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24 provisions
Artikel 1
Schutzziele
1 Dieses Reglement bezweckt die ungeschmälerte Erhaltung und langfristige
Förderung:
a) der natürlichen Flussdynamik im Auengebiet, um bestehende auentypische Lebensräume wie Kies- und Sandbänke sowie Uferanrisse zu
erhalten und weitere entstehen zu lassen
b) der wertvollen Gehölzbestände (Lorbeerweidenaue), der Flachmoore, der Trockenwiesen oder -weiden, der Amphibienlaichgewässer
sowie der Reifweiden-Altholzbestände entlang der Furkareuss zwischen Realp und Hospental als Lebensräume geschützter, gefährdeter und seltener Tier- und Pflanzenarten, Tiergemeinschaften und
Pflanzengesellschaften sowie als Elemente einer vielfältigen und dynamischen Landschaft
Artikel 2 c) der auentypischen Brutvogelarten
Schutzobjekte
1 Die folgenden im kantonalen Schutzinventar inventarisierten Schutzobjekte
(Gebiete und Einzelobjekte) sind Bestandteile dieses Reglements:
* Änderungstabellen am Schluss des Erlasses
Inventar Nr. Name Bedeutung
NS.1210.01 Auengebiet Widen / Zumdorf national (Nr.108)
NS.1210.04 Trockenwiese Schmidiger Tristel
national (Nr.10442)
NS.1210.11 Trockenwiese Orthalden regional
NS.1210.22 Trockenweide Ober Leh regional
NS.1210.23 Flachmoor Oberboden regional
NS.1210.24 Trockenwiese oder -weide
Waldi
regional
NS.1210.25 Amphibienlaichgebiet Schmidigen Boden
regional
NS.1210.26 Amphibienlaichgebiet Zumdorf regional
NS.1212.01 Auengebiet Widen bei Realp national (Nr.108)
NS.1212.07 Trockenwiese Steinegg (Teil
von Tristel)
national (Nr.10442)
NS.1212.38 Trockenwiese Diepelingen regional
NS.1212.39 Flachmoor Mitschen regional
NS.1212.40 Trockenwiese Eigen regional
NS.1212.41 Trockenwiese Flesch regional
NS.1212.42 Auengebiete zwischen Dorf
Realp und Lieg
regional
NS.1212.43 Trockenwiese oder -weide Mitschen
regional
NS.1212.44 Flachmoore Hinter Schmidigen regional
NS.1212.45 Amphibienlaichgebiet Steinbergen
regional
NS.1212.46 Flachmoor Flesch regional
NS.1212.47 Amphibienlaichgebiet Flesch regional
NS.1212.48 Amphibienlaichgebiet Unter
Eigen
regional
NO.1212.01 Baumbestand Diepelingen
(Reifweiden-Altholzbestand)
Artikel 3 regional
Gliederung und Zweck der Schutzzonen
1 Das Schutzgebiet wird in folgende Schutzzonen gegliedert:
a) Kernzone Auengebiet I
b) Kernzone Auengebiet II
c) Kernzone Trockenwiese oder -weide
d) Kernzone Flachmoor
e) Kernzone Amphibienlaichgebiet
f) Naturobjekt Reifweiden-Altholzbestand
g) Umgebungszone I
h) Umgebungszone II
i) Erholungszone
j) weitere Zone
2 Die Lage und die Abgrenzung der Schutzzonen ergeben sich aus den
Schutzzonenplänen im Anhang, die Bestandteile dieses Reglements sind.
3 Die Kernzonen bezwecken die ungeschmälerte Erhaltung und langfristige
Förderung der Auengebiete, der Trockenwiesen oder -weiden, der Flachmoore und der Amphibienlaichgebiete mit ihren speziellen Tiergemeinschaften, Pflanzengesellschaften und ökologischen Bedingungen. Zudem bezwecken die Kernzonen den Schutz der Landschaft.
4 Die «Kernzone Amphibienlaichgebiet» bezweckt die Erhaltung und Förderung von Lebensräumen und Laichgewässern für Amphibien.
5 Das «Naturobjekt Reifweiden-Altholzbestand» bezweckt die ungeschmälerte und nachhaltige Erhaltung der Reifweiden-Altholzbestände.
