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Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen

Confederation · 818.101 · statute

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Contents: 90 provisions
  1. Art. 1 Gegenstand
  2. Art. 2 Zweck
  3. Art. 3 Begriffe
  4. Art. 4 Ziele und Strategien
  5. Art. 5 Nationale Programme
  6. Art. 6 Besondere Lage
  7. Art. 7 Ausserordentliche Lage
  8. Art. 8 Vorbereitungsmassnahmen
  9. Art. 9 Information
  10. Art. 10 Informationsaustausch
  11. Art. 11 Früherkennungs- und Überwachungssysteme
  12. Art. 12 Meldepflicht
  13. Art. 13 Regelung der Meldungen
  14. Art. 14 Meldungen zur epidemiologischen Überwachung und zu Forschungszwecken
  15. Art. 15 Epidemiologische Abklärungen
  16. Art. 16 Bewilligungspflicht
  17. Art. 17 Nationale Referenzzentren und Bestätigungslaboratorien
  18. Art. 18 Labornetzwerk
  19. Art. 19
  20. Art. 20 Nationaler Impfplan
  21. Art. 21 Förderung von Impfungen
  22. Art. 22 Obligatorische Impfungen
  23. Art. 23 Internationale Impf- oder Prophylaxebescheinigung
  24. Art. 24 Überwachung und Evaluation
  25. Art. 25 Sorgfaltspflicht
  26. Art. 26 Umgang mit Krankheitserregern in geschlossenen Systemen
  27. Art. 27 Freisetzen und Inverkehrbringen
  28. Art. 28 Informationspflicht gegenüber Abnehmern
  29. Art. 29 Weitere Vorschriften des Bundesrates
  30. Art. 30 Grundsatz
  31. Art. 31 Anordnung der Massnahmen
  32. Art. 32 Durchsetzung der Massnahmen
  33. Art. 33 Identifizierung und Benachrichtigung
  34. Art. 34 Medizinische Überwachung
  35. Art. 35 Quarantäne und Absonderung
  36. Art. 36 Ärztliche Untersuchung
  37. Art. 37 Ärztliche Behandlung
  38. Art. 38 Einschränkung bestimmter Tätigkeiten und der Berufsausübung
  39. Art. 39 Aufgaben der Ärztinnen und Ärzte
  40. Art. 40
  41. Art. 41 Ein- und Ausreise
  42. Art. 42 Betriebliche Vorbereitung
  43. Art. 43 Mitwirkungspflicht
  44. Art. 44 Versorgung mit Heilmitteln
  45. Art. 45 Warenverkehr
  46. Art. 46 Leichentransporte
  47. Art. 47 Bekämpfung von Organismen
  48. Art. 48 Desinfektion und Entwesung
  49. Art. 49 Bescheinigungen im Schiffsverkehr
  50. Art. 50 Finanzhilfen an öffentliche und private Organisationen
  51. Art. 51 Förderung der Herstellung von Heilmitteln
  52. Art. 52 Abgeltungen an Laboratorien
  53. Art. 53 Kantonsärztin oder Kantonsarzt
  54. Art. 54 Koordinationsorgan
  55. Art. 55 Einsatzorgan
  56. Art. 56 Eidgenössische Kommission für Impffragen
  57. Art. 57 Eidgenössische Fachkommission für biologische Sicherheit
  58. Art. 58 Bearbeitung von Personendaten
  59. Art. 59 Bekanntgabe von Personendaten
  60. Art. 60 Informationssystem
  61. Art. 60a
  62. Art. 61 Statistische Angaben
  63. Art. 62 Bekanntgabe von Personendaten an ausländische Behörden
  64. Art. 62a
  65. Art. 63
  66. Art. 64 Entschädigung
  67. Art. 65 Genugtuung
  68. Art. 66 Gesuch, Fristen und Zinsen
  69. Art. 67 Herabsetzung oder Ausschluss der Entschädigung und der Genugtuung
  70. Art. 68 Kostenaufteilung
  71. Art. 69 Zuständigkeit und Verfahren
  72. Art. 70
  73. Art. 71 Kosten zulasten der Kantone
  74. Art. 72 Kosten einer Desinfektion oder Entwesung
  75. Art. 73 Kosten für die Versorgung mit Heilmitteln
  76. Art. 74 Kosten von Massnahmen im internationalen Personenverkehr
  77. Art. 75 Grundsatz
  78. Art. 76 Berichterstattung
  79. Art. 77 Aufsicht und Koordination
  80. Art. 78 Ausführungsbestimmungen
  81. Art. 79 Übertragung von Vollzugsaufgaben
  82. Art. 80 Internationale Zusammenarbeit
  83. Art. 81 Evaluation
  84. Art. 82 Vergehen
  85. Art. 83 Übertretungen
  86. Art. 84 Zuständigkeit und Verwaltungsstrafrecht
  87. Art. 85 Aufhebung bisherigen Rechts
  88. Art. 86 Änderung bisherigen Rechts
  89. Art. 87 Übergangsbestimmungen
  90. Art. 88 Referendum und Inkrafttreten

