Art. 55
Inkrafttreten
1 Diese Verordnung tritt mit der Veröffentlichung im Amtsblatt gleichzeitig mit
dem Gesetz über den Bevölkerungsschutz und die Bewältigung von besonderen und ausserordentlichen Lagen vom 15. Februar 2013 in Kraft.
Änderungstabelle - Nach Beschluss
Beschluss Inkrafttreten Element Änderung Quelle
Publikation
18.12.2013 01.01.2014 Erlass Erstfassung BO/Abl. 52/2013
13.05.2015 22.05.2015 Art. 45 totalrevidiert BO/Abl. 21/2015
20.12.2017 01.01.2018 Art. 9 Abs. 3 geändert BO/Abl. 52/2017
14.08.2019 01.09.2019 Art. 23 Abs. 2 geändert RO/AGS 2019-
14.08.2019 01.09.2019 Art. 23 Abs. 3 eingefügt RO/AGS 2019-
14.08.2019 01.09.2019 Art. 23 Abs. 4 eingefügt RO/AGS 2019-
21.12.2022 01.01.2023 Art. 2 Abs. 1 geändert RO/AGS 2022-
21.12.2022 01.01.2023 Anhang A1 Annexe 1 à l'article 2 eingefügt RO/AGS 2022-
Änderungstabelle - Nach Artikel
Element Beschluss Inkrafttreten Änderung Quelle
Publikation
Erlass 18.12.2013 01.01.2014 Erstfassung BO/Abl. 52/2013
Art. 2 Abs. 1 21.12.2022 01.01.2023 geändert RO/AGS 2022-
Art. 9 Abs. 3 20.12.2017 01.01.2018 geändert BO/Abl. 52/2017
Art. 23 Abs. 2 14.08.2019 01.09.2019 geändert RO/AGS 2019-
Art. 23 Abs. 3 14.08.2019 01.09.2019 eingefügt RO/AGS 2019-
Art. 23 Abs. 4 14.08.2019 01.09.2019 eingefügt RO/AGS 2019-
Art. 45 13.05.2015 22.05.2015 totalrevidiert BO/Abl. 21/2015
Anhang A1 Annexe 1 à l'article 2 21.12.2022 01.01.2023 eingefügt RO/AGS 2022-
Anhang 1 zu Artikel 2 VBBAL
(Stand 01.01.2023)
Art. A1-1 Glossar
Begriff Definition
ABC-Ereignis
Freisetzung ionisierender Strahlung und Radioaktivität (Bereich A) oder die unerlaubte/unbeabsichtigte Freisetzung von Organismen oder deren Stoffwechselprodukten
(Bereich B) bzw. Freisetzung, Explosion oder
Brand von giftigen Gasen, Flüssigkeiten oder
Feststoffen (Bereich C).
Alarmierung
Benachrichtigung der zuständigen Behörden,
damit diese im Falle eines konkreten Ereignisses Massnahmen ergreifen können, sowie
der Bevölkerung, um geeignete Verhaltensanweisungen zu erteilen.
Alarmierung (der Bevölkerung)
Signal, das auf eine unmittelbar bestehende
Gefahr aufmerksam macht, und Ausgabe von
verbindlichen Verhaltensanweisungen der
Behörden an die Bevölkerung.
Anm.: Für die Alarmierung können verschiedene Kanäle verwendet werden, beispielsweise Sirenen, Mobiltelefone, Radio.
amtliche Mitteilung
Weisung zum Verhalten, die von den ermächtigten Dienststellen ausgeht und die die Medien ohne Änderungen an der Form und am
Inhalt verbreiten müssen.
ausserordentliche Lage
Unerwartetes Schadenereignis, dessen Auswirkungen ein ganzes Kantonsgebiet oder
Teile davon betreffen und das tägliche Leben
der Bevölkerung stark beeinträchtigen und
dessen Ausmass eine Konzentration aller
Einsatzmittel sowie zusätzlicher Ressourcen
(Armee, Nachbarkantone, supranationale
Unterstützung) erfordert. Um alle Verfahren,
Massnahmen und Ressourcen zu koordinieren, bedarf es einer Führung. Auf kantonaler
Ebene ist das KFO mit Unterstützung der
GFS/RFS zuständig.
