmen kann. Ich erkenne, wie die Schweiz sich finanziert und setze mich mit der Steuererklärung auseinander. Schliesslich erkenne ich die Bedeutung der Zusammenarbeit der Schweiz mit internationalen Organisationen in Europa, aber auch weltweit. So lerne ich die wesentlichen Merkmale der EU kennen. Zeitbudget 30 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Aufgaben und Strukturen des Staats Kann wesentliche Merkmale der Demokratie nennen. • Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Menschenrechte, Volkssouveränität Kann wesentliche Merkmale des Bundesstaats Schweiz nennen. • Halbdirekte Demokratie • Föderalismus • Aufgaben der Staatsgewalten auf den drei Ebenen Kann anhand von Beispielen direkte und indirekte Steuern unterscheiden. • Kantonssteuer, Gemeindesteuer, Bundessteuer • Mehrwertsteuer, Verrechnungssteuer Kann eine Steuerklärung ausfüllen. • Vermögen, Einkommen, Abzüge • Steuerprogression Politische Meinungsbildung und Mitbestimmung Kann die grossen Parteien nennen und ihre wichtigsten Ziele sowie Positionen zu Sachfragen unterscheiden. • Links-Rechts-Schema • Smartspider • Regierungsparteien Kann die politischen Rechte unterscheiden. • Stimmrecht • Wahlrecht (aktiv, passiv, streichen, kumulieren, panaschieren) • Initiativrecht, Referendumsrecht (fakultativ, obligatorisch) Schweiz Europa Welt Kann das Hauptziel der EU nennen und das Verhältnis der Schweiz zur EU beschreiben. • Friedensicherung durch wirtschaftliche und politische • Bilaterale Verträge zwischen Schweiz und EU • Freier Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital 3. Lehrjahr • Kann ein Interview planen, durchführen und auswerten. • Kann eine überzeugende Argumentation aufbauen. • Kann sich aktiv an Sachdiskussionen beteiligen. • Kann einen Text kommentieren. • Kann eine E-Mail und/oder einen Geschäftsbrief formulieren und gestalten. • Kann ein Bewerbungsschreiben adressatengerecht formulieren und gestalten. • Kann eine Inhaltsangabe verfassen. • Kann anhand eines Modells persönliche und berufliche Ziele formulieren. • Kann eine weitere Lerntechnik anwenden. • Kann die Vertiefungsarbeit planen und ein eigenes Konzept ausarbeiten. • Kann ein Gespräch vorbereiten und sich überzeugend präsentieren. IKT-Kompetenzen • Kann eine einfache Excel-Tabelle bedarfsgerecht erstellen. • Kann eine Excel-Tabelle in ein passendes Diagramm umwandeln. • Kann die Vertiefungsarbeit den Vorgaben entsprechend verfassen und gestalten. 3. Lehrjahr Thema 7: Von zu Hause ausziehen Leitidee Ich ziehe früher oder später von zu Hause aus und trage Verantwortung für mein eigenes Leben. Ich mache mir Gedanken zu verschiedenen Wohnformen. Vielleicht ziehe ich mit meiner Partnerin/meinem Partner zusammen und setze mich mit einer allfälligen Heirat mit ihren wichtigsten rechtlichen Konsequenzen auseinander. Vielleicht möchte ich aber auch lieber im Konkubinat leben und erfahre mögliche Vorteile wie auch Nachteile. Ich beschäftige mich mit den Rechten und Pflichten, wenn ich eine Wohnung miete, und kann auch die finanziellen Folgen eines eigenen Haushalts einschätzen. Weiter befasse ich mich mit meinem Versicherungsschutz und lerne die wichtigsten Merkmale der Krankenversicherung, Privathaftpflichtversicherung und der Hausratversicherung kennen. Zeitbudget 24 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Zusammenleben Kann verschiedene Formen des Zusammenlebens unterscheiden. • Eingetragene Partnerschaft, Konkubinat, Ehe 9 Kann Vorteile und Nachteile der unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens nennen. • Rechtliche und finanzielle Folgen • Verlobung, Wirkungen, Auflösung Kann wesentliche Merkmale des Güterrechts insbesondere der Errungenschaftsbeteiligung