90 provisions

Art. 79 Übertragung von Vollzugsaufgaben

1 Der Bundesrat kann Vollzugsaufgaben auf Organisationen und Personen des öffentlichen oder privaten Rechts übertragen. 2 Er beaufsichtigt die mit Vollzugsaufgaben betrauten Organisationen und Personen. 3 Organisationen und Personen des öffentlichen oder privaten Rechts, die Vollzugsaufgaben nach Absatz 1 wahrnehmen, haben Anspruch auf Entschädigung. Der Bundesrat regelt den Umfang und die Modalitäten der Entschädigung.

Art. 80 Internationale Zusammenarbeit

1 Der Bundesrat kann völkerrechtliche Vereinbarungen abschliessen über: a. den Austausch von Daten, die der epidemiologischen Überwachung dienen; b. die gegenseitige Information über den Ausbruch und die Verbreitung übertragbarer Krankheiten; c. die sofortige Benachrichtigung, wenn die Gefahr droht, dass übertragbare Krankheiten die Landesgrenze überschreiten; d. die Harmonisierung der Massnahmen zur Erkennung, Überwachung, Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten; e. den Leichentransport über die Landesgrenze hinweg; f. … 2 Die zuständigen Bundesstellen arbeiten mit ausländischen Behörden und Institutionen sowie mit internationalen Organisationen zusammen. 3 Das BAG übernimmt die Aufgaben der nationalen Anlaufstelle nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) vom 23. Mai 2005. Insbesondere meldet es der WHO Ereignisse, die zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite führen können. Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. Juni 2020 (AS 2020 2191, 2727; 2021 878 Ziff. III 3; BBl 2020 4461; 2021 2515). Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 des BG vom 16. Dez. 2022, in Kraft vom 1. Jan. 2023 bis zum 30. Juni 2024 (AS 2022 817; BBl 2022 1549). SR 0.818.103

Art. 81 Evaluation

Der Bundesrat überprüft periodisch die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Massnahmen nach diesem Gesetz.

Art. 82 Vergehen

1 Sofern keine schwerere strafbare Handlung nach dem Strafgesetzbuch vorliegt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich: a. bei Tätigkeiten mit gefährlichen Krankheitserregern in geschlossenen Systemen die erforderlichen Einschliessungsmassnahmen unterlässt (Art. 26); b. Krankheitserreger im Versuch ohne Bewilligung freisetzt oder in Verkehr bringt (Art. 27); c. Krankheitserreger in Verkehr bringt, ohne den Abnehmer vorschriftsgemäss über die gesundheitsrelevanten Eigenschaften und Gefahren sowie über die erforderlichen Vorsichts- und Schutzmassnahmen zu informieren (Art. 28); d. der Einschränkung bestimmter Tätigkeiten oder der Berufsausübung zuwiderhandelt (Art. 38). 2 Wer fahrlässig handelt, wird für Vergehen nach Absatz 1 mit Geldstrafe bestraft. SR 311.0