Bedrohung
Gesamtheit der Möglichkeiten der staatlichen
und nicht staatlichen Akteure, um der
Schweiz, ihrer Bevölkerung oder ihren Interessen Schaden zuzufügen.
Bereitschaft
Befähigung von Organisationen und Systemen sowie Tauglichkeit der Infrastrukturen,
die zur Erfüllung der zugewiesenen Aufgaben
und Funktionen erforderlich sind.
besondere Lage
Unerwartetes Schadenereignis, das einen
Teil des Territoriums betrifft und die Aktivitäten der lokalen Bevölkerung teilweise beeinträchtigt und dessen Auswirkungen und Folgen über mehrere Tage oder Wochen hinweg
eine Konzentration mehrerer Einsatzmittel
zusätzlich zu den üblichen Mitteln (Zivilschutz, eventuell Armee) erfordern sowie die
Abstimmung mehrerer Verfahren aufeinander
durch eine koordinierte Führung. Die Führungsorgane (GFS/RFS) werden je nach Ereignis modular zugeschaltet; das KFO leistet
bei Bedarf die erforderliche Unterstützung.
Chef des Führungsorgans (C FO)
Person, die die Gesamtverantwortung für die
Entscheidungen des Führungsorgans trägt.
Chef Einsatz
Person, die als Mitglied des kommunalen
Führungsorgans auf Gemeindeebene für den
Einsatz der Mittel in einem oder mehreren betroffenen Sektoren verantwortlich ist.
Chef Operationen
Person, die als Mitglied des Kantonalen Führungsorgans auf Kantonsebene für die Koordination des Einsatzes der Mittel in einer oder
mehreren betroffenen Gemeinden verantwortlich ist.
Einsatz
Handlungen, die nach dem Eintritt eines
Schadenereignisses unternommen werden,
um Personen, Tiere, Sach- und ideelle Werte
zu retten und zu schützen und um Umweltbeeinträchtigungen so weit wie möglich zu begrenzen.
Einsatzjournal
Lückenlos chronologisch geführtes Protokoll,
das sämtliche Daten über einen Ereignisablauf und die getroffenen Massnahmen zur Ereignisbewältigung beinhaltet.
Einsatzkräfte
Sammelbegriff für alle Mitglieder von Organisationen wie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, die für einen Einsatz mobilisiert oder
engagiert werden.
Einsatzleiter
Person, die als Mitglied eines Führungsorgans für den Einsatz der Mittel an der Front in
einem betroffenen Sektor verantwortlich ist.
Der Einsatzleiter kann der Chef Einsatz der
Gemeinde sein.
Einsatzmittel
Partnerorganisation des Bevölkerungsschutzes, die mit eigener Organisationsstruktur
und eigenen Mitteln die Ereignisbewältigung
sicherstellt.
Einsatznachbesprechung
Rückblickende Besprechung aller Phasen eines Einsatzes, der Reihe nach, mit allen Angehörigen eines Führungsorgans mit dem
Ziel, Lehren für künftige Einsätze daraus zu
ziehen.
Einsatzraum
Räumlicher Verantwortungsbereich einer
Einsatzorganisation.
Anm.: Kann in einzelne Abschnitte unterteilt
sein.
Einsatzschlussbericht
Nach Einsatzende des Führungsorgans vom
Stabschef erstellter Bericht über den Einsatzablauf.
Anm.: Im Schlussbericht wird auch festgehalten, was im Hinblick auf künftige Einsätze verbessert werden muss.
Einsatzvorbereitung
Massnahmen, die vor dem Eintritt eines Ereignisses getroffen werden, um einerseits die
Betroffenen zu warnen und ihnen gegebenenfalls Verhaltensempfehlungen zu geben
und andererseits die Verantwortlichen in
Alarmbereitschaft zu versetzen.
Einsatzzentrale
Kantonales Warnungs- und Alarmierungsorgan. Die kantonale Einsatzzentrale ist zuständig für die Entgegennahme von Notrufen auf
den Nummern 112, 117, 118 und 144 sowie
für die Alarmierung.
Elektronische Lagedarstellung NAZ
(ELD NAZ)
Passwortgeschützte internetbasierende Informations- und Kommunikationsplattform,
die einen zeitverzugslosen Informationsaustausch und Wissensgleichstand zwischen allen Partnern des Bevölkerungsschutzes ermöglicht.
