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Militärstrafprozess

Confederation · 322.1 · statute

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Contents: 299 provisions
  1. Art. 1 Unabhängigkeit
  2. Art. 2 Einteilung in die Militärjustiz
  3. Art. 3
  4. Art. 4 Funktionen
  5. Art. 4a Untersuchungsrichter
  6. Art. 4b Auditor
  7. Art. 4c Zahl und Organisation
  8. Art. 5 Sachliche Zuständigkeit
  9. Art. 6 Zahl der Gerichte; Sprachen
  10. Art. 7 Wahl der Richter
  11. Art. 8 Zusammensetzung
  12. Art. 9 Sachliche Zuständigkeit
  13. Art. 10 Zahl der Gerichte; Sprachen
  14. Art. 11 Wahl der Richter, fachliche Voraussetzungen
  15. Art. 12 Zusammensetzung
  16. Art. 13 Sachliche Zuständigkeit
  17. Art. 14 Wahl der Richter; fachliche Voraussetzungen
  18. Art. 15 Zusammensetzung
  19. Art. 15a Eid und Gelübde
  20. Art. 16 Funktion
  21. Art. 17 Wahl; Grad
  22. Art. 18 Grundsätze
  23. Art. 19 Kenntnisgabe von Strafakten
  24. Art. 20 Zulässigkeit der Rechtshilfe
  25. Art. 21 Streitigkeiten
  26. Art. 22 Vorsorgliche Amtshandlungen militärischer Strafbehörden
  27. Art. 23 Vorsorgliche Amtshandlungen ziviler Strafbehörden
  28. Art. 24 Vorladungen ziviler Gerichte an Angehörigen der Armee
  29. Art. 25 Unentgeltlichkeit
  30. Art. 25a Beschaffung von Personendaten
  31. Art. 25b Bearbeitung von Personendaten
  32. Art. 25c Bekanntgabe und Verwendung von Personendaten bei hängigem Verfahren
  33. Art. 25d Auskunftsrecht bei hängigem Verfahren
  34. Art. 25e Richtigkeit der Personendaten
  35. Art. 26 Grundsatz
  36. Art. 27–29
  37. Art. 30 Gerichtsstand bei mehreren strafbaren Handlungen und bei Mittäterschaft
  38. Art. 31 Besonderer Gerichtsstand
  39. Art. 32 Streitiger Gerichtsstand
  40. Art. 33 Ausschliessung
  41. Art. 34 Ablehnung
  42. Art. 35 Anzeigepflicht
  43. Art. 36 Ausstandsbegehren
  44. Art. 37 Entscheid
  45. Art. 38 Inhalt und Form
  46. Art. 39 Hauptverhandlung
  47. Art. 40 Augenschein und Hausdurchsuchung
  48. Art. 41 Beschlagnahme und Verwahrung
  49. Art. 42 Entscheide
  50. Art. 43 Verwaltung der Akten
  51. Art. 44 Rückgabe von Belegen
  52. Art. 45 Akteneinsicht
  53. Art. 46 Berechnung, Wahrung und Erstreckung
  54. Art. 47 Wiederherstellung
  55. Art. 48 Öffentlichkeit
  56. Art. 49 Sitzungspolizei
  57. Art. 50 Sitzungslokal; Vollzugsorgan
  58. Art. 51 Vorladung
  59. Art. 52 Durchführung
  60. Art. 53 Freies Geleit
  61. Art. 54 Allgemeines Anhaltungsrecht
  62. Art. 54a Polizeiliche Anhaltung
  63. Art. 55 Vorläufige Festnahme
  64. Art. 55a Dauer der vorläufigen Festnahme
  65. Art. 56 Untersuchungs- und Sicherheitshaft
  66. Art. 57 Haftbefehl
  67. Art. 58 Fahndung
  68. Art. 59 Erste Einvernahme; Haftdauer
  69. Art. 60 Sicherheitshaft nach der Verurteilung
  70. Art. 61 Freiheitsbeschränkung
  71. Art. 62 Anordnung
  72. Art. 63 Beschlagnahme
  73. Art. 64 Herausgabe von beschlagnahmten Gegenständen und Vermögenswerten
  74. Art. 65 Körperliche Untersuchung, Blutprobe, Abklärung des Geisteszustandes
  75. Art. 66 Durchsuchung von Wohnungen und Personen
  76. Art. 67 Privat- oder Berufsgeheimnis
  77. Art. 68 Rückgabe oder Verwertung von beschlagnahmten Gegenständen und Vermögenswerten