Art. 83 Übertretungen

1 Mit Busse wird bestraft, wer vorsätzlich: a. die Meldepflicht verletzt (Art. 12); b. ohne Bewilligung eine mikrobiologische Untersuchung zur Erkennung übertragbarer Krankheiten durchführt (Art. 16); c. die Vorschriften über die Verhütung der Übertragung von Krankheiten verletzt (Art. 19); d. ohne Bewilligung eine internationale Impf- oder Prophylaxebescheinigung ausstellt (Art. 23); e. die Sorgfaltspflicht im Umgang mit Krankheitserregern oder ihren toxischen Produkten verletzt (Art. 25); f. die weiteren Vorschriften über den Umgang mit Krankheitserregern verletzt (Art. 29); g. sich einer angeordneten medizinischen Überwachung entzieht (Art. 34); h. sich einer angeordneten Quarantäne oder Absonderung entzieht (Art. 35); i. sich einer angeordneten ärztlichen Untersuchung entzieht (Art. 36); j. sich Massnahmen gegenüber der Bevölkerung widersetzt (Art. 40); k. die Vorschriften über die Ein- oder Ausreise verletzt (Art. 41); l. Mitwirkungspflichten verletzt (Art. 43, 47 Abs. 2 und 48 Abs. 2); m. die Vorschriften über den Transport sowie die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Waren verletzt (Art. 45); n. … 2 Wer fahrlässig handelt, wird für Übertretungen nach Absatz 1 mit Busse bis zu 5000 Franken bestraft. Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. Juni 2020 (AS 2020 2191, 2727; 2021 878 Ziff. III 3; BBl 2020 4461; 2021 2515). Fassung gemäss Anhang Ziff. 2 des BG vom 16. Dez. 2022, in Kraft vom 1. Jan. 2023 bis zum 30. Juni 2024 (AS 2022 817; BBl 2022 1549).

Art. 84 Zuständigkeit und Verwaltungsstrafrecht

1 Die Verfolgung und Beurteilung strafbarer Handlungen sind Sache der Kantone. 2 Die Artikel 6, 7 (Widerhandlung in Geschäftsbetrieben) und 15 (Urkundenfälschung, Erschleichen einer falschen Beurkundung) des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht gelten auch für die kantonalen Behörden. SR 313.0

Art. 85 Aufhebung bisherigen Rechts

Folgende Bundesgesetze werden aufgehoben: 1. Bundesgesetz vom 18. Dezember 1970 über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen; 2. Bundesgesetz vom 13. Juni 1928 betreffend Massnahmen gegen die Tuberkulose. [AS 1974 1071; 1985 1992 Ziff. I 2; 1991 362 Ziff. II 405; 1997 1155 Anhang Ziff. 5; 2000 1891 Ziff. III 2; 2001 2790 Anhang Ziff. 6; 2003 4803 Anhang Ziff. 7; 2004 4763 Anhang Ziff. II 3; 2005 2293; 2006 2197 Anhang Ziff. 95 4137; 2008 3437 Ziff. II 34; 2012 7281] [BS 4 363; AS 1964 965 Ziff. IV Bst. a; 1974 1071 Art. 37; 1985 1992 Ziff. I 3; 1991 362 Ziff. II 406; 2006 2197 Anhang Ziff. 96]

Art. 86 Änderung bisherigen Rechts

Die nachstehenden Bundesgesetze werden wie folgt geändert: … Die Änderungen können unter AS 2015 1435 konsultiert werden.

Art. 87 Übergangsbestimmungen

1 Bewilligungen nach den Artikeln 5 Absatz 1bis, 29a Absatz 1 und 29c Absatz 2 des Epidemiengesetzes vom 18. Dezember 1970 bleiben bis zum Ablauf der Bewilligungsdauer, höchstens aber bis fünf Jahre nach Inkrafttreten dieses Gesetzes gültig. 2 Anerkennungen nach Artikel 5 Absatz 1 des Epidemiengesetzes vom 18. Dezember 1970 bleiben bis zum Ablauf der Gültigkeitsdauer, höchstens aber bis fünf Jahre nach Inkrafttreten dieses Gesetzes gültig. 3 Laboratorien, die bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes weder bewilligungspflichtig waren noch über eine gültige Anerkennung verfügten, die aber nach Inkrafttreten dieses Gesetzes eine Bewilligung benötigen, haben das Bewilligungsgesuch innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieses Gesetzes einzureichen. Bis zum Bewilligungsentscheid der zuständigen Bundesbehörde dürfen sie weiter Untersuchungen durchführen. AS 1997 1155; 2001 2790

Art. 88 Referendum und Inkrafttreten

1 Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum. 2 Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten. Inkrafttreten: 1. Januar 2016 BRB vom 29. April 2015

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