nennen. • Ordentlicher Güterstand, Eigengut, Errungenschaft Versicherungen Kann die Grundlagen des Versicherungswesens beschreiben. • Solidaritätsprinzip • Versicherungsarten (Haftpflichtversicherungen, Sachversicherungen und Personenversicherungen), • Obligatorische und freiwillige Versicherungen Kann wesentliche Merkmale der Krankenversicherung beschreiben. • Police, Franchise, Selbstbehalt, Leistungen, Sparmodelle • Grundversicherung und Zusatzversicherungen • Unterschied Krankheit und Unfall Kann wesentliche Merkmale der Privathaftpflichtversicherung sowie der Hausratversicherung beschreiben. • Leistungen, Selbstbehalt • Unterdeckung, Überdeckung, Diebstahl Wohnen Kann das selbständige Wohnen planen. • Wohnformen, Wohnungssuche, Haushaltsbudget, Umzug 6 Kann wesentliche Grundlagen des Mietrechts nennen. • Mietvertrag • Rechte und Pflichten der Vertragsparteien 3. Lehrjahr Thema 8: Die Zukunft planen Leitidee Ich stehe vor dem Abschluss meiner beruflichen Grundbildung. Ich nehme eine Standortbestimmung vor und mache mir Gedanken zu meiner beruflichen Zukunft. Ich mache mich mit den Anforderungen an eine Stellenbewerbung vertraut und ich kenne die wichtigsten Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer/-in. Ich setze mich auch mit dem Thema Arbeitslosigkeit auseinander. Schliesslich beschäftige ich mich mit der Altersvorsorge. Ich lerne die wichtigsten Merkmale des Dreisäulenprinzips kennen. Zeitbudget 27 Lektionen (G, S&K, SSM) Weiterbildung und Stellensuche Kann Laufbahnmöglichkeiten nennen und einschätzen. • Weiterbildungsmöglichkeiten 12 Kann sich auf dem Stellenmarkt selbständig bewerben. • Stellensuche, Bewerbungsarten, Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch Arbeitnehmer/-in Kann die rechtlichen Folgen des Einzelarbeitsvertrags und des Gesamtarbeitsvertrags beschreiben. • Rechte und Pflichten der Vertragsparteien 12 Kann einfache Rechtsfälle mit Hilfe der gesetzlichen Grundlagen • Obligationenrecht, Arbeitsgesetz, Gesamtarbeitsvertrag Kann wesentliche Elemente der Vorsorge erklären. • Dreisäulenprinzip Arbeitslosigkeit Kann bei Arbeitslosigkeit angemessen reagieren. • Regionale Arbeitsvermittlung (RAV) 3 Übersicht «Sprache & Kommunikation» Thema Lehrjahr 1 2 3 Bericht × Bewerbung × Beschreibung × × Diskussion × × E-Mail/Geschäftsbrief × × Inhaltsangabe (Zusammenfassung) × Interview × × Kommentar/Stellungnahme × × Kommunikation × × Präsentation × × × Umfrage × Zieleformulierungen × × Zusammenfassung × × Aargauer Schullehrplan Allgemeinbildung Lehrplan 4-jährige berufliche Grundbildung EFZ Erarbeitet von der Strategiegruppe Allgemeinbildung des Kantons Aargau und weiteren Lehrpersonen der Aargauer Berufsfachschulen, erlassen vom Regierungsrat des Kantons Aargau Gestaltung Schule für Gestaltung Aargau, Vera Reifler Stand 1. August 2022 Einleitung/Erläuterungen zum Lehrplan ABU Die Themen orientieren sich an der Lebenswelt der Lernenden und werden in der Leitidee kurz umrissen. Sie decken 70 % der Unterrichtszeit ab. Die restliche Zeit steht Aktualitäten und Vertiefungen zur Verfügung. Die Kompetenzbereiche Sprache & Kommunikation, Selbst-, Sozial und Methodenkompetenzen, IKT-Kompetenzen werden jeweils einem kompletten Lehrjahr zugeordnet. Ziel ist, der Lehrperson möglichst viele Freiheiten in Integration sowie Gestaltung der Kompetenzförderung zu gewähren. Der Kompetenzerwerb entsteht durch Wiederholung und Übung im Sinne eines spiralförmigen Aufbaus über alle Lehrjahre. Die normative Sprachkompetenz wird handlungsorientiert und bedarfsgerecht in allen Bildungsjahren gefördert. Die aufgeführten Lektionenzahlen verstehen sich als Empfehlung. Im vierten Bildungsjahr sollen die Lernenden in der Lage sein, die Vertiefungsarbeit