  78. Art. 69 Autopsie, Exhumierung
  79. Art. 70 Voraussetzungen
  80. Art. 70bis Einsatz von besonderen technischen Geräten zur Überwachung des Fernmeldeverkehrs
  81. Art. 70ter Einsatz von besonderen Informatikprogrammen zur Überwachung des Fernmeldeverkehrs
  82. Art. 70quater Anforderungen an die besonderen Informatikprogramme zur Überwachung des Fernmeldeverkehrs
  83. Art. 70a Gegenstand der Überwachung
  84. Art. 70b Schutz von Berufsgeheimnissen
  85. Art. 70c Genehmigungspflicht und Rahmenbewilligung
  86. Art. 70d Teilnehmeridentifikation, Standortermittlung und technische Merkmale des Verkehrs
  87. Art. 70e Genehmigungsverfahren
  88. Art. 70f Beendigung der Überwachung
  89. Art. 70g Nicht benötigte Ergebnisse aus genehmigten Überwachungen
  90. Art. 70h Verwertbarkeit von Ergebnissen aus nicht genehmigten Überwachungen
  91. Art. 70i Zufallsfunde
  92. Art. 70j Mitteilung
  93. Art. 70k Beschwerde
  94. Art. 71 Überwachung mit technischen Überwachungsgeräten
  95. Art. 71a Zweck des Einsatzes
  96. Art. 71b Voraussetzung und Durchführung
  97. Art. 71c Beschwerde
  98. Art. 72
  99. Art. 72a
  100. Art. 73 Begriff
  101. Art. 73a Voraussetzungen
  102. Art. 73b Anforderungen an die eingesetzten Personen
  103. Art. 73c Legende und Zusicherung der Anonymität
  104. Art. 73d Genehmigungsverfahren
  105. Art. 73e Instruktion vor dem Einsatz
  106. Art. 73f Führungsperson
  107. Art. 73g Pflichten der verdeckten Ermittlerinnen und Ermittler
  108. Art. 73h Mass der zulässigen Einwirkung
  109. Art. 73i Einsatz bei der Verfolgung von Delikten gegen das Betäubungsmittelgesetz
  110. Art. 73j Vorzeigegeld
  111. Art. 73k Zufallsfunde
  112. Art. 73l Beendigung des Einsatzes
  113. Art. 73m Mitteilung
  114. Art. 73n Beschwerde
  115. Art. 73o Begriff
  116. Art. 73p Voraussetzungen
  117. Art. 73q Anforderungen an die eingesetzten Personen und Durchführung
  118. Art. 73r Beendigung und Mitteilung
  119. Art. 73s DNA-Profil. Voraussetzungen im Allgemeinen
  120. Art. 73t Massenuntersuchungen
  121. Art. 73u DNA-Profil von verurteilten Personen
  122. Art. 73v Durchführung der Probenahme
  123. Art. 73w Suchlauf nach Verwandtschaftsbezug
  124. Art. 73x Phänotypisierung
  125. Art. 73y Anwendbarkeit des DNA-Profil-Gesetzes
  126. Art. 74 Zeugnispflicht
  127. Art. 75 Zeugnisverweigerung
  128. Art. 76 Hinweis auf Zeugnisverweigerungsrecht
  129. Art. 77 Dienst- und Amtsgeheimnis
  130. Art. 78 Vorladung
  131. Art. 79 Einvernahme
  132. Art. 80 Persönliche Verhältnisse
  133. Art. 81 Ausbleiben von Zeugen
  134. Art. 82 Widerrechtliche Zeugnisverweigerung
  135. Art. 83 Entschädigung
  136. Art. 84 Auskunftsperson
  137. Art. 84a
  138. Art. 84abis Begriffe
  139. Art. 84ater Grundsätze
  140. Art. 84b Information des Opfers und Meldung
  141. Art. 84c Persönlichkeitsschutz des Opfers
  142. Art. 84d Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Integrität
  143. Art. 84e Beistand und Aussageverweigerung
  144. Art. 84f
  145. Art. 84g Zivilansprüche
  146. Art. 84h Besondere Massnahmen zum Schutz von Kindern
  147. Art. 84i Einstellung des Strafverfahrens
