Art. 41 bezüglich des zugehörigen Fassadenabschnitts, nicht überschreiten. *
Rückspringende Gebäudeteile
1 Rückspringende Gebäudeteile sind gegenüber der Hauptfassade zurückversetzt.
2 Unbedeutende Rücksprünge werden bei der Bestimmung der Fassadenflucht dann nicht berücksichtigt, wenn im kommunalen Baureglement
Art. 42 Höchstmasse für deren maximale Tiefe und Breite festgelegt sind. *
Gebäudelänge
1 Die Gebäudelänge ist die längere Seite des flächenkleinsten Rechtecks,
welches die projizierte Fassadenlinie umfasst.
2 Anbauten nach Artikel 34 werden nicht angerechnet, soweit sie nicht zwei
Art. 43 andere Gebäude miteinander verbinden. *
Gebäudebreite
1 Die Gebäudebreite ist die kürzere Seite des flächenkleinsten Rechtecks,
welches die projizierte Fassadenlinie umfasst.
Art. 44
Gesamthöhe
1 Die Gesamthöhe ist der grösste Höhenunterschied zwischen dem höchsten Punkt der Dachkonstruktion und den lotrecht darunter liegenden Punkten auf dem massgebenden Terrain.
Art. 45
Fassadenhöhe
1 Die Fassadenhöhe ist der grösste Höhenunterschied zwischen der Schnittlinie der Fassadenflucht mit der Oberkante der Dachkonstruktion und der
dazugehörigen Fassadenlinie.
Art. 46
Kniestockhöhe
1 Die Kniestockhöhe ist der Höhenunterschied zwischen der Oberkante des
Dachgeschossbodens im Rohbau und der Schnittlinie der Fassadenflucht
mit der Oberkante der Dachkonstruktion.
Art. 47
Lichte Höhe
1 Die lichte Höhe ist der Höhenunterschied zwischen der Oberkante des fertigen Bodens und der Unterkante der fertigen Decke bzw. Balkenlage, wenn
die Nutzbarkeit eines Geschosses durch die Balkenlage bestimmt wird.
Art. 48
Geschosshöhe
1 Die Geschosshöhe ist die Höhe von Oberkante bis Oberkante fertigem Boden.
Art. 49
Vollgeschoss
1 Vollgeschosse sind alle Geschosse von Gebäuden ausser Unter-, Dach-
und Attikageschosse.
2 Bei zusammengebauten Gebäuden und bei Gebäuden, die in der Höhe
oder in der Situation gestaffelt sind, wird die Vollgeschosszahl für jeden Gebäudeteil bzw. für jedes Gebäude separat ermittelt.
Art. 50
Untergeschoss
1 Untergeschosse sind Geschosse, bei denen die Oberkante des fertigen
Bodens, gemessen in der Fassadenflucht, im Mittel höchstens bis zu dem
im kommunalen Baureglement festgelegten Mass über die Fassadenlinie
Art. 51 hinausragt. *
Dachgeschoss
1 Dachgeschosse sind Geschosse, deren Kniestockhöhen das im kommunalen Baureglement festgelegte Mass nicht überschreiten. *
Art. 52
Attikageschoss
1 Attikageschosse sind auf Flachdächern aufgesetzte, zusätzliche Geschosse. Das Attikageschoss muss bei mindestens einer ganzen Fassade gegenüber dem darunter liegenden Geschoss um ein im kommunalen Baureglement festgelegtes Mass zurückversetzt sein. *
Art. 53
Grenzabstand
1 Der Grenzabstand ist die Entfernung zwischen der projizierten Fassadenlinie und der Parzellengrenze.
Art. 54
Gebäudeabstand
1 Der Gebäudeabstand ist die Entfernung zwischen den projizierten Fassadenlinien zweier Gebäude.
Art. 55
Baulinien
1 Baulinien begrenzen die Bebauung und dienen insbesondere der Sicherung bestehender und geplanter Anlagen und Flächen sowie der baulichen
Gestaltung.
Art. 56
Baubereich
1 Der Baubereich umfasst den bebaubaren Bereich, der abweichend von Abstandsvorschriften und Baulinien in einem Nutzungsplanverfahren festgelegt
wird.