Anm.: Die elektronische Lagedarstellung
(ELD) wird von der Nationalen Alarmzentrale
(NAZ) betrieben und dient den Kantonen und
Partnerorganisationen zur Bewältigung von
Ereignissen von nationaler, überkantonaler
und regionaler Bedeutung.
Entschlussfassungsrapport
Rapport bei dem der Chef des Führungsorgans die auszuführende Lösung bestimmt
bzw. kommuniziert.
Ereignis
Plötzlicher Eintritt einer bestimmten Kombination von Umständen.
Anm.: Im Bereich Bevölkerungsschutz wird
dieser Begriff oft im Sinne von Schadenereignis gebraucht, das Massnahmen erfordert.
Ersatzführungsstandort
Führungsstandort, der jederzeit bezugsbereit
ist und der vom Führungsorgan benutzt wird,
wenn dieses seine Aufgaben in seinem
Hauptführungsstandort nicht mehr erledigen
kann und/oder in seinem Hauptführungsstandort einer Gefährdung ausgesetzt ist.
Ersteinsatzmittel
Organisation, die rund um die Uhr über eine
Notrufnummer alarmiert werden kann und jederzeit einsatzbereit ist.
Anm.: Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienst
Eventualplanung
Führungstätigkeit, bei der eine alternative
Planung ausgearbeitet wird, falls sich eine
Lage anders entwickelt als erwartet und die
ursprüngliche Planung nicht mehr genügt.
Fachsystem
Elektronisches System, das fachspezifische
Informationen zusammenstellt und zur Verfügung stellt.
Anm.: z. B. Gemeinsame Informationsplattform Naturgefahren (GIN), geografische Informationssysteme (GIS).
feste Sirenen
Festes Element, das ein Alarmsignal aussenden kann; dessen Stärke bestimmt den Umfang des akustisch abgedeckten Gebiets und
damit die Dichte dieser Elemente.
Führung
Gesamtheit der Massnahmen zur Koordination und zum lagegerechten Einsatz der Ressourcen.
Führungseinrichtung
Systeme im Führungsstandort, damit das
Führungsorgan seine Aufgaben wahrnehmen
kann.
Anm.: Umfasst unter anderem Informations-,
Führungs- und Kommunikationssysteme sowie die technische Infrastruktur.
Führungskarte Verdichtete Darstellung des führungsrelevanten Lagebildes.
Führungsorgan
Element, das die Führungsverantwortung
trägt, für die Ereignisbewältigung verantwortlich ist und die Behörden in der Vorbereitung
der Entscheide unterstützt (Siehe KFO, GFS
und RFS).
Führungsstandort
Einrichtung, die dem Führungsorgan oder der
Gesamteinsatzleitung Schutz und günstige
Bedingungen für die Ausübung der Führung
und der Stabsarbeit bietet.
Führungsunterstützung
Gesamtheit der Mittel und Verfahren zur Sicherstellung der Führungsfähigkeit der Einsatzleitung oder des Führungsorgans.
Gefährdungsanalyse
Systematische Identifikation und Beschreibung von Gefährdungen.
Anm.: Die Identifikation erfolgt mittels Gefährdungskatalog und die Beschreibung mittels
Szenarien.
Gesamtlage Ganzheitlich betrachtete Lage, die aus verschiedenen Teillagen besteht.
Grossereignis
Schadenereignis, dessen Bewältigung ein
Zusammenwirken mehrerer Partnerorganisationen mit Unterstützung von aussen erforderlich macht, das jedoch überschaubar
bleibt.
ICARO – Alarmierung
der Bevölkerung
Verfahren, das ein Netz von Sirenen einsetzt,
um die Bevölkerung aufzufordern, auf Sofortmassnahmen und Verhaltensanweisungen
zu achten.
integrales Risikomanagement
Durch die Betroffenen vereinbarter systematischer Umgang mit Risiken mittels ausgewogener Massnahmen der Vorbeugung, Bewältigung und Regeneration sowie der Inkaufnahme von gewissen verbleibenden Risiken
bei Katastrophen und Notlagen.
KADAS
EDV-Datenbank mit aktualisiertem Inventar
der Führungsorgane des ganzen Kantons sowie der in den Gemeinden verfügbaren
schweren Einsatzmittel und Unterkünfte.
