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Ausführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die Hilfe an Opfer von Straftaten

Fribourg · 130.5 · statute

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Contents: 17 provisions
  1. Art. 1
  2. Art. 2
  3. Art. 3
  4. Art. 4 Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5
  5. Art. 5
  6. Art. 6
  7. Art. 7
  8. Art. 8
  9. Art. 9
  10. Art. 10
  11. Art. 11
  12. Art. 12
  13. Art. 13
  14. Art. 14
  15. Art. 15
  16. Art. 16
  17. Art. 18 Art. 17 ... (gegenstandslos gewordenes Übergangsrecht)

17 provisions

Art. 1

Staatsrat 1 Der Staatsrat übt auf dem Gebiet der Hilfe an Opfer von Straftaten die Oberaufsicht aus. 2 Er hat insbesondere folgende Befugnisse: a) Er fördert und unterstützt soweit nötig die Schaffung und Entwicklung von privaten Institutionen, deren Ziel es ist, Opfern von Straftaten, insbesondere misshandelten Kindern, zu helfen. b) Er regelt durch Vereinbarung die Zusammenarbeit mit den privaten Institutionen, denen er in Anwendung von Artikel 5 dieses Gesetzes Aufgaben überträgt. c) Er kann eine beratende Kommission für die Hilfe an Opfer von Straftaten einsetzen; er ernennt ihre Mitglieder und bestimmt ihre Aufgaben. d) Er kann mit andern Kantonen Abkommen treffen, um bestimmte Aufgaben, die sich aus der Bundesgesetzgebung ergeben, an gemeinsame Institutionen zu übertragen. e) … 1) Erlass bis 31.12.2010 unter 32.4 eingeordnet. Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5 f) Er bestimmt den Tarif der vom Staat nach Massgabe von Artikel 14 Abs. 1 OHG 2) an die Anwälte ausgerichteten angemessenen Entschädigungen.

Art. 2

Direktion 1 Die zuständige Direktion 3) ist die kantonale Vollzugsbehörde auf dem Gebiet der Hilfe an Opfer von Straftaten. 2 Sie hat folgende Befugnisse: a) Sie sorgt für Beratungsstellen, welche die in den Artikeln 12 ff. OHG 4) vorgesehene Soforthilfe und längerfristige Hilfe leisten. b) Sie überwacht die privaten Institutionen, denen der Staat Aufgaben auf dem Gebiet der Hilfe an Opfer von Straftaten übertragen hat. c) Sie trifft die Entscheide und Massnahmen, die dieses Gesetz oder seine Ausführungsbestimmungen nicht ausdrücklich einer anderen Behörde übertragen.

Art. 3

Amt 1 Das Kantonale Sozialamt (das Amt) hat folgende Befugnisse: a) Es informiert über die Hilfe an Opfer von Straftaten. b) Es sorgt für die Fachausbildung der mit der Hilfe an Opfer von Straftaten betrauten Personen. c) Es setzt den Kostenbeitrag an die Hilfe Dritter nach Artikel 16 OHG 5) fest. d) Es zahlt die Beiträge des Staates nach Artikel 6 dieses Gesetzes aus. e) Es nimmt die Kostenverteilung nach Artikel 9 Abs. 2 dieses Gesetzes vor. f) Es trifft die Entscheide betreffend Entschädigung und Genugtuung (Art. 19–23 OHG 6)). g) Es nimmt mit den anderen Kantonen die Verteilung der Kosten für Soforthilfe und längerfristige Hilfe nach Artikel 18 OHG 7) vor. 2) SR 312.5 3) Heute: Direktion für Gesundheit und Soziales. 4) SR 312.5 5) SR 312.5 6) SR 312.5 7) SR 312.5

Art. 4 Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5

Kantonspolizei 1 Die Kantonspolizei nimmt die Aufgaben wahr, die ihr in Artikel 8 OHG 8) übertragen werden. 2 Sie sorgt für die Fachausbildung der mit der Hilfe an Opfer von Straftaten betrauten Beamtinnen und Beamten.

Art. 5

Private Institutionen – Aufgabenübertragung 1 Der Staat überträgt soweit möglich die Funktion von Beratungsstellen oder andere kantonale Aufgaben an private Institutionen.

