Open at the publisher →
The publisher does not state since when this version applies. Read on 2026-10-23.
Copy read on 2026-10-23. The page it was read from
sha256 ea117a6790ecf0fb7d640a3f5b34221ae16176ef5485450f61ef6a47cbff6980
17 provisions
Art. 1
Staatsrat
1 Der Staatsrat übt auf dem Gebiet der Hilfe an Opfer von Straftaten die
Oberaufsicht aus.
2 Er hat insbesondere folgende Befugnisse:
a) Er fördert und unterstützt soweit nötig die Schaffung und Entwicklung
von privaten Institutionen, deren Ziel es ist, Opfern von Straftaten, insbesondere misshandelten Kindern, zu helfen.
b) Er regelt durch Vereinbarung die Zusammenarbeit mit den privaten Institutionen, denen er in Anwendung von Artikel 5 dieses Gesetzes Aufgaben überträgt.
c) Er kann eine beratende Kommission für die Hilfe an Opfer von Straftaten einsetzen; er ernennt ihre Mitglieder und bestimmt ihre Aufgaben.
d) Er kann mit andern Kantonen Abkommen treffen, um bestimmte Aufgaben, die sich aus der Bundesgesetzgebung ergeben, an gemeinsame
Institutionen zu übertragen.
e) …
1) Erlass bis 31.12.2010 unter 32.4 eingeordnet.
Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5
f) Er bestimmt den Tarif der vom Staat nach Massgabe von Artikel 14
Abs. 1 OHG 2) an die Anwälte ausgerichteten angemessenen Entschädigungen.
Art. 2
Direktion
1 Die zuständige Direktion 3) ist die kantonale Vollzugsbehörde auf dem Gebiet der Hilfe an Opfer von Straftaten.
2 Sie hat folgende Befugnisse:
a) Sie sorgt für Beratungsstellen, welche die in den Artikeln 12 ff. OHG 4)
vorgesehene Soforthilfe und längerfristige Hilfe leisten.
b) Sie überwacht die privaten Institutionen, denen der Staat Aufgaben auf
dem Gebiet der Hilfe an Opfer von Straftaten übertragen hat.
c) Sie trifft die Entscheide und Massnahmen, die dieses Gesetz oder seine
Ausführungsbestimmungen nicht ausdrücklich einer anderen Behörde
übertragen.
Art. 3
Amt
1 Das Kantonale Sozialamt (das Amt) hat folgende Befugnisse:
a) Es informiert über die Hilfe an Opfer von Straftaten.
b) Es sorgt für die Fachausbildung der mit der Hilfe an Opfer von Straftaten betrauten Personen.
c) Es setzt den Kostenbeitrag an die Hilfe Dritter nach Artikel 16 OHG 5)
fest.
d) Es zahlt die Beiträge des Staates nach Artikel 6 dieses Gesetzes aus.
e) Es nimmt die Kostenverteilung nach Artikel 9 Abs. 2 dieses Gesetzes
vor.
f) Es trifft die Entscheide betreffend Entschädigung und Genugtuung (Art.
19–23 OHG 6)).
g) Es nimmt mit den anderen Kantonen die Verteilung der Kosten für Soforthilfe und längerfristige Hilfe nach Artikel 18 OHG 7) vor.
2) SR 312.5
3) Heute: Direktion für Gesundheit und Soziales.
4) SR 312.5
5) SR 312.5
6) SR 312.5
7) SR 312.5
Art. 4 Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5
Kantonspolizei
1 Die Kantonspolizei nimmt die Aufgaben wahr, die ihr in Artikel 8 OHG 8)
übertragen werden.
2 Sie sorgt für die Fachausbildung der mit der Hilfe an Opfer von Straftaten
betrauten Beamtinnen und Beamten.
Art. 5
Private Institutionen – Aufgabenübertragung
1 Der Staat überträgt soweit möglich die Funktion von Beratungsstellen oder
andere kantonale Aufgaben an private Institutionen.
Art. 6
Private Institutionen – Beiträge des Staates
1 Der Staat übernimmt die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Institutionen, denen er Aufgaben überträgt.