inhaltlich und formal selbständig zu erstellen und zu präsentieren. IKT-Kompetenzen IKT-Kompetenzen können je nach Berufsfeld auch fächerübergreifend gefördert werden. Die Auswahl der IKT-Kompetenzen richtet sich nach den Anforderungen an die Vertiefungsarbeit. Die Schulung der einzelnen IKT-Kompetenzen ist nicht mit einem Lehrjahr abgeschlossen, sondern als spiralförmiger Prozess zu verstehen. Legende G = Lernbereich Gesellschaft SSM = Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen S&K = Lernbereich Sprache & Kommunikation IKT = Informations- und Kommunikationskompetenzen Aufteilung Lehrplanthemen auf Lehrjahre 1. Lehrjahr: T1 / Ins Berufsleben einsteigen T2 / Mit Geld umgehen T3 / In einer globalisierten Welt leben 2. Lehrjahr: T4 / Verantwortung übernehmen T5 / Beeinflussen und beeinflusst werden 3. Lehrjahr: T6 / Im Staat mitbestimmen T7 / Von zu Hause ausziehen 4. Lehrjahr: T8 / Die Zukunft planen Vertiefungsarbeit 1. Lehrjahr • Kann ein einfaches Interview planen, durchführen und auswerten. • Kann einfache formelle E-Mails gestalten und formulieren. • Kann einfache Geschäftsbriefe gestalten und formulieren. • Kann in Texten die Hauptaussage verstehen und in eigenen Worten weitergeben. • Kann einfache Texte mündlich und schriftlich zusammenfassen. • Kann den Arbeitsplatz präzise beschreiben. • Kann einen Vorgang präzise beschreiben. • Kann in Gesprächen Gefühle ausdrücken und auf Gefühlsäusserungen anderer reagieren. • Kann ein einfaches Thema verständlich präsentieren. • Kann verschiedene Kommunikationsregeln in Gesprächen und Diskussionen umsetzen. • Kann eine Konfliktlösestrategie anwenden. • Kann das Selbstbild mit einem Fremdbild vergleichen. • Kann im Internet gezielt nach Informationen suchen. • Kann eine Lesetechnik zweckgerichtet anwenden. • Kann eine Lerntechnik anwenden. IKT-Kompetenzen • Kann die eigene Hardware und die Infrastruktur der Schule nutzen (z. B. auf Daten zugreifen, drucken und scannen). • Kann die eigene Hardware und die eigene Software schützen. • Kann Backups durchführen. • Kann Office-Anwendungen installieren und bedarfsgerecht einsetzen. • Kann die grundlegenden Funktionen von Word bedarfsgerecht anwenden. • Kann eine der Situation angepasste Präsentation erstellen (z. B. PowerPoint). • Kann Dateien an geeigneten Orten speichern. • Kann eine übersichtliche Ordnerstruktur pflegen. • Kann eine PDF-Datei erstellen und die Funktion Kommentar bedarfsgerecht nutzen. • Kann mit Hilfe einer Suchmaschine gezielt nach Informationen suchen. • Kann Passwörter sicher aufbewahren. 1. Lehrjahr Thema 1: Ins Berufsleben einsteigen Leitidee Ich bin neu in der beruflichen Grundbildung und werde mit vielen neuen Situationen im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule konfrontiert. Ich vergleiche meine eigenen Erwartungen mit den Erwartungen, die an mich gestellt werden. Bei Konflikten lerne ich Strategien kennen, wie ich reagieren kann. Ich erfahre die wichtigsten Merkmale des Rechtssystems in der Schweiz wie auch meine Rechte und Pflichten als Berufslernende/-r. Ich setze mich mit meinem Lehrbetrieb und seinem Umfeld auseinander. Zeitbudget 24 Lektionen (G, S&K, SSM) + 6 Lektionen (IKT) Berufsfachschule Kann den Stellenwert der BFS in der beruflichen Grundbildung erklären. • Triales Berufsbildungssystem (Betrieb, überbetriebliche Kurse, Berufsfachschule) Kann Zweck und Inhalte des ABU-Unterrichts erklären. • Lehrplanthemen, Ziele und Kompetenzen, Qualifikationsverfahren (Erfahrungsnote, Vertiefungsarbeit, Schlussprüfung) Rechtssystem Kann die Grundlagen des Schweizer Rechtssystems erläutern. • Hierarchie der Rechtsnormen (Bundesverfassung, Gesetze, Verordnungen) • Rechtsgrundlagen (Recht, Sitte, Moral) Kann die