Art. 6

Private Institutionen – Beiträge des Staates 1 Der Staat übernimmt die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Institutionen, denen er Aufgaben überträgt. 2 Er erstattet diesen Institutionen die Kosten für Leistungen, die sie in Anwendung von Artikel 16 OHG 9) übernommen haben. 3 Die Artikel 19–23 OHG 10) (Entschädigung) und der Artikel 30 OHG 11) (Befreiung von Verfahrenskosten) bleiben vorbehalten. 2 Entschädigung und Genugtuung

Art. 7

Gesuch 1 Das Opfer muss sein Gesuch um Entschädigung oder Genugtuung beim Kantonalen Sozialamt einreichen. 2 Das Gesuch muss begründet sein und zudem enthalten: a) die Angaben, die die betreffende Person als Opfer im Sinne von Artikel 1 OHG 12) ausweisen; b) eine bezifferte Schätzung des erlittenen körperlichen und seelischen Schadens; c) Angaben über allfällige bereits bezogene Entschädigungs- oder Genugtuungsleistungen; d) allenfalls ein Gesuch um Vorschuss im Sinne von Artikel 21 OHG 13). 8) SR 312.5 9) SR 312.5 10) SR 312.5 11) SR 312.5 12) SR 312.5 13) SR 312.5 Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5 3 Das Opfer liefert mit seinem Gesuch auf dem dafür bestimmten Formular die für die Berechnung seines Einkommens nach Artikel 20 Abs. 2 OHG 14) notwendigen Angaben. 4 Gesuche um Vorschuss sind innert kurzer Frist zu behandeln.

Art. 8

Auskunftspflicht 1 Wer ein Entschädigungs- oder Genugtuungsgesuch einreicht oder um längerfristige Hilfe ersucht, hat der Behörde alle für die Behandlung des Gesuches erforderlichen Angaben und Unterlagen vorzulegen. Er hat jede Änderung in seiner persönlichen oder wirtschaftlichen Situation unverzüglich zu melden. 2 Die Gerichtsbehörden liefern der zuständigen Behörde in geeigneter Form alle für die Behandlung des Gesuches erforderlichen Angaben und Dokumente. Nötigenfalls hören sie vorgängig die Personen an, über welche Informationen verlangt werden. 3 Die Behörden und die zur Mitwirkung aufgeforderten Drittpersonen erteilen die Auskünfte kostenlos. 3 Finanzierung

Art. 9

1 Die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Beratungsstellen sowie die Kosten für Entschädigung und Genugtuung werden vom Staat übernommen. 2 Die Kosten für Soforthilfe und für längerfristige Hilfe werden zu 45% vom Staat und zu 55% von den Gemeinden getragen. Die Kostenverteilung unter den Gemeinden erfolgt jährlich im Verhältnis zu ihrer zivilrechtlichen Bevölkerungszahl. 4 Rechtsmittel und Strafverfolgung

Art. 10

Rechtsmittel 1 Unter Vorbehalt nachfolgender Bestimmungen können die in Anwendung dieses Gesetzes gefällten Entscheide mit Beschwerde gemäss dem Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege angefochten werden. 2 Entscheide betreffend Entschädigungs- oder Genugtuungsansprüche unterliegen der direkten Beschwerde an das Kantonsgericht. Die Rüge der Unangemessenheit ist zulässig. 14) SR 312.5 Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5 3 Gegen Entscheide über die Soforthilfe und den Kostenbeitrag für die Hilfe Dritter nach den Artikeln 13 und 16 OHG 15) sowie gegen die entsprechenden Entscheide über die Kostenverteilung nach Artikel 9 Abs. 2 dieses Gesetzes kann innert 30 Tagen beim Kantonalen Sozialamt vorgängig Einsprache erhoben werden.

Art. 11

Strafverfolgung 1 Zuwiderhandlungen gegen Artikel 11 OHG werden nach dem Justizgesetz verfolgt und beurteilt. 5 Schlussbestimmungen

Art. 12

Änderung bisherigen Rechts – Gesetz über die Gerichtsorganisation 1 Das Gesetz vom 22. November 1949 über die Gerichtsorganisation (SGF 131.0.1.) wird wie folgt geändert: ...