Art. 57
Anrechenbare Grundstücksfläche
1 Zur anrechenbaren Grundstücksfläche (aGSF) gehören die in der entsprechenden Bauzone liegenden Grundstücksflächen bzw. Grundstücksteile.
2 Die Flächen der Hauszufahrten werden angerechnet.
3 Nicht angerechnet werden die Flächen der Grund-, Grob- und Feinerschliessung.
Art. 58
Geschossflächenziffer
1 Die Geschossflächenziffer (GFZ) ist das Verhältnis der Summe aller Geschossflächen (GF) zur anrechenbaren Grundstücksfläche.
2 Die Summe aller Geschossflächen besteht aus folgenden Komponenten
gemäss SIA Norm 416:
a. Hauptnutzflächen HNF,
b. Nebennutzflächen NNF,
c. Verkehrsflächen VF,
d. Konstruktionsflächen KF,
e. Funktionsflächen FF.
3 Nicht angerechnet werden Flächen, deren lichte Höhe unter einem im kommunalen Baureglement festgelegten Mindestmass liegt. *
Art. 59
Baumassenziffer
1 Die Baumassenziffer (BMZ) ist das Verhältnis des Bauvolumens über dem
massgebenden Terrain (BVm) zur anrechenbaren Grundstücksfläche.
2 Als Bauvolumen über dem massgebenden Terrain gilt das Volumen des
Baukörpers in seinen Aussenmassen.
3 Die Volumen offener Gebäudeteile, die weniger als zur Hälfte durch
Abschlüsse (bspw. Wände) umgrenzt sind, werden nur angerechnet, wenn
Art. 60 im kommunalen Baureglement ein anzurechnender Anteil festgelegt ist. *
Überbauungsziffer
1 Die Überbauungsziffer (ÜZ) ist das Verhältnis der anrechenbaren Gebäudefläche (aGbF) zur anrechenbaren Grundstücksfläche.
2 Als anrechenbare Gebäudefläche gilt die Fläche innerhalb der projizierten
Fassadenlinie.
Art. 61
Grünflächenziffer
1 Die Grünflächenziffer (GZ) ist das Verhältnis der anrechenbaren Grünfläche
(aGrF) zur anrechenbaren Grundstücksfläche.
2 Als anrechenbare Grünfläche gelten natürliche und/oder bepflanzte Bodenflächen eines Grundstücks, die nicht versiegelt sind und die nicht als Abstellflächen dienen.
Art. 62
Bauweise
1 Die offene Bauweise bezeichnet die getrennte Erstellung von Bauten. Das
seitliche Zusammenbauen ist nur unter Einhaltung der maximalen Gebäudelänge möglich.
2 Bei geschlossener Bauweise sind die Bauten seitlich zusammen zu bauen.
Die Gemeinde bestimmt die zulässigen Gebäudelängen.
Art. 63
Ausnützungsziffer
1 Die Ausnützungsziffer (AZ) ist das Verhältnis der Summe der anrechenbaren Geschossfläche (aGF) zur anrechenbaren Grundstücksfläche (aGSF).
2 Zur anrechenbaren Geschossfläche zählen alle für das Wohnen oder das
Gewerbe verwendbaren Geschossflächen einschliesslich Gänge, Treppenhäuser, Liftschächte sowie Mauer- und Wandquerschnitte (inkl. Aussenmauerwerk). Bei abgeschrägten Räumen werden Geschossflächen, die eine lichte Höhe von weniger als 1,50 m aufweisen, nicht angerechnet.
3 Der anrechenbaren Geschossfläche nicht angerechnet werden dem Wohnen oder dem Gewerbe sowie dem dauernden Aufenthalt nicht oder nur beschränkt dienende Räume wie Kellerräume, Estrichräume, nicht gewerblich
genutzte Einstellräume, verglaste und nicht mit Fremdenergie beheizte Veranden, Vorbauten, Balkone (ausser der Erschliessung von anrechenbaren
Räumen dienende Laubengänge), Terrassen und Wintergärten, ferner unterirdische Gewerberäume ohne Arbeitsplätze, insbesondere Lagerräume.
4 Als anrechenbare Grundstücksfläche gilt die von der Baueingabe erfasste
Parzellenfläche, soweit sie ausnützungsfähig und nicht schon früher baulich
ausgenützt worden ist, abzüglich Wald, Gewässer sowie die Flächen der
Grund-, Grob- und Feinerschliessung. Die Flächen der Hauszufahrten werden angerechnet.