wesentlichen Begriffe des Personenrechts erklären. • Natürliche und juristische Personen • Rechtsfähigkeit, Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Volljährigkeit Kann einfache alltagsbezogene Rechtsfälle mit Hilfe des ZGB/OR • Zivilgesetzbuch, Obligationenrecht Lehrvertrag Kann Form, Inhalt und Auswirkungen des Lehrvertrags beschreiben. • Vertragsformen (formlos, mündlich, einfache und qualifizierte Schriftlichkeit, öffentliche Beurkundung) • Zwingendes und dispositives Recht Kann die wichtigsten Rechte und Pflichten der Vertragsparteien aufzählen. • Rechte und Pflichten Kann einfache Rechtsfälle mit Hilfe des ZGB/OR einschätzen. • Zivilgesetzbuch, Obligationenrecht Lehrbetrieb Kann den Lehrbetrieb als Teil der Volkswirtschaft einordnen. • Anspruchsgruppen, Umweltsphären • Wirtschaftssektoren Kann die eigene Tätigkeit in der betrieblichen Organisation einordnen. • Organigramm Betrieb, Aufgabenbeschrieb im Betrieb Kann in Konfliktsituationen angemessen reagieren. • Konfliktlösestrategien • Schulische und ausserschulische Beratungsstellen Rollenverständnis Kann seine verschiedenen Rollen im Lehrbetrieb, an der Berufsfachschule und im privaten Bereich definieren und daraus eigene Ziele ableiten. • Erwartungen, Rollen, Konflikte, persönliche Ziele 3 1. Lehrjahr Thema 2: Mit Geld umgehen Leitidee Ich verdiene mein eigenes Geld und setze mich mit meiner Lohnabrechnung und meinem Konsumverhalten auseinander. Ich erfahre die wichtigsten Merkmale des Kaufvertrags und überlege mir, wie ich meine Wünsche finanzieren kann. Zudem vergleiche ich verschiedene bargeldlose Zahlungsmittel miteinander. Schliesslich lerne ich, wie ich Schulden vermeiden kann, aber auch wie ich mit Schulden umgehen kann. Zeitbudget 27 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Konsumangebot Kann aufgrund eines Modells eigene Bedürfnisse benennen und einordnen. • Maslowsche Bedürfnispyramide 6 Kann soziale, ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen des eigenen Konsumverhaltens an einem Beispiel beschreiben und beurteilen. • Vergleich verschiedener Konsumangebote • Nachhaltiger Konsum • Persönliches Konsumverhalten Kaufvertrag Kann Entstehung und Wirkung des Kaufvertrags beschreiben. • Ablauf Kaufvertrag inklusive Störungen • Onlineshopping • Alltagsrelevante Fälle Kann die Chancen und Risiken des bargeldlosen Zahlungsverkehrs beurteilen. • Debitkarte, Kreditkarte und andere Zahlungsmittel • E-Banking, Dauerauftrag, Lastschriftverfahren Finanzierung Kann die eigene Lohnabrechnung nachvollziehen. • Bruttolohn, Nettolohn, Sozialversicherungsabzüge 12 Kann verschiedene Finanzierungsarten unterscheiden und beurteilen. • Leasing, Barkredit, Ratenzahlung Kann ein Budget erstellen und eine Ausgabenkontrolle über einen Zeitraum führen. • Fixe Kosten, variable Kosten, Rückstellungen Kann Ursachen und Folgen von Verschuldung erkennen und Massnahmen ableiten. • Schuldenfallen, Prävention, Betreibung, Rechtsvorschlag, Schuldensanierung 1. Lehrjahr Thema 3: In einer globalisierten Welt leben Leitidee Die Welt, in der ich lebe, rückt kulturell, politisch und wirtschaftlich immer enger zusammen, und zwar in meiner Freizeit wie auch an meinem Arbeitsplatz. Ich lerne Grundbegriffe und Mechanismen der Wirtschaft kennen. Ich befasse mich mit den Ursachen und Auswirkungen der Globalisierung und ich erkenne die Bedeutung der Welthandelsorganisation wie auch von Nichtregierungsorganisationen. Zeitbudget 27 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Einfacher und erweiterter Wirtschaftskreislauf Kann den einfachen und erweiterten Wirtschaftskreislauf erklären. • Einfacher Wirtschaftskreislauf (Konsumenten, Produzenten, Geldstrom und Güterstrom, Produktionsfaktoren) • Erweiterter