6 Die «Umgebungszone I» bezweckt die Sicherung der Kernzonen vor unerwünschten Einwirkungen, die Vernetzung der Lebensräume, den Schutz der
Landschaft und die Erhaltung des Lebensraums für gefährdete Arten im
Übergangsbereich zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen und den
Kernzonen.
7 Die «Umgebungszone II» bezweckt die Vermeidung intensiver landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, die Gewährleistung einer angepassten landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, die Vernetzung der Lebensräume und den
Schutz der Landschaft.
8 Die «Erholungszone» dient der Erholung sowie der Besucherlenkung.
9 Die «weitere Zone» dient der landwirtschaftlichen Nutzung.
2 Allgemeine Schutzbestimmungen
Artikel 4
Grundsatz
1 Verboten sind im gesamten Schutzgebiet alle Tätigkeiten, Massnahmen,
Bauten und Anlagen, die:
a) die Schutzziele gefährden oder beeinträchtigen
b) Tiere oder Pflanzen beeinträchtigen
c) die natürlichen Verhältnisse nachteilig verändern
d) im Landschaftsbild störend in Erscheinung treten
2 Insbesondere ist es verboten:
a) Bodenveränderungen vorzunehmen; unter anderem Material abzulagern, abzugraben und zu entnehmen
b) markante Strukturelemente wie Feldgehölze, Felsblöcke, Lesesteinhaufen und weitere Kleinstrukturen zu beeinträchtigen, zu verändern
oder zu zerstören
c) gefährdete oder geschützte wildlebende Tiere zu stören, zu fangen,
zu verletzen oder zu töten
d) gefährdete oder geschützte Pflanzen zu pflücken, auszugraben oder
zu zerstören
e) standortfremde Tiere und Pflanzen anzusiedeln
f) Feuer zu entfachen; ausgenommen bei den dafür vorgesehenen
Rastplätzen
g) zu lagern, zu zelten oder zu campieren
h) Abfälle jeglicher Art liegen zu lassen
i) das Gebiet mit motorisierten Fahrzeugen zu befahren; ausgenommen mit Fahrrädern, für den Zubringerdienst sowie für Unterhalt,
Pflege und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung
3 Hunde sind an der kurzen Leine zu führen (Leinenpflicht). Ausserhalb der
«Kernzone Auengebiet I» sind Hunde der Eigentümerschaft, Hofhunde,
Viehtriebhunde und Herdenschutzhunde von der Leinenpflicht ausgenommen.
4 Bestehende Beeinträchtigungen, die den Schutzzielen widersprechen, sind
bei jeder sich bietenden Gelegenheit so weit als möglich rückgängig zu machen oder zu vermindern.
Artikel 5
Umgang mit Naturgefahren
1 Massnahmen zum Schutz von Menschen und wichtigen Gütern vor Naturgefahren bleiben zulässig. Die Schutzziele dieses Reglements sind dabei
grösstmöglich zu berücksichtigen.
2 Während Hochwasserereignissen, die die Sicherheit von Menschen und
wichtigen Gütern gefährden, sind notfallmässige Massnahmen zur unmittelbaren Gefahrenabwehr erlaubt. Die Abteilung Natur und Landschaft ist anschliessend zu benachrichtigen.
3 Aufräumarbeiten auf Wiesen- und Weideflächen nach Lawinenniedergängen oder Murgängen (sogenannte «Abschönung») ist unter Berücksichtigung der Schutzziele erlaubt.
Artikel 6
Bauten und Anlagen
1 Bei Strassen und Wegen sind unversiegelte Naturbeläge mit unauffälliger
standortgerechter Materialisierung zu verwenden.
2 Der Unterhalt und die Erneuerung rechtmässig erstellter Bauten und Anlagen sowie Ver- und Entsorgungsleitungen sind unter grösstmöglicher Schonung der Schutzzonen zulässig. Soweit möglich, sind dabei Beeinträchtigungen der Schutzziele zu beheben.
3 Der Betrieb und der Unterhalt der Wander-, Bike- und Bewirtschaftungswege gemäss den Plänen im Anhang bleiben zulässig. Der linksufrige Trampelpfad entlang der «Kernzone Auengebiet I» darf nicht mehr unterhalten werden.
4 Der Betrieb der und Unterhalt der Biathlonanlage sowie der Langlaufloipe
auf dem bestehenden Loipennetz gemäss den Plänen im Anhang bleiben
bei ausreichender Schneehöhe zulässig. Änderungen bei der Loipenführung
innerhalb der Schutzzonen sind nur mit Zustimmung der Abteilung Natur und
Landschaft und in Absprache mit der jeweiligen Gemeinde zulässig.