  148. Art. 84j Begriff, Voraussetzungen und Verfahrensrechte
  149. Art. 84k Form und Inhalt der Erklärung
  150. Art. 84l Verzicht und Rückzug
  151. Art. 84m Rechtsnachfolge
  152. Art. 84n Stellung
  153. Art. 84o Ausschluss der Rechtsmittellegitimation
  154. Art. 84p
  155. Art. 85 Sachverständige
  156. Art. 86 Schweigepflicht
  157. Art. 87 Ernennung
  158. Art. 88 Ausstand
  159. Art. 89 Pflicht zur Annahme des Auftrages
  160. Art. 90 Pflichtwidriges Verhalten
  161. Art. 91 Abgabe des Gutachtens
  162. Art. 92 Neue Begutachtung
  163. Art. 93 Entschädigung
  164. Art. 94
  165. Art. 95 Beizug
  166. Art. 96 Schweigepflicht
  167. Art. 97 Straffolgen bei falscher Übersetzung
  168. Art. 98 Ausstand
  169. Art. 98a Grundsatz
  170. Art. 98b Zusicherung der Anonymitätswahrung 1. Voraussetzungen
  171. Art. 98c 2. Verfahren
  172. Art. 98d 3. Massnahmen
  173. Art. 99 Zulassung; Verpflichtung
  174. Art. 100 Massnahmen der Truppe
  175. Art. 101 Zuständigkeit für die Anordnung der vorläufigen Beweisaufnahme und der Voruntersuchung
  176. Art. 102 Voraussetzungen und Zweck der vorläufigen Beweisaufnahme
  177. Art. 103 Voraussetzungen und Zweck der Voruntersuchung
  178. Art. 104 Verfahren bei der vorläufigen Beweisaufnahme
  179. Art. 105 Untersuchungsbefehl
  180. Art. 106 und 107
  181. Art. 108 Durchführung des Verfahrens
  182. Art. 109 Beizug des Verteidigers
  183. Art. 110 Rechte des Verteidigers
  184. Art. 111 Ausdehnung der Voruntersuchung
  185. Art. 112 Abschluss der Voruntersuchung
  186. Art. 113 Ergänzung der Voruntersuchung
  187. Art. 114 Anklage; Strafmandat
  188. Art. 115 Anklageschrift
  189. Art. 116 Einstellung des Verfahrens und Disziplinarstrafe
  190. Art. 117 Kosten und Entschädigung
  191. Art. 118 Rekurs und Disziplinargerichtsbeschwerde
  192. Art. 119 Voraussetzungen
  193. Art. 120 Form und Inhalt
  194. Art. 121 Eröffnung
  195. Art. 122 Einsprache
  196. Art. 123 Rechtskraft, Rückzug der Einsprache
  197. Art. 124 Ansetzung der Hauptverhandlung
  198. Art. 125 Vorladung des Angeklagten
  199. Art. 125a Öffentliche Bekanntmachung
  200. Art. 126 Ersatzrichter
  201. Art. 127 Verteidigung
  202. Art. 128 Anordnung von Beweisaufnahmen
  203. Art. 129 Vorgezogene Beweisaufnahmen
  204. Art. 130 Teilnahme
  205. Art. 131 Ausbleiben des Angeklagten
  206. Art. 132 Ausbleiben eines Zeugen
  207. Art. 133 Ausbleiben des Verteidigers oder eines Sachverständigen
  208. Art. 133a Teilnahme der Privatklägerschaft und Dritter
  209. Art. 134 Eröffnung der Hauptverhandlung
  210. Art. 135 Feststellung der Personalien; Verlesen der Anklageschrift
  211. Art. 136 Erledigung von Einsprachen; Unzuständigkeit des Gerichts
  212. Art. 137 Befragung des Angeklagten
  213. Art. 138 Vorlage von Beweisstücken: Einvernahme von Zeugen
  214. Art. 139 Widersprüche: Gedächtnislücken
  215. Art. 140 Befragung von Sachverständigen
  216. Art. 141 Verlesen von Beweisurkunden
  217. Art. 142 Neue Beweisanträge
  218. Art. 143 Unterbrechung oder Verschiebung der Hauptverhandlung
  219. Art. 144 Parteivorträge
  220. Art. 145 Urteil
  221. Art. 146 Urteilsfällung
  222. Art. 147 Gegenstand des Urteils