Kantonales Führungsorgan (KFO)
Das KFO ist für die Führung und die Koordination der Mittel auf kantonaler Ebene zuständig. Das KFO wird von Amts wegen tätig,
wenn es an lokaler Führung mangelt oder auf
Ersuchen der betroffenen Behörden.
Katastrophe
Natur- oder zivilisationsbedingtes Schadenereignis, das so viele Schäden und Ausfälle
verursacht, dass die personellen und materiellen Mittel der betroffenen Gemeinschaft
überfordert sind.
kombinierte Sirenen
Festes Element, das zwei Alarmsignale (allgemeiner Alarm und Wasseralarm) aussenden kann; deren Stärke bestimmt den Umfang des akustisch abgedeckten Gebiets und
damit die Dichte dieser Elemente.
Kommandoposten
Front (KP Front / KP F)
Vorübergehende oder mobile Einrichtung, die
der Einsatzleitung zur Verfügung steht.
Kommandoposten Rück
(KP Rück / KP R)
Führungsraum, der in erster Linie vom Führungsorgan genutzt wird, solange es die Situation zulässt.
Gemeindeführungsstab
(GFS)
auch: kommunaler Führungsstab
Im Falle einer aussergewöhnlichen Lage
übernimmt der GFS die Führung auf kommunaler Ebene. Auf Wunsch der Gemeindebehörden kann der Kanton das Gemeindeführungsorgan unterstützen.
Koordinationsrapport
Rapport, bei dem die Zusammenarbeit des
Führungsorgans mit einem externen Partner
(z. B. Armee), der das Führungsorgan bei der
Bewältigung des Ereignisses unterstützt, aufgegleist wird.
kritische Infrastruktur
Infrastruktur, deren Störung, Ausfall oder Zerstörung gravierende Auswirkungen auf die
Gesellschaft, die Wirtschaft und den Staat
hat.
Lage (Bereich)
Tätigkeitsfeld der Führungsunterstützung, die
das Erstellen des Lagebildes und das Vornehmen der Lagebeurteilung zugunsten von
Schadenplatzkommandos, Einsatzmitteln
und/oder Führungsorganen beinhaltet.
Lagebeurteilung
Bewertung von Feststellungen und Entwicklungsmöglichkeiten einer Lage sowie deren
mögliche Konsequenzen auf die Lage- oder
Ereignisbewältigung.
Lagerapport
Rapport des Führungsorgans zur Steuerung
des Einsatzes durch Ausgleich des Wissensstands, Erkennen von Handlungsbedarf und
Regelung des weiteren Vorgehens.
Lagewand
Wand im Führungsraum, die für die Darstellung der Lage benutzt wird.
Anm.: Beinhaltet Informationen wie: Mittelübersicht, Verbindungen, Führungskarte,
wichtige Fakten usw.
Lebensgrundlagen
Gesamtheit der Elemente, die für das Leben
eines Menschen notwendig sind.
Anm.: Dazu gehören insbesondere die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Energie und
Rohstoffen, das Funktionieren der Wirtschaft,
der unbenachteiligte Zugang zu den internationalen Märkten sowie eine möglichst intakte
nationale und grenzüberschreitende Infrastruktur und Umwelt.
Lösungsentwicklung
Führungstätigkeit, bei der jede Arbeitsgruppe
für das ihr zugewiesene Teilproblem mindestens zwei Lösungen ausarbeitet und nach einem vorgegebenen Schema prüft.
Meldefluss
Weg, auf dem die Führungsunterstützung
Meldungen, die sie entgegengenommen hat,
an andere Angehörige des Führungsorgans
weiterleitet.
mobile Sirenen
Mobiles Element, das auf dem Dach eines
Fahrzeugs angebracht werden muss und ein
Alarmsignal mit begrenzter Stärke aussenden
kann (einige zig Meter).
Nachrichtenkarte
Topografische Karte, auf die jede eingegangene Meldung direkt eingetragen wird.