3.2. Materielles Baurecht
Art. 64
Verkaufsflächen für Waren des täglichen Bedarfs
1 Als Verkaufsfläche im Sinne von Artikel 56 Absatz 2 RBG gilt die für die
Kunden zugängliche Fläche inklusive Bedienungs-, Gestell- und Auslageflächen.
2 Als Waren des täglichen Bedarfs gelten Produkte, welche die menschlichen Grundbedürfnisse abdecken, wie Lebensmittel, Genussmittel, Reinigungs- und Körperpflegeartikel.
Art. 65
Angemessene Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr
(Baureife)
1 Bereits eingezonte Bauzonen müssen eine auf das Kundenpotenzial und
die örtlichen Verhältnisse abgestimmte ÖV-Erschliessung aufweisen. Der
Regierungsrat legt die Anforderungen fest. Er kann Normen von Fachorganisationen für verbindlich erklären.
2 Die Grenzen einer wirtschaftlichen und topografischen ÖV-Erschliessung
müssen berücksichtigt werden.
Art. 66
Erhebliche Auswirkungen im Sinne von Artikel 46 RBG
1 Erhebliche Auswirkungen liegen insbesondere dann vor, wenn:
a. für eine Baute oder Anlage eine Umweltverträglichkeitsprüfung
vorgeschrieben ist;
b. von der Baute oder Anlage übermässige Immissionen zu erwarten
sind;
c. die Baute oder Anlage aufgrund ihrer Dimension /Grösse nur im
Rahmen eines Überbauungsplans adäquat erfasst werden kann, z.
B. Abbau- und Deponievorhaben, Einkaufszentren und grössere
Gewerbe- und Industriebauten, grössere Freizeit- und Sportanlagen, grössere Parkplätze oder grössere Schiessanlagen oder Ähnliches.
Art. 67
Gute Gesamtwirkung
1 Eine gute Gesamtwirkung wird insbesondere dann erreicht, wenn:
a. Stellung, Form, Abmessungen, Proportionen, Materialisierung,
Farbgebung, Funktionen und Konstruktion gut aufeinander abgestimmt sind;
b. die Bauten, Freiräume und Anlagen eine gute Beziehung zur Umgebung aufweisen bzw. herstellen durch Formgebung, Farbgestaltung und Materialwahl sowie Sichtbezügen, Raumabfolgen und
Wegführungen.
2 Die in Absatz 1 definierten Anforderungen haben sich bei Bauten und Anlagen im Umfeld von geschützten, schützenswerten und erhaltenswerten Objekten an diesen Bauweisen messen zu lassen. Insbesondere die Fassaden-,
Fenster- und Dachgestaltung haben den Charakter der geschützten, schützenswerten und erhaltenswerten Objekte zu berücksichtigen.
Art. 68
Gestaltungskommission
1 Zur Beurteilung von Vorhaben nach Artikel 46 und von besonderen Einordnungsfragen nach Artikel 47 Absatz 1 RBG hat die zuständige Gemeinde eine Kommission zu bestellen, welche sich aus fünf bis sieben Fachleuten zusammensetzt.
2 Die Kommission unterbreitet ihre Beurteilungen der für das Bewilligungsverfahren zuständigen Gemeindebehörde.
3 Für die Beurteilung von Gestaltung und Einordnung im Anwendungsbereich von Artikel 47 Absatz 2 RBG ist die kantonale Natur- und Heimatschutzkommission (KNHK) zuständig. Stellungnahmen der KNHK werden
nach Massgabe der Natur- und Heimatschutzgesetzgebung durch die zuständige kantonale Fachstelle eingeholt. *
Art. 69
Energetische Massnahmen
1 Wird die Konstruktionsstärke der Aussenfassade und des Daches aufgrund
der Wärmedämmung stärker als 35 cm, ist sie für die Berechnung der Geschossflächenziffer (GFZ), der Ausnützungsziffer (AZ) und die Berechnung
der Baumassenziffer (BMZ) nur bis maximal 35 cm zu berücksichtigen.