5 Die Loipe darf künstlich beschneit werden, wenn ein von der Abteilung Natur und Landschaft genehmigtes Konzept vorliegt. Dauer, Zeitraum und Methode der Beschneiung ist im Konzept bestmöglich auf die Schutzziele abzustimmen. Das sogenannte «Snowfarming» in Schutzzonen ist verboten.
6 Auf weiträumige und abstrahlende (Aussen-)Beleuchtungen ist zu verzichten.
3 Besondere Schutzbestimmungen
Artikel 7
Besondere Schutzbestimmungen «Kernzone Auengebiet I»
1 In der «Kernzone Auengebiet I» ist zusätzlich zu den allgemeinen Schutzbestimmungen nach Abschnitt 2 untersagt:
a) das Gebiet zu betreten, zu befahren und Schwimmkörper zu benutzen; ausgenommen auf markierten Wegen, der Zutritt der Eigentümerschaft oder zur fachgerechten, vertraglich vereinbarten Pflege
des Waldrandes
b) jegliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung
2 In den Monaten April, Mai, Juni und Juli gilt zum Schutz des Flussuferläufers ein allgemeines Betretungsverbot der «Kernzone Auengebiet I».
3 Massnahmen gegen Naturgefahren einzig zum Schutz von Sachwerten
sind unzulässig.
4 Räumungsarbeiten nach Unwettern sind nur mit Zustimmung der Abteilung
Natur und Landschaft und in Absprache mit der jeweiligen Gemeinde zulässig.
Artikel 8
Besondere Schutzbestimmungen «Kernzone Auengebiet II»
1 In der «Kernzone Auengebiet II» ist zusätzlich zu den allgemeinen Schutzbestimmungen nach Abschnitt 2 untersagt:
a) jegliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung, die den Schutzzielen
widerspricht
b) Pflanzenschutzmittel, Dünger und diesen gleichgestellte Erzeugnisse
zu verwenden
2 Für den Hochwasserschutz notwendige Massnahmen, insbesondere
Gerinneräumungen sowie Massnahmen zum Schutz vor Lawinen, sind mit
Zustimmung der Abteilung Natur und Landschaft zulässig.
3 Räumungsarbeiten nach Unwettern sind nur mit Zustimmung der Abteilung
Natur und Landschaft und in Absprache mit der jeweiligen Gemeinde zulässig.
4 Die Gehölzpflege zum Schutz wichtiger Infrastrukturanlagen (Strasse,
Bahn, Wege) vor Hochwasser ist jederzeit erlaubt. Die Abteilung Natur und
Landschaft kann ein Pflegekonzept anfordern, um die möglichst schutzzielkonforme Gehölzpflege entlang der Infrastrukturanlagen sicherzustellen. Ein
Pflegekonzept ist von der Abteilung Natur und Landschaft zu genehmigen.
5 Die extensive Beweidung im Übergangsbereich zwischen der Parzelle
Hospental 546 und 550 ist erlaubt.