  223. Art. 148 Änderung des rechtlichen Gesichtspunkts
  224. Art. 149 Leichter Fall eines Verbrechens oder Vergehens
  225. Art. 150 Sicherheitshaft
  226. Art. 151 Kosten und Entschädigung
  227. Art. 152 Mündliche Urteilseröffnung
  228. Art. 153 Form und Inhalt des Urteils
  229. Art. 154 Zustellung von Urteilsausfertigungen
  230. Art. 155 Besondere Vorschriften für die Hauptverhandlung und das Urteil
  231. Art. 156 Begehren um Aufhebung des Abwesenheitsurteils; Wirkung
  232. Art. 157 Verzicht auf Aufhebung des Abwesenheitsurteils
  233. Art. 158 Dispensation im Abwesenheitsverfahren
  234. Art. 159 Hauptverhandlung
  235. Art. 160–162
  236. Art. 163 Geltendmachung
  237. Art. 163a Bezifferung und Begründung
  238. Art. 163b Beweiserhebungen
  239. Art. 164 Zuständigkeit und Verfahren
  240. Art. 164a Sicherheit für die Ansprüche gegenüber der Privatklägerschaft
  241. Art. 165 Zulässigkeit der Beurteilung
  242. Art. 165a Kostentragungspflicht der Privatklägerschaft
  243. Art. 166 Zulässigkeit
  244. Art. 167 Zuständigkeit
  245. Art. 168 Einreichung; Frist
  246. Art. 169 Aufschiebende Wirkung
  247. Art. 170 Beschwerdeentscheid
  248. Art. 171 Kosten
  249. Art. 172 Zulässigkeit
  250. Art. 173 Legitimation; aufschiebende Wirkung
  251. Art. 174 Einreichung, Frist
  252. Art. 175 Rückzug
  253. Art. 176 Übermittlung der Akten
  254. Art. 177 Einhaltung der Frist; Verspätung
  255. Art. 178 Vorbereitung der Hauptverhandlung
  256. Art. 179 Ausbleiben des Angeklagten oder der Privatklägerschaft
  257. Art. 180 Vorführung des Angeklagten; Abwesenheitsverfahren
  258. Art. 181 Hauptverhandlung
  259. Art. 182 Entscheidungsbefugnis
  260. Art. 183 Kosten; Entschädigung
  261. Art. 184 Zulässigkeit
  262. Art. 185 Kassationsgründe
  263. Art. 186 Legitimation; Fristen
  264. Art. 187 Schriftenwechsel; Wirkung
  265. Art. 188 Vorbereitung der Verhandlung
  266. Art. 189 Weiterer Schriftenwechsel; Entscheidungsbefugnis
  267. Art. 190 Beurteilung
  268. Art. 191 Rückweisung
  269. Art. 192 Neubeurteilung
  270. Art. 193 Kosten; Entschädigung
  271. Art. 194 Eröffnung und Zustellung des Urteils
  272. Art. 195 Zulässigkeit
  273. Art. 196 Legitimation
  274. Art. 197 Frist; Verfahren
  275. Art. 198 Entscheid
  276. Art. 199 Kosten; Entschädigung
  277. Art. 200 Revisionsgründe
  278. Art. 201 Zivilrechtliche Ansprüche
  279. Art. 202 Legitimation
  280. Art. 203 Gesuch; aufschiebende Wirkung
  281. Art. 204 Amtliche Verteidigung
  282. Art. 205 Weitere Abklärungen
  283. Art. 206 Rechtskraft des angefochtenen Urteils
  284. Art. 207 Entscheid; Kosten
  285. Art. 208 Neubeurteilung
  286. Art. 209 Wiedereinsetzung
  287. Art. 210 Rechtskraft
  288. Art. 211 Vollzugskanton
  289. Art. 212 Vollzug der Strafen und Massnahmen
  290. Art. 213
  291. Art. 214 Einzug von Gerichtskosten
  292. Art. 215 Vollzugskosten; Rückgriffsrecht
  293. Art. 216 Genfer Abkommen
  294. Art. 217 Abweichung von Strafmindestmassen
  295. Art. 218 Vollzug
  296. Art. 219 Aufhebung bisherigen Rechts
  297. Art. 220 Übergangsrecht
  298. Art. 220a Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 17. Juni 2016
  299. Art. 221 Referendum und Inkrafttreten