Art. 13

Änderung bisherigen Rechts – Jugendstrafrechtspflege 1 Das Gesetz vom 27. November 1973 über die Jugendstrafrechtspflege (SGF 132.6.) wird wie folgt geändert: ...

Art. 14

Änderung bisherigen Rechts – Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch 1 Das Einführungsgesetz vom 9. Mai 1974 zum Strafgesetzbuch (SGF 31.1) wird wie folgt geändert: ...

Art. 15

Änderung bisherigen Rechts – Strafprozessordnung 1 Die Strafprozessordnung für den Kanton Freiburg vom 11. Mai 1927 (SGF 32.1.) wird wie folgt geändert: ...

Art. 16

Änderung bisherigen Rechts – Sozialhilfegesetz 1 Das Sozialhilfegesetz vom 14. November 1991 (SGF 831.0.1) wird wie folgt geändert: 15) SR 312.5 Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5 ...

Art. 18 Art. 17 ... (gegenstandslos gewordenes Übergangsrecht)

Inkrafttreten 1 Der Staatsrat wird mit dem Vollzug dieses Gesetzes beauftragt. 2 Er bestimmt den Zeitpunkt des Inkrafttretens. 16) 16) Datum des Inkrafttretens: 1. Januar 1993 (StRB 08.02.1993). Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5 Änderungstabelle – Nach Beschlussdatum Beschluss Berührtes Element Änderungstyp Inkrafttreten Quelle (ASF seit 2002) 08.10.1992 Erlass Grunderlass 01.01.1993 BL/AGS 1992 f 421 / d 422 04.10.1999 Art. 1 geändert 01.07.2000 BL/AGS 1999 f 373 / d 379 04.10.1999 Art. 10 geändert 01.07.2000 BL/AGS 1999 f 373 / d 379 14.11.2002 Art. 2 geändert 01.01.2003 2002_120 14.11.2002 Art. 3 geändert 01.01.2003 2002_120 14.11.2002 Art. 4 geändert 01.01.2003 2002_120 14.11.2002 Art. 7 geändert 01.01.2003 2002_120 14.11.2002 Art. 10 geändert 01.01.2003 2002_120 14.11.2002 Art. 17 geändert 01.01.2003 2002_120 12.10.2004 Art. 9 geändert 01.01.2005 2004_114 08.01.2008 Art. 10 geändert 01.01.2008 2008_001 04.12.2008 Ingress geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 1 geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 2 geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 3 geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 4 geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 6 geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 7 geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 8 geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 9 geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 10 geändert 01.01.2009 2008_142 04.12.2008 Art. 11 geändert 01.01.2009 2008_142 16.11.2009 Art. 9 geändert 01.01.2011 2009_123 31.05.2010 Art. 11 geändert 01.01.2011 2010_066 Änderungstabelle – Nach Artikel Berührtes Element Änderungstyp Beschluss Inkrafttreten Quelle (ASF seit 2002) Erlass Grunderlass 08.10.1992 01.01.1993 BL/AGS 1992 f 421 / d 422 Ingress geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 1 geändert 04.10.1999 01.07.2000 BL/AGS 1999 f 373 / d 379 Art. 1 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 2 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120 Art. 2 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 3 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120 Art. 3 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 4 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120 Art. 4 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 6 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 7 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120 Art. 7 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 8 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 9 geändert 12.10.2004 01.01.2005 2004_114 Art. 9 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 9 geändert 16.11.2009 01.01.2011 2009_123 Art. 10 geändert 04.10.1999 01.07.2000 BL/AGS 1999 f 373 / d 379 Art. 10 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120 Hilfe an Opfer von Straftaten – G 130.5 Berührtes Element Änderungstyp Beschluss Inkrafttreten Quelle (ASF seit 2002) Art. 10 geändert 08.01.2008 01.01.2008 2008_001 Art. 10 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 11 geändert 04.12.2008 01.01.2009 2008_142 Art. 11 geändert 31.05.2010 01.01.2011 2010_066 Art. 17 geändert 14.11.2002 01.01.2003 2002_120

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