Art. 70
Behindertengerechtes Bauen
1 Neubauten mit vier und mehr Wohneinheiten sind so zu gestalten, dass sie
den Bedürfnissen von behinderten Personen angepasst werden können. Der
Zugang zu mindestens einem Vollgeschoss ist rollstuhlgerecht zu gestalten.
2 Bei der Neuerstellung von Gebäuden mit Arbeitsplätzen sind ab einer genutzten Fläche von 500 m² der Zugang und die Benutzbarkeit von mindestens einem Vollgeschoss rollstuhlgerecht zu gestalten.
3 Sanierungen von Altbauten und Umbauten richten sich nach den Vorschriften des Bundesgesetzes und der jeweils gültigen SIA-Norm.
Art. 71
Abstellflächen für Motorfahrzeuge
1 Das minimal zu erstellende (Pflichtzahl) und das maximal zulässige Abstellplatzangebot berechnet sich nach der jeweils gültigen SN-Norm zur Bestimmung des Angebots an Parkfeldern.
2 Die Gemeinde kann für geeignete Gebiete Reduktionen und entsprechende
Ersatzabgaben festlegen.
3 Für Behinderte sind speziell signalisierte und rollstuhlgängige Abstellplätze
vorzusehen. Die Anzahl und Anordnung mit den nötigen Zugängen richtet
sich nach den Normen für hindernisfreies Bauen.
4 Bei publikumsorientierten Nutzungen ist für Motor- und Fahrräder eine ausreichende Anzahl Abstellplätze zu erstellen. Als Richtwert gelten je 5 Prozent
der Parkfelder für Kunden und Besucher.
Art. 72
Aufzugsanlagen
1 Der Regierungsrat legt die sicherheitsbedingten Anforderungen an Aufzugsanlagen fest. Er kann Normen von Fachorganisationen für verbindlich
erklären.
2 Er regelt die bei den periodischen Kontrollen und bei Umbauten vorzunehmenden Verbesserungen.
3.3. Formelles Baurecht
Art. 73
Bewilligungspflichtige Vorhaben
1 Der Bewilligungspflicht gemäss Artikel 66 RBG unterstehen namentlich:
a. Hochbauten, einschliesslich Vor-, An- und Aufbauten jeglicher Art;
b. Tiefbauten wie Strassen, Wege, Plätze aller Art, Sport- und Freizeitanlagen, unterirdische Bauten, Schwimmbassins;
c. alle materiellen oder gestalterischen Veränderungen an Kulturobjekten nach Natur- und Heimatschutzgesetz;
d.
* Eingriffe ins Orts- oder Landschaftsbild wie Terrainveränderungen
und Umgebungsgestaltungen, Einrichtungen der Versorgung und
Entsorgung, frei stehende Solaranlagen, Wärmepumpen, Aussenreklamen;
e.
* Dach- und Fassadenänderungen;
f. Eingriffe in offene oder eingedolte Wasserläufe und in den
Wasserhaushalt des Bodens (Drainagen, Entwässerungen);
g. die Sicherheit von Menschen oder Sachen gefährdende Anlagen
und Einbauten wie Einrichtungen zur Wärmeerzeugung, zur Lagerung und Verarbeitung von feuer- und explosionsgefährlichen sowie umweltgefährdenden Stoffen;
h.
* die Umwelt belastende Anlagen wie Deponien, Feuerungs- und
Tankanlagen, abwasserproduzierende Einrichtungen, Erdsonden
und Erdkollektoren, Sendeanlagen, Lichtanlagen mit erheblicher
Strahlungsintensität;
i. die Umwelt belastende Produktionsanlagen;
k. die Umwelt entlastende Anlagen wie Gewässerschutz- und Kanalisationsanlagen, Lärmschutzanlagen und Ähnliches;
l. Nutzungsänderungen innerhalb der Bauzonen, welche Auswirkungen auf die Umgebung, die Einhaltung der Brandschutzvorschriften oder eine wesentliche Vergrösserung des Benutzendenkreises
haben;
m. Nutzungsänderungen ausserhalb der Bauzonen;
n. Bauten, einschliesslich Um- und Innenumbauten, die dem Eidgenössischen Lebensmittelgesetz unterstellt sind;
o.
* Abbruch von Bauten und Anlagen;
p.