Anm.: Mit Zeitangaben, Schaden, Mittel
Nationale Alarmzentrale
(NAZ)
Die Nationale Alarmzentrale ist die Fachstelle
des Bundes für die Bewältigung ausserordentlicher Ereignisse. Sie ist 365 Tage pro
Jahr rund um die Uhr erreichbar und in der
Lage, nach dem Ereignis innert einer Stunde
in den Einsatz zu gehen.
normale Lage
Unerwartetes, zeitlich und räumlich begrenztes Schadenereignis, für das die ordentlichen
Einsatzmittel und Verfahren zur Bewältigung
des Schadenereignisses ausreichen (Blaulichtorganisationen, zu denen vor allem die
Polizei, die Feuerwehr und die Sanitätsdienste gehören). Die Führung liegt bei den
Blaulichtorganisationen, die durch spezifische Rechtsvorschriften geleitet werden.
Notlage
Für den Bevölkerungsschutz relevante Ereigniskategorie, die als Merkmal hat, dass der
Endzustand aus einer meist langsamen Entwicklung heraus entsteht und nur noch
schwer zu bewältigen ist, da das System
überfordert ist.
Anm.: z. B. Pandemie, Flüchtlingszustrom,
Strommangellage.
operative Führung
Stufe der Führung, die sich mit der partnerübergreifenden Planung, Koordination und
Zusammenarbeit beschäftigt, auf der Ziele
definiert und Konzepte und Pläne entwickelt
werden.
Orientierungsrapport
Rapport des Führungsorgans zum Präsentieren der Problemerfassung, zum Ausgleich
des Wissensstands, um Sofortmassnahmen
einzuleiten und das weitere Vorgehen zu regeln.
Patientensammelstelle
Erste Sammelstelle für Patienten auf einem
Schadenplatz.
Anm.: Dient zur Optimierung der Ersten Hilfe.
Prävention
Massnahmen zur Verhinderung eines Schadenereignisses oder Begrenzung dessen
Auswirkungen.
Anm.: Sie entfalten ihre Wirkung vor dem Ereignis.
Priorität – Produkt –
Qualität – Quantität –
Zeit – Dauer (PPQQZD)
Strukturierte Beschreibung eines Produkts
oder einer Leistung mit Prioritäten.
Anm.: Kreuztabellarisches Formular, das für
die Erfassung von gewünschten Hilfeleistungen dient.
Problemerfassung
Führungstätigkeit, bei der das Problem in inhaltlich getrennte Teilprobleme unterteilt wird
und die Prioritäten, Handlungsrichtlinien und
Zuständigkeiten bei der Lösungssuche
definiert werden.
regionaler Führungsstab (RFS)
In einer ausserordentlichen Lage wird die
Führung auf Gemeindeebene durch den RFS
sichergestellt. Auf Antrag der lokalen Behörden kann der Kanton das regionale Führungsorgan unterstützen.
Ressource Mittel und Fachwissen, die eine Leistungserbringung ermöglichen.
Rettungsachse
Zu- und Wegfahrtsweg nachrückender Mittel,
die insbesondere die Zufahrt zur Sanitätshilfsstelle garantieren sollen.
Risiko
Mass für die Grösse einer Gefährdung, das
die Häufigkeit bzw. Wahrscheinlichkeit und
das Schadensausmass eines unerwünschten
Ereignisses beinhaltet.
Risikoanalyse
Systematische Erfassung und Beschreibung
der Risiken in einem betrachteten System,
mit dem Ziel, Häufigkeiten und Schadensausmasse von Ereignissen abzuschätzen und
darzustellen.
Risikobeurteilung
Beurteilung der in der Risikoanalyse ermittelten Risiken durch Behörden, Fachleute und
Betroffene hinsichtlich ihrer Tragbarkeit.
rückwärtige Führung
Element, das Führungstätigkeiten sicherstellt, die nicht zwingend vor Ort erfolgen
müssen, wie etwa Massnahmen im Betreuungsbereich oder in der Logistik.
Sammelstelle Unverletzte
Stelle zur vorübergehenden Aufnahme von
offensichtlich Unverletzten oder ambulant Behandelten.
Sanitätshilfsstelle
Stelle zur vorübergehenden ärztlichen Erstversorgung und Erstellung der Transportfähigkeit von Patienten zur Überführung in den
Hospitalisationsraum.
Schadenplatz
Für die Durchführung eines Einsatzes (Rettungen, Räumungsarbeiten usw.) an eine
oder mehrere Formationen zugewiesener
Verantwortungsbereich.