Artikel 9
Besondere Schutzbestimmungen «Kernzone Trockenwiese
oder -weide»
1 In der «Kernzone Trockenwiese oder -weide» ist zusätzlich zu den allgemeinen Schutzbestimmungen nach Abschnitt 2 untersagt:
a) das Gebiet zu bewässern
b) Pflanzenschutzmittel, Dünger und diesen gleichgestellte Erzeugnisse
Artikel 10 zu verwenden
Besondere Schutzbestimmungen «Kernzone Flachmoor»
1 In der «Kernzone Flachmoor» ist zusätzlich zu den allgemeinen Schutzbestimmungen nach Abschnitt 2 untersagt:
a) das Gebiet zu entwässern
b) das Gebiet zu beweiden; ausgenommen eine extensive Beweidung
zu Naturschutzzwecken und ein extensives Überweiden gemäss Absatz 2
c) Pflanzenschutzmittel, Dünger und diesen gleichgestellte Erzeugnisse
zu verwenden
d) die Zone ausserhalb der im Plan gemäss Anhang markierten Wege
und Strassen zu betreten, es sei denn zu Pflege- und Nutzungszwecken im Sinne dieses Reglements
2 Ein extensives Überweiden ist zeitlich wie folgt erlaubt:
a) im Mai und Juni während gesamthaft maximal zwei Tagen
b) ab dem 15. August bis zum 30. November
3 Für den Grabenunterhalt besteht eine Bewilligungspflicht. Der Kanton kann
zum Grabenunterhalt in Mooren Merkblätter erstellen. Eine Bewilligung kann
erteilt werden, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
a) die Bewirtschaftung des Flachmoors ohne Grabenunterhalt ist nicht
mehr zumutbar
b) der Grabenunterhalt wird manuell von Hand durchgeführt
c) der Zustand des Flachmoors soll verglichen mit dem aktuellen Zustand verbessert werden
d) der Grabenunterhalt ist für die Aufrechterhaltung der langfristigen
Artikel 11 Biotopqualität notwendig
Besondere Schutzbestimmungen «Kernzone Amphibienlaichgebiet»
1 In der «Kernzone Amphibienlaichgebiet» ist zusätzlich zu den allgemeinen
Schutzbestimmungen nach Abschnitt 2 untersagt:
a) das Gebiet zu entwässern
b) Pflanzenschutzmittel, Dünger und diesen gleichgestellte Erzeugnisse
zu verwenden
c) Amphibienlaichgewässer und deren Umgebung im Umkreis von 2 m
zu beweiden; ausgenommen ist eine extensive Beweidung zu Naturschutzzwecken.
2 Der periodische Unterhalt der Amphibienlaichgewässer ist mit Zustimmung
der Abteilung Natur und Landschaft zulässig.
Artikel 12
Besondere Schutzbestimmungen «Naturobjekt Reifweiden-Altholzbestand»
1 Im «Naturobjekt Reifweiden-Altholzbestand» ist die Beschädigung der Bäume durch Verletzungen des Stamms oder des Wurzelbereichs untersagt.
2 Falls erforderlich werden abgehende Bäume durch die Abteilung Natur und
Landschaft an Ort ersetzt.
Artikel 13
Besondere Schutzbestimmungen «Umgebungszone I»
1 In der «Umgebungszone I» ist zusätzlich zu den allgemeinen Schutzbestimmungen nach Abschnitt 2 untersagt:
a) das Gebiet zu entwässern oder zu bewässern
b) Pflanzenschutzmittel, Dünger und diesen gleichgestellte Erzeugnisse
zu verwenden
2 Die Einzelstockbekämpfung der Pflanzenarten «Stumpfblättriger Ampfer»
(Rumex obtusifolius) und «Alpen-Ampfer» (Rumex alpinus) hat mechanisch
zu erfolgen.
Artikel 14
Besondere Schutzbestimmungen «Umgebungszone II»
1 In der «Umgebungszone II» ist zusätzlich zu den allgemeinen Schutzbestimmungen nach Abschnitt 2 untersagt:
a) das Gebiet zu entwässern oder zu bewässern
b) Pflanzenschutzmittel, Dünger und diesen gleichgestellte Erzeugnisse
zu verwenden; ausgenommen Mist im Rahmen der wenig intensiven
Nutzung gemäss der Direktzahlungsverordnung (SR 910.13)
2 Die Einzelstockbekämpfung der Pflanzenarten «Stumpfblättriger Ampfer»
(Rumex obtusifolius) und «Alpen-Ampfer» (Rumex alpinus) ist zulässig.
Massgebend sind die bewilligten Wirkstoffe für den Herbizideinsatz in Biodiversitätsförderflächen des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW).
Artikel 15
Besondere Bestimmungen «Erholungszone»
1 Die Erstellung von Erholungseinrichtungen ist mit Zustimmung der Abteilung Natur und Landschaft zulässig.
Artikel 16
Besondere Bestimmungen «weitere Zone»
1 In der Zone «weitere Zone» gelten keine Düngeeinschränkungen oder Bewirtschaftungsvorgaben. Es gelten die allgemeinen Bestimmungen der Direktzahlungsverordnung (SR 910.13).
4 Unterhalt, Pflege und Bewirtschaftung
Artikel 17
Grundsatz
1 Die Schutzzonen sind fachgerecht und standortgerecht zu bewirtschaften
und zu pflegen. Sämtliche Unterhalts- und Pflegearbeiten haben sich nach
den Schutzzielen zu richten. Die dafür erforderlichen Massnahmen sind von
den Verboten dieses Reglements ausgenommen. Die Abteilung Natur und
Landschaft kann nach Rücksprache mit den Grundeigentümerinnen und
Grundeigentümern die erforderlichen Massnahmen in einem Pflegekonzept
bestimmen.