Wirtschaftskreislauf (Banken, Staat, Ausland) Kann an Beispielen marktwirtschaftliche Mechanismen erkennen. • Preisbildung, Gesetze von Angebot und Nachfrage, Markt • Bruttoinlandprodukt, Inflation, Deflation Kann die verschiedenen Konjunkturphasen unterscheiden. • Konjunkturzyklus (Aufschwung, Hochkonjunktur, Rezession, Depression) Globalisierung Kann Hintergründe der Globalisierung erklären. • Definition Globalisierung • Kommunikation, Transportmöglichkeiten, Handelsschranken, Liberalisierung, Protektionismus Kann ökonomische, ökologische und kulturelle Auswirkungen der Globalisierung anhand von Beispielen aufzeigen. • Kultur, Wirtschaft, Umwelt, Migration • Chancen und Risiken Kann die Auswirkungen der Globalisierung aus ethischer Sicht hinterfragen. • Zielkonflikte (zum Beispiel Wirtschaft versus Umwelt) • Soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit Internationale Organisationen Kann Ziele und Tätigkeitsbereiche der Welthandelsorganisation beschreiben. • Handelspolitik, Möglichkeiten und Grenzen 5 Kann Ziele und Tätigkeitsbereiche einer Nichtregierungsorganisation beschreiben. • Beispiel einer NGO, Möglichkeiten und Grenzen 2. Lehrjahr • Kann eine grafische Darstellung beschreiben und interpretieren. • Kann einfache persönliche Ziele anhand eines Modells formulieren. • Kann ein Werk oder ein kulturelles Ereignis beschreiben und kommentieren. • Kann eine Erzählung verfassen. • Kann einen Bericht verfassen. • Kann ein Thema wirkungsvoll präsentieren. • Kann anspruchsvolle Texte mündlich und schriftlich zusammenfassen. • Kann eine einfache Stellungnahme verfassen. • Kann eigene Verhaltensweisen reflektieren. • Kann verschiedene Internetquellen vergleichen und beurteilen. • Kann eine Umfrage vorbereiten, durchführen und auswerten. • Kann eine weitere Lerntechnik anwenden. IKT-Kompetenzen • Kann Informationen in geeigneter Form grafisch darstellen. • Kann einen Text lesefreundlich gestalten (z. B. Schriftart, Schriftgrösse, Zeilenabstand). • Kann Inhalte (z. B. Bilder) in ein Word-Dokument einfügen. • Kann einfache Format-Vorlagen (Word) anwenden. • Kann ein automatisiertes Inhaltsverzeichnis erstellen. • Kann eine Kopfzeile und eine Fusszeile bearbeiten. • Kann die Funktion Tabulatoren nutzen. 2. Lehrjahr Thema 4: Verantwortung übernehmen Leitidee Ich bin Teil einer multikulturellen und mobilen Gesellschaft. Ich übernehme Verantwortung für mein eigenes Leben, aber auch für das Leben anderer Menschen und für die Umwelt. Ich setze mich mit meiner Gesundheit auseinander und lerne, welche Verhaltensweisen meine Gesundheit positiv oder negativ beeinflussen können. Ich befasse mich mit dem Thema Mobilität und deren Folgen für die Umwelt, die Gesellschaft und mich selber. Ich erfahre, wie ich Verantwortung für die Umwelt übernehmen kann und beschäftige mich mit dem Klimawandel. Ich erkenne, dass es für das friedliche Zusammenleben in einer heterogenen Gesellschaft verbindliche Regeln braucht und setze mich mit verschiedenen Wertvorstellungen und deren gesetzlichen Grundlagen auseinander. Zeitbudget 39 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Gesundheit Kann die Bedeutung von Ernährung, Bewegung und Hygiene für die eigene Gesundheit beurteilen. • Work-Life-Balance • Stressoren • Ernährungsformen Kann das Suchtpotential von Substanzen und Verhaltensweisen beurteilen und den eigenen Umgang mit Sucht reflektieren. • Legale und illegale Suchtmittel • Suchtverhalten • Beratungsstellen Mobilität Kann den Stellenwert von Mobilität in der Freizeit beschreiben. • Öffentlicher und individueller Verkehr • Mobilität in der Schweiz Kann die Folgen von Mobilität für die Umwelt und die Gesellschaft beschreiben. • Externe Effekte (Umweltbelastung, Klimawandel) • Umweltpolitische Instrumente (Lenkungsmöglichkeiten, Verursacherprinzip) Kann das eigene Mobilitätsverhalten reflektieren. • Öffentlicher Verkehr versus individueller Verkehr • Vorteile und Nachteile Kann die finanziellen und rechtlichen Folgen der eigenen Mobilität • Risikomanagement • Motorfahrzeughaftpflichtversicherung, Regress, Kaskoversicherung, Bonus, Malus • Unfallversicherung • Strafrechtliche und zivilrechtliche Folgen, Administrativverfahren Ökologie Kann Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels beschreiben. • Treibhauseffekt und die Folgen im Alltag 12 Kann die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns anhand eines konkreten Beispiels erklären. • Zum Beispiel Umgang mit Abfall, Energiesparen, Naturschutz • Ökologischer Fussabdruck Zusammenleben mit anderen Menschen Kann die Notwendigkeit gesellschaftlichen Miteinanders begründen. • Milizsystem, Freiwilligenarbeit 9 Kann die Wertvorstellungen der eigenen sozialen Gruppe mit den Vorstellungen anderer Gruppen vergleichen. • Kulturen, Religionen, Ethnien, Peergroups Kann in Wertekonflikten die allgemeinen Regeln der Schweizer Gesellschaft und die Grundrechte als Basis für ein friedliches Zusammenleben anwenden. • Wertvorstellungen • Bundesverfassung (Grundrechte) • EMRK (Menschenrechte) 2. Lehrjahr Thema 5: Beeinflussen und beeinflusst werden Leitidee In unserer Kommunikationsgesellschaft bin ich verschiedenen Beeinflussungen ausgesetzt. Auch ich beeinflusse andere Menschen – bewusst oder unbewusst. Ich beschäftige mich mit dem Thema Kommunikation und lerne ein Kommunikationsmodell kennen. Medien haben in unserem Leben eine enorme Bedeutung. Ich befasse mich mit der Vielfalt der Medien und schätze deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft sowie auf mein Leben ein. Auch die Werbung kann mich beeinflussen. Ich erfahre, wie Werbung auf mein Konsumverhalten einwirken kann. Künstlerinnen und Künstler wollen mit ihren Werken Ideen vermitteln und Einfluss nehmen. Ich setze mich mit ausgewählten Werken und Kunstschaffenden auseinander und versuche, deren Aussagen zu interpretieren. Zeitbudget 39 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Kommunikationsmodelle Kann ein Kommunikationsmodell erklären und anwenden. • 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun 9 Kann zwischen verbalen und nonverbalen Kommunikationsformen unterscheiden. • Haltung, Mimik, Gestik Massenmedien Kann verschiedene Massenmedien und soziale Medien aufzählen und unterscheiden. • Printmedien, auditive Medien, audio-visuelle Medien, digitale Medien, öffentlich-rechtliche und private Medien Kann die Wirkung von Massenmedien und sozialen Medien • Vierte Gewalt, Chancen und Risiken Kann Werthaltungen und Manipulationsmittel der Massenmedien und sozialen Medien erkennen. • Fake News, Überprüfung von Informationsquellen Werbung Kann erklären, wie Werbung Bedürfnisse schafft und beeinflusst. • Arten der Werbung • AIDA-Prinzip Kunst Kann künstlerische Ausdrucksformen unterscheiden. • Musik und Literatur • Bildende und darstellende Kunst Kann sich anhand eines Werks mit Kunstepochen oder aktueller Kunst auseinandersetzen. • Motive, Strömungen 3. Lehrjahr • Kann ein anspruchsvolles Interview planen, durchführen und auswerten. • Kann eine Erörterung verfassen. • Kann sich aktiv an Sachdiskussionen beteiligen. • Kann einen anspruchsvollen Text kommentieren. • Kann ein anspruchsvolles Thema wirkungsvoll präsentieren. • Kann eine anspruchsvolle E-Mail und/oder einen anspruchsvollen Geschäftsbrief formulieren und gestalten. • Kann wirkungsvoll argumentieren. • Kann sich mit verschiedenen Rollen und Haltungen auseinandersetzen. • Kann eine weitere Lerntechnik anwenden. IKT-Kompetenzen • Kann eine einfache Excel-Tabelle bedarfsgerecht erstellen. • Kann eine Excel-Tabelle in ein passendes Diagramm umwandeln. 