2 Er erstattet diesen Institutionen die Kosten für Leistungen, die sie in Anwendung von Artikel 16 OHG 9) übernommen haben.
3 Die Artikel 19–23 OHG 10) (Entschädigung) und der Artikel 30 OHG 11)
(Befreiung von Verfahrenskosten) bleiben vorbehalten.
2 Entschädigung und Genugtuung
Art. 7
Gesuch
1 Das Opfer muss sein Gesuch um Entschädigung oder Genugtuung beim
Kantonalen Sozialamt einreichen.
2 Das Gesuch muss begründet sein und zudem enthalten:
a) die Angaben, die die betreffende Person als Opfer im Sinne von Artikel
1 OHG 12) ausweisen;
b) eine bezifferte Schätzung des erlittenen körperlichen und seelischen
Schadens;
c) Angaben über allfällige bereits bezogene Entschädigungs- oder Genugtuungsleistungen;
d) allenfalls ein Gesuch um Vorschuss im Sinne von Artikel 21 OHG 13).
8) SR 312.5
9) SR 312.5
10) SR 312.5
11) SR 312.5
12) SR 312.5
13) SR 312.5
Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5
3 Das Opfer liefert mit seinem Gesuch auf dem dafür bestimmten Formular
die für die Berechnung seines Einkommens nach Artikel 20 Abs. 2 OHG 14)
notwendigen Angaben.
4 Gesuche um Vorschuss sind innert kurzer Frist zu behandeln.
Art. 8
Auskunftspflicht
1 Wer ein Entschädigungs- oder Genugtuungsgesuch einreicht oder um längerfristige Hilfe ersucht, hat der Behörde alle für die Behandlung des Gesuches erforderlichen Angaben und Unterlagen vorzulegen. Er hat jede Änderung in seiner persönlichen oder wirtschaftlichen Situation unverzüglich zu
melden.
2 Die Gerichtsbehörden liefern der zuständigen Behörde in geeigneter Form
alle für die Behandlung des Gesuches erforderlichen Angaben und Dokumente. Nötigenfalls hören sie vorgängig die Personen an, über welche Informationen verlangt werden.
3 Die Behörden und die zur Mitwirkung aufgeforderten Drittpersonen erteilen
die Auskünfte kostenlos.
3 Finanzierung
Art. 9
1 Die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Beratungsstellen sowie
die Kosten für Entschädigung und Genugtuung werden vom Staat übernommen.
2 Die Kosten für Soforthilfe und für längerfristige Hilfe werden zu 45% vom
Staat und zu 55% von den Gemeinden getragen. Die Kostenverteilung unter
den Gemeinden erfolgt jährlich im Verhältnis zu ihrer zivilrechtlichen Bevölkerungszahl.
4 Rechtsmittel und Strafverfolgung
Art. 10
Rechtsmittel
1 Unter Vorbehalt nachfolgender Bestimmungen können die in Anwendung
dieses Gesetzes gefällten Entscheide mit Beschwerde gemäss dem Gesetz
über die Verwaltungsrechtspflege angefochten werden.
2 Entscheide betreffend Entschädigungs- oder Genugtuungsansprüche unterliegen der direkten Beschwerde an das Kantonsgericht. Die Rüge der Unangemessenheit ist zulässig.
14) SR 312.5
Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5
3 Gegen Entscheide über die Soforthilfe und den Kostenbeitrag für die Hilfe
Dritter nach den Artikeln 13 und 16 OHG 15) sowie gegen die entsprechenden
Entscheide über die Kostenverteilung nach Artikel 9 Abs. 2 dieses Gesetzes
kann innert 30 Tagen beim Kantonalen Sozialamt vorgängig Einsprache erhoben werden.
Art. 11
Strafverfolgung
1 Zuwiderhandlungen gegen Artikel 11 OHG werden nach dem Justizgesetz
verfolgt und beurteilt.
5 Schlussbestimmungen
Art. 12
Änderung bisherigen Rechts – Gesetz über die Gerichtsorganisation
1 Das Gesetz vom 22. November 1949 über die Gerichtsorganisation (SGF
131.0.1.) wird wie folgt geändert:
...