2 Stellen betroffene Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer oder Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter die Unterhalts- und Pflegearbeiten der
Schutzzonen nicht selbst sicher, sind sie verpflichtet, Unterhalt und Pflege
durch den Kanton oder dessen Beauftragte ohne Entschädigungsfolge zu
dulden.
Artikel 18
Landwirtschaftlicher Naturschutz
1 Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer oder Bewirtschafterinnen
Artikel 18c und Bewirtschafter haben gestützt auf
Absatz 2 NHG Anspruch
auf angemessene Abgeltung, wenn sie im Interesse der Schutzziele die bisherige Nutzung einschränken oder eine Leistung ohne entsprechenden
wirtschaftlichen Ertrag erbringen müssen.
2 Die Abteilung Natur und Landschaft kann im Rahmen der verfügbaren Kredite mit den Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern oder Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern Verträge über die Pflege und Bewirtschaftung
der Schutzzonen abschliessen.
Artikel 19
Pflege und Unterhalt
1 Pflegeeingriffe im Waldareal erfolgen nach vorgängiger Absprache mit den
zuständigen Forstorganen.
2 Die Amphibienlaichgewässer sind nach den Vorgaben der Abteilung Natur
und Landschaft zu unterhalten.
3 Allfällige (potenziell) invasive Neophyten sind zu bekämpfen.
4 Die Bekämpfung der Grün-Erle (Alnus viridis) zur Offenhaltung der landwirtschaftlichen Nutzflächen ist erlaubt.
Artikel 20
Markierungen und Einzäunungen
1 Die Abteilung Natur und Landschaft markiert im Gelände in Absprache mit
den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern die Grenzen der Schutzzonen, der Bewirtschaftungseinheiten und die für die Öffentlichkeit begehbaren Wege, soweit dies für den Schutz notwendig ist.
2 Angeordnete Zaunarbeiten zur Erreichung der Schutzziele in den Kernzonen werden durch den Kanton finanziert.
5 Vollzug und Schlussbestimmungen
Artikel 21
Vollzug
1 Die Abteilung Natur und Landschaft vollzieht dieses Reglement, soweit
nicht etwas anderes geregelt ist. Sie wacht über die Schutzziele, beaufsichtigt die Schutzzonen und überprüft periodisch den öko-logischen Wert des
Schutzgebiets durch Erfolgskontrollen.
2 Die Aufsichtsbehörden gemäss der Gesetzgebung über den Natur- und
Heimatschutz, die Jagd, die Fischerei, den Gewässerschutz und den Wald
kontrollieren die Einhaltung der Bestimmungen dieses Reglements.
3 Die Abteilung Natur und Landschaft kann unter Bedingungen und Auflagen
und in Absprache mit den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern
Ausnahmen von einzelnen Schutzbestimmungen gewähren, wenn besondere Verhältnisse vorliegen und dies den Schutzzielen nicht widerspricht oder
überwiegende öffentliche Interessen es erfordern.
4 Die Justizdirektion erlässt ein Konzept für die Besucherlenkung.
Artikel 22
Strafbestimmungen und Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands
1 Die Bestrafung aufgrund von Verstössen gegen dieses Reglement und die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands richten sich nach dem NHG
und den einschlägigen kantonalen Bestimmungen.
Artikel 23
Inkrafttreten
1 Dieses Reglement tritt am 1. Oktober 2024 in Kraft.
A1 Anhang 1: Schutzzonenplan zum Reglement über den
Schutz der Aue Widen und weiterer Lebensräume entlang der
Furkareuss zwischen Realp und Hospental; Teilplan West:
Realp bis Steinbergen, Teilplan Ost: Steinbergen bis Zumdorf
Artikel A1-1
1 Teilplan West: Realp bis Steinbergen:
2 Teilplan Ost: Steinbergen bis Zumdorf:
Änderungstabelle - Nach Beschluss
Beschluss Inkrafttreten Element Änderung CRS Fundstelle
17.09.2024 01.10.2024 Erlass Erstfassung AB 27.09.2024
Änderungstabelle - Nach Artikel
Element Beschluss Inkrafttreten Änderung CRS Fundstelle
Erlass 17.09.2024 01.10.2024 Erstfassung AB 27.09.2024