299 provisions

Art. 204 Amtliche Verteidigung

Erscheint das Revisionsgesuch nicht zum vorneherein als aussichtslos, so kann der Präsident des Militärkassationsgerichts zur Ergänzung des Gesuches und für das weitere Verfahren einen amtlichen Verteidiger bestellen.

Art. 205 Weitere Abklärungen

Hält der Präsident des Militärkassationsgerichts weitere Abklärungen für notwendig, so nimmt er diese selbst vor oder lässt sie durch ein Mitglied des Gerichts oder den Untersuchungsrichter vornehmen.

Art. 206 Rechtskraft des angefochtenen Urteils

Bis zum Entscheid über das Revisionsgesuch bleibt das angefochtene Urteil rechtskräftig.

Art. 207 Entscheid; Kosten

1 Wird das Revisionsgesuch gutgeheissen, so hebt das Militärkassationsgericht das Strafmandat oder das Urteil auf und weist die Sache zur Neubeurteilung an die Instanz zurück, welche rechtskräftig geurteilt hat, ausgenommen in Fällen, in denen es nach Artikel 198 selbst entschieden hat. 2 Aus besondern Gründen kann es die Sache auch einer andern Instanz gleicher Stufe zuweisen. 3 Wird das Gesuch abgewiesen, so können dem Gesuchsteller die Kosten des Verfahrens auferlegt werden.

Art. 208 Neubeurteilung

1 Die neue Behandlung des Falles erfolgt im ordentlichen Verfahren. 2 Die vom Militärkassationsgericht als erheblich bezeichneten Beweismittel müssen erhoben werden.

Art. 209 Wiedereinsetzung

1 Wird der Verurteilte im wiederaufgenommenen Verfahren ganz oder teilweise freigesprochen, so wird er in seine Rechte nach dem neuen Urteil wieder eingesetzt. Bussen und Kosten werden entsprechend zurückerstattet. über eine Entschädigung wird nach den Regeln des Artikels 117 Absatz 3 entschieden. 2 Das Gericht kann die Veröffentlichung des Urteils anordnen.

Art. 210 Rechtskraft

Ein Urteil wird rechtskräftig, wenn die Frist zur Einreichung der Appellation oder der Kassationsbeschwerde unbenützt verstrichen ist oder das Begehren zurückgezogen oder abgewiesen wurde.

Art. 211 Vollzugskanton

1 Als Vollzugskanton ist der Kanton zu bezeichnen, in dem die verurteilte Person ihren Wohnsitz hat. 2 Der Bundesrat bestimmt den Vollzugskanton für Personen, die keinen Wohnsitz in der Schweiz haben. Fassung gemäss Ziff. II des BG vom 3. Okt. 2008 (Korrekturen infolge der Revision des AT MStG und weitere Anpassungen), in Kraft seit 1. März 2009 (AS 2009 701; BBl 2007 8353).

Art. 212 Vollzug der Strafen und Massnahmen

1 Der Vollzugskanton vollzieht die Freiheitsstrafe, die Geldstrafe, die Busse und die Massnahmen. Vorbehalten bleibt der militärische Vollzug der Freiheitsstrafe nach Artikel 34b MStG. 2 Der Ertrag der Geldstrafen und der Bussen sowie der Einziehung geht an den einziehenden Kanton. Vorbehalten bleibt Artikel 53 MStG. Fassung gemäss Ziff. II des BG vom 3. Okt. 2008 (Korrekturen infolge der Revision des AT MStG und weitere Anpassungen), in Kraft seit 1. März 2009 (AS 2009 701; BBl 2007 8353). Fassung gemäss Anhang Ziff. 4 des BG vom 19. Juni 2015 (Änderungen des Sanktionenrechts), in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 1249; BBl 2012 4721). SR 321.0

Art. 213

Aufgehoben durch Ziff. II des BG vom 20. März 1992, mit Wirkung seit 1. Sept. 1992 (AS 1992 1679; BBl 1991 II 1462, IV 184).