Art. 13
Änderung bisherigen Rechts – Jugendstrafrechtspflege
1 Das Gesetz vom 27. November 1973 über die Jugendstrafrechtspflege (SGF
132.6.) wird wie folgt geändert:
...
Art. 14
Änderung bisherigen Rechts – Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch
1 Das Einführungsgesetz vom 9. Mai 1974 zum Strafgesetzbuch (SGF 31.1)
wird wie folgt geändert:
...
Art. 15
Änderung bisherigen Rechts – Strafprozessordnung
1 Die Strafprozessordnung für den Kanton Freiburg vom 11. Mai 1927 (SGF
32.1.) wird wie folgt geändert:
...
Art. 16
Änderung bisherigen Rechts – Sozialhilfegesetz
1 Das Sozialhilfegesetz vom 14. November 1991 (SGF 831.0.1) wird wie
folgt geändert:
15) SR 312.5
Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5
...
Art. 18 Art. 17 ... (gegenstandslos gewordenes Übergangsrecht)
Inkrafttreten
1 Der Staatsrat wird mit dem Vollzug dieses Gesetzes beauftragt.
2 Er bestimmt den Zeitpunkt des Inkrafttretens. 16)
16) Datum des Inkrafttretens: 1. Januar 1993 (StRB 08.02.1993).
Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5
Änderungstabelle – Nach Beschlussdatum
Beschluss Berührtes Element Änderungstyp Inkrafttreten Quelle (ASF seit 2002)
08.10.1992 Erlass Grunderlass 01.01.1993 BL/AGS 1992 f 421 / d 422
04.10.1999 Art. 1 geändert 01.07.2000 BL/AGS 1999 f 373 / d 379
04.10.1999 Art. 10 geändert 01.07.2000 BL/AGS 1999 f 373 / d 379
14.11.2002 Art. 2 geändert 01.01.2003 2002_120
14.11.2002 Art. 3 geändert 01.01.2003 2002_120
14.11.2002 Art. 4 geändert 01.01.2003 2002_120
14.11.2002 Art. 7 geändert 01.01.2003 2002_120
14.11.2002 Art. 10 geändert 01.01.2003 2002_120
14.11.2002 Art. 17 geändert 01.01.2003 2002_120
12.10.2004 Art. 9 geändert 01.01.2005 2004_114
08.01.2008 Art. 10 geändert 01.01.2008 2008_001
04.12.2008 Ingress geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 1 geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 2 geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 3 geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 4 geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 6 geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 7 geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 8 geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 9 geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 10 geändert 01.01.2009 2008_142
04.12.2008 Art. 11 geändert 01.01.2009 2008_142
16.11.2009 Art. 9 geändert 01.01.2011 2009_123
31.05.2010 Art. 11 geändert 01.01.2011 2010_066
Änderungstabelle – Nach Artikel
Berührtes Element Änderungstyp Beschluss Inkrafttreten Quelle (ASF seit 2002)
Erlass Grunderlass 08.10.1992 01.01.1993 BL/AGS 1992 f 421 / d 422
Ingress geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 1 geändert 04.10.1999 01.07.2000 BL/AGS 1999 f 373 / d 379
Art. 1 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 2 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120
Art. 2 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 3 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120
Art. 3 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 4 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120
Art. 4 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 6 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 7 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120
Art. 7 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 8 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 9 geändert 12.10.2004 01.01.2005 2004_114
Art. 9 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 9 geändert 16.11.2009 01.01.2011 2009_123
Art. 10 geändert 04.10.1999 01.07.2000 BL/AGS 1999 f 373 / d 379
Art. 10 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120
Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5
Berührtes Element Änderungstyp Beschluss Inkrafttreten Quelle (ASF seit 2002)
Art. 10 geändert 08.01.2008 01.01.2008 2008_001
Art. 10 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 11 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142
Art. 11 geändert 31.05.2010 01.01.2011 2010_066
Art. 17 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120