3. Lehrjahr Thema 6: Im Staat mitbestimmen Leitidee Ich lebe in einem demokratischen Staat. Ich kann einerseits mitwirken und die Gegenwart und Zukunft der Schweiz beeinflussen, andererseits habe ich auch Pflichten. Ich befasse mich mit den wichtigsten staatspolitischen Merkmalen der Schweiz und vergleiche die grundlegenden politischen Haltungen. Ich bilde mir eine Meinung zu den grössten Parteien. Weiter erfahre ich, wie ich am politischen Prozess in der Schweiz teilnehmen kann. Ich erkenne, wie die Schweiz sich finanziert und setze mich mit der Steuererklärung auseinander. Schliesslich erkenne ich die Bedeutung der Zusammenarbeit der Schweiz mit internationalen Organisationen in Europa, aber auch weltweit. So lerne ich die wesentlichen Merkmale der EU und der UNO kennen. Zeitbudget 39 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Aufgaben und Strukturen des Staats Kann wesentliche Merkmale der Demokratie nennen. • Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Menschenrechte, Volkssouveränität Kann wesentliche Merkmale des Bundesstaats Schweiz nennen. • Halbdirekte Demokratie • Föderalismus • Aufgaben der Staatsgewalten auf den drei Ebenen Kann anhand von Beispielen direkte und indirekte Steuern unterscheiden. • Kantonssteuer, Gemeindesteuer, Bundessteuer • Mehrwertsteuer, Verrechnungssteuer Kann eine Steuerklärung ausfüllen. • Vermögen, Einkommen, Abzüge • Steuerprogression Kann Beispiele für die Verwendung der Steuereinnahmen auf den drei Ebenen nennen. • Bund, Kantone und Gemeinden Politische Meinungsbildung und Mit bestimmung Kann die grossen Parteien nennen und ihre wichtigsten Ziele sowie Positionen zu Sachfragen unterscheiden. • Links-Rechts-Schema • Smartspider • Regierungsparteien Kann die politischen Rechte unterscheiden. • Stimmrecht • Wahlrecht (aktiv, passiv, streichen, kumulieren, panaschieren) • Initiativrecht, Referendumsrecht (fakultativ, obligatorisch) Schweiz Europa Welt Kann das Hauptziel der EU nennen und das Verhältnis der Schweiz zur EU beschreiben. • Friedensicherung durch wirtschaftliche und politische • Bilaterale Verträge zwischen Schweiz und EU • Freier Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital Kann Hauptziele und Instrumente der UNO nennen und die Rolle der Schweiz beschreiben. • Weltfrieden, Wahrung Menschenrechte • Sicherheitsrat, Vetorecht, Generalversammlung, Sonder- und Unterorganisationen • Embargo • Neutralität Schweiz 3. Lehrjahr Thema 7: Von zu Hause ausziehen Leitidee Ich ziehe früher oder später von zu Hause aus und trage Verantwortung für mein eigenes Leben. Ich mache mir Gedanken zu verschiedenen Wohnformen. Vielleicht ziehe ich mit meiner Partnerin/meinem Partner zusammen und setze mich mit einer allfälligen Heirat mit ihren wichtigsten rechtlichen Konsequenzen auseinander. Vielleicht möchte ich aber auch lieber im Konkubinat leben und erfahre mögliche Vorteile wie auch Nachteile. Ich beschäftige mich mit den Rechten und Pflichten, wenn ich eine Wohnung miete, und kann auch die finanziellen Folgen eines eigenen Haushalts einschätzen. Weiter befasse ich mich mit meinem Versicherungsschutz und lerne die wichtigsten Merkmale der Krankenversicherung, der Privathaftpflichtversicherung und der Hausratversicherung kennen. Zeitbudget 39 Lektionen (G, S&K, SSM) + 3 Lektionen (IKT) Schwerpunkt Ziele Begriffe/Inhalte Zeit Zusammenleben Kann verschiedene Formen des Zusammenlebens unterscheiden. • Eingetragene Partnerschaft, Konkubinat, Ehe 12 Kann Vorteile und Nachteile der unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens nennen. • Rechtliche und finanzielle Folgen • Verlobung, Wirkungen, Auflösung Kann wesentliche Merkmale des Güterrechts insbesondere der Errungenschaftsbeteiligung nennen. • Ordentlicher Güterstand, Eigengut, Errungenschaft Versicherungen Kann die Grundlagen des Versicherungswesens beschreiben. • Solidaritätsprinzip • Versicherungsarten (Haftpflichtversicherungen, Sachversicher ungen und Personenversicherungen), • Obligatorische und freiwillige Versicherungen Kann wesentliche Merkmale der Krankenversicherung beschreiben. • Police, Franchise, Selbstbehalt, Leistungen, Sparmodelle • Grundversicherung und Zusatzversicherungen • Unterschied Krankheit und Unfall Kann wesentliche Merkmale der Privathaftpflichtversicherung sowie der Hausratversicherung beschreiben. • Leistungen, Selbstbehalt • Unterdeckung, Überdeckung, Diebstahl Wohnen Kann das selbständige Wohnen planen. • Wohnformen, Wohnungssuche, Haushaltsbudget, Umzug 12 Kann wesentliche Grundlagen des Mietrechts nennen. • Mietvertrag • Rechte und Pflichten der Vertragsparteien 4. Lehrjahr • Kann ein Bewerbungsschreiben adressatengerecht formulieren und gestalten. • Kann sich mit einem einfachen literarischen Text auseinandersetzen. • Kann eine Inhaltsangabe verfassen. • Kann anhand eines Modells persönliche und berufliche Ziele formulieren. • Kann die Zeit bei einer anspruchsvollen Arbeit sinnvoll einteilen. • Kann die Vertiefungsarbeit planen und ein eigenes Konzept ausarbeiten. • Kann ein Gespräch vorbereiten und sich überzeugend präsentieren. • Kann eigene Stärken und Schwächen benennen. IKT-Kompetenzen • Kann die Vertiefungsarbeit den Vorgaben entsprechend verfassen und gestalten. 4. Lehrjahr Thema 8: Die Zukunft planen Leitidee Ich stehe vor dem Abschluss meiner beruflichen Grundbildung. Ich nehme eine Standortbestimmung vor und mache mir Gedanken zu meiner beruflichen Zukunft. Ich mache mich mit den Anforderungen an eine Stellenbewerbung vertraut und ich kenne die wichtigsten Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer/-in. Ich setze mich auch mit dem Thema Arbeitslosigkeit auseinander. Schliesslich beschäftige ich mich mit der Altersvorsorge. Ich lerne die wichtigsten Merkmale des Dreisäulenprinzips kennen. Zeitbudget 42 Lektionen (G, S&K, SSM) Weiterbildung und Stellensuche Kann Laufbahnmöglichkeiten nennen und einschätzen. • Weiterbildungsmöglichkeiten 12 Kann sich auf dem Stellenmarkt selbständig bewerben. • Stellensuche, Bewerbungsarten, Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch Arbeitnehmer/-in Kann die rechtlichen Folgen des Einzelarbeitsvertrags und des Gesamtarbeitsvertrags beschreiben. • Rechte und Pflichten der Vertragsparteien 21 Kann einfache Rechtsfälle mit Hilfe der gesetzlichen Grundlagen • Obligationenrecht, Arbeitsgesetz, Gesamtarbeitsvertrag Kann die verschiedenen Interessen von Arbeitgeberverbänden und Arbeitnehmerverbänden unterscheiden. • Berufstypische Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände Kann wesentliche Elemente der Vorsorge erklären. • Dreisäulenprinzip Arbeitslosigkeit Kann bei Arbeitslosigkeit angemessen reagieren. • Regionale Arbeitsvermittlung (RAV) 9 Kann wesentliche Merkmale der Arbeitslosenversicherung nennen. • Beitragszeit, Bezugsdauer, Taggeld, Einstelltage, Kurzarbeit Übersicht «Sprache & Kommunikation» Thema Lehrjahr 1 2 3 4 Bericht × Bewerbung × Beschreibung × × Diskussion × × E-Mail/Geschäftsbrief × × × Erörterung (Pro-Contra-Analyse) × Erzählung (über erlebte Situation berichten) × Inhaltsangabe (Zusammenfassung literarischer Text) × Interview × × Kommentar/Stellungnahme × × Kommunikation × × Präsentation × × × Umfrage × Zieleformulierungen × × Zusammenfassung × ×

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