Art. 214 Einzug von Gerichtskosten

Sind dem Verurteilten Kosten auferlegt worden, so werden sie nach den Vorschriften über die Vollstreckung der Zivilurteile eingezogen. Eine Umwandlung in Haft findet nicht statt.

Art. 215 Vollzugskosten; Rückgriffsrecht

1 Die Kantone tragen die Kosten des Vollzugs von Strafen und Massnahmen. 2 Gegen den Betroffenen steht dem Kanton für die Kosten des Vollzugs von Massnahmen nach den Artikeln 56–65 StGB ein Rückgriffsrecht zu. Fassung gemäss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1993 (AS 1992 2392; BBl 1988 II 1333). SR 311.0 Fassung gemäss Ziff. II des BG vom 3. Okt. 2008 (Korrekturen infolge der Revision des AT MStG und weitere Anpassungen), in Kraft seit 1. März 2009 (AS 2009 701; BBl 2007 8353).

Art. 216 Genfer Abkommen

Für Strafverfahren, die in Kriegszeiten gegen Ausländer durchgeführt werden, bleiben die vom vorliegenden Gesetz abweichenden Bestimmungen der Genfer Abkommen über den Schutz der Kriegsopfer vorbehalten. SR 0.518.12, 0.518.221, 0.518.23, 0.518.42, 0.518.51

Art. 217 Abweichung von Strafmindestmassen

Bei den Verbrechen und Vergehen von Ausländern, die keine Treuepflicht gegenüber der Schweiz verletzen, ist der Richter nicht an die Strafmindestmasse des Gesetzes gebunden.

Art. 218 Vollzug

Der Bundesrat erlässt die Vollzugsvorschriften.

Art. 219 Aufhebung bisherigen Rechts

Das Bundesgesetz vom 28. Juni 1889 über die Militärstrafgerichtsordnung wird aufgehoben. (BS 3 456. AS 1951 437 Ziff. II; 1968 212 Ziff. III]

Art. 220 Übergangsrecht

1 Beim Inkrafttreten dieses Gesetzes hängige Verfahren werden nach neuem Recht weitergeführt. 2 Rechtzeitig angemeldete Kassationsbeschwerden gelten als Appellationserklärungen und werden vom Präsidenten des Militärkassationsgerichts den zuständigen Militärappellationsgerichten überwiesen. 3 Die Amtsdauer der Richter und Ersatzrichter der Militärgerichte, die ihre Tätigkeit unter bisherigem Recht ausübten, läuft mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ab.

Art. 220a Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 17. Juni 2016

1 Verfahren, die bei Inkrafttreten der Änderung vom 17. Juni 2016 hängig sind, werden nach neuem Recht fortgeführt, soweit die Bestimmungen dieses Artikels nichts anderes vorsehen. 2 Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten dieser Änderung angeordnet oder durchgeführt worden sind, behalten ihre Gültigkeit. 3 Ist bei Inkrafttreten dieser Änderung das Beweisverfahren der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bereits abgeschlossen, so wird das erstinstanzliche Verfahren nach bisherigem Recht durchgeführt. 4 Ist vor Inkrafttreten dieser Änderung ein Entscheid gefällt worden, so werden Rechtsmittel nach bisherigem Recht beurteilt. Wird ein Verfahren von der Rechtsmittelinstanz zur neuen Beurteilung zurückgewiesen, so ist neues Recht anwendbar. 5 Für Einsprachen gegen Strafmandate gilt Absatz 4 sinngemäss. 6 Für Rechtsmittel gegen Entscheide, die nach Inkrafttreten dieser Änderung gefällt werden, gilt in jedem Fall neues Recht. Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 17. Juni 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3911; BBl 2015 6059 7711).

Art. 221 Referendum und Inkrafttreten

1 Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum. 2 Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten. Datum des Inkrafttretens: 1. Januar 1980 BRB vom 11. Juli 1979

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