* Solaranlagen, die unter Vorbehalt von Artikel 75a Absatz 1 Buchstabe b nicht genügend an die Baute angepasst sind oder sich auf
Kulturobjekten oder in geschützten Ortsbildern befinden.
2 Betreffen Vorhaben nur Teile einer bestehenden Baute oder Anlage, sind
sie ebenfalls bewilligungspflichtig, sofern sie baupolizeilich oder in ihren
Auswirkungen auf die Umwelt oder auf geschützte und schützenswerte Objekte und Ortsbilder oder deren Umgebung erheblich sind. Die Bewilligungspflicht erstreckt sich grundsätzlich auch auf provisorische oder mit dem
Baugrund nicht fest verbundene Bauten und Anlagen.
Art. 74
Anwendungsfälle Meldeverfahren
1 Ein Meldeverfahren kann die Gemeinde insbesondere vorsehen bei:
a.
* Dach-, Fassaden- und anderen baulichen Änderungen innerhalb
der Bauzonen, welche nach aussen nur unwesentlich in Erscheinung treten (Einbau von Türen, Fenstern, Zweckänderung von
Räumen usw.);
b. Änderung der Raumaufteilung von bestehenden Wohnbauten;
c. Einbau von Bädern, WC, Küchen, soweit damit nicht eine Wohnraumerweiterung verbunden ist;
d. Abbrucharbeiten;
e. provisorische Bauten, soweit sie nicht bewilligungsfrei sind;
f.
* …
1a Das Meldeverfahren findet insbesondere Anwendung bei aussenaufgestellten Luft-Wasser-Wärmepumpen innerhalb der Bauzone. *
2 Werden dabei Bestimmungen der Brandschutzgesetzgebung tangiert,
muss das Vorhaben der Brandschutzbehörde vorgelegt werden.
3 Das Meldeverfahren findet keine Anwendung in geschützten Ortsbildern
und an geschützten oder anderweitig inventarisierten Kulturobjekten sowie
bei Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen.
Art. 75
Nicht bewilligungspflichtige Vorhaben
1 Innerhalb der Bauzonen sind einfache kleine Bauten mit einer maximalen
Grundfläche von 10 m² und einer maximalen Gesamthöhe von 2 m oder nur
für eine Dauer von drei Monaten erstellte Bauten und Anlagen, die wegen ihrer untergeordneten Bedeutung weder nachbarliche noch öffentliche Interessen berühren, baurechtlich weder melde- noch bewilligungspflichtig. *
1a Ausserhalb der Bauzone sind ohne Bewilligung ausschliesslich temporäre
Bauten und Anlagen, die für eine Dauer von maximal drei Monaten errichtet
werden und keine nachbarlichen öffentlichen Interessen berühren, sowie
Reparaturen und Unterhaltsarbeiten an bestehenden Bauten und Anlagen
ohne Auswirkung auf die Nutzung, das Erscheinungsbild und die Umwelt zulässig. *
2 Namentlich gilt dies für:
a. Erneuerungen, Renovationen, die dem normalen Unterhalt dienen
und gegenüber dem Bestehenden keine nach aussen sichtbare
Veränderung mit sich bringen, ausser an geschützten oder inventarisierten Kulturobjekten;
b.
* …
c. Mauern und geschlossene Einfriedungen, welche eine Höhe von
1,2 m nicht überschreiten;
d.
* ausser in Schutzzonen und in der näheren Umgebung von Kulturobjekten und sofern keine Gewässer oder Biotope betroffen werden: einmalige Terrainveränderungen (Aufschüttung, Abgrabung)
bis zu einer Differenz von höchstens 1 m zum gewachsenen Terrain und einer veränderten Bodenfläche von höchstens 100 m²,
Probe- und Sondierbohrungen;
e. ausser an Kulturobjekten:
1. Parabolantennen bis zu 0,85 m Durchmesser, sofern sie
bezüglich der Farbgebung dem Hintergrund angepasst
werden;
2. nicht leuchtende Eigenreklamen auf privatem Grund bis
zu einer Fläche von 1,2 m²; an Kulturobjekten und in
Ortsbildern von nationaler Bedeutung bis zu einer Fläche
von 0,25 m²;
3. Fahnenstangen, Verkehrssignale, Strassentafeln,
Strassenbeleuchtungseinrichtungen, Vermessungszeichen, einzelne Pfähle und Stangen, Messeinrichtungen,
Schaltkästen, Hydranten und dergleichen;
f.