Schadenplatzorganisation
Von den Ersteinsatzmitteln vorgenommene
räumliche Gliederung des Schadenplatzes in
Zonen, Absperrungen, Achsen, Einrichtungen und allenfalls in Einsatzabschnitte.
Schadenraum
In mehrere Schadenplätze unterteiltes Einsatzgebiet der Einsatzkräfte bei einem flächendeckenden Schadenereignis.
Schutzmassnahme Massnahme zur Verminderung oder Beseitigung eines Risikos.
Sofortmassnahme
Massnahme, die jederzeit umgehend ausgelöst werden kann, um Zeitverlust zu vermeiden.
Anm.: Ihre Ausführung darf dem Entschluss
nicht vorgreifen.
Stabsarbeit
Methodisches und koordiniertes Zusammenwirken der Mitglieder eines Stabes oder eines
Führungsorgans, um ein Ereignis oder eine
Lage zu bewältigen oder einen Auftrag zu erfüllen.
Stabschef (SC)
Person, die den Stab leitet und verantwortlich
ist für die Abläufe und Prozesse (Stabsarbeit)
im Führungsorgan.
Stabstagebuch
Von einem Stabsmitglied zu führendes Tagebuch, in dem der ganze Einsatz (d. h. jeder
einzelne Arbeitsschritt) des Führungsorgans
dokumentiert wird.
Anm.: Prozesse, die sich nicht bewährt haben
und geändert werden müssen, werden besonders vermerkt.
strategische Führung
Stufe der Führung, die sich mit dem Festlegen der strategischen Ziele und der Ressourcen in einem gesetzlichen Rahmen beschäftigt.
Anm.: Definiert Leistungsziele, Organisationsstrukturen, Aufgaben, Kompetenzen, verfügbare Finanzmittel.
Subsidiarität
Einsatz von externen Ressourcen auf Ersuchen der zuständigen Behörde, wenn diese
personell und/oder mit ihren Mitteln nicht
mehr in der Lage ist, ihre Aufgaben zu erfüllen.
technische Betriebe
Tätigkeitsbereich im Zusammenhang mit
Energie (Gas, Elektrizität), Verkehrs- und
Kommunikationsinfrastrukturen und Versorgung mit wesentlichen Gütern.
Teilproblem Thematische Gruppierung von inhaltlich zusammengehörenden Problemaspekten.
Triage
Informationsverarbeitungsschritt im Rahmen
der Führungs- und Lageverarbeitungstätigkeiten, bei dem die Zuverlässigkeit der Quelle
und die Glaubwürdigkeit des Meldungsinhalts
beurteilt sowie die weitere Verarbeitung und
Verbreitung der Meldungsinhalte gesteuert
wird.
Verhaltensanweisung
Amtliche Aufforderung zu einem bestimmten
Verhalten bei einer sich abzeichnenden Gefährdung.
Vorsorge
Massnahmen zur effizienten und zeitgerechten Bewältigung der Auswirkungen eines eingetretenen Schadenereignisses.
Anm.: Diese Massnahmen wirken erst während oder nach dem Ereignis.
Vorwarnung oder Voralarm
Besteht in einer Information, die entweder für
eine begrenzte Dauer oder für eine unbegrenzte Dauer gegeben wird. Die Information
hat keine besondere Massnahme zur Folge,
lediglich eine höhere Aufmerksamkeit bei der
Beobachtung der Phänomene angesichts der
erhöhten Gefahr (Alarm).
Warnung
Möglichst frühzeitige Meldung an die zuständigen Behörden, um sie auf eine Gefährdung
aufmerksam zu machen, damit sie sich darauf vorbereiten können.
Warteraum
Vom Schadenraum abgesetzter Raum, in
dem die zur Hilfeleistung eintreffenden Einsatzmittel warten, bis sie einsatzorientiert gegliedert und ausgerüstet in den Einsatzraum
vorstossen.
Zeitplanung
Führungstätigkeit, durch die sowohl die Zusammenarbeit innerhalb des Führungsorgans als auch die Zusammenarbeit des Führungsorgans mit externen Partnern zeitlich
koordiniert wird.
Anm.: Beinhaltet einen internen und einen externen Zeitplan, die aufeinander abgestimmt
sein müssen.