* kleinere Anlagen der Garten- und Aussenraumgestaltung im ortsüblichen Rahmen, wie Gartenwege, Treppen, Brunnen, kleine Teiche, Sandkästen, Gartencheminées, Planschbecken, Kinderspielgeräte, künstlerische Plastiken;
g.
* innenaufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpen innerhalb der Bauzone, ausser in Kulturobjekten oder in geschützten Ortsbildern.
3 Die Errichtung von baubewilligungsfreien Bauten und Anlagen entbindet
nicht von der Einhaltung aller übrigen Vorschriften, insbesondere der Gestaltungs-, Grenzabstands-, Brandschutz- und Immissionsvorschriften. Die Befreiung erstreckt sich auf die Pflicht zur Einreichung eines Baugesuchs sowie auf die Visierung und öffentliche Bekanntmachung des Vorhabens. Falls
notwendig, trifft die Gemeindebaubehörde nach Anhörung der Betroffenen
die erforderlichen Anordnungen.
4 … *
Art. 75a * Anzeigepflichtige Vorhaben
1 Nicht bewilligungspflichtig, aber der Baubewilligungsbehörde anzuzeigen
sind:
a. auf Dächern installierte, genügend angepasste Solaranlagen;
b. auf Dächern installierte Solaranlagen in Arbeitszonen nach Artikel 12, auch wenn sie nicht genügend angepasst sind.
Art. 76
Visierung
1 Bei der Visierung der Bauvorhaben sind insbesondere die Fassaden- und
Gesamthöhe der Anlage zusammen mit dem massgeblichen Höhenbezugspunkt und der horizontalen Ausdehnung des Objektes, die Erdgeschosskote
sowie Aufschüttungen und Abgrabungen über 1,2 m Höhe bzw. Tiefe deutlich zu markieren.
2 Die Visierung ist bis zur Rechtskraft der Bewilligungsentscheide zu belassen. Über Ausnahmen entscheidet die zuständige Behörde.
Art. 77
Profilierung von Sondernutzungsplänen
1 Die Profilierung der Baubereiche der Sondernutzungspläne nach Artikel 25 Absatz 2 RBG hat zumindest in der horizontalen Ausdehnung, nicht
aber in der vertikalen Abmessung, zu erfolgen.
Art. 78
Vorläufige Prüfung
1 Die zuständige Gemeindebehörde prüft eingehende Baugesuche umgehend auf Vollständigkeit und unterzieht sie einer materiellen Vorprüfung.
Gleichzeitig wird geprüft, ob die Bauvisiere richtig gestellt sind.
2 Bei unvollständigen Gesuchen sowie Gesuchen mit offenkundigen materiellen Mängeln setzt die zuständige Gemeindebehörde innert 20 Tagen seit
Eingang eine angemessene Frist zur Vervollständigung oder Verbesserung
des Baugesuchs.
3 Wird das Gesuch innert der angesetzten Frist nicht vervollständigt oder
verbessert, gilt es als zurückgezogen.
Art. 79
Bauentscheid
1 Vorhaben werden bewilligt, wenn sie den bau- und planungsrechtlichen sowie weiteren, im Bewilligungsverfahren zu prüfenden Vorschriften entsprechen.
Art. 80
Baukontrolle
1 Die zuständige Gemeindebehörde prüft die Ausführung des Vorhabens auf
Übereinstimmung mit den Bewilligungen und den genehmigten Plänen. Sie
kann Dritte mit den erforderlichen Kontrollen beauftragen.
2 Wo kantonale Bewilligungen überwacht werden müssen, leitet die zuständige Gemeindebehörde die Meldung des Baubeginns sowie die bei Kontrollen festgestellten Abweichungen an die zuständigen kantonalen Behörden
weiter. Die kantonalen Behörden sind ebenfalls befugt, ihre Bewilligungen
zu überprüfen.
3 Brandschutzauflagen werden in jedem Fall durch die Brandschutzbehörde
kontrolliert.
4 Die Ergebnisse der Baukontrolle sind schriftlich festzuhalten.